Politik

Eurokrise | 24.08.2011 12:23 | Lutz Herden

Merkels Bonitätsverlust

Dissidenten in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion verweigern der Kanzlerin die Gefolgschaft bei der Hilfe für Griechenland und nehmen lieber dessen Insolvenz in Kauf

Bisher waren sie doch so unzertrennlich – die CDU und Europa. Die Integration zu fördern, galt als das Werk von Überzeugungstätern, war Herzensache, Glaubensbekenntnis und eine Frage der politischen Identität. Und nun dieser Riss. Wolfgang Bosbach, eigentlich ein hausgemachter Innenpolitiker, dessen Expertise als Finanzspezialist möglicherweise nicht den höchsten Maßstäben genügt, führt das Lager der Dissidenten an und droht mit Sympathieentzug für eine fortschreitende, wie er meint – sich ewig hinziehende – Griechenland-Rettung. Zumindest liegt nun die Drohung in der Luft, dass im September bei der Abstimmung im Bundestag über die Beschlüsse des EU-Sondergipfels vom 21. Juli ein Teil der Union der Kanzlerin die Gefolgschaft versagt. Und dann? Wird die Regierung zu Fall gebracht? Oder wirbt Angela Merkel um Stimmen bei SPD und Grünen?

Die Konstellation wirkt für die Kanzlerin bedrohlicher, als sie tatsächlich ist. Merkel kann die jüngsten Entscheidungen des Europäischen Rates nicht umschreiben, aber sehr wohl ihr hinhaltendes Veto gegen Eurobonds mit den Stimmungen in der eigenen Partei, nicht zuletzt der Stabilität ihres Kabinetts begründen. Folglich sei Vorsicht geboten. Was hätten die Partner innerhalb der Euro-Rettungsgesellschaft von einer wankenden deutschen Exekutive? Erodiert die Regierung Merkel, verlieren auch die deutschen Garantien für den Eurorettungsfonds an Zugkraft, wäre das gesamte Rettungskonstrukt einer enormen Belastung ausgesetzt. Wie sollte es in der aufgeheizten Markt- und Börsen-Stimmung dieser Tage anders sein? Mit weiteren Angriffen auf wegen ihrer hohen Verschuldung und schwindenden Liquidität angeschlagene Euroländer wie Italien und Spanien wäre zu rechnen. Sollen die dann auch ihrem Bankrott ins Auge sehen wie Griechenland?

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Genau das ist der springende Punkt. Bosbach und Genossen mögen den gesunden Menschenverstand in ihren Wahlkreisen bemühen, soviel sie wollen, und über eine geordnete Insolvenz reden, die es nicht nur bei Privatpersonen und Unternehmen geben müsse, sondern auch bei Staaten. Die Euro-Krise wird damit nicht beigelegt, sondern mit voller Wucht die anderen Schuldner treffen. Deren Gläubiger werden die Zinskeule herausholen und alles tun, damit auf eine Insolvenz Griechenlands keine vergleichbare Selbstaufgabe Portugals, Spaniens oder Italiens folgen kann. Es geht nicht um die Frage, ob sich Deutschland aus der Griechenland-Rettung verabschiedet oder in Maßen absentiert, sondern allein darum, welcher Kraftakt innerhalb der Eurozone kollektiv zu leisten ist, um unberechenbaren Kapitalströmen und durchaus berechenbaren Anleger-Interessen das Primat der Politik entgegenzusetzen. Nach Lage der Dinge kann das nur durch die Auflage von Eurobonds erreicht werden, weil dahinter das Wirtschafts- und Finanzpotenzial aller 17 Eurostaaten steht. Das wird Deutschland zweifellos finanziell belasten, aber zu guter Letzt mehr Sicherheit bringen als die Insolvenz einzelner Schuldenstaaten.
 

 
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Kommentare
Matto schrieb am 24.08.2011 um 13:46
Statt griechische Inseln nun Goldbarren als Pfand
Verantwortlich: Wolfgang Lieb www.nachdenkseiten.de
„Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen“ forderte die Bild-Zeitung als Gegenleistung für die Rettung vor dem griechischen Staatsbankrott. Sozialministerin von der Leyen ist da handfester, sie will für deutsche Gelder aus dem Rettungsfonds Gold als Sicherheit. Sie gibt damit einen Startschuss für einen Wettlauf der Kreditgeber, sich die Filetstücke Griechenlands unter den Nagel zu reißen. An allem was Griechenland bisher noch als Ausweis seiner Kreditwürdigkeit anbieten konnte, könnte bald der „Kuckuck“ kleben. Es wäre alles weggepfändet, die „Märkte“ reagierten noch panischer und die Griechen müssten gegenüber dem Rest der Gläubiger dann endgültig Konkurs anmelden. Und die „Gerichtsvollzieher“ der Gläubigerländer dürften danach gleich in die anderen Mittelmeerländer weiterziehen. Von Orlando Pascheit und Wolfgang Lieb

Was die „Wahren Finnen“ können, kann Sozialministerin von der Leyen schon längst: Sie wollen Sicherheiten für die staatlichen Griechenland-Hilfen. Anders als die Bild-Zeitung, die als Gegenleistung den Verkauf griechischer Inseln oder wenigstens der Akropolis forderte, will von der Leyen handfestes Gold als Sicherheit. Gelder aus dem Rettungsfonds sollten künftig nur noch gegen Sicherheiten wie Goldreserven und Industriebeteiligungen vergeben werden.

Die „Finanzexpertin“ aus dem Sozialministerium will also als Pfand für Deutschland, was für die übrigen europäischen Kreditgeber bisher noch als Ausweis für die Kreditwürdigkeit der Griechen gilt. Wenn nun alle europäischen Kreditgeber ihre „Gerichtsvollzieher“ nach Griechenland schicken, um dort alles zu pfänden was nicht niet- und nagelfest ist, dann „gute Nacht“ nicht nur für Griechenland sondern für ganz Europa.

Die Diskussion um die Rettungspläne zur Bekämpfung der Euro-Krise wird immer irrationaler.

Sollte nicht mit dem europäischen Rettungsfonds EFSF die Entschlossenheit der Länder der Europäischen Währungsunion zum Ausdruck gebracht werden, dass die Gemeinschaft der Länder alles tun werde, um den Euro als Gemeinschaftswährung zu stabilisieren? Wollte man nicht mit einem „Gipfel“ nach dem anderen Signale an die Finanz-„Märkte“ setzen, damit die Zinsen der ohnehin überschuldeten europäischen Südländer nicht weiter zur Decke schießen sollten? Wollte man mit dem Aufkauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank nicht den Zinsdruck bändigen?

Von einer solchen Entschlossenheit kann kaum noch die Rede sein. Die Regierungen geraten zunehmend unter Druck national, ja sogar chauvinistisch gesinnter Parlamentarier. Ob das Rettungspaket von den Parlamenten rechtzeitig Zustimmung erfährt, wird zunehmen unsicher.

Die Finnen sind aus der Solidargemeinschaft schon ausgeschert und haben sich unter der Hand mit den Griechen bilateral auf Garantien verständigt. Die absurde Lösung ist, dass Griechenland Geld aus dem EFSF erst ausborgen und dieses Geld dann an Finnland überweisen soll, damit die Finnen damit wieder griechische Staatsanleihen kaufen.

Prompt werden nun auch in anderen Staaten, in Österreich, in der Slowakei und in den Niederlanden aus dem politisch rechts stehenden Lager gleichfalls Forderungen nach Garantien laut.

Die Geier kreisen schon wieder. Die Ratingagentur Moody`s heizt die Gerüchteküche an, indem sie darüber spekuliert, dass bilaterale Garantien und die Verzögerungen bei der Verabschiedung des Rettungspakets sich negativ auf die Kreditwürdigkeit Griechenlands auswirken werden.

Da können Merkel und Sarkozy lang und breit über eine europäische Wirtschaftsregierung bzw. eine koordinierte Wirtschaftspolitik daher reden, beim Geld hört die Gemeinsamkeit auf.

Wir übersehen allerdings angesichts des innerdeutschen Streites, dass die Ablehnung der Hilfe für Griechenland in anderen Ländern noch weitaus stärker ausgeprägt ist. Die von Moody’s konstatierte Zerrissenheit des Euroraums ist in diesem Fall keine Erfindung der Ratingagentur.

Die Slowakei hat sich bereits im vorigen Jahr nicht an der Griechenlandhilfe beteiligt. Die Slowakei habe sich ohne fremde Hilfe selbst saniert, wovon vor allem die ärmeren Slowaken hart getroffen wurden. Warum sollten die armen Slowaken den reicheren Griechen helfen, war die vorherrschende Meinung. Die Slowenen befürchten, selbst zum nächsten Krisenstaat in der Euro-Zone zu werden. Und in den Niederlanden ist laut Umfragen eine Mehrheit gegen eine weitere Griechenlandhilfe und Geert Wilders treibt die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Mark Rutte in dieser Frage vor sich her.

Leider ist das Problem aber viel grundsätzlicher: Die heutige Währungsunion ist eine Sonntagsveranstaltung. Stress verträgt sie nicht, da dieser sich ganz unterschiedlich auf sehr unterschiedliche Volkswirtschaften überträgt. Für einen optimalen Währungsraum ist das Entwicklungsgefälle z.B. im Verhältnis zum Währungsraum USA viel zu groß. Und wir sind dabei immer mehr noch ärmere Länder an der Eurozone teilhaben zu lassen – Lettland z.B. plant dies für 2013. Dies ist möglich, ja sogar vorgeschrieben, wenn einige nominale Kriterien erfüllt sind, die mit der realen Wirtschaftskraft der Länder kaum etwas zu tun haben.

Da war man zu Beginn der Diskussion um die Währungsunion in den 90ern schon einmal weiter und war etwa gegenüber der südlichen Peripherie sehr viel skeptischer. Da wurde z.B. darüber diskutiert, dass ein einheitlicher Zinssatz gleichermaßen für hoch entwickelte Industriestaaten und weniger entwickelte Volkswirtschaften kontraproduktiv wäre. Länder mit einem größeren Aufholbedarf hätten einen größeren Investitionsbedarf, d.h. sie benötigten niedrige Zinsen und die Möglichkeit sich stärker zu verschulden. Dass dann Spanien, als die Realzinsen mit dem Eurobeitritt deutlich niedriger als vorher lagen, vor allem in überschüssige Immobilien investierte, steht auf einem anderen Blatt.

Dass wir heute aufgrund der ökonomischen und politischen Unsicherheiten an der jetzigen Währungsunion festhalten müssen, kann man mit guten Gründen vertreten, aber wir sollten die Finger von der osteuropäischen Peripherie lassen – auch zum (derzeitigen) Nutzen dieser Länder. Das wachsende Außenhandelsdefizit des neuesten Mitglieds, Estland, ist bereits vorprogrammiert. Der Export beruht größtenteils auf arbeits- und rohstoffintensive Waren – mit zunehmender Tendenz. Modernisierung einer Volkswirtschaft sieht anders aus. Verglichen mit der Entwicklung in den bisherigen 16 Euroländern weist Estland die höchste Lohnstückkostenentwicklung in der Eurozone auf. Die vielgerühmte Stabilitätskultur mit einem Haushaltsdefizit von 1,7 Prozent im vergangenen Jahr kommt nur deshalb zustande, weil über die europäischen Strukturfonds viel Geld in das Land fließt. Fielen diese Transfers aus, läge das Haushaltsdefizit bei sage und schreibe 9 Prozent. Im Juli 2011 betrug die Inflation 5,3 Prozent. – Es ist kein Wunder, dass in dieser Währungsunion keine einheitliche Krisenstrategie verfolgt wird, die wirtschaftlichen Ausgangslagen sind viel zu unterschiedlich.

Die Eurozone leidet an einer riesigen Diskrepanz bei der Wettbewerbsfähigkeit zwischen ihren Mitgliedsländern an den Rändern. Das ist der Kern der Verschuldung gerade auch der alteingesessenen Mittelmeerländer. Diese Verschuldung ist nur partiell durch unsolides Haushalten der jetzt überschuldeten Regierungen entstanden (Spanien hat z.B. sparsamer gewirtschaftet als Deutschland) sondern vor allem durch die Unterschiede in der Lohnentwicklung im Verhältnis zur nationalen Produktivität.

Durch das jahrzentelange Lohn- und Sozialdumping und durch den Unternehmensteuersenkungswahn ist es in Deutschland zu riesigen Leistungsbilanzüberschüssen und zu entsprechenden Defiziten innerhalb einer einheitlichen Währungszone gekommen. Der Anstieg der Lohnstückkosten lag weit unter denjenigen der Südeuropäer oder auch Frankreichs. Erschwerend hinzukommt, dass vor allem durch die dadurch erzwungene innerdeutsche Stagnation der Binnennachfrage die Inflationsraten hierzulande deutlich niedriger lagen als in allen anderen Euro-Ländern [PDF - 77.5 KB]. Dementsprechend zogen um uns herum die Preise stärker an und in der Folge wiederum meist die Löhne.

Wer den Euro oder genauer die Europäische Währungsunion retten will, müsste dieses Krebsgeschwür der Leistungsungleichgewichte für eine einheitliche Währung behandeln und nicht eindimensional Sparprogramme für alle verschreiben, die die ohnehin stagnierenden Volkswirtschaften nur noch mehr in eine Depression treiben. Nach Angaben griechischer Gewerkschaften schrumpft z.B. die griechische Wirtschaft um bis zu 5,3 Prozent und damit deutlich mehr als erwartet und schon kursieren Meldungen, wonach das griechische Staatsdefizit 2011 noch stärker ansteigen dürfte als gedacht.

Statt sich Gedanken über die Lösung der fundamentalen Probleme der Europäischen Währungsunion zu machen, denken offenbar immer mehr national und rechtspopulistisch gesinnte Politiker und – davon getrieben – immer mehr Länder nur noch an sich selbst. Die Solidargemeinschaft innerhalb der Europäischen Union wird aufgekündigt. Es beginnt ein Wettlauf der Gläubigerländer, sich die besten Filetstücke des Schuldnerstaates Griechenlands unter den Nagel zu reißen. An allem was Griechenland noch als Ausweis seiner Kreditwürdigkeit anbieten konnte, könnte bald der „Kuckuck“ kleben. Griechenland wäre ausgeplündert, man hätte diesem Land die noch vorhandenen Sicherheiten unter dem Hintern weggepfändet. Die „Märkte“ reagierten noch panischer und die Griechen müssten gegenüber dem Rest der Gläubiger dann endgültig Konkurs anmelden. Sie hätten nichts mehr an Bonität zu bieten.

Und von Griechenland würden die „Gerichtsvollzieher“ der Gläubigerstaaten gleich nach Portugal, Spanien, Belgien oder Italien weiter geschickt, um auch dort als Pfand zu sichern, was noch zu sichern ist.
goch schrieb am 24.08.2011 um 15:27
Matto , ein toller faktenreicher Beitrag. Einiges gelernt aus deinen Ausführungen.
Matto schrieb am 24.08.2011 um 18:02
@goch,

Ich möchte mich mit den Ausführungen nicht schmücken, sie sind nicht von mir.
So tiefgreifend kann ich nicht denken. Ich habe aber den Text verstanden.
Lutz Herden schrieb am 25.08.2011 um 16:26
Griechenland hätte es im Falle einer staatlichen Insolvenz auch mit einem dann dem totalen Niedergang preisgegebenen Bankensystem zu tun, denn auch die griechischen Banken gehören – und das nicht zuletzt – zu den entscheidenden Gläubigern des griechischen Staates.
gweberbv schrieb am 24.08.2011 um 14:43
Welche "Sicherheit" kann sich Deutschland von Eurobonds denn bitte erwarten? Für wieviele hundert Mrd fremder Schulden kann die BRD bürgen, bevor auch ihr das Vertrauen entzogen wird?

Und warum wird der BRD überhaupt eine derart hohe Bonität zugesprochen? Vor ein paar Jahren wurde die deutsche Wirtschaft noch als "der kranke Mann Europas" beschrieben. Ein weltweiter Konjunktoreinbruch mit den entsprechenden Folgen für die Exportwirtschaft und schon steht auch der deutsche Finanzminister mit dem Rücken zur Wand.

Nochmal: Wo - zum Teufel - ist die Sicherheit, die Eurobonds versprechen sollen?
j-ap schrieb am 24.08.2011 um 16:26
Die Sicherheit bei Staatsanleihen ist das Vertrauen in die jederzeitige Fachismusfähigkeit ihres Emittenten. Deshalb gibt es in Deutschland auch keine Bank Runs mehr — weil jeder weiß, was der größte deutsche Volkswirt aller Zeiten, Adolf Hitler, 1942 zu Hjalmar Schacht sagte: die Garantie der Deutschen Reichsmark ist das KZ.

(Ausnahme: Dollar. Der ist im selben Maße sicher, wie andere Währungen in ihn konvertibel sind, sprich: als sein Kredit herhalten; und das ist scheinbar paradoxerweise desto mehr der Fall, je mehr Dollars es gibt, weil Chinesen, Russen, Japaner und die Eurozone gar nicht anders können, als den Dollar weiter zu halten: sie haben schon soviel davon, daß sie ihn nicht mehr loswerden.)
Graureiher schrieb am 24.08.2011 um 22:41
"Vor ein paar Jahren wurde die deutsche Wirtschaft noch als der kranke Mann Europas beschrieben."
Da ging es ja auch noch darum, in Deutschland dem Neoliberalismus endgültig zum Durchbruch zu verhelfen und den Sozialstaat zu schleifen. Das ist inzwischen erfolgreich durchgezogen. Von daher konnte dieser Propagandagespenst wieder zurückgerufen werden.
Allerdings ist Deutschland nach der Ausgabe von hunderten Milliarden Euros für die Bankenrettung eigentlich ähnlich Pleite wie die anderen Notfälle in der Währungsunion. Es ist nur, ähnlich wie bei den Banken, "systemrelevanter" als andere Länder. Bei Frankreich könnte es da schon anders aussehen. Ich tippe mal, das die Abstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs die Dominosteine zum Kippen bringen wird.
goch schrieb am 24.08.2011 um 15:25
Die Sicherheit kommt daher, dass alle Staaten zusammen eine große Wirtschaftsmacht darstellen, deren durchschnittliche Bonität weit über der anderer Länder liegt, z.B. USA, Japan
gweberbv schrieb am 24.08.2011 um 16:33
@goch

Eine Wirtschaftsmacht ohne Zentralregierung wohlgemerkt. Diese "Macht" ist nur solange stark, wie alle Mitglieder an einem Strang ziehen. Wenn aber künftig Sparkommissare aus Brüssel dem irischen Parlament vorschreiben, um wieviel Prozent die Renten gekürzt werden müssen, und den Finnen befehlen, soundsoviele Mrd an Griechenland zu überweisen, dann ist die Einigkeit nach kurzer Zeit dahin. Und sobald die ersten Regierungen ein deftiges LMAA nach Brüssel funken, bricht das ganze Konstrukt zusammen.

Hat hier eigentlich niemand mitbekommen, dass Finnland sich faktisch schon von der Griechenlandrettung verabschiedet hat? Deutschland dagegen muss für seine Bürgschaften geradestehen.
Lutz Herden schrieb am 24.08.2011 um 16:45
Ja, aber weil sich bisher jeder für sich allein um die Sicherheit seiner Bürgschaften und Garantien innerhalb des Rettungsfonds kümmern muss.


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