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Politik : Boykotteure für die Freiheit: die Anti-Saccharisten

Für die Geburtsstunde der globalisierungskritischen Bewegung spielte Zucker eine entscheidende Rolle

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1791 kann als Urstunde der globalisierungskritischen Bewegung angesehen werden, auf jeden Fall als das Geburtsjahr eines der erfolgreichsten Verbraucherboykotts der Geschichte: Gegenstand war der Zucker, protestiert wurde gegen den englischen Sklavenhandel.


Der hatte am Ende des 18. Jahrhunderts seinen Höhepunkt erreicht – allein 1787 deportierten die Schiffe ihrer Majestät 38.000 Afrikaner als Zwangsarbeiter in die Neue Welt. Zucker, das „weiße Gold“, das die Sklaven in den britischen Kolonien herstellten, war Hauptimportprodukt auf der Insel, durchschnittlich verzehrte eine Familie in der Woche ein Kilo davon, hauptsächlich mit etwas Zusatz von Tee.

Die „Anti-Saccharisten“ wurden bald zu einer Speerspitze der Bewegung gegen die Sklaverei, unterstützt wurde sie von Intellektuellen, Dichtern und Karikaturisten. Der Dichter Robert Southey bezeichnete Tee in einem Gedicht als „blutgesüßtes Getränk“, Aktivisten zerschlugen öffentlich von „Zucker besudelte“ Teetassen, und die damals so populären Tea Partys wurden gesellschaftlich geächtet. Auf dem Höhepunkt des Boykotts erklärte Thomas Clarkson, ein Wortführer der Kampagne, 300.000 Menschen hätten auf Zucker verzichtet.

Nachdem sich zum Boykott noch eine Reihe von Sklavenaufständen gesellt hatte , schaffte Großbritannien 1807 den Sklavenhandel offiziell ab. Der Zuckerverbrauch erreichte bald wieder das alte Niveau, doch es sollte noch 25 Jahre dauern, bis die Sklaverei im ganzen Empire gesetzlich verboten wurde.

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