Das Online-Abo
ist beispielsweise das Modell für das Wall Street Journal. Es bietet sichere Einnahmen von rund 8 US-Dollar pro Leser und Monat. Im Februar 2009 hatte WSJ.com laut Neil McIntosh, Leiter der europäischen Online-Ausgabe des Wall Street Journal, schon über eine Million Abonnenten.
Vorteile / Nachteile
Das aus dem Print bekannte Subskriptionsmodell ist in dem Fall erfolgreich in das Web übertragen worden. Allerdings gilt dies als Ausnahme. Viele Zeitungen scheuen den Schritt und wollen keine Abo-Bezahlschranke vor ihre Inhalte setzen. Sie befürchten eine massenhafte Abwanderung der Leser zur kostenlosen Konkurrenz. Es ist wahrscheinlich, dass bis auf weiteres nur sehr starke Zeitungsmarken wie das Wall Street Journal ein solches Modell durchsetzen können. Verleger Rupert Murdoch hat angekündigt, das Modell auf alle seine Titel ausweiten zu wollen.
Der Einzelkauf von Artikeln
Den Einstieg in dieses so genannte „Freemium-Modell“ hat ab 2010 das Medienhaus DuMont Schauberg geplant (unter anderem: Berliner Kurier, Berliner Zeitung, Express, Frankfurter Rundschau, Kölner Stadt-Anzeiger, Mitteldeutsche Zeitung). Die Werbeeinnahmen alleine reichen nicht mehr aus, um Exklusivinhalte im Netz zu finanzieren, heißt die einfache Begründung. „Freemium“ heißt, dass durch den Verkauf von einzelnen Artikeln andere Inhalte mitfinanziert werden.
Vorteile / Nachteile
DuMont Schauberg hofft darauf, ab 2010 für einzelne Artikel um die 30 Cent pro Leser einnehmen zu können. Diese Bezahlschranke gilt allerdings nur für bestimmte Inhalte. Ein großer Teil des Angebots soll frei zugänglich bleiben. Das große Problem stellen die aktuellen Bezahlsysteme dar. Die Technik ist entweder zu unausgereift, zu komplex oder zu teuer, um spontane Transaktionen von Centbeträgen zu ermöglichen.
Anzeigen
Auf reine Anzeigenfinanzierung setzen die meisten Angebote im Internet, bisher reichen die Einnahmen aber meist nicht zur Finanzierung aus. Eines der wenigen Gegenbeispiele ist die Huffington Post, die ausschließlich online erscheint und im vergangenen Jahr mehrere Millionen Gewinn machte.
Vorteile / Nachteile
Der Vorteil einer nur im Netz existierenden Zeitung liegt in den geringen Produktionskosten. Die Huffington Post beschäftigt nur rund 80 Mitarbeiter und muss keinerlei Druck und Vertrieb bezahlen. Darüberhinaus schreiben viele Menschen für wenig Geld oder sogar kostenlos Blog-Beiträge. Problematisch wird es jedoch bei der Qualität: Um die große Reichweite zu generieren, polarisiert das Blatt häufig und ist so eine politisch stark links-liberal gefärbte Zeitung. Und bei vielen Top-Stories muss sie weiterhin auf die Webauftritte der New York Times und anderer Zeitungen oder Online-Medien verweisen. Dennoch können nur diese mit ihren vielen erfahrenen Redakteuren und Korrespondenten die entsprechende Recherche, Sorgfalt und Hintergrundinformation anbieten.
Stiftungsfinanzierter Journalismus
Dieses Modell steckt noch in den Anfängen. 2007 wurde in den USA die Stiftung ProPublica gegründet, um aufwändige und unabhängige Recherchen, besonders in den Ressorts Politik und Wirtschaft, zu finanzieren.
Vorteile / Nachteile
Unter diesem Modell können Journalisten frei recherchieren und müssen sich keine Gedanken um Reichweite und Monetarisierung machen. Die Inhalte werden bei ProPublica veröffentlicht und in anderen Medien kostenfrei angeboten. Allerdings lässt sich auf diese Weise wohl kaum der Betrieb einer tagesaktuellen Zeitung mit vollem Ressortangebot finanzieren. So verfügt ProPublica über ein Jahres-Budget von rund 10 Millionen US-Dollar.
Erweiterung der Geschäftsfelder
Das Modell, das auch deutsche Verlegerverbände ihren Mitgliedern empfehlen. Es basiert darauf, mit Service-Angeboten Einnahmen zu erzielen, die dann dem Journalismus zu Gute kommen. Bei der britischen The Sun sind das beispielweise Sportwetten, Poker und andere Casino-Spiele, andere setzen auf Online-Shops oder Bekanntschaftsanzeigen. Immer interessanter wird außerdem der Vertrieb von Applikationen für Mobiltelefone, etwa das iPhone von Apple.
Vorteile / Nachteile
Es handelt sich bei diesen Modellen vor allem um Experimente, denn wie rentabel sich die einzelnen Varianten zeigen werden, ist ungewiss. Fast immer sehen sich Zeitungen auch in diesem Umfeld spezialisierten Anbietern (beispielsweise im Falle von Casino-Spielen und Sportwetten) oder einer kostenlosen Konkurrenz gegenüber. So bietet die New York Times ihre iPhone-Angebot kostenlos an.
Spenden/Crowdfunding
Ein Ansatz, der bisher erst von einzelnen, ausschließlich weborientierten Anbietern gegangen worden ist. Wikipedia etwa sammelte bei einer Spendenaktion im Frühjahr 2008 knapp 2,2 Millionen Dollar ein. Ein anderes Beispiel ist spot.us – eine Plattform für durch Kleinspenden finanzierten investigativen Journalismus. Community-Mitglieder können auf der Website Themen vorschlagen, Journalisten sich mit Kostenvoranschlag und Umsetzungsidee darum bewerben.
Vorteile/Nachteile
Das Modell holt zwar das Publikum mit ins Boot, auch dürfte die genaue Zweckbestimmung der Spenden attraktiv sein. Ein Ansatz für kommerziell ausgerichtete Medienhäuser bietet der Ansatz aber kaum, auch weil niemand mit festen Einnahmen rechnen kann (siehe dazu auch „stiftungsfinanzierter Journalismus“).