Klimadebatten sind in erster Linie eine Frage des Timings. Das weiß auch ein erfahrener Medienprofi wie Fritz Vahrenholt, und er hätte es mit dem Veröffentlichungstermin seines Buchs Die kalte Sonne kaum besser treffen können als jetzt: Die 444 Seiten lange Verleugnung des Klimawandels schlittert mitten in die härteste Frostphase, die das Land seit Jahren erlebt hat. Erderwärmung? Wo denn? Und gerade dieser Witterung wegen wird nun allenthalben über ein Pamphlet gesprochen, das Tausende Forscher aus der ganzen Welt zu Betrügern stempelt und die Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zu Hetzschriften im Dienste eines bloß vorgetäuschten anthropogenen Klimawandels erklärt. In Wahrheit, lassen uns der für RWE tätige Ex-Umweltsenator Hamburgs und sein Ko-Autor – ein Geologe der RWE-Öl-Tochter Dea – wissen, sind an den beobachteten Veränderungen des Klimas aber fast nur die Sonne und die Ozeane schuld. Die Aktivität unseres Zentralgestirns ist demnach in den vergangenen Jahrzehnten besonders hoch gewesen, aber weil bald Ruhe einkehrt auf der Sonne, erlahmt zwangsläufig auch der Treibhauseffekt auf der Erde. So einfach ist das.
Erinnerungen an Sarrazin
Zum wissenschaftlichen Gehalt dieser platten Erklärung ist rasch alles gesagt: Der Beitrag der Sonnenaktivität auf die zu erwartende Erderwärmung wird von Forschern, die das Phänomen seit Jahren untersuchen, auf bis zu 0,1 Grad Celsius geschätzt. Ingesamt wird die globale Durchschnittstemperatur aber um bis zu drei Grad steigen, wenn die politischen Verhandlungen weiter stagnieren und das Interesse der Öffentlichkeit mit der frostbedingten Fahruntüchtigkeit ihrer motorisierten CO2-Schleudern endet – dabei sind Wetterextreme de facto eine Folge des Treibhauseffekts. Ob Bücher wie Die kalte Sonne dieses Phlegma noch befördern? Kommt darauf an: Man erinnere sich an einen anderen Ex-Senator und seine Brandschrift – gegen Integration. Auch die bediente Vorurteile mit Halbwissen. Die entfachte Debatte aber brachte das Thema wenigstens wieder auf die Agenda, und genau das sollte man sich jetzt für das Thema Klimawandel wünschen. Der bitteren Kälte zum Trotz.
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Liebe Frau Zinkant, so einfach sollte man es sich mit den Kritikern der Theorie des menschengemachten Klimawandels nicht machen. Allein Ihre Wortwahl irritiert mich. Bei „Verleugnung“ denke ich immer einen Glaubenskrieg. Oder an jemanden, der aus reiner Verbohrtheit eine offenkundig richtige Sache nicht wahrhaben will. Davon kann beim Klimawandel absolut keine Rede sein. Richtig ist, dass die Wissenschaftler um den Weltklimarat herum mit völlig undurchschaubaren Computersimulationen zu immer neuen Katastrophenmeldungen kommen. Wobei mal von einem Steigen des Meeresspiegels um 40-60 cm die Rede ist, mal vom Steigen um mehrere Meter. Sie wissen es offensichtlich selbst nicht mal annähernd. Ich kenne das Buch von Fritz Vahrenholt noch nicht, aber es gibt zahlreiche Veröffentlichungen, die sich sachlich und argumentativ mit dem Weltklimarat und seinen Auffassungen beschäftigen. Wenn man beide Seiten zur Kenntnis nimmt, merkt man bald, dass alles unklar ist: weder weiß man sicher, ob die Temperatur überhaupt steigt und mit ihr der Meerespiegel - seit 10 Jahren ist offenbar kein Anstieg mehr messbar. Noch, ob das CO2 für den Anstieg verantwortlich ist – und nicht vielmehr der Temperaturanstieg für die CO2 Zunahme. Ebenso wenig weiß man, ob ein globaler Temperaturanstieg eher positiv oder eher negativ wäre. Auch Ihre Aussage, dass Extremwetterlagen zunehmen ist mehr als umstritten, erst recht, ob diese Zunahme eine Folge des Treibhauseffekts ist.
Ein ist aber klar: Klima ist big business und es wird nicht in Milliarden, sondern in Billionen kalkuliert. Auch die Wissenschaft will einen Teil vom Kuchen abgekommen und die 5000-6000 NGO Vertreter, die regelmäßig im Winter zu Weltklimagipfeln an einem exotisch warmen Ort jetten, werden kaum zurückkehren und sagen, es sei alles nicht so schlimm. Diese Interessenkonstellationen sollte man berücksichtigen und den grünen Kapitalismus nicht von der Kritik ausnehmen. Sie sprechen von der "Leugner-Industrie", die "Trickse, täusche und schmiere". Meinen Sie, das gilt für die herrschende Klimaforschung und die ihr verbundene Industrie nicht auch? Ich glaube, man sollte das Klimathema etwas sachlicher angehen. In den entwickelten Ländern wie Europa und Nordamerika kann man einem Temperatur und Meeresspiegelanstieg – so er denn kommt – problemlos durch Klimaanlagen und Deichbau begegnen. In den armen Ländern werde einige Vorteile haben (Sahelzone) und andere möglicherweise Probleme (Bangla Desh). Denen mit Problemen muss dann, wenn es soweit ist, geholfen werden. Schönen Gruß, Schildkröte |
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Kann ich so ohne jede Einschränkung unterschreiben! Alleine die Unterteilung der Lager in Klimaforscher, Klimahysteriker, Klimaleugner, Klimaskeptiker zeigt, dass es hier nicht mehr um neutrale Wissenschaft geht, sondern wie so oft nur noch um private Interessen und wie diese am besten gefördert werden können. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Das Klima ändert sich. Hat es schon immer getan. Und es gibt kein "optimales" Weltklima, welches es zu bewahren gelte... Darüberhinaus kann man mit dem Thema wunderbar von dringenderen Problemen ablenken.
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Schildkröte und Dennis82,
Vielleicht erinnern Sie beide sich noch. Als vor 1 1/2 Jahren die Sonne ihren neuen 11jährigen Aktivitätszyklus nicht recht starten wollte, da krochen die skeptischen Wissenschaftler aus allen Ritzen und erklärten Maunder II, die Zwischen-Eiseskälte für gekommen, weil nun die Sonnenaktivität erlahme. Wie es darum steht, beweist ja die inverse Hysterie um die Strahlenstürme, die medial jedes Jahr auf die Erde zukommen. Nun, Schildkröte, Wissenschaft beweist sich in der Durchgängigkeit der Prognosen und Thesen auf allen Ebenen, von der Mikrostruktur der Korallen, bis zur Messung der Albedo, der Stürme und der Strahlung. Da ist einfach der IPCC im großen Vorteil, von der Beobachtungsebene, z.B. Meeresversauerung die über einen Konzentrationsausgleich pCO-2 atm - pCO-2w - c Kohlensäure zustande kommt, den Rückgang der Gletscher, der Abnahme der Eisschilde, der Änderung der Klimazonen und Erhöhung der Starkwetter, bis zur satellitengestützten Messung von Ein- und Ausstrahlung der Erde und der Treibhausgase, alle Gebiete konsistent zusammen bringen zu können. Das Geldargument nutzt sich doch arg ab, wenn man einmal bedenkt, was allein die industrienahen Leugner des anthropogenen Klimawandels in den dort weiter auf fossile Energien setzenden Praxiswissenschaften, von der Lagerstättenerkundung, bis zur hochriskanten Nutzung der nun freischmelzenden Meeresanteile, an Geld verbraten dürfen. Die Drittmittel an Universitäten weltweit, für die weiter betriebenen Treibhausgas-Verschmutzungswissenschaften dürften etwa 20-30mal höher liegen, als die Etats sämtlicher IPCC-Forscher zusammen genommen. Das auch immer wieder vorgebrachte Fälschungsargument ist weitgehnd entkräftet, weil klar ist, die umstrittenen Bemerkungen betrafen bisher keine einzige wissenschaftliche Kernthese des IPCC, sondern immer nur politische Bewertungen. - Das ist ein wenig Streit um Worte und aufgebauschte Fantasie entlang geknackter Mailfächer, aber nichts wissenschaftlich Substanzielles. Was die Auswirkungen der Änderungen der Strahlungsleistung der Sonne angeht, so glaubt wirklich nur noch ein sehr außenseiterischer Rest der Wissenschaftler und ein größerer Teil an Hobbyisten, dies sei eine entscheidende Größe. Deren Argumente wirken doch recht stur und eben auch völlig unbeeinflussbar von den schnellen und real beobachtbaren Veränderungen des Klimas, für die es keine natürliche, sondern nur eine anthropogene Ursache geben kann. Grüße Christoph Leusch |
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liebe schildkröte,
Sie sprechen von der "Leugner-Industrie", die "Trickse, täusche und schmiere". wo schreibe ich das? man kann es sich mit wissenschaft nie einfach machen, denn sie ist nicht einfach. gerade klimaforschung ist von größter komplexität, man macht da nicht ein experiment oder eine studie, um eine hypothese zu beweisen. das macht es auch schwierig in der vermittlung. sie nennen "undurchschaubare computersimulationen", und sie haben recht: die sind für jemanden, der nicht direkt damit befasst ist, undurchschaubar. ich würde auch nie behaupten, dass alles, was dabei herauskommt, stimmt. aber: in der summe weisen die erkenntnisse auf das hin, was hier viele schon beschrieben haben. wenn man ihre kritik des "einfachmachens" jetzt mal auf vahrenholt anwendete, passte das deshalb m.e. auch deutlich besser. ich meine: wie einfach macht es sich jemand, der zahllose komplexe einflüsse und wechselwirkungen einfach mal vom tisch fegt, um zu erklären, dass an allem die sonne schuld ist. ich empfehle außerdem die lektüre eines berichts von toralf staud, der die buchpräsentation besucht hat. es kam da zu einem interessanten gespräch mit dem koautor lüning: Schließlich fragt man, warum er aus der Fülle der wissenschaftlichen Literatur zum Thema Sonne ganz selektiv das herausgepickt hat, was seine zweifelhafte These bestätigt. "Der IPCC macht das doch auch", sagt Lüning. Nein, entgegnet man, der IPCC stellt in seinen Berichten den Stand der Forschung breit dar und gewichtet und bewertet ihn. Und erwähnt dabei auch Minderheitenpositionen, etwa die Forschungen von Hendrik Svensmark, auf die sich die Kalte Sonne maßgeblich stützt. "Aber dann wäre das Buch zu dick geworden", sagt Lüning einen schönen abend! ihre frau zinkant |
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schrieb am
09.02.2012 um 13:26
Selten einen so blödsinnigen Kommentar gelesen - der vor Ignoranz geradezu trieft!
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@antares56
das kann ich nur zurückgeben. schade, ich freue mich immer sehr, dass die fc-community sich nicht auf so ein niveau herab begibt, wobei ich auch in diesem thread nur sagen kann: ihre ausnahme bestätigt die regel. aber vielleicht möchten sie ihren differenzierten beitrag noch genauer erläutern? |
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@antares
lese jetzt ihren kommentar ganz unten. bin verwirrt. auf wen bezieht sich der vorwurf der ignoranz? ich kann hier niemanden erkennen, der sich nicht wenigstens mühe gegeben hätte, seinen standpunkt zu erläutern. das würde ich auch schildkröte zugestehen, selbst wenn ich ihre auffassung nicht teile. es wäre m.e. also wirklich besser, wenn sie ihren kommentar noch ein bisschen erläutern, sonst kommt es nämlich zu missverständnissen wie meinem jetzt. desolée! |
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schrieb am
10.02.2012 um 10:33
Gemeint war Schildkröte!
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@antares56
das habe ich - leider zu spät - bemerkt. sie müssen auch zugeben, dass es nicht ersichtlich war, ihr kommentar folgte ja direkt meinem. ich würde zudem immer noch sagen, dass der vorwurf der ignoranz etwas hoch gegriffen ist, was schildkröte betrifft. aber nochmals: desolée! |
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Danke, Frau Zinkant, für den Kommentar.
Wer wissenschaftlich arbeitet, weiß, dass es Jahre über Jahre braucht, um ein komplexes Thema so zu durchdringen, dass man sich ein eigenes Urteil erlauben kann. Aus diesem Grund muss man selbst als Wissenschaftler Vertrauen zu Experten haben, sobald man sein eigenes Fachgebiet verlässt. Daher die gezielte Strategie des Zerstörens von Vertrauen, wie man sie bei den organisierten „Klimaskeptikern“ vor allem in den U.S.A. auf das Schönste beobachten kann. Als jemand, der selbst seit vielen Jahren auf einem emotions- und politikbefrachteten Gebiet arbeitet, hatte ich oft Gelegenheit zu beobachten, wie „Wissenschaftskritiker“ dieser Art vorgehen. Das war extrem hilfreich, denn es zeigte mir, dass 1. so gut wie immer ernsthafte Kompetenzprobleme bestehen, 2. die thematisierten Probleme den Wissenschaftlern in der Regel klarer sind als den „Kritikern“ selbst und 3. es vernünftig ist, dem Konsensus der Forscher zu vertrauen, wenn dieser durch gute Argumente unterfüttert ist. Statt eine umfassende und kompetente Übersicht über das verfügbare Material anzustreben und dieses unter mechanistischen, methodologischen und statistischen Gesichtspunkten abzuwägen, greifen sich die „Kritiker“ typischerweise einzelne Aspekte heraus, verzerren, übertreiben und verabsolutieren diese. Wenn verschiedene Szenarien mit verschiedenen Inputs durchgespielt werden, dann deuten die verschiedenen Ausgänge eben darauf, dass man „nichts genau weiß“ usw., da fehlt es am Einfachsten wie der Unterscheidung zwischen struktureller Modellvariabilität, intrinsischer und extern bedingter Variabilität. Es ist schon grotesk, wenn zwei faktische Hobbyforscher, die m.W. nicht einmal auf ihrem eigenen Fachgebiet in den letzten Jahrzehnten durch nennenswerte Publikationen hervorgetreten sind, geschweige denn auf dem Felde der Klimaforschung irgendetwas vorzuweisen haben, jetzt coram publico den Kampf „David gegen Goliath“ aufführen. Berechnet auf eine Öffentlichkeit, von der man hofft, dass sie bereitwillig aufnimmt, was sie im ihrem vorgeblichen wirtschaftlichen Interesse gerne hören möchte. Logik spielt da keine Rolle. Es ist so, wie wenn man behauptete, Lungenkrebs habe es immer schon gegeben, daher könne er heute nicht weitaus überwiegend auf das Rauchen zurückgehen. Halt auf die Luft, die Gene und so. Dahin gehört auch die kuriose Beobachtung, die ich mehrfach machen konnte, dass die gleichen Personen, die Klimaforschern eine Verschwörung zum Zwecke der Ergatterung von Forschungsgeldern usw. unterstellen, wenig später Sätze der Art äußern „Ich lasse mir doch Auto/Urlaub usw. nicht vermiesen, die Wirtschaft darf nicht leiden usw.“ und damit ihre eigene Interessengesteuertheit kundgeben. Zum Einfluss der Sonne gibt es im Übrigen hervorragende zusammenfassende Analysen, so die von Lockwood in den Proceedings of the Royal Society 2010, in denen auch die Unsicherheiten und offenen Fragen thematisiert sind. Mich erinnert das ungemein an die „Evolutionsskeptiker“ des „Intelligent Design“. Dieselbe Strategie, dasselbe Operieren mit Partial- und Pseudokenntnissen, derselbe selektive, freie Umgang mit Daten, dasselbe Reiterieren auch längst überholter Argumente. Und ebenfalls keine innerwissenschaftliche Agenda, sondern eine externe Vorgabe. Wenn es dort lautet „Gott war’s“, dann hier „Die Sonne ist’s“. Ungeachtet eines faktischen breiten wissenschaftlichen Konsensus versucht man das Bild zu vermitteln, die Sache sei im Grundsatz und nicht nur im Detail umstritten. Analog auch die Rede, Daten und Forscher würden unterdrückt und es gebe viele, die anderer Meinung als der „Mainstream“ seien. Fragt man dann nach Namen, dann heißt es, sie wagten ihre Meinung nicht zu äußern, oder es kommen diejenigen von Internet- und Traktätchen-„Experten“. Natürlich wird deren „Forschung“ unterdrückt, weil der „Mainstream“ Angst hat, dass ihm „die Felle davonschwimmen“ usw. Jedenfalls ist politisch interessant, wie nicht nur beispielsweise Evangelikale bzw. Kreationisten aus den U.S.A. inzwischen hier „ankommen“, sondern auch die dort erfolgreichen, gut finanzierten Klimakampagnen. Kaum wird es ökonomisch eng, kaum tritt die Konkurrenz im eigenen Land und zu anderen Ländern verschärft zutage – und schon geht das animal rationale daran, „wissenschaftlich“ aufzurüsten im großen Kampf. Aufrüsten heißt sich Freiheiten des Handelns schaffen, sei es dadurch, dass man wahrscheinliche physikalische Konsequenzen seines Handelns einfach wegerklärt oder bagatellisiert, sei es dadurch, dass man andere als biologisch minderwertig und für den Volkskörper disponibel erklärt. In dieser Analogie stimme ich Ihnen zu. Mit freundlichen Grüßen |
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Wie die zur Zeit herrschende Kälte in Europa zu erklären ist kann man hier nachlesen: www.scilogs.de/wblogs/blog/klimalounge/mechanismen/2012-02-03/sibirische-kaelte-vahrenholt ... und die ständig wiederholten bereits widerlegten Thesen Varenholt's ebenso ....
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Das Angst instrumentalisiert wird ist ein alter Hut. Wer hat warum wieviel Macht? Das Spielchen gibt es nicht erst seit dem Klimawandel, der de facto existiert. Die Geschwindligkeit mit der das Grönlandeis schmilzt hat alle Berechnungen übertroffen, die Arktis im Sommer beinahe eisfrei. Der Permafrost in Sibirien ist auch nicht mehr ganz so permanent ;-) Die Shift der Tier- und Pflanzenwelt ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Es sind auch nicht "5000-6000 NGO Vertreter" welche Paper schreiben sondern Forscher bspw. des PIKZs oder des Alfred-Wegner-Instituts.
Man muss die Interessengruppen unterschiedlich gewichten, dementsprechend sind staatliche Forschungsarbeiten deutlich unabhängiger als Studien privater Firmen, Thinktanks oder Umweltorganisationen, auch wenn staatliche Forscher evtl. einen Eigennutzen verfolgen. Dieser Unterschied ist enorm: Forschung ungleich Studie, Studien können veröffentlichte Teilerkenntnisse sein. Was mir sorgen macht ist der Vormarsch der selbsternannten "Klimaskeptiker". Allein dieser Terminus soll Seriösität und wissenschaftlichen Perspektivenwechsel suggerieren. In den USA ist diese Bewegung mittlerweile so mächtig, dass es Umweltpolitik de facto nicht gibt, obwohl dies eines der Wahlversprechen Obamas war. Diese Bewegung ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Denkfabriken nutzen gezielt wissenschaftliche Unsicherheit um jahrzentelange Forschungsergebnisse zu delegitmieren (was Frau Zinkant vermutlich auch meinte). Es geht hier nicht darum, um gleich dass nächste große Themenfass aufzumachen, die Kritik am grünen Kapitalismus auszusparen. Die herrschenden Machteliten haben Angst um ihre Pfründe, denn die Herausforderungen welche die Umweltveränderungen mit sich bringen, bedürfen einer Restrukturierung der Gesellschaftsverhältnisse und das haben Rechts-Konservative erkannt. Auf der Welt gibt es bis jetzt fast nur Geld basierte Wirtschaftssysteme, daher können auch Probleme nur Geld basiert gelöst werden. Umbau der Agrarindustrie hin zu weniger Müll, CO2 und Giftstoffproduzierenden Lokalversorgung verlangen eine Infrastruktur, welche, ebenso wie die Energiewende, Investitionen verlangen. Liebe Schildkröte ihre Einwände sind berechtigt, aber wenn man bei RWE nachfragt wieviel Schuld die Kohleindustrie am Klimawandel trägt, könnten sie bei Krauss-Maffei auch nachfragen ob deren Panzer Menschen getötet haben. Man muss nicht jeden Schund lesen nur um mitreden zu können. Ich habe mir von Thilo, mal sein Machwerk angeschaut. Die Vorannahmen, also die Prämissen, die er auf den ersten Seiten trifft und worauf sein Text und die "erklärten" Zusammenhänge aufbaut, sind hanebüchend, vermutlich trifft das auf Wahrenholding auch zu... |
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@Schildkröte: Wenn man Ihre Argumentation um 180° dreht, wird ein Schuh draus.
@Denis82: Es stimmt, dass sich das Klima schon immer geändert hat. Aber noch niemals in diesem Ausmaß und vor allem in dieser Geschwindigkeit. Kurzfristige Anpassung ist das große Problem. Sehen Sie sich die Menschenpopulation in Küstengebieten an. Mehr kann man dazu fast nicht mehr sagen. Die Wahrheit liegt leider nicht in der Mitte, wie Sie sagen. Das große Interesse von jenen, die ihr Einkommen und ihren Reichtum auf eine fossile Wirtschaft begründen, ist viel durchsetzungsfähiger, weil aller gegenwärtiger Wohlstand (in der westlichen Welt) genau darauf gründet und strukturell alle Systeme durchdringt. Sicherlich versprechen sich auch die Förderer und Macher einer Green Economy eine Rendite - die ist auch in Ordnung, Strukturwandel ist ja nichts Schlechtes, wenn es damit einer großen Anzahl von Menschen besser geht. Man muss einfach sehen, wie schwer es die Klimawissenschaft überhaupt hatte, mit ihren Ergebnissen zu einer großen Masse an Menschen durchzudringen, wie langsam das gegangen ist. und v.a. wie systematisch die gesicherten Grundlangen v.a. in den U.S.A. von bestimmten Interessengruppen (allen voran die Koch Brothers) in Zweifel gezogen werden. Sie müssen unterscheiden zwischen den Grundlagen des Klimawandels und den Folgen. Dazu gibt es im IPCC unterschiedliche Arbeitsgruppen. Während die Grundlagen sehr klar sind, gibt es noch sehr große Unsicherheiten über die lokalen Folgen (wobei globale Phänomene wie steigende Meeresspiegel und Zunahme der Extremwetterverhältnisse und steigende Temperaturen schon klar sind). Jeder, der glaubt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse die Grundlage für unser Handeln sein sollten, ist gut beraten, den Tausenden von Wissenschaftlern die am IPCC Bericht beteiligt sind, Glauben zu schenken. Es ist richtig, dass man Fachmann_frau sein muss, um das alles verstehen zu können und man sich als jemand, der beruflich anders beheimatet ist, hier z.T. auch auf "glauben" angewiesen ist. Ich würde von mir nie behaupten, die ganze Materie vollständig zu durchdringen. Aber die grundlegenden Zusammehänge sind sehr einfach darstellbar und auf diese kommt es im Wesentlichen an: Mehr CO2 in der Atmosphäre bedeutet steigende Temperaturen, wärmere Meere, schmilzende Eisberge, auftauende Tundra etc. pp. und je wärmer es wird, desto mehr kippt das ganze System. Warum ist es so schwer zu verstehen, oder so schwer nachzuvollziehen, wie gefährlich das für die globale Gesellschaft ist? |
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Lieber Technixer, Sie haben möglicherweise Recht, wenn man bei RWE nachfragt, wie klimabelastend Kohlekraftwerke sind, bekommt man eine interessenkonforme Antwort. Was nicht automatisch heißen muss, dass sie falsch ist. Wenn man allerdings Vertreter des „ökopolitischen Komplexes“ befragt, erhält man eine gegenteilige, aber nicht minder interessenkonforme Antwort. Das war es eigentlich, worauf ich hinweisen wollte. Weil die Ökologiebewegung in den siebziger und achtziger Jahren etwas Fortschrittliches war, haftet ihr immer noch das Image des Oppositionellen an und die Linke fühlt sich verpflichtet, sie zu unterstützen. Dabei hat sich diese Bewegung, wie alle Bewegungen, mit dem Alter längst völlig verändert.
Man kann sich die Sache natürlich einfach machen und auf so genannte gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse verweisen. Und Kritiker, die nicht selber zu einem Thema veröffentlicht haben, als „Hobbyforscher“ abtun. Ich dachte, dieses Denken sei mit der 68ger Studentenrevolte eigentlich vorbei. Jeder hat das Recht, wissenschaftliche Forschung zu hinterfragen. Nun ist das natürlich nicht einfach, wenn die Forschung auf undurchschaubaren Computermodellen beruht, die bestenfalls von einer Handvoll Personen nachvollzogen werden, wenn überhaupt. Der richtige Weg ist dann meines Erachtens, die Ergebnisse dieser Forschung mit der empirisch vorfindbaren Realität abzugleichen und auf Plausibilität zu überprüfen. Und es scheint mir nicht plausibel, dass der Temperaturanstieg, so es ihn überhaupt gibt, auf die Industrieproduktion zurückzuführen ist, wenn in vorindustriellen Zeiten die Erde schon mal wärmer war. Der Weltklimarat hat ja früher mit einer an einen liegenden Hockeyschläger erinnernden Grafik gearbeitet, die einen extremen Temperaturanstieg im 20sten Jahrhundert vorgaukelte. Inzwischen macht man das nicht mehr, weil bekannt wurde, dass auch im Mittelalter die Alpen schon mal eisfrei waren und „Grünland“ so warm, dass sich dänische Siedler dort niedergelassen haben. Lieber Jules, ich freue mich in gewisser Weise, dass Sie mich auffordern dem Klimarat zu „Glauben zu schenken“ bzw. zu „glauben“. Es bestätigt mich in meinem Verdacht, dass es sich bei der Theorie der Klimakatastrophe um eine Art „verkappte Religion“ handelt. Religionen arbeiten ja gerne damit, die Menschen zunächst in Angst und Schrecken zu versetzen, um dann die Rezepte anzubieten, den Untergang abzuwenden. Wobei das Rezept meist darin besteht, ein bescheidenes Leben zu führen. So auch hier. Was nun die Menschenpopulationen in Küstengebieten angeht: ich war noch nie in einem Land, wo der Anstieg des Meeresspiegels um 50-100cm zu unlösbaren Problemen geführt hätte. Aber ich gebe zu, dass es Länder gibt, die so arm sind, dass sie das nicht schultern könnten. Wenn es dort wirklich zu Problemen kommt (bisher ist das nicht der Fall) müssen die reichen Ländern helfen. Allerdings nicht mit Windrädern, sondern mit Deichen und Hilfe bei Umsiedlungen. Was mich stört ist Ihr apokalyptisches Ende: wenn das Meer wärmer wird und die Tundra auftaut, „kippt das ganze System“. Ich habe mal im Saharasand Muscheln gefunden und dort Felsmalereien mit Giraffen und Rindern besichtigt. Kurz: es hat schon ganz andere Klimaveränderungen gegeben und die Menschheit hat sie bewältigt, obwohl sie wesentlich schlechter vorbereitet war. Schönen Gruß, Ihre Schildkröte (der es nicht warm genug sein kann) |
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schrieb am
09.02.2012 um 06:10
Für die Änderung von der Müllgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft, die möglichst wenig in Atmosphäre, Gewässer, Böden eingreift, spricht Vieles, auch dass die Vermüllung der Atmosphäre das Erdklima beeinflusst und wir mit dessen rascher Veränderung nicht klar kommen. Aber nicht ausschliesslich das: Wenn erst mal das ganze Erdöl als Kohlendioxid in der Atmosphäre ist, dann werden sehr viele Dinge, die die Chemie aus Öl herstellt, verdammt teuer werden.
--- >>Weil die Ökologiebewegung in den siebziger und achtziger Jahren etwas Fortschrittliches war, haftet ihr immer noch das Image des Oppositionellen an…<< Klimawissenschaft war in den 70er Jahren kein „linkes“, sondern ein exotisches Thema. Ich kann mich noch an eine Anti-AKW-Demo erinnern mit der Parole: „Wasser, Wind und Kohle Reicht zu unserm Wohle“ Mein Hinweis, dass es eventuell ebenfalls grosse Nachteile bringt, massiv fossilen Kohlenst0ff in die Atmosphäre zu blasen, stiess auf Unverständnis. (So wie eine Diskussion über verbesserte technische Normen zur Einsparung von Elektroenergie nur mühsam am Laufen zu halten ist: Auch das ist nicht „links“, wie ich vor einem Jahr im Verlaufe der Fukushimawochen feststellen konnte) --- >>Es stimmt, dass sich das Klima schon immer geändert hat. Aber noch niemals in diesem Ausmaß und vor allem in dieser Geschwindigkeit.<< Wetter nennen wir das kurzzeitige Geschehen in der Atmosphäre. Klima nennen wir den langzeitigen Wetterdurchschnitt einer Region. Auch das ändert sich, aber eben langsam. Hier zeigt eines der Handikaps der Diskussion: Dass es immer wieder Warm- und Kaltzeiten gab, stimmt. Immer wieder sagt jemand, dass es so ist, und die Antwort ist immer wieder: „Ja klar, aber die derzeitige Klimaänderung verläuft außergewöhnlich schnell“. Aber in einem halben Jahr hat wieder jemand, gelesen, dass es immer wieder Warm- und Kaltzeiten gab. Und dann wird wieder darauf hingewiesen, dass die Geschwindigkeit einer Änderung problematischer ist als die Änderung selbst, weil wir Zeit bräuchten, uns auf neue Klimaverhältnisse einzustellen. --- >>…wenn die Forschung auf undurchschaubaren Computermodellen beruht,…<< Computersimulationen beruhen auf schon bekannten Daten, also Forschungsergebnissen. Es wird von einer bekannten Ausgangssituation aus eine Entwicklung mit unterschiedlichen, für möglich gehaltenen Randbedingungen ermittelt, wie die weitere Entwicklung verlaufen könnte. dass solche Rechenmodelle von Menschen erstellt wurden, die etwas übersehen haben können oder einfach noch nicht wissen. Es ist noch nicht lange her, dass die Klimaforschung sagte, die Rechenmodelle seien noch zu grob gestrickt, weil der Einfluss der Wolken noch zu wenig verstanden wurde. Man hat eben weiter geforscht und hat heute ein paar Erkenntnisse mehr. >>…„Grünland“ so warm, dass sich dänische Siedler dort niedergelassen haben.<< Nun ist es auch nicht besonders objektiv, den Binnengletscher Grönlands gegen die Küstenzone der südlichen Hälfte auszuspielen. Die trägt den Namen den Namen Grönland zu recht. Für die Wikinger waren auf der Suche nach Weideflächen für ihre Schafe: Aus Schafwolle wurde nicht nur Kleidung hergestellt, sondern auch Schiffstaue, Fischernetze u. A.. Als sie an der Südspitze der Insel landeten, fanden sie die üppigen Almwiesen vor, die man heute dort auch findet und nannten das Land eben „Grönland“. --- >>Es stimmt, dass sich das Klima schon immer geändert hat. Aber noch niemals in diesem Ausmaß und vor allem in dieser Geschwindigkeit.<< Wetter nennen wir das kurzzeitige Geschehen in der Atmosphäre. Klima nennen wir den langzeitigen Wetterdurchschnitt einer Region. Auch das ändert sich, aber eben langsam. Hier zeigt eines der Handikaps der Diskussion: Dass es immer wieder Warm- und Kaltzeiten gab, stimmt. Immer wieder sagt jemand, dass es so ist, und die Antwort ist immer wieder: „Ja klar, aber die derzeitige Klimaänderung verläuft aussergewöhnlich schnell“. Aber in einem halben Jahr hat wieder jemand, gelesen, dass es immer wieder Warm- und Kaltzeiten gab. Und dann wird wieder darauf hingewiesen, dass die Geschwindigkeit einer Änderung problematischer ist als die Änderung selbst, weil wir Zeit bräuchten, uns auf neue Klimaverhältnisse einzustellen. Das läuft schon seit Jahren so. Was wir „Zivilisation“ nennen, ist auf der Grundlage einer halbwegs stabilen Landwirtschaft gewachsen. Wie viel Ernteausfälle wegen Trockenheit, wegen Absaufen der Felder in aussergewöhnlichen Regenfällen oder sonstigen Ereignissen könnte unsere „Zivilisation vertragen? W er darüber nachdenkt, mahnt zur Vorsicht im Umgang mit unserer Atmosphäre, und ich meine: Zu Recht. --- >>Ich habe mal im Saharasand Muscheln gefunden und dort Felsmalereien mit Giraffen und Rindern besichtigt. Kurz: es hat schon ganz andere Klimaveränderungen gegeben und die Menschheit hat sie bewältigt, obwohl sie wesentlich schlechter vorbereitet war.<< Sie sind nicht dort geblieben, ausser in einigen Oasen. Es gab damals viel weniger Menschen als heute, und deswegen waren Wanderungen weniger problematisch als auf einer Erde, mit einer Schicht von 7 000 000 000 Menschen über zogen ist. Und sie hatten Zeit, sich aus Gebieten, die langsam zu trocken zum Überleben wurden, zurückzuziehen. >>…und Hilfe bei Umsiedlungen.<< Auch das ist ein ungelöstes Problem, das wir auf die Schnelle nicht bewältigen werden. Je grösser die Wanderungen, um so mehr Freunde haben Sarrazyn und Le Peng. --- >>Ihre Schildkröte (der es nicht warm genug sein kann)<< Vielleicht sollten Sie sich mit Dattelzucht beschäftigen und auswandern, liebe Schildkröte? Das Abschmelzen des arktischen Eises kann dazu führen, dass hier das Klima kontinentaler wird, also mit kälteren Wintern als wir derzeit gewöhnt sind. |
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Fritz wer?...
Kuni im Winterschlaf... ;-) ..."Vahrenholt bekleidet mehrere Aufsichtsratmandate u. a. bei den folgenden Unternehmen: Aurubis (Mitglied) ThyssenKrupp Technologies AG (Mitglied) Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG (Vorsitz) Vereinigte BioEnergie AG (stellvertr. Vorsitz) Kelag AG, (Mitglied) PUTZ & PARTNER Unternehmensberatung AG (Mitglied) Frühere Aufsichtsratmandate: Norddeutsche Affinerie AG ErSol AG HEW Deutschen Shell AG REpower Systems ----- "Die börsennotierte Aurubis AG (ehemals Norddeutsche Affinerie AG) ist der größte Produzent von Kupfer in Europa (zweitgrößter Produzent weltweit) und der weltgrößte Kupferrecycler." Ein echter Umweltlappen, diese Kupferindustrie. ---- "Die ThyssenKrupp AG ist ein deutsches Industrieunternehmen und Deutschlands größtes Stahl- und Technologieunternehmen. Der Konzern mit Firmensitz in Duisburg und Essen entstand 1999 aus der Fusion der Friedrich Krupp AG Hoesch-Krupp mit der Thyssen AG." "...Neues Stahlwerk in Brasilien...Infolge des Baus kam es zu Konflikten mit der dort lebenden Bevölkerung. Seit 2007 protestierten Fischer gegen das Kraftwerk. Die Fischer der Bucht beschwerten sich über die Verschmutzung der fischreichen Küste; mehr als 8000 Familien sahen durch die Baustelle der Stahlschmelze und der Hafenanlagen ihre Lebensgrundlage gefährdet. Die Fabrikanlage CSA verstößt nach Ansicht der Anwohner und von Menschenrechtsorganisationen gegen Umwelt-, Arbeits- und Menschenrechte. Die Liste der Vorwürfe gegen den Konzern umfasst: Umweltverstöße, Verseuchung der Bucht, Bau in einem Naturschutzgebiet und illegale Rodung von Mangrovenwäldern, Verletzungen von Arbeitsbestimmungen, Umgehung von behördlich angeordneten Baustopps, Privatisierung öffentlicher Gewässer und eine Zunahme der Kohlendioxid-Emissionen der Stadt Rio de Janeiro um 76 % – allein durch das Stahlwerk. Einer der Fischer erhielt Morddrohungen - laut seiner Aussage vom Sicherheitschef der TKCSA. Laut Aussagen der Fischer der Bucht von Sepetiba im November 2009 im Europaparlament und im Deutschen Bundestag und im Januar 2010 auf der Aktionärsversammlung von ThyssenKrupp gehören Sicherheitskräfte der TKCSA zugleich bewaffneten Milizen an. Ein hochrangiger Funktionär des brasilianischen Gewerkschaftsverbandes CUT beklagte, dass Aktivisten der Gewerkschaft vom Sicherheitsdienst der TKCSA mit Waffengewalt vom Gelände vertrieben worden seien. Obwohl die Menschenrechtskommission des Parlaments von Rio die Veröffentlichung der Daten zur Wasserqualität bereits seit Monaten offiziell verlangt hatte, verweigerte das zuständige Umweltamt des Bundesstaates Rio de Janeiro, INEA, jedoch die Herausgabe der Daten. Der Präsident des Umweltamtes beteuerte am Vorabend der Eröffnung des Stahlwerks in der Tageszeitung Globo, dass alle Umweltkompensationen von ThyssenKrupp angemessen seien. Aus einer Stellungnahme des Konzerns gegenüber dem Deutschen Bundestag vom 27. Januar 2010 geht hervor, dass das Umweltamt INEA zur Renovierung seines Dienstsitzes von ThyssenKrupp umgerechnet rund zwei Millionen Euro erhalten hatte. Die Anwohnervereinigung sah dadurch die Unabhängigkeit des Umweltamts INEA erheblich in Frage gestellt und für die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Rio de Janeiro lag ebenfalls der Anfangsverdacht einer Interessenkollision des Umweltamtes vor. Nach Betriebsbeginn des Stahlwerks beschwerten sich Anwohner über Luftverschmutzung, obwohl ThyssenKrupp wiederholt erklärt hatte, dass sich das Stahlwerkprojekt auf dem neuesten Stand der Technik befinde. Die Anwohner berichteten über Hustenreiz und notwendige Krankenhausbesuche. In der Nähe des Stahlwerks lebende Kinder erlitten schwere Hautverletzungen, nachdem sie beim Spielen mit chemischen Rückständen in Berührung gekommen waren. Die Werksleitung hatte die Behörden nicht über die giftigen Schadstoffemissionen, vor allem Schwermetalle, informiert. Im August 2010 wurde das Konsortium ThyssenKrupp/Companhia Siderúrgica do Atlântico (TKCSA) wegen Verstoßes gegen Brasiliens Umweltschutzauflagen vom Staatlichen Umweltinstitut INEA zur Zahlung von umgerechnet 750.000 Euro, zur Reduktion der Produktion von geplanten 6000 auf 3000 Tonnen am Tag und zur Begrenzung des Schmelzens auf fünf Wochentage verurteilt. Im Dezember 2010 erhob die Staatsanwaltschaft von Rio de Janeiro Anklage gegen die TKCSA und mehrere Verantwortliche für das Stahlwerk wegen massiver Umweltverstöße. Den Projektverantwortlichen drohen bis zu 19 Jahre Haft. Möglich sind auch Strafzahlungen, die komplette oder teilweise Schließung der Anlage sowie der zeitweise Ausschluss von Staatsaufträgen für einen Zeitraum von fünf Jahren sowie die Aberkennung von Steuererleichterungen. Laut einem Gutachten des Instituts für Geowissenschaften der Bundesuniversität Rio de Janeiro wurden die zulässigen Grenzwerte in der Umgebung des Stahlwerks bei einigen Schadstoffen um bis zu 600 % überschritten. Im Rahmen des Verfahrens wird auch gegen den Werkschutz des Unternehmens ermittelt. Die gegen das Stahlwerk protestierenden Fischer hatten seit 2008 wiederholt berichtet, dass der Werkschutz Mitglieder so genannter Mafiamilizen beschäftigt, von denen sie bedroht werden. Die Fischer verklagten das ThyssenKrupp-Stahlwerk auf Verdienstausfälle beim Fischfang vor den Zivilgerichten in Rio de Janeiro. Die Forderung der in sieben Sammelklagen zusammengeschlossenen 5763 Fischer ergibt einen Gesamtbetrag von umgerechnet 756 Millionen Euro. Aufgrund eines Erlasses des Gouverneurs des Bundesstaates Rio de Janeiro, Sérgio Cabral, der die Entlassung von 800 Arbeitern befürchtete, konnte das Unternehmen Mitte Dezember 2010 den zweiten Hochofen hochfahren. Infolge wurden die Häuser der Bewohner in unmittelbarer Nachbarschaft des Stahlwerkgeländes mit einer aus Metalloxiden bestehenden Staubschicht bedeckt. Eine Anwohnerin berichtete, dass nach dem Hochfahren des zweiten Hochofens die Staubbelastung so schlimm wie nie war. Daraufhin setzte das Umweltamt INEA der Konzernleitung eine Frist von 30 Tagen, um zu einer „definitiven“ Lösung des Problems zu kommen. Laut dem Bundesstaatsanwalt in Rio de Janeiro, Daniel Pereira, habe sich ThyssenKrupp bei der Standortentscheidung für das Stahlwerk im Stadtteil Santa Cruz auch nicht an den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1500 Metern zu den nächsten Wohnhäusern gehalten. Eine im Oktober 2011 vorgestellte Analyse der dem Gesundheitsministerium unterstellten Stiftung Fundação Oswaldo Cruz (FIOCRUZ) ergab, dass in dem Staub, den das Stahlwerk in die Umgebung emittiert, sich auch giftige Schwermetalle finden und nicht, wie von ThyssenKrupp wiederholt behauptet, „nur Graphit“, sondern auch „Eisen, Kalzium, Mangan, Silizium, Schwefel, Aluminium, Zinn, Titan, Zink und Kadmium“. TKCSA reagierte mit einer Zivilklage gegen die drei Wissenschaftler der FIOCRUZ und einer Uniklinik wegen „immaterieller Schäden und anderer“. ---- "Die VERBIO Vereinigte Bioenergie AG mit Sitz in Zörbig (Sachsen-Anhalt) ist eine Hersteller und Anbieter von Biokraftstoffen. Rund 750 Mitarbeiter an drei Standorten produzieren im großindustriellen Maßstab Biodiesel, Bioethanol und Biogas." Wir machen aus Grundnahrungsmitteln der 3. Welt Formel 1 - Sprit. ---- "Die Royal Dutch Shell plc (Kurz: RDS) ist eines der weltweit größten Mineralöl- und Erdgas-Unternehmen und war im Juli 2009 das nach Umsatz weltweit größte Unternehmen überhaupt." A 1 bis A 8: Da geht kein tropfen aus, höchstens in Nigeria: "...Trotz eines Verbotes durch den Federal High Court of Nigeria 2005 wurden 2006 noch über 3,5 Mio. Tonnen Kohlenwasserstoffe, vor allem Erdgas, von der Shell Petroleum Development Company (SPDC) Tag und Nacht abgefackelt. Die Möglichkeit einer Einhaltung des gesetzlichen Verbotes ab 2008 wurde von Shell bisher nicht bestätigt, das Gesetz angefochten. Aus diesem Anlass musste Shell 2005 den „Public Eye Award“ in seiner ursprünglichen Form als Negativ-Preis entgegennehmen..." ------ "PUTZ & PARTNER Unternehmensberatung AG" Ja da is' ja nich' viel auf der Homepage, komisch, die machen doch nicht etwa Staudamm's - Beratung oder in Trinkwasser 2018 ? ---- "29. Oktober 2011 · Die Welt meldet, dass Suzlon REpower per Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre vollständig übernommen hat." Klar, Wind hat keine Zukunft, muss man an die Inder verkloppen. ----..................... Nochemool Deutschland: seit dem 01.02.2008 Chief Executive Officer, RWE Innogy GmbH, Essen: "RWE kämpft intensiv gegen die von der Bundesregierung geplante Brennelementesteuer und fordert eine Laufzeitverlängerung für seine Kernkraftwerke" Auf das die Hütte brennt... --- Fazit: Von "Seveso ist überall" über "Die Lage der Nation · Umwelt-Atlas der Bundesrepublik: Daten, Analysen, Konsequenzen" sieht man am Schluss den Beelzebub "ausser Spesen nix gewesen". Dankeschön, auf SO ein Buch und SO einen Autor habe ich noch gewartet... Es werde Sonne bidde bidde |
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schrieb am
09.02.2012 um 10:57
@Schildkröte, 8.2., 23:42
1. Selbstverständlich hat jeder das Recht, wissenschaftliche Ergebnisse zu hinterfragen. Die Frage ist allerdings, ob Wissenschaftler das ernstnehmen müssen, wenn es erkennbar schon auf propädeutischer Ebene Kompetenzprobleme gibt. Auf die „Studentenrevolte“ ist übrigens eher die Attitüde zurückzuführen, jeder könne über alles einfach so urteilen, oder nicht? Ich denke ganz und gar nicht, dass das vorbei ist. Gehen Sie auch zu einem „kritischen“ Herzchirurgen, der die skeptische Chirurgie in einem Wochenendkurs gelernt hat? 2. Das Argument, dass dann, wenn es in vorindustriellen Zeiten schon einmal wärmer gewesen sei, es nicht plausibel sei, dass heute die industriellen Aktivitäten einen zentralen Anteil tragen, ist albern. Ich habe es mit meiner Lungenkrebs-Analogie angedeutet. In der Wissenschaft denkt man nicht so eindimensional. Eine Brücke kann einstürzen, weil sie baufällig geworden ist oder weil man mit einer zu hohen Last darüber fährt. Das eine schließt das andere nicht aus. 3. Es handelt sich beim Klima aller Wahrscheinlichkeit nach um ein multistabiles System im Sinne der mathematisch-physikalischen Systemtheorie. In solchen Systemen sind typischerweise in den Übergangsphasen positive, verstärkende Rückkopplungen und in den stabilen Phasen negative, bremsende Rückkopplungen dominant. Wir befinden uns offenbar in einer Übergangsphase. Es ist daher schon von dieser Seite her völlig sinnvoll, einen Kippeffekt zu erwarten, von den konkreten Daten ganz abgesehen (dazu lese man einfach einmal den IPCC-Report Band 1; leider fast 1000 Seiten stark). Solche Überlegungen speisen sich nicht aus „Apokalypse“, sondern aus einer gewissen Kompetenz. Aber Wissenschaftler pflegen es sich ja zu einfach zu machen, indem sie auf so genannte gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse verweisen. Ich empfehle dazu einen Blick in die wissenschaftliche Fachliteratur, denn da geht es so einfach zu, dass man immer nur staunt. 4. Dass wir uns von Seiten der Zahl der Weltbevölkerung und der Beanspruchung von Ressourcen in einer anderen Situation als früher befinden und dass die verfügbaren Informationen über frühere Reaktionen der Menschen auf Klimaänderungen uns auch Krieg, Not und Aussterben von Populationen als Konsequenzen lehren, sei nur am Rande erwähnt. So einfach sollte man es sich aber vielleicht machen. |
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ad tlacuache schrieb am 09.02.2012 um 03:44 :
Mit prägnanteren Hinweisen, ist hier noch selten ein vorgeblich frei schwebendes Interesse entlarvt worden. Das ist die Tragik des IPCC (eines wirklich vieltausendfachen Thinktanks), dem an jeder Ecke unterstellt wird, letztlich aus Eigennutz eine Klimafantasie zu erzählen, während die mit viel größeren Portfeuilles und viel weiterführenderen Wirtschaftinteressen operierenden Kritiker sich zurück lehnen und tönen, ihnen ginge es um die Korrektur und Richtigstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Danke Tlacuache Christoph Leusch |
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Sehr guter Artikel! Danke dafür.
Ich hoffe, das dieses Buch schnell wieder vom Markt verschwindet - denn da ist nichts wissenschaftlich oder ehrlich. Das ist einfach nur Müll von der Energie-Industrie. |
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Selten so einen dogmatisch-faden Beitrag zur Klimadebatte gelesen. Das Politbüro der Klimalügpropagandisten scheint das letzte Aufgebot zu mobilisieren.
Hier mal ein paar Hinweise zur Erhellung: www.parteidervernunft.de/sites/default/files/Das_Skeptiker-Handbuch_3.0_kurz_300dpi.pdf 32 000 Wissenschaftler widersprechen der These vom menschengemachten Klimawandel www.petitionproject.org/ Anthropogene Klimaerwärmung: 74 Nobelpreisträger sind skeptisch! www.parteidervernunft.de/sites/default/files/Anthropogene%20Klimaerw%C3%A4rmung.pdf Die physikalischen Grundlagen des Treibhauseffektes und fiktiver Treibhauseffekte www.parteidervernunft.de/sites/default/files/Anthropogene%20Klimaerw%C3%A4rmung.pdf Nature, Not Human Activity, Rules the Climate Nicht von Regierungen bezahlte Wissenschaftler zur globalen Erwärmung. Sie arbeiten mit den exakt selben Daten wie der “Weltklimarat” und kommen zum genau gegenteiligen Schluss. Pflichtllektüre für alle, die noch an das Treibhausmärchen glauben. www.parteidervernunft.de/wissenschaftliche-studien Nairobi Report: Die Klimakatastrophe - was ist wirklich dran? Was hat es denn nun mit dem so oft beschworenen Klimawandel wirklich auf sich? Im folgenden der Versuch einer nüchternen Bestandsaufnahme. Dazu ist es am Besten die folgenden Fragen der Reihe nach und nach aktuellem Stand der Wissenschaft zu beantworten. www.oekologismus.org/wp-content/uploads/nairobi-report_version_4-0.pdf Geheime UN-Studie Geheime UN-Studie schätzt Kosten für Klimaschutz bis 2050 auf 45 Billionen Dollar. Das Geld fließt in die Taschen von Großkonzernen und Herstellern erneuerbarer Energien www.parteidervernunft.de/sites/default/files/022510_greeneconomy.pdf |
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Diese Klimawandelideologie ist ja politisch echt praktisch . Egal ob's wärmer oder kälter wird oder sich gar nichts ändert, stets ist's ein unwiderlegbarer Beweis für den "menschengemachten- Klimawandel" der zwar schon seit Anbeginn der Erdgeschichte - also die meiste Zeit ohne Menschen - stattfindet, aber angeblich aufgehalten werden muss und natürlich nur durch staatliche Zwangsmaßnahmen und mehr Macht für die Herrschenden aufgehalten werden kann.
Und ob in 10 Jahren noch darüber jemand spricht? Wenn nicht, dann tritt einfach nur das nächste Öko-Schreckgespenst an seine Stelle. Und auch das erfordert dann wieder die gleichen Massnahmen wie heute die "Klimakatastrophe": mehr Steuern, mehr Regulierung, mehr Umerziehungsmassnahmen. Und zwar dringend, weil sonst geht die Welt unter. www.ftd.de/unternehmen/industrie/:die-klima-these-von-fritz-vahrenholt-ist/60165908.html |
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@B.V.
also, ich bin ganz verblüfft ob der vielfalt ihrer quellen. zu dem einzigen link, der nicht aus dem wahrlich vertrauenswürdigen erfahrungsschatz der "partei der vernunft" stammt, eine frage: was verstehen sie eigentlich unter einem wissenschaftler? da steht: 31,487 American scientists have signed this petition, including 9,029 with PhDs wie putzig. als sei der PhD eine besondere Auszeichnung, die echt nur ganz wenige schaffen. mir ist schleierhaft, wie vielmehr sie mit derart "dogmatisch-fadem" kram irgendjemanden hier überzeugen wollen. |
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Die Quellen sind doch durchaus vielfältig. Und was ist dabei, das man sie als Sammlung bei der Partei der Vernunft vorfindet? Ach ja, und die weit überwiegende Mehrheit der Klimalüg-Propagandisten sind auch keine Naturwissenschaftler.
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B.V.:
Bevor Ihnen das Pulver ausgeht, hier noch tatkräftige Unterstützung: klima.amplify.com/ alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/02/die-klimaluge-als-ersatzreligion.html co2-luege.blogspot.com/2010/02/die-klimaluge-als-ersatzreligion.html Ich bin neutral Beraterresistent, ein Urteil überlassen wir gerne den Mitlesern... :-) |
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Interessant. Vor allem weil bei FTD die Diskussionen auf FB ähnlich verliefen.
Diejenigen, welche es ablehnen, dass der Klimawandel anthropogene Ursachen hat, bzw. durch meschliches Einwirken beschleunigt wird benennen a) sofort angelsächsische "Wissenschaftler" als Klimaskeptiker und b) wird der Vorwurf des Dogmatismus, Ideologie oder Glaube gemacht. Weiterhin ist wird man als Feind der Demokratie beschimpft, weil die Meinungsfreiheit das höchste Gut sei. Ich habe noch nie erlebt das solche Beschimpfungen seitens wissenschaftlich argumentierender Menschen gegenüber dieser Negativ-Rhetorik gemacht wurde. Ist ja schlimm wie weit die Klimaskeptiker Bewegung in Deutschland vorangekommen ist. Kann mir B.V. mal beantworten was Wissenschaftler eigentlich davon haben sollten, wenn der Vorwurf der Ökodiktatur zutreffen sollte? |
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"Technixer schrieb am 10.02.2012 um 00:15"
Vor 4000 Jahren sind die Dinosaurier ausgestorben + Mitt Romney wird der nächste Präsident ... P.S. Klima? Details bei Kuni |
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Übrigens: verschiedene Zeitungen, unter anderem die FAZ, brachten gestern einen Bericht über Forschungen an der Universität von Colorado. Wissenschaftler haben detailliert Satellitenbilder ausgewertet um zu sehen, um wie viel die Gletscher und Eiskappen abschmelzen und wie stark der Meeresspiegel dadurch steigt. Die Ergebnisse werden im Fachblatt Nature veröffentlicht und sind online bereits zugänglich.
Die Untersuchung bezieht sich auf die Jahre 2003 bis 2010 und kommt zu dem Ergebnis, dass der Meeresspiegel tatsächlich steigt, um etwa 1,5 mm pro Jahr. Wenn ich richtig gerechnet habe, ergäben sich daraus 15cm in 100 Jahren. Offen gesagt, ich neige zu der Auffassung, dass Küstenbewohner, die es in 100 Jahren nicht hinbekommen, einen 15cm hohen Deich aufzuschütten selbst schuld sind, wenn sie bis zu den Knöcheln im Wasser stehen. Selbst wenn man unterstellt, dass wegen des kurzen Beobachtungszeitraums die amerikanischen Forscher um 100% oder 200% zu niedrig liegen, oder dass der Anstieg sich in den kommenden Jahren dermaßen beschleunigt, wäre das noch kein Problem. Schließlich ist der Meeresspiegel im 19. Jahrhundert auch um etwa 25 cm gestiegen, ohne dass dies besonders aufgefallen wäre. Schönen Gruß, Schildkröte |
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Hey, Schildkröte,
Sachlich bleiben heißt die Tugend und erst einmal richtig lesen und die Position, z.B. des IPCC, aber auch anderer Einrichtungen, korrekt wiedergeben. Ihr Institut in Colorado sagt z.B.: sealevel.colorado.edu/content/2011rel3-global-mean-sea-level-time-series-seasonal-signals-retained 3,2 mm/year+/-o,4mm. Das liegt auf der Höhe, die auch andere Institute (durch Satellitenmessung) ermittelten Daten, die die Leute aus Colorado freundlicherweise gleich links auf der Web-Seite mit angeben. Das IPCC-4, war in seinem letzten Globalbericht viel vorsichtiger. - Wie überhaupt alle Angaben des IPCC eher konservativ gerechnet sind! - Für das Ende des 21. Jh. wurde ein mittlerer globaler Meeresspiegelanstieg von 19-59 cm prognostiziert. Auf Basis der Satellitenmessungen gehen nun die führenden Institute, -der neuer IPCC-Bericht steht aus-, z.B. der National Research Council der USA, von 79-200 cm Anstieg bis Ende des Jahrhunderts aus. Was schon die (geringe) durchschnittliche Erhöhung in der "Natur" ausmacht, dazu hier (Sie wissen doch, was Durchschnitte für Verwirrung stiften? Denken Sie einmal an Durchschnittseinkommen! Da halten Sie das doch auch nicht für ein gutes Maß um die Verteilung und Folgen einzuschätzen?): www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=sea-level%20rise%20john%20church%2C%20neil%20white%2C%20john%20hunter%2C%20kathleen%20mcinnes%2C%20peter%20cowell%20and%20siobhan%20o%E2%80%99farrell&source=web&cd=2&ved=0CCgQFjAB&url=http%3A%2F%2Fstaff.acecrc.org.au%2F~johunter%2FTransitions_Chapter12_corrected_version_with_reference.pdf&ei=k-80T9j8KIfesga094yuDA&usg=AFQjCNE5NrGgH2qsPUVKcRmMOyTEDw3stg&cad=rja (Das ist eine PDF-Datei, die Sie nicht laden müssen. Im Quick view können Sie sie auch Online lesen) "Sea-level Rise", John Church, Neil White, John Hunter, Kathleen McInnes, Peter Cowell and Siobhan O’Farrell in Transitions: Pathways Towards Sustainable Urban Development in Australia, ed. P. W. Newton, CSIRO Publishing, Australia, 2008. Die Autoren beschreiben, was schon bei geringen Anstiegen auf Australien zukommt und was schon zu beobachten ist. Sie geben auch eine Einschätzung, was die Ergebnisse des IPCC und z.B. die der Wissenschaftler aus Colorado wirklich bedeuten: "For the modern satellite period (1993 to present), sea level has been rising more rapidly at an average rate of a little greater than 3 mm per year (see, for example, Beckley et al. 2007). Note that these rates of increase are an order of magnitude faster than the average rate of rise over the previous several thousand years." Grüße Christoph Leusch PS: Wir leben in einer Warmzeit und alle Welt wartet auf die Anzeichen einer neuen Kaltzeit. Nur leider produzieren wir gerade selbst die Trigger für eine permanente und sich weiter aufschaukelnde Warmzeit! Schmilzt das Grönlandeis ganz ab, das ist jetzt nicht direkt für unser persönliches Leben relevant, dann sind das 6-7m höhere Meeresspiegel. |
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Der Link zur australischen Seite klappt nicht.
Geben Sie einfach die Autoren und das Thema in das Suchfeld, dann kommen Sie zur PDF-Datei. Mahlzeit C.Leusch |
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schrieb am
10.02.2012 um 16:21
Danke Herr, Leusch,
es ist halt stets das gleiche Unterfangen, noch den besten Instituten hochqualifizierter Klimaforscher mit naiven Argumenten Paroli bieten zu wollen. Und die Kritiker des IPCC-Berichtes von 2007 haben den ja in der Regel weder gelesen noch gar verstanden, das ist ja bereits oft zutage getreten. Das Spiel ist, wie ich schon schrieb, demjenigen der "Intelligent Design"-Verfechter in der Evolutionsbiologie ganz ähnlich. Unfruchtbar und öde, die typische Kombination von globalem Unverständnis und spezifischem "cherry picking". Mit freundlichen Grüßen |
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Leider kann ich im Moment vor außer Links wenig zur Diskussion beitragen.
ncse.com/ Das "National Center for Science Education" hat sich einen Namen in der Auseinandersetzung mit der Kreationismusbewegung in den USA gemacht. Wenn an einer Schule Kreationismus oder Intelligent Design in den Unterricht aufgenommen werden zu drohte, kann man sich an das NCSE wenden und sie bieten HIlfestellung. Ähnliches soll jetzt auch bei Klimawandelleugnern passieren. |
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Hallo Herr Leusch, ich kann schon lesen. In der FAZ ist die Rede von 1 - 1,5mm Anstieg im Jahr. Möglicherweiser bezieht sich Ihr Link auf eine frühere Untersuchung. Die Grafik ist vom September letzten Jahres. Die FAZ schreibt ja auch ausdrücklich, dass Gletscher "merklich weniger Masse verloren, als bislang angenommen."
Aber das ist eigentlich egal, selbst wenn wir die von Ihnen unterstellten 3,2mm pro Jahr als richtig annehmen, sind das grade mal 32cm in hundert Jahren.Wollen Sie wirklich behaupten, dass das nicht zu bewältigen sei? Sicher, wenn man unterstellt, dass die Bewohner gar nichts unternehmen, wird eine Menge überflutet. Aber das ist doch unrealistisch. Als Bremen und Hamburg vor ein paar Jahrzehnten unter Wasser standen, hat man bessere Deiche gebaut. Seitdem ist das Problem gelöst. Ich habe nicht den Zollstock drangehalten, aber ich schätze, die Nordseedeiche sind mindestens 5 m hoch. Warum sollen die Australier nicht auch ihre Deiche etwas erhöhen? Ich hatte ja in meinem ersten Beitrag schon geschrieben, dass Länder die dazu nicht in der Lage sind, Hilfe erhalten sollten. Aber das Problem ist dann eher die Armut und Überbevölkerung dieser Länder als das Klima. Schönen Gruss, Schildkröte |
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Hallo Herr Leusch, ich kann schon lesen. In der FAZ ist die Rede von 1 - 1,5mm Anstieg im Jahr. Möglicherweiser bezieht sich Ihr Link auf eine frühere Untersuchung. Die Grafik ist vom September letzten Jahres. Die FAZ schreibt ja auch ausdrücklich, dass Gletscher "merklich weniger Masse verloren, als bislang angenommen."
Aber das ist eigentlich egal, selbst wenn wir die von Ihnen unterstellten 3,2mm pro Jahr als richtig annehmen, sind das grade mal 32cm in hundert Jahren.Wollen Sie wirklich behaupten, dass das nicht zu bewältigen sei? Sicher, wenn man unterstellt, dass die Bewohner gar nichts unternehmen, wird eine Menge überflutet. Aber das ist doch unrealistisch. Als Bremen und Hamburg vor ein paar Jahrzehnten unter Wasser standen, hat man bessere Deiche gebaut. Seitdem ist das Problem gelöst. Ich habe nicht den Zollstock drangehalten, aber ich schätze, die Nordseedeiche sind mindestens 5 m hoch. Warum sollen die Australier nicht auch ihre Deiche etwas erhöhen? Ich hatte ja in meinem ersten Beitrag schon geschrieben, dass Länder die dazu nicht in der Lage sind, Hilfe erhalten sollten. Aber das Problem ist dann eher die Armut und Überbevölkerung dieser Länder als das Klima. Schönen Gruss, Schildkröte |
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Ja, wenn Sie genau gelesen hätten, Schildkröte -wir lesen da schon alle die selben, ganz aktuellen Ergebnisse des Insituts aus Colorado, die FAZ auch-, hätten Sie ja beide Zahlen für die Ära vor der Satellitenüberwachung und die Zeit seither angegeben. Dann hätten Sie aber auch das IPCC vom Vorwurf "entlastet", Falsches zu publizieren oder zu übertreiben. - Diese vielen Wissenschaftler sind bisher immer vorsichtiger gewesen, als ihre Kritiker. Das ist doch merkwürdig, oder?
Die Frage nach den Schutzmaßnahmen und Kosten wäre wieder eine andere Diskussion. Es kommen ja noch ganz andere Kosten, außer Küstenschutz zustande: Trinkwasser, Bodenerosion, Veränderung des Tierbestandes im Ozean und an Land, Auftaueffekte in den Permafrostgebieten, extreme Dürren in heutigen mittleren Regionen, die die besten Böden tragen. - Es ist nämlich ausgemachter Quark, wenn Leute argumentieren, die Erwärmung hätte nur eine Klimazonenveränderung zur Folge. Die Böden in anderen Regionen, die dann das Wasser und die Wärme hätten, sind leider viel schlechter. Usw., usw. Hier geht es aber um die Ursache der globalen Erwärmung, die entweder anthropogen ist oder eben nicht. Die Daten sprechen jedes Jahr mehr für die These, wir seien die einzigen Verursacher, und jedes Jahr steigt auch der Handlungsdruck. Über die Kipp-Punkte wurde ja noch nicht gesprochen. Über einen beobachtbaren, rasanten Klimawandel steitet kaum noch jemand. Beste Grüße und gutes WE Christoph Leusch |
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@Schildkröte, 10.2., 19:16
1. Sie beziehen sich wahrscheinlich auf die “CU Sea Level Research Group“. Latest recorded publication: Hamlington et al. Journal of Geophysical Research 12/2011 “Reconstructing sea level using cyclostationary empirical orthogonal functions” Letzter Satz: „The computed rate of global mean sea level rise from the reconstructed time series is 1.97 mm/yr from 1950 to 2009 and 3.22 mm/yr from 1993 to 2009.” Das bedeutet Beschleunigung, und dies wiederum wird m.W. von den vorliegenden Daten überwiegend gestützt. 2. Derzeitige Abschätzungen aus verschiedenen Datensätzen: CU: 3.2 ± 0.4 mm/yr AVISO: 3.2 ± 0.6 mm/yr CSIRO: 3.1 ± 0.4 mm/yr NOAA: 3.2 ± 0.4 mm/yr (w/ GIA) Also konsistente Befunde. Und es ist in der Wissenschaft extrem unwahrscheinlich, dass bei solcher Datenlage plötzlich alles nur halb so groß ist. Das glauben nur außerwissenschaftliche Romantiker. Deshalb muss man sofort genau hinsehen, was gemeint ist. Die Erfahrung hat mich im Übrigen gelehrt, dass Journalisten sehr oft wissenschaftliche Arbeiten nicht korrekt wiedergeben. 3. Der wichtige Punkt der neuen Arbeit von Jacob et al. in Nature ist, dass sie sich nur auf den Anteil bezieht, der vom abschmelzenden Landeis herrührt. Der Meeresspiegel steigt aber auch durch andere Faktoren, z.B. die Ausdehnung des Wassers durch Erwärmung. Letzter Satz der Arbeit: “The total contribution to sea level rise from all ice-covered regions is thus 1.48 ± 0.26 mm/yr, which agrees well with independent estimates of sea level rise originating from land ice loss and other terrestrial sources.” Also nichts Revolutionäres, sondern Bestätigung. Und Journalismus, der von cherry pickers gleich wieder aufgenommen wird. The same procedure as every month. Not only in climate science. 4. Die Anstiegsrate ist nach aller Wahrscheinlichkeit nicht konstant, sondern eine monoton ansteigende Funktion der Temperatur; sie wird also vermutlich zunehmen, wenn die Temperatur steigt. Hierbei sind auch Verzögerungseffekte durch Energieumverteilung zwischen Kompartimenten zu berücksichtigen. Nicht einmal bei konstanter Temperatur würde also eine einfache lineare Extrapolation gültig sein. Die Schwierigkeiten der Klimamodelle liegen ja gerade u.A. in den vielen nichtlinearen Rückkopplungen. Und der Meeresspiegelanstieg hängt vom Erwärmungsszenario ab, und das wieder u.A. vom Input an Treibhausgasen. 5. Reale Systeme sind immer nichtlineare Systeme, die man mit Dreisatzrechnung nicht über einen größeren Bereich adäquat erfasst. Das ist so, wie wenn man rechnete, dass dann, wenn man eine zarte Feder mit 10 Gramm belaste, sie sich um 10 mm dehne, wenn man sie mit 10 Kilogramm belaste, also um 10000 mm. Die Feder wird dann aber ein nichtlineares Schicksal erlitten haben. 6. Dass Armut, Ressourcenkonkurrenz usw. wichtige Faktoren sind, bestreitet sicher niemand. Das impliziert aber nicht, dass deswegen die Klimavorhersagen falsch oder irrelevant sein müssen. Beides kommt zusammen. Und was die gemeinsame Bewältigung der Probleme durch „die Menschheit“ angeht, wird nicht jeder von Altruismus und Nächstenliebe sonderlich viel erwarten, wenn er sich vor Augen hält, wie Krisenbewältigungen oft ausgesehen haben. |
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Nun das ist gut, wenn das IPCC als eine schon nützliche und wichtige Einrichtung positiv erwähnt wird, aber geht es auch mit etwas kürzeren Sätzen? Wenige Satzgebilde unter 30 Worten!
Von meinem Deutsch-Lehrer hörte ich auch oft: In der Kürze liegt die Würze! gw |
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