Der Irre vom Bosporus

Besser als Böhmerwahn Die Rede Martin Sonneborns vor dem EU-Parlament im Wortlaut:
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"Der 'Irre vom Bosporus' wie wir den Irren vom Bosporus, Erdogan, im EU-Parlament liebevoll nennen, hat wieder zugeschlagen.

Diesmal hat er durch seinen Botschafter die EU-Kommission angewiesen, die Förderung für ein Konzertprojekt der Dresdner Sinfoniker einzustellen, das sich mit dem türkischen Genozid an den Armeniern beschäftigt. Die Kommission hat daraufhin das Orchester aufgefordert, entsprechende Textstellen abzumildern und das Wort 'Genozid' zu vermeiden.

Als Mitglied des Kulturausschusses möchte ich einen Vorschlag zur Güte machen: Ich empfehle den Dresdner Sinfonikern dringend, das Wort 'Genozid' zu streichen – und durch den Begriff 'Völkermord' zu ersetzen.

Ich bin Deutscher und mit Völkermord kennen wir uns aus.

Allerdings konstatiere ich mit einer gewissen Verblüffung, dass uns die Türkei hier allmählich den Rang abläuft. Deshalb möchte ich die türkische Regierung warnen, den hundertjährigen Rhythmus, in dem sie offensichtlich Genozide zu begehen gedenkt, derzeit genügt ein Blick auf die Lage der Kurden, nicht zu beschleunigen.

Sonst müssen wir darüber nachdenken, die Drecksarbeit mit unseren Flüchtlingen jemand anderem zu übertragen.

Nichts für ungut. Derzeit keine Türkei-Urlaube geplant."

17:11 29.04.2016
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30sec

Europa ist eine Komfortzone ... Der Zusammenbruch gehört nicht der Zukuft an, er hat schon angefangen." Peter Høeg, Der Susan-Effekt
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