Ausgerechnet der Wissenschaftler, der die Welt erst dazu brachte, die drohende Gefahr der Erderwärmung wahrzunehmen, hält ein Scheitern des bevorstehenden Klimagipfels für das geringere Übel. Angesichts der schleppenden Verhandlungen werde jedes Abkommen so große Mängel aufweisen, dass es besser wäre, noch einmal ganz von vorne anzufangen.
„Das wäre mir lieber als wenn die Leute in dem Glauben gelassen werden, man sei auf dem richtigen Weg, obwohl der in Wahrheit in die Katastrophe führt“, sagte Hansen. „Der ganze Ansatz ist so grundsätzlich falsch, dass es besser wäre, die Situation noch einmal neu zu überdenken. Wenn etwas nach Art des Kyoto-Protokolls dabei herauskommen soll, wird es Jahre dauern, die Inhalte genau zu bestimmen.“
Hansen, der das Goddard Institut für Weltraumstudien der NASA in New York leitet, trug mehr als jeder andere Wissenschaftler dazu bei, die Politik über die Ursachen der Erderwärmung aufzuklären. Er ist jedoch ein entschiedener Gegner des Zertifikatehandels, der von der EU und anderen Regierungen als der effizienteste Weg zur Reduzierung der Emissionen und als Schritt hin zu einer neuen sauberen Energiewirtschaft angesehen wird. Auch Barack Obama und Al Gore, der für seine Bemühungen, die Welt zum Handeln gegen den Klimawandel zu bewegen, den Friedensnobelpreis erhielt, werden von Hansen heftig kritisiert. Er wirft der Politik vor, sie würden sich der moralischen Herausforderung unserer Zeit nicht stellen.
Kein Spielraum für politische Geschäfte
Seiner Auffassung nach lässt der Klimawandel keinen Spielraum für Kompromisse, wie sie das politische Geschäft bestimmen. „Mit der Erderwärmung verhält es sich wie mit der Sklaverei, mit der Abraham Lincoln sich auseinandersetzen musste oder der Herausforderung des Nazismus, der sich Winston Churchill gegenübersah“, so Hansen. „Bei so etwas kann man keine Kompromisse eingehen. Man kann nicht sagen: Lasst uns die Sklaverei zurückfahren, lasst uns einen Kompromiss finden und sie um 50 oder 40 Prozent reduzieren. Es gibt keinen politisch Verantwortlichen, der das begreift und sagt, was wirklich vonnöten ist. Stattdessen versuchen wir so weiter zu machen wie bisher.“
Die Wandlung des zurückhaltenden Mannes aus Iowa vom Klimawissenschaftler zum Aktivisten hat sich in den letzten Jahren der Amtszeit George W. Bushs beschleunigt. Hansen, der ungern in der Öffentlichkeit auftritt, sagt, die immer deutlicher werdende Bedrohung durch Dürren, Flutkatastrophen und Hungersnöte, habe ihn erst dazu gebracht. Zur Kontroverse um möglicherweise manipulierte Daten von Klimaforschern sagte Hansen, „all das, worüber sie in Bezug auf die Daten diskutieren, ändert überhaupt nichts an der Analyse. Es hinterlässt allerdings einen sehr schlechten Eindruck.“
Hansen ist ein erklärter Gegner der Kohle, deren Verbrennung mehr CO2 produziert als jede andere Energiequelle. Im vergangenen Sommer wurde er bei einer Demonstration gegen einen Tagebau in West Virginia verhaftet. Hansens Eintreten für eine direkte CO2-Steuer auf Brennstoffe verärgert bisweilen andere Umweltschützer. Die werfen dem Professor vor, mit seiner Forderung die Anstrengungen für ein Gesetz über den Emissionshandel zu torpedieren.
Hoffnung noch nicht aufgegeben
Die Novelle wird gegenwärtig im Kongress verhandelt – und von Hansen scharf kritisiert: „Dies entspricht dem Ablasshandel, den die katholische Kirche im Mittelalter betrieben hat. Die Bischöfe sackten jede Menge Geld ein und die Sündigen erhielten die Absolution. Trotz seiner Absurdität fanden beide Seiten an diesem Arrangement Gefallen. Genau dasselbe geschieht im Augenblick: Die Industrieländer wollen mehr oder weniger so weitermachen wie bisher und die Entwicklungsländer brauchen Geld, das sie durch den Verkauf von Zertifikaten bekommen.“
Trotz seines Pessimismus hat Hansen die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Es kann sein, dass wir bereits dafür gesorgt haben, dass der Meeresspiegel um einen Meter oder sogar noch mehr ansteigen wird, aber das bedeutet nicht, dass man die Flinte ins Korn werfen kann. Denn wenn man das tut, könnte es sein, dass man in Zukunft von Dutzenden von Metern sprechen muss. Von daher ist es verrückt, wenn Leute argumentieren, es sei bereits zu spät dafür, etwas zu unternehmen. Was denken die denn: Sollen wir den Planeten aufgeben? Es geht darum, den Schaden so gering wie möglich zu halten.“
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Wohl war, wir brauchen eine wirkliche Loesung, in diesem Sinne hier die sehr schoene Story of Cap&Trade. Leider auf English, trotzdem gucken.
www.storyofstuff.com/capandtrade/ |
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Hier ein Link zu einem Artikel J. Hansens, der am 27.11. im Guardian erschien.
www.guardian.co.uk/commentisfree/2009/nov/29/copenhagen-summit-climate-change Dort ist die Idee der CO2-Steuer ein wenig ausführlicher erläutert, die er anstelle des üblichen Emissionshandels, den er für untauglich hält, vorschlägt. Für Eilige versuche ich eine kurze Zusammenfassung, natürlich ohne Gewähr:-) Aus wissenschaftlicher Sicht fordert eine Aufgabe der Nutzung fossiler Brennstoffe innerhalb der nächsten zwanzig Jahre; zusätzlich Verbesserungen in Land- und Forstwirtschaft. Das scheint ihm nur mithilfe einer progressiv wachsenden Abgabe auf fossile Brennstoffe möglich zu sein, die derzeit aufgrund ihres niedrigen Preises, der die durch sie verursachten Folgen nicht berücksichtige, so billig seien. Diese Abgabe soll der Gesellschaft zugute kommen und der Rückfluß soll für mehr als 60 % der Verbraucher die erhöhten Energiekosten wettmachen. Über die politische Umsetzbarkeit solcher Ideen mache ich mir keinerlei Illusionen, auch über die ökonomischen Folgen einer solchen Lösung bin ich mir nicht ganz im klaren, bedaure trotzdem das Fehlen einer breiten öffentlichen Diskussion solcher Ideen. Eselsmöhre |
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Ich korrigiere mich: Erscheinungsdatum war der 29.November.
Eselsmöhre |
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"Hansen,..... trug mehr als jeder andere Wissenschaftler dazu bei, die Politik über die Ursachen der Erderwärmung aufzuklären. Er ist JEDOCH ein entschiedener Gegner des Zertifikatehandels..."
Jedoch? NEIN, Hansen ist, im Gegensatz zu Graugrünen, konsequent. Emissionshandel = Ablaßhandel wer es immer noch nicht kapiert hat, der möge sich die 350 Gründe gegen den Ablaßhandel zu Gemüte führen. www.350reasons.org/ |
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Ich empfehle allen LeserInnen,den Artikel in der Originalfassung zu lesen.
www.guardian.co.uk/environment/2009/dec/02/copenhagen-climate-change-james-hansen#start-of-comments |
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Was hat denn das Original, was unsere Übersetzung nicht hat (mal abgesehen von dem Exkurs über die E-Mail-Affäre, den wir weggelassen haben, weil er in dieser verkürzten Form nicht verständlich ist)?
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Klimawandel in Kurzform:
- die Erde erwärmt sich kontinuierlich - das CO2 ist Schuld - der Mensch ist am erhöhten CO2 Schuld - erhöhte Temperatur ist Gift für alles Leben das sind gleich vier unbewiesene Behauptungen, auf denen alle bisherigen Planungen aufgebaut werden. - der Mensch kann den Temperaturanstieg bremsen und zurückführen (wenn es ihn gäbe) das ist aus tausend Gründen unmöglich, selbst wenn die 4 Behauptungen stimmen würden. |
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Ein Grund würde mir schon reichen für den Anfang, ansonsten haben sie nur eine weitere Behauptung zur Liste hinzugefügt.
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klimaskeptiker nennen sich die leute, die meist null ahnung von wetter und klima haben, aber irgendwie dagegen sind, manchmal auch dafür bezahlt werden.
wer hier ganz ohne namen was einwirft, ist gleich doppelt verdächtig, den querschläger zu spielen. |
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das ist jetz nicht ganz gerecht, ich war schon immer ein überzeugter Wetter-Gegner, also T-Shirts gegen plötzliche Kälteeinbrüche, so in den 70gern war das, mit anschliesendem Schnupfen.
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Der auf dem Foto ist das, der Hansel ? Der sieht ja noch schlimmer aus, als der Stamm-Klima-Inder vom ARD, dieser Tschabbada-Dingsda, als er vor 2 Tagen auf dem KiKa (Klima-Kanal oder Kinder-Kanal ?) erklären musste, warum der böse Klima-Dingsda sich einfach nicht erwärmt und das einfach nur eine List ist, um kleine Kinder zu fangen.
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nicht auszudenken, wenn es in 100 Jahren noch Menschen gäbe, weil die ganzen Maßnahmen wirklich unternommen worden wären und tatsächlich gewirkt hätten. Die Erde ist ohne uns viel besser dran, und ohne uns hätte sich auch das Klima in 10000 Jahren wieder erholt. Von daher, lasst uns nicht die Begrenzung der Erwärmung auf 2 ºC fordern, sondern die Erhöhung um 5 ºC - jährlich. Fortschritt muss sein.
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Mir gefällt die Idee, "noch einmal ganz von vorne anzufangen", aber dann nicht nur bezogen auf die Klimaerwärmung, sondern auf unseren Verstand!
Denn der Verwüstung der Erde ist die Verwüstung unseres Verstandes vorangegangen. Und jetzt rasen wir nicht nur auf e i n e Katastrophe zu, sondern wir bewegen uns mit steigender Geschwindigkeit auch auf Katastrophen in der Biosphäre, in den Sozialsphären in den Kultursphären und auch in den Sinn- und GEISTsphären zu. Diese geisteskranke Megamaschine zu stoppen ist nochmals paar Grade schwieriger, als die Klimaerwärmung zu stoppen. Sancho www.netz-vier.de |
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Jeder mag glauben, was er will.
Die Menschheit soll die Erderwärmung begrenzen und steuern, Aha, die Menschheit ist also dazu in der Lage ? Manche Äußerung in diesem Land und zu diesem Thema, liegen schon im Bereich der Commedy. So las ich doch gestern, dass auf Grund des Klimawandels Eisbärenmännchen die Jungen töten und fressen. So weit ist die Dummheit einiger Schreiberlinge schon gereift, einen Vorgang, den Eisbären seit ewigen Zeiten vollziehen, mit dem Klimawandel in Verbindung zu bringen. So sage ich : " Dümmer gehts nimmer ". Die Erde kennt keine Katastrophen, alles geschehen wird nur von den Menschen so interpretiert und empfunden. Diese Erde wird auf die Bedürfnisse von uns Menschen keine Rücksicht nehmen, sie wird noch weiter existieren mit uns Menschen, oder ohne uns Menschen. Erdenbürger |
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