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Nobelpreisträger László Krasznahorkai entdeckt in seinem neuen Roman die Reichsbürger
Der Literaturnobelpreisträger von 2025, László Krasznahorkai, verdichtet in seinem neuen Roman „Zsömle ist weg“ die ungarische Sehnsucht nach Unterwerfung und Herrschaft zu einer Groteske – vieles erinnert an die Regierung Orbán
BookTok – das Feuilleton der Gen Z
BookTok demokratisiert den Diskurs über Bücher, klassische Medien verteidigen ihre Autorität – und dazwischen entsteht ein neuer Raum für Literaturkritik. Die BookTokerin und Autorin Eva Pramschüfer erzählt, was das für ihre Arbeit bedeutet
Stanišić: „Wir brauchen Literatur, aber noch mehr brauchen wir engagierte Menschen“
Der Schriftsteller Saša Stanišić spricht darüber, wie es ihm gelingt, sich aus Ohnmachtsgefühlen herauszuholen – und über eine Literatur, die sich engagiert und versucht, den Menschen zu verbessern
Erlöse uns nicht vom Bösen: Juliane Lieberts „Mörderballaden“
Die Schriftstellerin Juliane Liebert triggert in ihren Gedichten unsere Faszination für Kriminalistik und entführt uns in Abgründe der Zivilisation. Vor allem führt sie uns auch die feminine Seite menschlicher Verkommenheit vor Augen
Wie eine prätentiöse Joggingrunde: Der Essay „Liebe! Ein Aufruf“ von Daniel Schreiber
Auf der Suche nach Liebe durchläuft Daniel Schreiber die Geschichte der Philosophie. Sein neues Buch „Liebe! Ein Aufruf“ musste laut Danksagung „wahnsinnig schnell“ entstehen – und das merkt man ihm schon auf den ersten Seiten an
Sie wollen auf der Party mitreden? Über diese Bücher können Sie diskutieren!
Das ist typisch: Auf der Party will man über dieses eine spannende Buch reden, das man mal gelesen hat – aber welches war es nochmal? Wir erinnern an einige Bücher, die man mindestens zweimal lesen sollte
Extrem sind immer die anderen: Wie wir uns die Polarisierung herbeireden
Rechts nutzt die Polarisierung, Links warnt vor ihr – und beide tragen zum selben Effekt bei. Der Soziologe Nils C. Kumkar zeigt in „Polarisierung“, wie das Beschwören der Spaltung die Demokratie paradox belebt und zugleich vergiftet
Verbotene Zonen der Literatur: „Über den Sex, den Romane verschweigen“
Stefan Busch spürt den verborgenen Sexszenen der Weltliteratur nach. Ein großartiger Essay über das Weglassen. Es geht darin auch um „Lolita“, einem Roman über Kindesmissbrauch, der durch seine Auslassungen das Unsagbare sichtbar macht
Thriller „Adama“ von Lavie Tidhar: Es war einmal ein linkes Projekt
Lavie Tidhar verwebt in „Adama“ Staatsgründungsmythos, Kibbuz-Leben und historische Grauzonen zu einem schonungslosen politischen Roman
Im arktischen Eis verliert sich zuweilen die Erinnerung: Riley James’ „Kälte“
Kälte als Kulisse: Riley James’ Thriller funktioniert – solange man nicht über Sonnenstände und Vitamin D nachdenkt
Deutungskampf im Literaturbetrieb: „Die Neue Rechte arbeitet an der kulturellen Hegemonie“
In „Erzählte Welt“ spiegelt Literaturprofessor Steffen Martus 35 Jahre deutsche Geschichte aus der Literatur-Perspektive. Er erklärt, wie die Neue Rechte mit ästhetischen Mitteln um Deutungshoheit kämpft und was Migrationsliteratur leistet
Die Stille nach der DDR: Susanne Tägders Krimi „Die Farbe des Schattens“
Susanne Tägder lässt in „Die Farbe des Schattens“ die Geister eines Staates weiterleben – in den Menschen, im Schweigen, in den Akten. Sie verwebt einen Kriminalfall und Zeitgeschichte zu einem dichten Porträt der frühen Neunziger
Sie lieben Anna Seghers? Dann werden Sie ihre Liebesbriefe verschlingen
Anna Seghers ist eine der wichtigsten Stimmen der Exilliteratur. Zum 125. Geburtstag erscheinen erstmals Briefe, die sie ihrem späteren Ehemann schrieb. Was erfahren wir in „Ich will Wirklichkeit“ durch dieses frühe Selbstzeugnis über sie?
„Ein Krieg der Schande“: Der Schriftsteller Kamel Daoud über seine Heimat Algerien
Der Autor Kamel Daoud erklärt, warum das algerische Regime besonders Frauen unterdrückt – und auch er bedroht ist. Gerade ist sein neuer Roman „Huris“ erschienen, er musste ihn im französischen Exil schreiben
Von Gottfried Benn bis Haftbefehl: Dichte Dichter und was die Literaturgeschichte lehrt
Kokain für Gottfried Benn, Speed für Philip K. Dick, Heroin für Klaus Mann: Für viele Künstler vor Haftbefehl war der Drogenrausch eine Quelle der Inspiration und Abgrund zugleich. Vom Schreiben im Rausch und dem Kater danach
„Alles ganz schlimm“ von Julia Pustet: Wie eine Fahrt auf einer Schlaglochpiste
„Alles ganz schlimm“ erzählt von einer jungen Frau, deren Beziehungen nur eine Richtung kennen: in den Abgrund. Julia Pustet hat ein funkelndes Stück Literatur geschaffen. Ein Debüt, so gegenwärtig, so sinnlich, man will mehr davon
Friedenspreis an Karl Schlögel: Deutschland versteht die Welt nicht mehr
Die Welt war fair, bevor der Russe losschlug: Das ist das Weltbild des deutschen Buchhandels – gemessen an den Friedenspreisen seit 2022. Warum jemand ausgezeichnet werden sollte, der uns den Imperialismus erklärt. Und wer das sein könnte
Clemens J. Setz: Dieses deutsche Märchen zeigt, wie KI die Menschheit umgestaltet
Künstliche Intelligenz wird Kreativität durch etwas ersetzen, das einem magischen Wunschdenken gleicht. Die Herausforderung für zukünftige Generationen besteht darin, mit dem Gefühl der Leere umzugehen, in das uns die KI damit stürzt
Influencer-Hölle deluxe: Josefine Rieks’ Satire „Wenn euch das gefällt“
Selfcare als Selbstvernichtung, Beauty als Brutalität und Wellness als Waffe: Josefine Rieks’ Roman „Wenn euch das gefällt“ ist der perfekte Hochglanzhorror
Ronya Othmann über das neue Syrien: „Ich fühle mich in Deutschland gegaslighted“
Quo vadis, Syrien? Dieser Frage ist die Schriftstellerin Ronya Othmann nachgegangen. Zusammen mit ihrem Vater reiste sie durch dessen Geburtsland – und wirft einen persönlichen Blick auf eine Welt, in der niemand weiß, was morgen sein wird
Kulturelle Aneignung: Eine Westfrau liest DDR-Literatur
Selbstironisch und mit einem Augenzwinkern betreibt Marion Pfaus in ihrem Bühnenprogramm kulturelle Aneignung der spezifisch deutschen Art: Begleitet von Bildern und Videoschnipseln streift sie durch das Minenfeld der DDR-Literatur
Ehrengast der Frankfurter Buchmesse: Was lesen die Philippinen?
Die Philippinen sind Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Was liest ein Land, in dem Millionen Menschen Analphabeten sind und über 180 Sprachen gesprochen werden? Ein Besuch bei einer von ihrer gewaltvollen Vergangenheit geprägten Nation
Kafka war Jude! Wie ich am Berliner Ensemble plötzlich den „Prozess“ verstand
Die rätselhafte Undurchdringlichkeit der Moderne, darum geht es in Kafkas „Prozess“, oder? Am Berliner Ensemble nimmt Barrie Kosky den jüdischen Einfluss auf Kafka ernst
Ein Leben, das keiner aushalten sollte: Katriona O’Sullivan erzählt davon
Katriona O’Sullivans Memoire „Working Class Girl“ war in Irland ein Bestseller. Es erzählt von ihrer Kindheit zwischen Drogen, Obdachlosigkeit und gesellschaftlichem Versagen. SIe hat das Buch ihrem siebenjährigen Ich gewidmet
Die Verrumpelung der Welt – wo alles anfing
Unser Kolumnist Erhard Schütz präsentiert Bücher abseits der Bestsellerlisten. Er entdeckt nicht nur Texte großer Journalisten wieder, sondern dieses Mal auch das Kind in sich