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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
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Politik : Ein Platz für Ethik

Nur 14 Prozent der Stimmberechtigten stimmten in Berlin für eine Gesetzesänderung, mit der Religion wieder zum Pflichtfach werden sollte. Rot-rot fühlt sich bestätigt

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Pro Reli ist gescheitert, und das ist gut so: Eine Verfassung, nach der Staat und Kirche getrennt sein sollen, wird unglaubwürdig, wenn sie Schulräume speziell für religiöses Interesse anbietet. Ob die Religionslehrer Theologie oder Religionswissenschaft plus Ethik studiert haben, spielt da keine Rolle. Und auch der Umstand, dass andere Bundesländer Religionsunterricht anbieten, ist kein Gegenargument.

Man sollte dennoch nicht die Motive all derer, die sich für Pro Reli einsetzen, in einen Topf werfen. Da haben wir einmal die CDU, die trotz ihres Namens keine religiöse, gar christliche Partei ist. Sie versuchte dem rot-roten Berliner Senat zu schaden. Es ist ihr so wenig gelungen wie zuvor beim Referendum über den Tempelhofer Flughafen. Und dann haben wir die Kirchen, deren Motive ernster sind. Sie können nicht ohne weiteres als "reaktionär" eingestuft werden. Man wird sich tatsächlich fragen, ob ein türkischer Junge, der dazu neigt, Ehrenmorde für statthaft zu halten, davon im deutschen Ethik-Unterricht eher abzubringen ist als in einem Religionsunterricht unter Muslimen, der solchen Impulsen die scheinbaren religiösen Stützpunkte entzieht. Die Konsequenz freilich müsste sein, dass die Jungen zum Religionsunterricht in der Moschee verpflichtet werden, nicht in der Schule. In der Schule sollte es keine Trennung von Menschengruppen geben dürfen: nicht zwischen den Geschlechtern, nicht zwischen Anhängern verschiedener Religionen und auch nicht zwischen ethischen Menschen religiöser und atheistischer Konfession.

Es bleibt trotz allem ein ungutes Gefühl zurück. Denn wer aus dem Berliner Pro Reli-Streit den Eindruck gewänne, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Ethik für ein hohes Gut gilt, läge ganz falsch. Im Gegenteil, Ethik und Moral sind das letzte, womit man punkten kann. Der Satz: "Werd' nicht moralisch" ist ein stets siegreiches Totschlagargument. Gerade von Linken hört man immer wieder, dass es falsch sei, an Managerbezüge und dergleichen ethisch heranzugehen. Zu den seltenen Ausnahmefällen, in denen auf ethische Argumente zurückgegriffen wird und sie auf einmal ganz wichtig zu sein scheinen, gehört die militärische Menschenrechtsintervention. Und das Berliner Referendum. Es beschert uns nun allen ein gutes ethisches Gewissen.

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