Politik

Bild der Zukunft | 15.03.2009 07:00 | Robert Zion

Gewöhnen wir uns an alles?

Grüne, SPD, attac - egal: Die Linken trauen sich die Machtfrage nicht mehr zu, beklagt Freitag-Blogger und Grünen-Politiker Robert Zion

In der Krise zeigt der Kapitalismus sich wendig wie gewohnt: Ohne weiteres nimmt der den Linken die Argumente aus der Hand - und die hat dem wieder nichts entgegenzusetzen. Die große Erzählung des Liberalismus - der Markt wird es richten - funktioniert selbst im Angesichts ihres offensichtlichen Zusammenbruchs immer noch. Ihr stärkstes Argument pflegt die Linke am wenigsten: Demokratie und Kapitalismus vertragen sich auf Dauer nicht.  Wer dem jetzigen System etwas entgegensetzen will, muss endlich eigene Vorstellungen davon entwickeln, was Demokratie und Freiheit eigentlich sind, anstatt die kapitalistische "Postdemokratie" indirekt zu unterstützen, argumentiert Freitag-Blogger und Grünen-Politiker Robert Zion.

 

 

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Artikelaktionen
Kommentare
marsborn schrieb am 15.03.2009 um 11:07
Meine Güte ist das alles von gestern: Marx kontra Adenauer, "Links" kontra böser Gobalkapitalismus. Auch Robert Zion beklagt wie die meisten, die immer noch an dem alten rechts/links Lagerdenken von vor 1989 festhalten, was die anderen wieder einmal alles nicht machen, aber seiner Meinung nach machen sollten. "Links" ist doch nur noch ein Begriff aus der Mottenkiste einer vergangenen Epoche, der auch beim "freitag" offenbar wie das Trickfilmmännchen in der Luft schwebt, aber immer noch nicht gemerkt hat, dass unter ihm längst der Abgrund einer zuendegegangenen Epoche gähnt. Unter diesen Umständen wundert mich die große Ratlosigkeit derer, die sich heute immer noch als links definieren leider gar nicht. Wenn heute immer noch einige Nischenbewohner abgelaufener akademischer Begriffe und Konzepte nicht begreifen, was 1989 für uns alle bedeutet und stattdessen unentwegt mit den alten Konzepten weitermachen, ist "links" nicht die Richtung, aus der irgendetwas für die Zukunft zu erwarten ist. Bei Robert Zion kann man es nachlesen. Was wir brauchen, sind Handlungsansätze, die das alte rechts-links (die böse, wir gut) Kindchenschema endlich einmal hinter sich lässt.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 15.03.2009 um 12:35
Wie wäre es denn dann mit ein paar Skizzen dieser Handlungansätze statt abfälliger Schlagworte?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 15.03.2009 um 12:35
Wie wäre es denn dann mit ein paar Skizzen dieser Handlungansätze statt abfälliger Schlagworte?
Frans-von-Hahn schrieb am 15.03.2009 um 13:03
Gestern las ich einen kritischen Artikel mit dem Titel "Wo ist eigentlich die Linke?".
http://www.freitag.de/community/blogs/robert-zion/wo-ist-eigentlich-die-linke

Heute finde ich eine Rezession dieses Artikel.

Gewöhnen wir uns schon an den Wahlkampf ?
Frans-von-Hahn schrieb am 15.03.2009 um 13:06
Natürlich heißt es Rezension anstatt Rezession, da half auch die aktivierte Rechtschreibprüfung nicht.
Jakob Augstein schrieb am 15.03.2009 um 17:44
Lieber FvH,
das ist fast ein Missverständnis - aber unsere Schuld.
Wir haben noch keine ganz klare Politik, wie wir mit Blogeinträgen umgehen, die wir für redaktionell interessant halten.
Es gibt drei Möglichkeiten:
Wir kopieren den Text in ein Aertikelmuster, bearbeiten ihn ein bisschen, geben ihm eine neue, professionelle Überschrift und der Leser sieht nur am Autor, dass es sich um einen Community-Text handelt.
Mir wäre dies die liebste Lösung. Aber google hasst es, wenn mehr oder weniger der gleiche Text zweimal auf einer Seite ist. Dann denken die, wir schummeln und bestrafen uns durch Rückstufung. Also geht es so nicht.

Die zweite Möglichkeit ist, nur einen Link von der Startseite auf den Blog zu setzen. Ohne Umwege. Dann haben wir aber keinerleit Mögichkeit, in den Text einzuleiten, ihm eine Überschrift zu geben, ihn in einen Kontext zu setzen. Das ist mir eigentlich zu wenig. Denn unser Job als Journalisten ist ja schon, die Sachen zu bewerten, zu gewichten, auf Zusammenhänge aufmerksam zu machen. (Hier zum Beispiel den Hintergrund des Autors ...)

Die dritte Möglichkeit - und das ist die, die ich hier gewählt habe - ist einen Link von der Startseite auf einen kleinen Artikel zu setzen, der kurz erläutert, worum es in dem Blog geht, Hintergrundinfos auflistet und dann zum Blog weiterleitet. Voteil: Wir können unseren redaktionellen Job - einigermaßen - machen. (Den Text redigieren können wir dann nicht, das würde ich am liebsten. Geht aber nicht. Man kann Leuten ja nicht im eigenen Blog herumstreichen). Nachteil: Es kann dem Leser gehen wie Ihnen: Sie sehen den Text im Blog, weil Sie die Community screenen uU vor uns und dann noch mal auf der Startseite und wundern sich ...

Wenn Sie eine idee haben, wie man das Dilemma umgeht - ich bin für Ratschläge dankbar.

Ihr JA
Frans-von-Hahn schrieb am 16.03.2009 um 08:13
Lieber Jakob Augstein,

vielen Dank für die umfangreiche Antwort, die einen kleinen Einblick in die Probleme der Redaktion gibt. Wie so oft sind es die Ausnahmen, die die Schwächen und Stärken eines Organisationsmodells zeigen.

Die von Ihnen gewählte dritte Möglichkeit erscheint mir sinnvoll und nachvollziehbar.
Meine Kritik bezieht sich auf den Hinweis, wer den „kleinen Artikel“ verfasst hat. Ich lese Robert Zion als Autor der Rezension. Robert Zion als Autor des Artikels.
Das klang für mich wie ein gewolltes pushen eines eigenen Artikels.

Wenn der einleitende Artikel nicht von Robert Zion geschrieben ist, wäre es für mein Verständnis besser, den wahren Autor zu nennen.

Somit nicht:
„Bild der Zukunft | 15.03.2009 07:00 | Robert Zion“

Sondern:
„Bild der Zukunft | 15.03.2009 07:00 | die Redaktion“

Ihr

Frans von Hahn


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