Glücksratgeber, so stand es kürzlich in der Zeit, finden reißenden Absatz. Zeitungen, die über Glück (Zeit), Liebe (Spiegel), Optimismus (Spiegel) oder negative Entsprechungen wie Liebeskummer (Stern) und Burnout (Zeit, Spiegel, Stern) berichten, auch. Was als mediales Phänomen nicht völlig neu ist, aber in Frequenz und Aufdringlichkeit gefühlt doch ein neues Penetranzniveau erreicht hat. Warum?
Zum einen, weil die derzeit spürbaren Folgen kapitalistischen Strebens ganz klar neuen Bedarf erzeugen. Die stete Sorge, dass das Dach des Wohlstands bald auf des kleinen Bürgers Schädeldecke kracht, befördert die Suche nach einem anderen, von Konjunktur und Banken unabhängigen Mehrwert im Leben. Nach etwas, das man mit Geld (zum Glück!) nicht kaufen kann und das immun macht gegen die Erschütterungen dieser Zeit. Zum anderen harrt der Begriff von Wissenschaft bzw. Wissensgesellschaft nach wie vor seiner Durchdringung: Verbreitet ist nach wie vor der Glaube, man müsse nur forschen, um hernach tatsächlich auch zu wissen.
Befeuert durch die Umstände zeitigt daher schon die Existenz von Glücks- und Liebesforschung eine unbescheidene Erwartung: Die Wissenschaft soll durch Glücksrezepte Erlösung bringen. Wobei der Weg hin zu dieser Erlösung ruhig ein steiniger sein darf, weil einer immer Schuld haben muss, und das ist in unserer Gesellschaft eben selten das System und meistens das Individuum. Wenn es ungeliebt und unglücklich ist, hat es Fehler gemacht. Nicht genug auf sich geachtet. Zuviel gearbeitet. Zu wenig Zeit gehabt für die Liebe.
Glück ist Liebe ist Glück ist ....
Interessant ist dabei auch das große Bedürfnis nach wissenschaftlicher Empirie: Wo einst das Wort der Bibel oder anderer Schriften dazu gereichte (und noch gereicht), sich als Unglücklicher in Selbstanklage zu suhlen um fortan eifrig nach Höherem zu streben, liefern dafür nun scheinbar harte Zahlen und Fakten die Grundlage. Mit Vorliebe solche, die sich zur Entlarvung von Mythen eignen und damit eine Art überraschenden Erkenntniswert bieten – etwas, worauf man vorher nicht gekommen wäre und das man nutzen kann, um auf dem Weg zur Glückseligkeit einen Schritt voranzukommen. Je schneller, desto besser.
Es kann daher nur enttäuschend sein, was Wissenschaftler nach oft jahrelanger Beschaffung und Analyse von Daten und Umfrageergebnissen nun kundtun: Der Schlüssel zum Glück? Die Liebe. Der Schlüssel zu Liebe? Der pflegliche und intensive Umgang mit Menschen, die man mag. Glücklichen Menschen gelingt das statistisch signifikant besser als unglücklichen, was nicht unbedingt etwas mit einer glücklichen Kindheit zu tun haben muss, aber kann, und auch nicht in eine glückliche Partnerschaft münden muss, es aber am ehesten tut, wenn bereits ein enges soziales Netzwerk existiert. Weshalb die Liebe auch eine Frage des Glücks zu sein scheint, aber wenn Menschen glücklich sind, weil sie lieben und geliebt werden, und das wiederum so ist, weil diese Menschen glücklich sind – wo findet man dann den Schlüssel zum Glück?
Wäre Wissenschaft ein Dienstleistungsunternehmen, das sich dem Service am Kunden verpflichtet hätte (mit tatkräftiger Unterstützung der Forschungsministerin erscheint es bisweilen sogar so), man dürfte nun reklamieren. Die Liebes- und Glücksforschung allerdings ist einem derartigen Ziel genau so verpflichtet, wie jeder andere Forschung auch – nämlich gar nicht. Man könnte sich wünschen, dass sie ihren Blick mehr auf den politökonomischen Glückskontext richtet. Ansonsten gilt, was jeder Glücksforscher zu bestätigen weiß: Dass es nichts Richtiges im Falschen gibt.
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Dazu fällt mir wiedereinmal Hannah Arendt ein, die über die Wissenschaften schrieb: ""Gegen ihre Kaltblütigkeit, ‚das Undenkbare zu denken’, wäre kaum etwas einzuwenden, wenn man nur sicher sein könnte, dass sie überhaupt denken. Anstatt sich auf ein so altmodisches, von Computern nicht zu übernehmendes Geschäft wie das Denken einzulassen, rechnen sie mit Hilfe ihrer Maschinen die Konsequenzen gewisser hypothetisch angenommener Konstellationen aus..."
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lieber jörg friedrich,
danke für das zitat, dessen aussage bisweilen sicher seine berechtigung hat. worum es mir allerdings geht ist nicht zuerst die kritik an einer wissenschaft, die sich dem phänomen glück/zufriedenheit mit empirischen methoden widmet. es wird zudem durchaus auch gedacht, in der forschung. es geht eher darum, die tieferen ursachen - die entwicklungen in unserer gesellschaft - ob solcher betrachtungen nicht aus den augen zu verlieren. und es geht um eine erwartungshaltung gegenüber der wissenschaft, die meines erachtens fragwürdig ist. wissenschaft kann, muss aber nicht und sollte auch gar nicht immer dazu beitragen, die fehler und irrwege der gesellschaft durch wissenschaftlich generierte rezepte zu korrigieren. das mit dem denken ließe sich hier auch auf den nicht unmittelbar an wissenschaftlichen prozessen beteiligten übertragen: den bürger. den politiker. den unternehmer. |
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Liebe Kathrin Zinkant,
ich denke, das gehört zusammen. Das vorherrschende "Denken" ist wissenschaftlich-technisches Rechnen, gerade auch in gesellschaftlichen Fragen, denen man mit wissenschaftlich fundierten Sozial-Techniken beizukommen versucht. Voraussetzung dafür ist der Glaube, dass alles technisch beherrschbar ist, eben auch die Sicherung von Glück. Diesen Glauben haben heute eben nicht nur Wissenschaftler (und nicht einmal in erster Linie, ich kenne Wissenschaftler denen die Grenzen ihres rechnenden Problemlösens ziemlich klar ist), sondern auch Bürger, Politiker, Unternehmer. "Es wird zudem auch durchaus gedacht, in der Forschung." schreiben Sie. Natürlich wird eine Diskussion schnell unsachlich und polemisch, wenn man in Anschluss an Heidegger und Arendt sagt, Wissenschaft denkt nicht, sie rechnet. Aber wissenschaftliches Denken ist m.E. kein Denken in dem Sinne, dass es den menschlichen Ängsten und Sehnsüchten gerecht werden kann, es ist technisches Problemlösen, nicht in dem Sinne, dass Probleme auf technische Weise gelöst werden, sondern dass überhaupt nur technische Probleme gelöst werden - und solches Problemlösen kann man vom übrigen Denken ganz gut mit dem Wort "rechnen" abgrenzen. Menschliche Probleme sind aber im allgemeinen keine technischen Probleme, nicht einmal die, die durch Technik verursacht sind. |
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lieber jörg friedrich, wir nähern uns einander.
Voraussetzung dafür ist der Glaube, dass alles technisch beherrschbar ist, eben auch die Sicherung von Glück genau. hier stellt sich aber die frage, warum diese technische beherrschbarkeit überhaupt relevant wird. wissenschaftliches Denken ist m.E. kein Denken in dem Sinne, dass es den menschlichen Ängsten und Sehnsüchten gerecht werden kann das wiederum finde ich nicht. am anfang der problemlösung steht ein problem, und dieses wird meist so gesehen, weil es mit ängsten, sehnsüchten, leid und anderen dingen verknüpft ist. zum beispiel die angst vor krankheit oder dem altern oder der sehnsucht nach kindern. die lösung aber wird immer eine technische oder berechnende sein. oder keine lösung. |
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Liebe Kathrin Zinkant,
wir sind weiter voneinander entfernt als Sie vielleicht glauben. "Sehnsucht nach Kindern" oder "Angst vor Alter und Krankheit" werden bereits als technische Probleme aufgefasst, damit sie der technisch-wissenschaftlichen Problemlösung überhaupt zugeführt werden konnte. Die vormoderne Gesellschaft kannte keine "Sehnsucht nach Kindern" - Kinder waren einfach da, und wenn es im Einzelfall nicht die eigenen waren, dann waren es Geschwister, Neffen oder andere Kinder in der Gemeinde. "Sehnsucht nach Kindern" ist bereits ein "Problem" das es überhaupt nur in der technisch-wissenschaftlichen Welt geben kann, deshalb gibt es für dieses dann auch eine technische Lösung. Das wirkliche Problem wird dadurch aber völlig verfehlt, nämlich das Problem der "Sehnsucht nach Kindern" das auch ich als Vater zweier Kinder habe, wenn ich an leeren Spielplätzen nur noch alte Menschen auf Parkbänken sehe. Diesem Problem nachzugehen hieße, zu denken, aber für dieses Problem werden wir keine technische Lösung finden. |
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Hö? Das wird immer komplizierter. Was nu? Ich hab weder die Aussage von dem Artikel verstanden noch den Impuls.
Die Liebe (wissenschaftlich die Partnerschaftszufriedenheit) ist der wichtigste Faktor für die Zufriedenheit der Menschen nach Umfragen. Gleichzeitig korrelieren sie nach Studien auch miteinander hoch. Daher wird sich damit befasst. Das ist keine bösartige Privatisierung von Glück der Wissenschaft, sondern fußt auf der Aussage der Betroffenen. Mag sein sie machen sich was vor und in Wahrheit ist allen Geld am Wichtigsten, aber so eine These, wenn sie wenigstens gesagt worden wäre, wäre hoch spekulativ. Natürlich sieht es die Psychologie als Ziel an, wissenschaftliche Rezepte zu generieren, um Irrwege der Gesellschaft aufzudecken und Rezepte dagegen anzubieten. Um ein erfolgreiches Beispiel aus der Sozialpsychologie zu nennen: die Forschungen rund um Autoritätsgehorsam, Zivilcourage und Hilfeleistung, die zu mittlerweile weit verbeiteten Zivilcouragetrainings geführt haben. Das sehen sie nicht als Teil der Aufgabe der Wissenschaft an oder finden es nicht richtig? Wenn ja wieso? Wenn Ihnen eine bestimmte Fragestellung nicht genügend beachtet erscheint, könnten Sie sie bitte konkret benennen? Ich steig echt nicht durch, was sie meinen oder anstoßen möchten. |
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Eine wirklich schöne und zugleich philosophische Diskussion, die leider schnell (zu schnell) zu abstrakt wurde. Wenn ich Sie Herr Friedrich und Frau Zinkant richtig verstanden habe, dann beziehen Sie sich auf den leider noch häufig geltenden Positivismus innerhalb der Wissenschaft, der sämtliche Phänomene und Erscheinungen empirisch-wissenschaftlich erklären möchte?
Diese Vorstellung in der Wissenschaft ist wohl noch immer weit verbreitet. Vor allem unter Naturwissenschaftlern. Ich schätze es wird unsere Aufgabe sein, aus philosophisch-sozialwissenschaftlicher Sicht den Positivismus zu relativieren. Nun aber zu meinem grundsätzlichen Verständnisproblem. Liebe ist wie Hass ein Gemütszustand und somit eine Emotion. Emotionen sind meiner Ansicht nach individuelle Erscheinungen, die sich nur schwer verallgemeinern und somit auch nur schwer empirisch greifen lassen. Wie kann sich eine seriöse Wissenschaft dann mit Emotionen beschäftigen? Ist dies nicht ein Zeichen dafür, dass der Positivismus überholt ist und die Wissenschaft an ihre Grenzen gelangt, sobald es um solch individuelle Fragen geht? Sicherlich wird ein Psychologe nun antworten, dass er durch empirisch-statistische Erhebungen auch Gemütszustände erfassen und erforschen kann. Ich hoffe, dass ich Ihre wunderbare Diskussion mit meinem Zwischenruf nun nicht gestört habe. |
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Tobi-Eiki, Sie sprechen aus meiner Sicht einen wichtigen Punkt an. Liebe, Hass u.ä. sind subjektive Phänomene, sind an ein liebendes oder hassendes Subjekt gebunden. Die Wissenschaft muss sie so behandeln, als ob sie objektiv feststellbar wären, als ob man eine Definition angeben könnte nach der, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, eben Liebe oder Hass "vorliegt" - die somit beobachtbar werden würden. Liebe oder Hass kann man aber nicht beobachten, man kann sie nur erleben. Wir lernen die Wahrheit des Satzes "Ich liebe Dich" nicht wie wir die Wahrheit des Satzes "Ich schäle Kartoffeln" lernen, also nicht durch beobachten und hinzeigen, sondern durch erleben. Es sit wirklich fragwürdig ob solche Dinge, deren Wahrheit (im Gegensatz zur Korrektheit oder Richtigkeit) man nur im subjektiven Erleben erkennen kann, überhaupt mit wissenschaftlichen Methoden erfasst werden können.
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ja, renn nur nach dem Glück / doch renne nicht zu sehr / denn alle rennen nach dem Glück / das Glück rennt hinterher. - Bertolt Brecht
Wissenschaft ist auch nur eine Ideologie, und Ideologien machen nicht glücklich, sie befriedigen nur den Theoretiker in uns, der sich danach wundern darf, welche schindluderischen Spiele die Praxis mit der schönen Theorie treibt. Davon abgesehen, vielleicht wird Glück für zukünftige Generationen nurmehr eine Frage der Wahl der richtigen Pillen sein. |
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lieber lethe, ist doch immer wieder erstaunlich, wie schnell differenzierung zur dedifferenzierung führt.
wissenschaft ist also eine ideologie? können sie das am beispiel glück aus ihrer sicht erläutern? würde mich sehr interessieren :) |
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Wissenschaft in Gestalt allgemeiner Wissenschaftstheorie beruht auf gewissen Grundannahmen und Auffassungen über die Art und Weise, wie mit den Sachverhalten umzugehen ist. Dazu gehören u.a. die Überzeugung von einem deterministischen Universum, von Wirk-Kausalität, von der Notwendigkeit von Objektivierbarkeit, zumindest von Intersubjektivierbarkeit, aber auch ganz massiv z.B. Annahmen von räumlicher und zeitlicher Konstanz der Naturgesetze (die durch nichts belegt ist). Man kann vielleicht sagen, dass die Wissenschaft eine Ideologie ist, die plausibler ist als manche andere Ideologie; zu glauben, diese spezifische Ideologie würde uns zu objektiver Kenntnis des Universums führen, halte ich für verwegen.
persönliches Glück ist durch die Jahrtausende hindurch offenbar völlig unberührt von der Frage, wie die Welt objektiv ist. Ich bin weit davon entfernt, Naturvölkern Glückseligkeit zu unterstellen. Aber da die Mitglieder dieser Völker offenbar nicht nur streng unglücklich sind, ist zum Glücklichsein die genaue Kenntnis z.B. der chemischen Zusammensetzung von Mineralien nicht notwendig und auch nicht das Wissen um das exakte Mischungsverhältnis unseres Hormaonstatus. Für die Frage des Glücklichseins reicht offenbar ein qualitatives Weltwissen völlig aus, wir benötigen dafür kein quantitatives Weltwissen. |
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Der Begriff Ideologie ist m.E. unbrauchbar weil er entweder trivial ist (Ideologie als ideo logia - als Rede/Lehre/System von Ideen) oder abwertend (durch die klassenkämpferische Benutzung geprägt).
Wissenschaft ist natürlich ein System von Überzeugungen, die auf spezifische Weise gebildet und gerechtfertigt werden. Aus meiner Sicht besteht diese "spezifische Weise" vor allem im Bilden von Kategorien und Klassen, in die man die Realität einzuordnen versucht. Das macht Wissenschaft für manche Ziele nützlich, für andere aber unbrauchbar. Brauchbar ist sie vor allem dann, wenn die Welt durch den menschlichen Eingriff schon so eingerichtet ist, dass sie nicht mehr durch natürliche Vielfalt, sondern technische Klarheit geprägt ist. In den Ecken meiner Welt, in denen Glück, Unglück, Leid, Schmerz,Liebe hausen, gibt es aber keine Klarheit, deshalb hilft da auch keine Wissenschaft. |
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dann nennen wir es Weltanschauung, ich bestehe nicht auf Begrifflichkeiten, solange das Gemeinte klar ist^^
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Das gemeinte ist klar geworden. Wobei ich vorbereitet war und nicht viel darüber nachdenken musste.
Schon richtig, wenn man leichtfertig von Ideologie spricht. Auch Wissenschaft ist für das Individuum eine Glaubensfrage. Denn ... wer hat schon die Zeit und zudem die Möglichkeit die ganze Wissenschaft selbst persönlich auf ihre plausible Objektivität und Richtigkeit zu prüfen? Ich kenne da niemanden. und so wie es aussieht, wirds den auch nicht geben. Und so lernen wir im Vertrauen, was Wissenschaft er-/gefunden hat. Bei Wissenslöchern wird das Vertrauen dann aber zur Zerreisprobe. Und Unwissenheit gibt es offenbar leider noch sehr viel. |
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Ideologie würde ichs nicht nennen, ansonsten stimm ich Ihnen zu. Die Wissenschaft ist ein Ansatz sich Erkenntnis zu nähern, wie die Religion. Ideologie wird es erst wenn es DER Ansatz ist, der einzig wahre bla und blubb.
Bei der Frage, in welchen Ländern die Menschen am Glücklichsten sind, sind regelmäßig ganz arme Länder vorne. Also SCHEINT es von Wohlstand unabhängig zu sein. Ich sage scheint, weil die absolut gestellte Frage relative Faktoren wie die Erwartungshaltung außer Acht lässt. Wenn ich kein Geld erwarte, es nicht im Horizont der Möglichkeiten liegt, mindert sein Nichtvorhandensein natürlich auch nicht das Glücksgefühl. Ich hingegen (Kind einer Industrienation) verfalle in Bedrückung, wenn ich kein Geld habe. Ob ich quasi objektiv im Schnitt nicht trotzdem glücklicher bin als eine Frau, die damit rechnen muss, dass ihr Kind verhungert, die Bedrückung die darin liegt, für sie aber normal ist und sich nicht negativ auf die Frage nach ihrem Glücksempfinden auswirkt (egal wie schlimm es tatsächlich ist), kann man nicht messen, weil jeder klarerweise immer nur von seinem Glückslevel ausgeht. |
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Und selbst das eigene "Glückslevel" von heute lässt sich nicht mit einem früheren in Beziehung setzen, es vergleichen, denn dazu ist unser Gehirn scheinbar nicht in der Lage. Wir haben im Bewusstsein keinen "Speicher", der uns zuverlässig das Bewusstsein von vor 10 Jahren oder gar von Gestern noch einmal vorspielt, dass wir es vergleichen könnten. Alle Aussagen dahingehend sind also reine Subjektivität - und zwar aus dem Bewusstsein von heute erfunden. Wir mögen uns zwar an besonders glückliche Momente erinnern und darüber ein Urteil sprechen können, aber das "Glückslevel" in der Vergangenheit ist uns unzugänglich.
In der öffentlichen Wahrnehmung erscheint anerkannte Wissenschaft als Ideologie. Es kommt dazu, weil die allgemeine öffentlichkeit unkritisch der die Ausrufung der anerkannten Wissenschaft diese Art Deutungshoheit zugesteht - achtet dabei aber nicht, wer denn da die wissenschaft ausruft.. Dies geschieht im Vertrauen - und so ist es bei "regulären" Ideologien auch. Und leider wird in der öffentlichen Wahrnehmung regelmässig mehr hineininterpretiert, als im Kern nur drinnen steckt. Manchmal geschieht das sogar schon bei der Erstveröffentlichung - also schon durch den Wissenschaftler selbst. |
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Jörg Friedrich schrieb am 06.01.2012 um 12:32
"Menschliche Probleme sind aber im allgemeinen keine technischen Probleme, nicht einmal die, die durch Technik verursacht sind." -> Das sieht der Funktionalismus aber etwas anders. Wenn es also um den Gedanken geht, der sich als organisches Korellat im Gehirn wiederfinden lässt und Gehirnaktivität mit elektrischen Strömen einhergeht, dann hat es eben auch wieder mit "berechnen" zu tun. Und der Mensch wird wieder technisch verstanden. Und auch Gefühle wie Liebe sind dann ein technisch deutbares "Ding". Ohne die Technik direkt am Menschen angewendet zu haben, hätten wir heute keine Zivilisation, sondern noch immer die eher wilde Horde von Urmenschen. Und selbst die Globalisierung des Menschen (nicht der Witschaft) ist nur möglich, weil sich dabei ein paar gewisse technische Besonderheiten als Hilfsmittel eignen. Wirkliche Globalisierung des Menschen ist erst seit dem Atomzeitalter möglich. Vorher nicht effektiv und Erfolgversprechend durchführbar. Es ist auch die Globalisierung der Gefühle wie Liebe ... und diese Gefühle kommen vielleicht nicht von allein oder, wenn doch, dann können sie beeinflußt werden - von Extern, nicht jedoch vom Individuum selbt. Eine Methode kenne ich aber schon, wo sich das Individuum selbst in den Gefühlen beeinflussen kann. Das wäre der Gebrauch von Cannabis etwa. Dies hat aber Folgen für den ganzen organismus und das Bewusstsein im Schwarm - durch die dadurch beschleunigten Veränderung des neuronalen Apparates. Das also die menschlichen Probleme keine technischen sind, mag man leicht dahin sagen. Aber eben auch der menschliche Organismus wird in seine Teile zerlegt, damit man technisch an das System (Bioorganismus) anknüpfen kann. Und ... leider ... dabei sind sie noch nicht weit - so schauts jedenfalls aus. Vielleicht will man aber auch nicht weit sein? Denn, dazu müsste man sich mal die Ursache von Krankheit genauer ansehen. Vielleicht besteht eine unbewusste Auslese im Schwarm. Es sind nicht (immer) eben die viel gefürchteten Viren oder Bakterien, die einen Menschen dahinraffen oder krankmachen. Die sind allermeist nur Folge von geschwächtem Zellgewebe/Organismus - wo sie sich dann überhaupt erst übermäßig ansammeln können. Der Schluß also, es sei immer ein Keim die Ursache, geht leider fehl. Vielleicht ist Krankheit auch nur ein Gefühl? Eben ein schlechtes? Und der Mensch geht an seinen Gefühlen zu Grunde - weil schlechte Gefühle den organismus schädigen ...!? Was Krankheit ist, gibt etwa die WHO vor und beschreibt, wie diese auszusehen hat, damit sie einen Namen bekommt. Dabei geht die WHO selbst schon recht technisch und Systematisch vor. Alles, was sie aber nur machen, ist die Beschreibung von Symptomen eines Grundproblems. Und gegen diese Symptome gibt es dann Therapiemethodik. An der Ursache wird jedoch nichts vorgenomen - geschweige denn sie überhaupt genannt. Die nämlich muß aus anderen Gründen erhalten bleiben. |
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chrislow, man kann zwar Liebe "technisch deuten" aber dann spricht man nicht mehr über Liebe. Man kann Fußball auch als Rasenzertreten deuten aber dann spricht man nicht mehr über Fußball. Oder man deutet einen Kinofilm als Beleuchtung einer Leinwand mit farbigem Licht - aber dann spricht man nicht mehr über den Film und erst recht nicht über die Geschichte, die der Film erzählt.
Die technische Deutung eines menschlichen Gefühls oder Gedankens oder Handelns mag zwar etwas erzeugen, worüber sich dann auch etwas korrektes, zutreffendes, richtiges berechnen und feststellen lässt, aber es wäre doch ein Irrtum anzunehmen, dass man dann noch etwas Wahres über Gefühle, Gedanken und Handlungen sagen würde. |
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Die erklärungsweisen teilen sich hier in die "erste-Person-Perspektive" und die "dritte-Person-Persprektive" auf. Die Dritte Person Perspektive ist die meine Erklärung und geht von der Person eines Facharztes vor einem fMRT Monitor aus.
Der Probant (erste Person Perspektive) erklärt sein Gefühl (Liebe) so: Ich bin völlig aus dem Häuschen, habe weiche Knie und total unkonzentriert, wenn ich an ihn/sie denke (idealisiert). Der Arzt vor dem Monitor weiss das und sieht das Aktivitätsmuster des Gehinrs auf dem Monitor. Und das dürfte sich wesendlich vom Aktivitätsmuster des selben Probanten beim Nasepopeln unterscheiden. In der Folge ist der Facharzt oder sonstiger Versuchsdurchführer dazu gezwungen, dieses Aktivitätsmuster als Liebe zu bezeichnen. Und auch der Film ist anhand seiner Einzelbilder unter tausenden anderen Filmen wieder zu erkennen. Jedes Einzelbild hat seine unverwechselbare Pixelanzahl und Farbe oder bei Projektionen eben Bereiche mit entsprechender Ausleuchtung. Das dürfte sogar zuverlässiger funktionieren, als mit Fingerabdrücken. Und möglicherweise gibt es nichts wahreres, als das Aktivitätsmuster eines Gehirnes. Das Geschwafel über Gefühle ist in erster Linie nur eines: Subjektiv und somit zwar beschreibbar, jedoch nicht Übertragbar auf dritte. Stichwort Heterophänomenologie = Erste-Personen-Berichte sind nicht präzise wissenschaftlich erfassbar. Jetzt mag es natürlich sein, dass das Gefühl Liebe aus Sicht des Betroffenen ihn nicht dazu drängt, dass er es irgendwie wissenschaftlich erklärt haben will. Bitteschön, das erkenne ich an. Liebe ist offenbar zu schön um Wahr zu sein... Aber es ist durchaus interessant, was denn eigendlich zu diesem Gefühl führt. Leider aber wie es aussieht ist da eben noch keinerlei Erkenntnis entstanden - trotz seit 20 jahren unentwegter Forschung am Hirn des Menschen. |
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chrislow, es geht nicht um die erste oder die dritte Person, sondern darum ob Sie "Wer?" oder "Was?" fragen. Auch in der dritten Person, wenn Sie "Wer?" fragen, fragen Sie nach einem Subjekt, nach einem "Selbst" - und wenn Sie über Liebe, Hass, Hoffnung, Schuld, Verantwortung, Pflich usw reden und dabei "Wer?" fragen dann kommen Sie zu einer anderen Wahrheit als wenn Sie "Was?" fragen.
Sie wollen nur das als "wahr" akzeptieren, was mit "Was?" erfragt werden kann? Aber warum sollten wir die Wahrheit von Antworten auf "Wer?"-Fragen nicht genauso hoch schätzen? |
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Vielleicht fürt ja die Beantwortung der Frage "Was" zur Antwort für die Frage nach "Wer". Umgekehrt täte es wahrscheinlich auch gehen. Nur daran stößt sich derzeit noch niemand, obwohl man schon mal fragen würde können, was es denn mit Emphatie auf sich hat .. und wie die denn funktioniert. Nur weil sie so sehr an der Frage nach dem "Wer" festhängen; müsste es in diesem Fall nicht immer der jeweilige Gegenüber sein? Und, ... wieso also ist es so? Welcher Informationsgehalt führt dazu?
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Eine hochinteressante Thematik, Frau Zinkant.
Leider fehlt mir heute die Zeit, darauf weiter einzugehen. (Für mich habe ich aber den Artikel mit diesem Kommentar nun gleichsam markiert, um in den nächsten Tagen darauf zurück zu kommen.) Insbesondere die Positionen von Jörg Friedrich laden mich geradezu ein, seine vorgetragenen Ansichten, die ich für mehr als berechtigt ansehe, dann aufzugreifen. Für heute wünsche ich noch einen angenehmen Sonntag. |
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Ein schönes Thema, liebe Frau Zinkant. Mir fällt dazu kaum Wissenschaftliches ein; man liest ja auch im Gesicht, ob jemand glücklich ist - und, wenn's gut geht, teilt man das Glück.
"Glücklich leben wollen alle, aber wenn man herausfinden will, was ein glückliches Leben ausmacht, dann gewinnt man keine Klarheit" (Seneca). Oder man liest Balthasar Gracian? Ralph Waldo Emerson? Ich schreibe eine Episode von Zhuangzi auf, sie ist nicht ganz kurz. Der Schlachter Ding zerteilte ein Rind für den Fürsten Wenhui. Mit der Hand hielt er das Tier gepackt, drückte es gegen seine Schulter und hielt es, den Fuß fest auf den Boden gestemmt, mit dem Druck seiner Knie fest; es erklangen so musikalisch hua [ritsch] und sein Messer bewegte sich so gut im Takt, indem es huo [ratsch] vernehmen ließ, daß es vom Anfang bis zum Ende mit einem Musikstück im Einklang war [...] Wirklich bewundernswert!, rief der Fürst aus: Wohin doch die Technik führen kann! Der Schlachter legte sein Messer nieder und antwortete: Das, wovon ich begeistert bin, geht über jede Technik hinaus. Als ich anfing, Rinder zu zerteilen, konnte ich nicht umhin, das Rind als Ganzes zu sehen. Dann, drei Jahre später, drängte es sich mir nicht mehr als Ganzes [so massiv] auf. Gegenwärtig begegne ich ihm durch eine [geläuterte und] geistige Wahrnehmung, anstatt es nur mit den Augen zu betrachten: wenn das Wissen der Sinne stehenbleibt, strebt meine geistige Fähigkeit danach, es abzulösen, indem sie sich auf die natürliche ["himmlische"] Struktur des Tieres stützt. Ich setze somit bei den großen Zwischenräumen an und führe mein Messer durch breite Durchgänge, indem ich mit der inneren Form verschmelze. Wenn ich weder die Venen noch die Arterien, die Muskeln oder die Nerven berühre, um so mehr geht das auch bei den großen Knochen! Ein guter Schlachter muß einmal im Jahr das Messer wechseln: weil er das Fleisch schneidet. Ein gewöhnlicher Schlachter muß einmal im Monat das Messer wechseln: weil er die Knochen zerhackt. Nun mache ich diese Arbeit neunzehn Jahre, ich habe Tausende von Rindern zerteilt und die Klinge meines Messers ist immer noch so scharf, als ob sie gerade geschliffen worden wäre. Dennoch, jedesmal wenn ich an einen Verbindungspunkt komme, erwäge ich die Schwierigkeit und, auf der Hut, den Blick aufmerksam fixiert, langsam vorgehend, handhabe ich das Messer äußerst vorsichtig: ein Hou und es ist ab. Dann ziehe ich mein Messer zurück und richte mich wieder auf. Ich sehe mich um und entspanne mich, wobei ich meine innere Zufriedenheit finde. Nachdem ich mein Messer abgewischt habe, stecke ich es in seine Scheide. Wirklich bewundernswert!, rief der Fürst. Wenn ich die Worte des Schlachters Ding vernehme, verstehe ich, was es bedeutet, sein Leben zu nähren. [In: Francois Jullien, Sein Leben nähren. Abseits vom Glück. Berlin 2006, S. 115-117] |
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Jörg Friedrich schrieb am 06.01.2012 um 15:36
"In den Ecken meiner Welt, in denen Glück, Unglück, Leid, Schmerz,Liebe hausen, gibt es aber keine Klarheit, deshalb hilft da auch keine Wissenschaft." -> Also, wenn einer so diagnostiziert wird, dass er an Glück, Unglück, Schmerz, liebe und anderen Gefühlen leidet, dann wird die Wissenschaft heute sehr wohl als Abhilfe angewendet und ist somit scheinbar hilfreich. Und zwar sind gegen all solche "überwältigenden" Gefühle allerhand Psychopharmaka verfügbar, die einem bestimmt alle diese Gefühle nehmen können. Wenn das nicht eine Art Klarheit (wieder) herstellt? Vielleicht klingt das jetzt zynisch... aber es ist Wahrheit.... Realität. Zu viele Emotionen sind in unserer Gesellschaft nicht erwünscht. Und schnell spricht man davon, dass der "Patient", der er dann schnell sein wird, daran leidet. Dabei ist es die Gesellschaft, die daran leidet. Das aber gesteht sie sich nicht ein und schiebt die Schuld auf den einzelnen. Wahrscheinlich ist sie nur neidisch...und gönnt niemanden etwa eine Krankheit, die sich vielleicht Liebe nennt. Ach nein, ... der Mensch ist ja in solchen Umständen nicht fähig seinen Pflichten nach zu kommen - selbstständig zu sein ... und so. Zwei Seiten der gleichen Münze. Es ist schon richtig, dass Wissenschaft nicht für alle Ziele nützlich ist. Und so nutzt es eben wenig, zu wissen, wie sich eben Glück und Liebe im Gehirn auswirken, wenn man mit den Auswirkungen im Ganzen gar nicht so sehr im Altag konfrontiert werden will. Was man da eben wissen muß, ist... wie man die richtigen Therapiemethoden dagegen findet. Und endlich kann rein prakmatisch gar kein wirklich glückliches Volk im Lande erwünscht sein. Das wird dann nämlich nicht mehr funktionalisiert werden können - es wird schwieriger, es für Mehrleistung zu motivieren. Und immer mehr Leistung egal wie, ist in diesem Wirtschaftssystem die einzige Idee zum Erfolg. |
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Nun komme ich heute dazu, hier vorbeizuschauen.
Ich wollte, schrieb ich oben, noch etwas zum Beitrag auch beitragen. Ich habe ihn mir nochmals vorgenommen und nehme von dem Sinnen Abstand, weil ich aus dem Potpourri dessen, was Sie, Frau Zinkant, dort geschrieben haben, keinen rechten Faden finden kann, daran anzuknüpfen. Im Grunde haben Sie überhaupt keine Aussage getroffen, auf die man eingehen kann. Insbesondere kommt Ihr erster Kommentar noch dazu, der den artikel selbst relativiert. |
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Meine Oma schrieb in mein Poesiealbum:
"Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück, denn die Liebe, die wir geben, kehrt ins eig´ne Herz zurück." Meine Oma war sehr klug und weiter ist die Wissenschaft bisher auch nicht, trotz Aufzeigen interessanter Korrelationen, wie z.B. : arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Emotion.shtml#Plutchiks Emotionsmodell An dem Emotionsmodell nach Plutchik ist erkenntlich, dass 'Glück' keine Primäremotion ist - Liebe und Freude sind dagegen Primäremotionen. Glück ist ein Gemisch mehrerer Emotionen, zumindest sind eine 'Prise' Liebe und Freude als 'Grundzutaten' immer dabei. Worin liegt nun der Schlüssel zum Glück? Die Erklärung dazu führt uber einen Umweg bzw. über neue Erkenntnisse eines anderen Bereiches der Emotionen: Drei Einfluss-Faktoren sind für Emotionen bedeutsam: Kultur, Physiologie und Kognition. Kognition scheint der wichtigste Faktor zu sein (neben biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren) , wie bei der Depressionsforschung herausgefunden wurde. Vereinfacht gesagt, geht es um Realitätskonstruktionen, um Interpretationen, Bewertungen und Einstellungen hinsichtlich er eigenen Person, der welt an sich u.a., wobei es zu negativen Schemata und kognitiven Fehlern kommt. Mit diesem Wissen kann bei Glück darauf geschlossen werden, dass Glück positive Berwertungen und Einstellungen beinhaltet bzw. diesem vorausgehen (was mittlerweile auch bewiesen wurde). Diese Fähigkeit zu angemessener positiver Bewertung und Einstellung stellt sozusagen einen Schlüssel zum Glück dar. Und natürlich die Liebe als Grundkraft des Lebens. |
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Mir fällt dazu nur I. Kant ein, der sagte, dass Menschen nicht deshalb existieren, um glückselig zu sein, sondern um ihre Pflichten zu erkennen und wahrzunehmen (aus ihrem Naturzusammenhang) wie aus ihrer Geselligkeit, der Soziabilität. Mit Liebe meint er das, was man üblicherweise darunter meint, ansonsten sagt er Wohlwollen, Wohltun - die Pflichtigkeit im Verhältnis zu sich selbst und zu andern.
Mme Pompadour hat das Ganze auf ne einfache Formel gebracht: Seien Sie immer heiter und vergnügt. Eine Formel an der sich alle Professoren aller Zeiten die Zähne ausbeißen können. |
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In den Briefen der P. - sie schrieb bis zu 60 pro Tag - ist mehr über da Thema nachzulesen als in den 3 Meter Reclambändchen antik und nachantik (was nicht heißen soll, dass man diese 3 Meter NICHT gelesen haben sollte, man kann sich dann die aktuelle Aufgüsse ersparen (wie die Kosten)).
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Ausgabe 20/2012
16.05.2012
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Ben Goldacre über verblendete Forschung
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Blog zum Magazin wider die Parawissenschaft
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Ausführlich, schön: Ed Long über Wissenschaft
Plazeboalarm
Marcus Anhäuser wacht wachen Auges, nicht nur über Medizin
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Mit feiner Ironie gegen die Klimaskeptiker
Stationäre Aufnahme
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