Positionen

Projekt Linke Mitte | 10.02.2010 16:30 | Karsten Voigt

Links um!

Ohne Kehrtwende in der Außenpolitik, keine Zusammenarbeit mit der SPD, fordert Karsten Voigt und empfiehlt der Linkspartei ausgerechnet die Grünen als Vorbild

Anfang der 1980er Jahre waren für viele Sozialdemokraten Koalitionen auf Bundesebene mit den Grünen unvorstellbar. CDU/CSU, die heute die Grünen für Koalitionen zu gewinnen suchen, verteufelten sie damals als Verfassungsfeinde. Die maoistische, trotzkistische oder anarchistische Vergangenheit vieler ihrer Führungsfiguren diente dabei ebenso als Argument wie heute die kommunistische bei Vertretern der Partei "Die Linke".

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Und tatsächlich vertraten die Grünen damals ebenso wie heute "Die Linke" in der Außen-, Sicherheits- und Europapolitik völlig inakzeptable Konzepte. Deshalb eröffnen aktuelle Debatten über Koalitionen mit der "Linken" auf Bundesebene – genau wie einst mit den Grünen – erst dann Handlungsperspektiven für die politische Praxis, wenn bei den "Linken" eine Bereitschaft zum Umdenken erkennbar wird. Zur Zeit wird dort in der Außen-, Sicherheits- und Europapolitik aber leider noch als Prinzipientreue gepriesen, was in Wahrheit Ausdruck von Realitätsverweigerung ist. Das war bei den Grünen zu Beginn aber nicht viel besser.

Die frühen Grünen und die Außenpolitik

Nach dem Einzug der Grünen in den Bundestag gehörte ich einer kleinen Gruppe von Mitgliedern der SPD und "Grünen" an, die die Möglichkeit einer künftigen rot-grünen Zusammenarbeit in der Bundesregierung auszuloten versuchte. Einer der schwierigsten Komplexe unserer Beratungen waren die Themen Außen-, Sicherheits- und Europapolitik. Aus meiner Sicht waren die aus friedenspolitischen Basisgruppen entstandenen "Grünen" damals nicht imstande und zum Teil – wegen der bei einer Kurskorrektur befürchteten innerparteilichen Auseinandersetzungen – auch nicht willens, die internationalen Rahmenbedingungen einer bundesdeutschen Außenpolitik rational zu reflektieren.

1983 schrieb ich in diesem Zusammenhang einen Artikel in der "Neuen Gesellschaft - Frankfurter Hefte", in dem es u.a. hieß:

"[Die Grünen] verkennen dabei, dass die Bundesrepublik Deutschland aufgrund ihrer Geschichte, ihrer Lage und insbesondere der Lage Berlins ein sehr großes Interesse daran hat, ihre Sicherheitsbedürfnisse im internationalen Verbund zu befriedigen. Aufgrund ihrer Geschichte deshalb, weil unsere europäischen Nachbarn unter nationalen Alleingängen der deutschen Sicherheitspolitik und des deutschen Militarismus im Laufe der letzten hundert Jahre mehrfach leiden mussten..."

 

Die Lage Berlins hat sich grundlegend geändert, Deutschland ist wiedervereinigt, der Ost-West-Konflikt überwunden. Das Interesse aller unserer Nachbarn an einer international eingebetteten und eingebundenen Politik Deutschlands aber ist geblieben. Wer dieses Interesse missachtet, wird für unsere Nachbarn zu einem sicherheitspolitischen Problem. Das hat sehr praktische Konsequenzen: Alle unsere Nachbarn, auch diejenigen, die nicht der Europäischen Union angehören, haben ein Interesse an einem Deutschland, das nicht nur Mitglied der EU bleibt, sondern das Kompromisse zwischen den Mitgliedstaaten fördert und natürlich auch für sich selbst akzeptiert. Das "Nein" der "Linken" zu dem als Kompromiss ausgehandelten Lissabon-Vertrag widerspricht diesen Erwartungen an Deutschland. Es wird zu Recht als Beitrag einer Re-Nationalisierung deutscher Politik wahrgenommen, selbst wenn die Kritik am Vertrag von den "Linken" internationalistisch begründet wird.

Deutschlands Nachbarn wollen keine Experimente

Alle unsere Nachbarn, selbst die, die nicht der NATO angehören, sind für eine Mitgliedschaft Deutschlands in diesem Bündnis. Die Sorge vor einem sicherheitspolitisch nationalstaatlich organisierten, neutralen Deutschland war 1990 selbst in der Sowjetunion so groß, dass sie einer Mitgliedschaft des vereinigten Deutschlands in der NATO schließlich zustimmte. Die 1990 auch von Teilen der SPD gegenüber einer NATO-Mitgliedschaft bevorzugte Mitgliedschaft in einem neuen, ganz Europa umspannenden, kollektiven Sicherheitssystem, ist heute illusionärer denn je, da fast alle Nachbarn Deutschlands der NATO angehören und weit davon entfernt sind diese Mitgliedschaft aufzugeben.

Aber auch diejenigen Nachbarn, wie die Schweiz, die nicht der NATO angehören, wären nicht bereit, ihre nationale Sicherheitspolitik auf ein neues kollektives gesamteuropäisches System zu übertragen. Zwar ist es wichtig die OSZE zu stärken, das Ansinnen aber die OSZE in ein auch bei militärischen Konflikten handlungsfähiges kollektives Sicherheitssystem weiterzuentwickeln, das die NATO ersetzen könnte, widerspricht den Auffassungen und Interessen der meisten unserer Nachbarstaaten. Ein derartiges Ziel ist deshalb keine positive Vision, sondern eine politisch irreale Träumerei, beziehungsweise für viele unserer Nachbarn sogar ein Albtraum.

Die Zeit der deutschen Alleingänge ist vorbei

Deutschland ist der EU-Mitgliedsstaat mit der größten Einwohnerzahl, es hat die meisten direkten Nachbarn und besitzt größeren Einfluss als seine kleineren Nachbarstaaten. In einem 2009 von einem ausländischen Beobachter der "Stiftung Wissenschaft und Politik" verfassten Arbeitspapier zum Verhältnis von großen und kleinen Staaten in Europa heißt es:

 

"Germany is the biggest member of the EU. Moreover, it is the most central state located in the very heart of Europe. Its history is the history of Europe. The contemporary history of Europe has determined no other state's fate like that of Germany's. Conversely, whatever has happened in Germany had a visible effect on whole Europe."

Wenn Deutschland nicht zur Ursache von Krisen in der EU und NATO werden will, kann es sich deshalb nationale Alleingänge noch weniger als seine kleineren Nachbarn leisten. Das bedeutet zum Beispiel, dass Deutschland innerhalb der NATO auf andere Strategien oder sogar – obwohl ich dies für die nahe Zukunft für falsch hielte – auf einen Abzug aus Afghanistan drängen könnte. Ein Alleingang in seiner Strategie und ein nicht mit der NATO und den europäischen Partnern abgestimmter Rückzug der deutschen Truppen aus Afghanistan wären aber destruktiv.

Die "Linke" ist noch nicht regierungsfähig

In allen drei Punkten verfolgt "Die Linke" heute konzeptionell und im Detail eine andere Politik. Deshalb ist "Die Linke" auf Bundesebene – also dort, wo Fragen der Außen-, Sicherheits- und Europapolitik entschieden werden – noch kein geeigneter Koalitionspartner für die SPD.

Ich bin kein grundsätzlicher Gegner von Koalitionen mit der "Linken", auch nicht auf Bundesebene. Aber eine solche Koalition muss dazu beitragen, dass internationale Probleme gehört werden und nicht dazu, dass Deutschland wieder zu einem internationalen Problem wird. Deshalb müssen diejenigen Sozialdemokraten, die den Weg für künftige Koalitionen mit der "Linken" öffnen wollen, besonders hartnäckig auf die Veränderung der Außen-, Sicherheits- und Europapolitik dieser Partei drängen. Es geht in diesen Politikfeldern, anders als bei vielen innenpolitischen Fragen, nicht nur darum, ob die deutsche Bevölkerung einen radikalen Richtungswandel unterstützen würde oder ob zwischen künftigen Koalitionspartnern ein Kompromiss gefunden werden kann – so wichtig dies in einer Demokratie auch ist.

Die europaweite Re-Nationalisierung der Außenpolitik muss verhindert werden

Entscheidend dafür, ob deutsche Politik zur Lösung von Problemen beitragen kann oder diese Politik selbst als Problem wahrgenommen wird, ist vielmehr der Wille und die Fähigkeit einer Bundesregierung, eigene Vorstellungen und Interessen so in die europäischen und internationalen Prozesse einzubringen, dass auch die Sichtweisen und Interessen der Partner Deutschlands ausreichend berücksichtigt werden. Jede andere Politik würde aus der Sicht unserer Nachbarn dazu führen, dass die nach mehreren Jahrhunderten durch die Integration des vereinigten Deutschlands in die EU und NATO endlich gelöste deutsche Frage erneut virulent würde.

Es gibt in Europa nicht nur auf der Rechten, sondern auch auf der Linken Parteien, deren politische Konzepte faktisch auf eine Re-Nationalisierung der Außen-, Sicherheits- und Europapolitik hinauslaufen. Dies ist in jedem Fall bedauerlich und besorgniserregend. Für Deutschland aber gefährdete eine solche Richtungsänderung die außen-, sicherheits- und europapolitischen Grundlagen, auf denen unser heutiges gutes Verhältnis zu allen unseren Nachbarn beruht. Deshalb eröffnen Koalitionsspekulationen für die Bundesebene erst dann praktische Handlungsperspektiven, wenn im Bereich der Außen-, Sicherheits- und Europapolitik bei den "Linken" eine konzeptionelle Klärung und eine anschließende Neuorientierung erfolgt.

 
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Artikelaktionen
Kommentare
born2bmild schrieb am 10.02.2010 um 19:50
Es ist die alte Leier: DIE Linke wird, ebenso wie vormals die Grünen, erst als politikfähig und regierungsfähig anerkannt, wenn sie ununterscheidbar der Einheitspartei (zur Zeit CDSUSPDFDPGRÜNE) angeglichen ist. Lediglich einige Mariginalien werden zugestanden, die dann in Wahlshowkämfen zu Richtungsentscheidungen hochstilisiert werden. Dann werden großmäulig soziale Gerechtigkeit und Mindestlöhne gefordert (SPD), obwohl man in der Regierung jahrelang Zeit gehabt hätte, es umzusetzen. Grün macht dosenfreie Umwelt, FDP bewirbt lohnende Leistungsträger und die Union hat ein Merkelweltkind in der Mitten.
Hauptsache alle wollen in Treue fest unsere Sicherheit am Hindukusch oder mit Bomben auf Belgrad verteidigen.
Es darf sogar so getan werden, als mache man, wie im Irakkrieg, nicht mit. Dann wird aber dennoch die Infrastruktur des Landes bereitgestellt. Geht auch gar nicht anders: Unsere amerikanischen Freunde müssten völlig andere logistische Strukturen entwickeln, wenn sie den deutschen Luftraum nicht mehr für Flüge aller Art nutzen könnten, denn das Pentagon hat den Globus in sechs Regionalkommandos aufgeteilt, denen jeweils alle US-Teilstreitkräfte in ihren Bereichen unterstehen. Nur zwei haben ihren Sitz außerhalb der USA, beide in der Bundesrepublik Deutschland: EUCOM in Stuttgart-Vaihingen und AFRICOM, ebenfalls in Stuttgart. AFRICOM für Afrika ohne Ägypten und EUCOM für Europa einschließlich des asiatischen Teils Russlands und der Türkei.

Demnächst also Seit an Seit mit dem großen amerikanischen Bruder gegen die atomgierigen Mullahs in Theheran? Die Propaganda läuft, mal achtgeben, wie die Werbeagenturen die öffentliche Meinung steuern.
zelotti schrieb am 11.02.2010 um 00:45
Leute wie Karsten Voigt sind noch ganz in der Westintegration gefangen, er hat nicht kapiert, dass die militärische Sicherheitslage sich verändert hat. Die NATO ist vor allem ein militärbürokratischer Ballast heute, das kann doch die EU viel besser, schlanker und demokratischer hinkriegen ohne die durchgeknallten Amerikaner als systemisches Risiko. Ihre Konfrontation der Russen ist eine für Europa nicht sinnvolle Strategie der Maßlosigkeit. Das Problem der Partei "Die Linke" ist, dass sie eben diese EU-Alternative bekämpft. Über kurz oder lang wird diese Militärbürokratie obsolet. Und von einer Lösung der deutschen Frage zu reden, ist Geschichtsklitterung, da Schlesien, Pommern und Ostpreußen bekanntlich geopfert wurden für diese Lösung. Hier sollte durchaus die Frage eines Returns sich stellen. Was kriegen wir von den Amerikanern dafür, dass wir für sie in Afghanistan sind? Warum hat ein deutscher Bürger viel weniger Stimmgewicht in Europa als andere Staaten? Was nützt uns die NATO heute noch? Wer könnte uns angreifen oder bedrohen? Was tun sie für uns und unsere vitalen Interessen?
misterl schrieb am 11.02.2010 um 09:28
Was fehlt?

NATO im Jahre 2010 und in der Zukunft. Für was, mit welchen Mitteln, gegen wen.

Nicht nur Deutschland, Europa der Rest der Welt hat sich geändert seit den tagen als die Grünen das Licht der Welt betraten. Und die NATO, die EU? Ist vor allem letzteres nicht an sich nur grösser, intransparenter als politisch Instanz zweifelhafter geworden?

Ein Blick auf den gewöhnlichen, europäischen Missbrauch der Wahlen zum EU-Parlament als nationale Strafaktionen gegen die heimischen Regierungen belegt an sich aufs groteske die absurde Einschätzung zur politischen Untauglichkeit der Grünen einst und der Linken heute. Deutschland mag als Wirtschaftsverbandsstimme und/oder Regierungsstimme in der EU wichtig sein, per Wählervotum zum EU-Parlament wird dies genauso wenig dokumentiert wie durch die reale Wahrnehmung der EU im politisch deutschen Alltag. Was im Lande bewegt, sind die deutschen Befindlichkeiten, Skandale und Skandälchen - nicht das was real oder vermeintlich in Brüssel debattiert und entschieden oder nicht entschieden wird. Allenfals wenn deutsche Politik in der EU einen bequemen Sündenbock sucht und findet wird die EU als Negativ-Adresse aus ihrem Schattendasein vors Wahlvolk gezogen. Gerne von jenen Parteien die so sattsam Politik tauglich sind.

Ein an sich lächerlich Ansatz, um eine Partei auf strömlinienförmiges Verhalten für etwas (die EU) zu drängen, dass man im öffentlichen Alltag gerne für innerpolitische und/oder innerparteiliche Dinge missbraucht.

Die NATO ist ein Verteidigungsbündis aus der Zeit des kalten Krieges. Diese Zeit ist auch lt. Karsten Voigt vorbei. Zeit nicht nur für ein wenig Kosmetik an der NATO, sondern Zeit für völlig neue (andere) Bündnisse samt ihrer Strukturen? Wenn bisher die NATO die Freiheit des Westens verteidigt hat, so wäre es also Zeit dieses im Rahmen der UNO unterhalb der UNO zu tun für den Rest der Welt inkl. dem Westen? Die NATO als politisches Bündnis mit millitärischen Aufgaben? Zur Sicherung der Wirtschaftsvormachtstellung und Absicherung der Zugänge zu den Resourcen (Rohstoffen)? Wäre das noch ein Verteidigungsbündnis der westlichen Welt oder bloss der westlichen Wirtschaftsweise?

Führen solche Fragestellungen zu nationalen Alleingänge?

Wohl nicht. Sie stellen bloss den Status Quo in Frage und wollen zugleich etwas anderes - etwas durchaus höherwertigers nicht nur für sich selbst.

Ist der Versuch dieses zu dikutieren als Mit-Regierungspartei automatisch im Ergebnis Regierungsunfähigkeit?

Offensichtlich. Aber dann lautet die Gegenfrage an die (vermeintlich) regierungsfähgigen, ob sie die Welt in der wir leben wirklich zum Besseren verändern wollen und dabei selber hier und da auf eigene Vorteile (auch fürs eigene Volk) zu verzichten bereit sind.

Relativieren oder Kneifen beantwortet die Fragestellung. Sie wollen nicht.
Adam Ant schrieb am 12.02.2010 um 00:34
"Die 'Linke' ist noch nicht regierungsfähig ..."

Und die S?PD ist es nicht mehr, zumindest im Bundestag. Sie hat in den letzten Jahren so großräumig an ihren Anhängern vorbei regiert, dass die Wahlwatschen immer lauter wurden.

Auch wenn's weh tut – hier nochmal die Zahlen:

als Partei (also nach Zweitstimmen) sackte die S?PD von
16.194.665 in 2005 auf mittlerweile
09.990.488 Stimmen ab.

Bei 62.168.489 Wahlberechtigten sind das nur noch lächerliche 16%.
(Zum Vergleich: der Anteil derer, die gar nicht zur Wahl gingen, war etwa doppelt so hoch.)

Aber nicht nur die Wähler sind der S?PD davon gelaufen, sondern auch die Mitglieder, scharenweise.

Selbst bei den Grünen ist mittlerweile bspw. über den Afghanistan-Einsatz eine Diskussion in Gang gekommen (als ob sie vorher nix damit zu tun gehabt hätten).

Bis auf den Ausreißer in 2002 (da war Steinmeier Chef des Bundeskanzleramtes), als Schröder die Wahl mit seinem offiziellen "Nein" zum Einsatz im Irak gewann ... um sich danach inoffiziell (sprich: verfassungswidrig) doch zu beteiligen, hat die Linke gerade auf Bundesebene einen kontinuierlichen Stimmenzuwachs zu verzeichnen.

WER muss hier eigentlich "umdenken"?

"Das 'Nein' der 'Linken' zu dem als Kompromiss ausgehandelten Lissabon-Vertrag ..."

Ich frag' mich immer, ob die Damen und Herren Abnicker wenigstens irgendwie dafür dankbar sind, dass das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil vom 30. Juni 2009 via Begleitgesetzgebung zumindest auf einem Teil der Mitbestimmungsrechte des Bundestags insistierte, obwohl 515 Abgeordnete zuvor darauf verzichten wollten.

"Es ist besser, mit den Außenseitern das Grundgesetz zu verteidigen, als es mit den Volksparteien zu brechen." Dr. Peter Gauweiler
otmars schrieb am 22.03.2010 um 22:14
Herr Karsten Voigt, will man schon mal fragen dürfen, wie sehr er den sich selbst verachten muss um diesen Kurs der Schröder SPD noch mitzutragen.

Gut das er eine gewisse Ablehnung gegenüber der Linken hat, ist verständlich, den er war ja Zielobjekt der HVA des MfS.

Nur sind heute wohl mehr ehemalige HVA Mitarbeiter bei Union, SPD, CDU, FDP und Grünen als in der Linken.

Das der Gedanke nicht abwegig ist zeigt ein Blick nach Brandenburg, wo der Schatzmeister der FPD zurücktreten musste weil er beim MfS als IM tätig war.

Vielleicht verkraftet Herr Voigt ja auch nicht, das wir ehemaligen SPD Genossen in der Linken eine Neue Heimat gefunden haben.

Zudem zeugt es von alter Arroganz, das man die Frage stellt ob die SPD mit der Linken kann, aber nicht ob die Linke mit der SPD kann.

Denn wie geschrieben wir haben zuvielle Wunden davongetragen, als das wir mit dieser geSchröderten SPD ein Bündnis eingehen können.

Das ist nicht gegen Herrn Voigt persönlich. Aber Genosse Voigt sollte darüber in einer ruhigen und unemotionalen Minute einmal Nachdenken.

Gerade Gewerkschaftsekretäre, die täglich vor Belegschaften stehen, kann man Hartz Gesetze, kann man die abkehr vom Sozialstaat nicht erklären, weil man sich das als Ex SPD Genosse und heutigem Linken Mitglied selbst nicht erklären konnte noch kann, welchen Weg die SPD geht und ging.

Wir, Genosse Voigt glauben Euch nicht mehr, ihr habt Euch zu sehr von uns entfernt.

Wir sind nicht die neue Mitte und ihr habt uns nicht mehr gewollt, wir gehen unsern Weg und ihr den Euren.

Ich habe immer an den Anstand, auch im Vorstand der Partei geglaubt, aber wir waren ja nur noch Stimmvieh unter Schröder.

Und ich bin auch nicht davon überzeugt das Gabriel und die Netzwerker davon abrücken.

Das Problemn in der Linken, was eine Zusammenarbeit mit der SPD betrifft sind nicht, die ehemaligen SEDler sondern wir ehemaligen SPD Genossen, den wir kennen die ehemalige Partei von Innen bis hin in die Führung, denn wir waren ja Teil dieser Führung.

Es geht um Anstand und darum eine Lebensleistung anzuerkennen, und zwar die Lebensleistung derer, die uns gewählt haben und die uns vertrauten, die ihre Pfennnige (Cents) gaben und die uns glaubten, als wir schon lange wussten das wir das alles nicht mehr einlösen wollten und schon garnicht mehr konnten.

Sie Herr Voigt bei aller Wertschätzung tragen diesen Kurs weiter mit ihrem Namen und ihrer Arbeit.

Wir nicht mehr. Das unterscheidet uns. Es ist gut, wenn man sich im Spiegel wieder ansehen kann.

Ja und wenn man vor Kollegen und Genossen steht, da fühlt man sich wieder wohler.

Klaus Ernst ist ja nicht der einzige, wir sind viele.

Es ist nicht so das die Linke das unmögliche fordert, es ist das mögliche, das wir für unmöglich hielten vor Schröder und Gabriel.
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