Sollte es tatsächlich zum großen Abrüstungsgipfel kommen, den US-Präsident Barack Obama angekündigt hat, dann wird sicher auch mehr über die Ausführungsbestimmungen seines großen Traums von der atomwaffenfreien Welt zu erfahren sein. Denn Details blieb er in Prag ebenso schuldig wie ein Mindestmaß an Fairness. Es hätte schon genügt den Namen Gorbatschow nur einmal zu nennen. Es wäre einer der kleinen, ganzen seltenen Siege der historischen Gerechtigkeit gewesen, in Tschechien mutig zu sein und den Mann zu erwähnen, der vor gut 20 Jahren von einer Welt ohne Kernwaffen träumte. Zu Zeiten des kalten Krieges, der Hochrüstung, der Militärblöcke und Abschreckungsdoktrinen, als sich nichts bewegte und mit Gorbatschow dann doch soviel. Hic Rhodus, hic salta! Da sprang einer noch weiter, über seinen Schatten nämlich. Obama wirft den seinen vorerst nur unter die Leute.
Politik : Gorbatschow kam vor Obama
Die Prager Rede des US-Präsidenten zur nuklearen Abrüstung weckt eine Erinnerung. Schon einmal wurde die globale Nulllösung beschworen, damals durch die Sowjetunion