Politik

Wulff-Interview | 05.01.2012 16:16 | Verena Schmitt-Roschmann

Nur noch zwei, drei kleine Fragen...

Also, Herr Bundespräsident, das mit dem Interview für zwei handverlesene Journalisten war schon mal sehr prima. Und dann die 450 Fragen, puhh. Trotzdem, da wäre noch was

Frage 451: Mein Mann und ich, wir sind Doppelverdiener und richtig, richtig kreditwürdig. Könnten Sie uns bitte die Nummer des Bankberaters bei der BW-Bank geben, damit wir unser Eigenheim auch mit so einem rollierenden Dingsbums zu 0,9 Prozent Zinsen finanzieren können? Unserer Bankberater hat uns das komischerweise gar nicht angeboten.

Frage 452: Nett wäre auch, Herr Bundespräsident, wenn Sie mir bitte die Nummern von Herrn Maschmeyer und Herrn Geerkens geben könnten. Ginge das? Ich suche neue Freunde, und das macht denen doch bestimmt nichts aus, dass ich nicht stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende oder Ministerpräsidentin mit einem Portfolio von Landesaufträgen bin. Wenn die beiden Herrn wirklich so nett sind, wie es immer heißt, dann sehe ich auch darüber hinweg, dass die so reich sind, denn Diskriminierung ist ja auch irgendwie blöd.

Frage 453: Ich finde das total nett, dass Sie Frau Geerkens geholfen haben, ihr Geld gewinnbringend anzulegen, als am Finanzmarkt Flaute war. Darf ich Ihnen auch mal 20.000 Euro zu vier Prozent leihen, wenn ich mal wieder flüssig bin?

Frage 454: Dass der Herr Geerkens Sie schon als Teenager so klasse fand, freut mich wirklich sehr. Der wäre bestimmt auch noch mit Ihnen befreundet, wenn Sie an Ihrer Tankstelle in Westkappeln an der Kasse stünden und 67 Mal täglich Gaulloise Blondes und Gummibärchen übern Tresen reichten. Ich finde, es wird Zeit, dass Sie einen so treuen Freund mal wieder völlig privat auf eine Dienstreise mitnehmen! (Das war jetzt keine Frage, aber macht nichts.)

Frage 455: Außerdem ist es beruhigend, dass Sie so nette Leute auf Norderney kennen, die Sie umsonst im Gästezimmer übernachten lassen. Und das, ohne dass Sie Ihre eigene Bettwäsche mitbringen mussten. Aber, Herr Wulff, dieser Herr Maschmeyer, ist das wirklich ein richtiger Kumpel, wenn der Ihnen – wie Sie selbst gesagt haben –  323 Euro pro Nacht für ein Ein (!)-Zimmer-Appartment auf Mallorca abknöpft?

Frage 456: Ich kenne da um zwei Ecken jemanden mit einer Ferienhütte an der mecklenburgischen Seenplatte. Darf ich Sie da als Feriengast vorschlagen? Ist total nett und abgeschieden, und das Wetter ist fast so gut wie in Florida. Ich würde Ihnen auch einen Sonderpreis aushandeln.

Meine Nummer ist die 030-2500870. Rückruf wäre toll. Notfalls hinterlassen Sie eine Nachricht auf der Mailbox.

 

 
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Artikelaktionen
Kommentare
Schneiderlein schrieb am 05.01.2012 um 16:41
Also, Frau Schmitt-Roschmann, wirklich!
Die -0 ist ja gar nicht Ihre Durchwahl. Und wenn man sie dann hat, gibt's auch keine Mailbox, ts, ts! Aber die Freitag-Zentrale ist wirklich nett, ich heiße auch nicht Wulff - und Ihrer Frage 451 schließe ich mich unbeding an.
Verena Schmitt-Roschmann schrieb am 05.01.2012 um 17:02
Liebes Schneiderlein,
das tut mir leid, ich werde weiter an hundertprozentiger Dauererreichbarkeit arbeiten!
Und Herr Bundespräsident: Bitte nicht aufgeben, nur weil ich mal eben kurz an der Kaffeemaschine bin!
Beste Grüße!
Verena Schmitt-Roschmann
anna T. schrieb am 05.01.2012 um 19:27
@ Frau Schmitt-Roschmann

Sie sind ab heute meine "Lieblings Fragenstellerin" .Tina Schausten kann ja bei den nächsten Fernsehsendungen,wo Sie die Fragen stellen, dass Wasser nachschenken ; )
antares56 schrieb am 06.01.2012 um 09:47
Ja was schaust denn, nur weil der Depp im Dorf ist?
paulart schrieb am 07.01.2012 um 16:28
Wer am Abend
mit dem Boulevard flirtet,
ist am nächsten Morgen
mit dem Teufel verlobt.
susi sorglos schrieb am 06.01.2012 um 15:47
Der nette herr wulff, ach ja. er meint, die meisten bürger hätten
verständnis für ihn. alle die kleinen gauner, die auch korrupt sind und ihm ein schlösschen spendieren, damit er sie repräsentiere?
ich fand das interview und überhaupt den ganzen wulff peinlich.
weiss er denn nicht, was eine demokratie ist? was allgemeinwohl
ist? was korrumpierbarkeit ist? dass seine freunde bestimmt nicht
seine freunde wären, wenn er an der tanke bier verkaufte, siehe
artikel? dass er den anschein erweckt, sein kleines biederes leben mit fremden federn, nämlich unseren steuergeldern und geschenken von reichen freunden schmücken zu wollen? vielleicht brauchen wir gar keinen bundespräsidenten, jedenfalls nicht so einen. sparen Sie, frau merkel!
paulart schrieb am 07.01.2012 um 16:22
@ Verena Schmitt-Roschmann
Da haben Sie ja etwas Schönes angerichtet... mit Ihrem erweiterten Fragenkatalog.
Frage 457: "Herr Bundespräsident, nehmen wir mal an, Sie wollten das Schloss Bellevue populärer machen, in dem Sie all Ihre privaten und Geschäfts-Freunde dorthin einladen würden und Sie müssten dafür ein Entgelt nehmen. Welchen Preis hielten Sie denn für angemessen? Berücksichtigen Sie dabei bitte, dass Ihre blaugelben 2%-(Ex-) Partner hierfür den Mehrwertsteuersatz schon drastisch abgesenkt haben."
Schnolfi schrieb am 07.01.2012 um 19:33
Frage 458: "Herr Bundespräsident können Sie sich noch dran erinnern, wer Sie auf dem Weg zum Emir, so kirre gemacht hat und Ihnen gesagt hat, Sie sollten mal so richtig auf den Tisch hauen ?"

Frage 459:"Herr Bundespräsident mich hätte auch noch interessiert, wie man am besten schnorren kann, wenn man noch nicht Ministerpräsident ist. Das würde mir in meiner jetzigen Lage sehr helfen.
flosyforever schrieb am 08.01.2012 um 07:29
Frage 500:
Ist in Guttis Villa in Connecticut nicht noch ein Gästebett frei?
Wolf Dieter Herrmann schrieb am 10.01.2012 um 16:22
Schön, wie lustig "der Freitag" ist....


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