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Kurzporträt | 19.01.2012 07:00 | Mikael Krogerus

Der Bulle aus Fuschl

Dietrich Mateschitz führt Red Bull, wie Steve Jobs Apple führte: mit einer Mischung aus Gespür, Sturheit und Stolz

Die Idee, die ihn zum mehrfachen Milliardär machte, kam Dietrich „Didi“ Mateschitz 1982 – so die Legende – in der Hotellobby des Mandarin Oriental in Bangkok. Der damals 38-jährige Blendax-Marketingdirektor blätterte in einer ausgelesenen Newsweek und stieß auf die Liste der größten Steuerzahler Japans. Auf Platz eins stand nicht Toyota oder Sony, sondern Taisho Pharmaceuticals, Hersteller des energiespendenden Softdrinks Lipovitan.

Marketing-Mann Mateschitz las Lipovitan und dachte an Krating Daeng, ein unter thailändischen Lkw-Fahrern verbreiteter Energy Drink, mit dem er kürzlich seinen Jetlag kuriert hatte. Und er dachte daran, dass es ein solches Getränk in Europa noch nicht gab. Zwei Jahre später, 1984, gründete Mateschitz die Red Bull GmbH, drei Jahre später war die erste Dose auf dem Markt.

Mateschitz führt Red Bull, wie Steve Jobs Apple führte: mit einer Mischung aus Gespür, Sturheit und Stolz. Er macht nur, was er will. Die Red-Bull-Zentrale aus dem dörflichen Fuschl am See nach Wien verlegen? Niemals. Den Börsengang wagen? Keine Chance. Vielleicht aus der kostspieligen Formel 1 aus­- steigen? Nur über seine Leiche. Stattdessen hat er in eine unüberschaubare Menge Nebenaktivitäten investiert, vom Fußball-Sponsoring (er besitzt vier Fußball-Teams) über Journalismus (das Magazin Red Bulletin, Servus TV) bis zum Motorsport (ein Nascar-Team, zwei Formel-1-Ställe). Profitabel aber ist bislang nur die Dose.

Seine Eigenwilligkeit und Geheimniskrämerei hat ihm konzernintern den Spitz­namen „Der Yeti“ eingebracht. Leute, die ihm nahestehen, sagen, seine goldene Regel laute: „Nie auf halbem Wege umkehren.“

Mateschitz ist durchtrainiert, charmant, ein Naturtyp. Sein unausgesprochenes Vorbild ist Richard Branson. Wie Branson hat er eine Südseeinsel, einen Privatjet, wechselnde Begleiter­innen. Sein Lebens­ziel, sagte er gegenüber Journalisten, sei ein eigenes Reich: das Red-Bull-Land. 

 
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