Staatsanwaltschaft - Neues Brandgutachten

Feuertod des Oury Jalloh Am 7. Januar 2005 starb der Asylbewerber Oury Jalloh durch einen Brand in der Zelle einer Polizeiwache in Dessau.
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Heute wird der schweizerische Sachverständige Kurt Zollinger vom Forensischen Institut Zürich, beauftragt von der Staatsanwaltschaft, den Zellenbrand nachstellen. Dafür soll ein mit Schweinefett überzogener Dummy in Brand gesetzt werden.

Die Ursache Jallohs Feuertodes ist auch nach elfeinhalb Jahren, nach mehreren Prozessen, nicht zweifelsfrei geklärt. Der Richter des ersten Prozesses:

„Es ist schon erschreckend, in welchen Maße hier schlicht und ergreifend falsch ausgesagt wurde.“, stellt er zum Verhalten zahlreicher Polizeibeamten vor Gericht fest. Später macht er dieses Aussageverhalten direkt für das Scheitern des Verfahrens verantwortlich: „Die Wahrscheinlichkeiten reichen nicht aus, um irgendjemanden zu verurteilen. Das Ganze hat mit Rechtsstaat nichts mehr zu tun.“ Schließlich ergänzt er: „Das, was hier geboten wurde, war kein Rechtsstaat mehr und Polizeibeamte, die in einem besonderen Maße dem Rechtsstaat verpflichtet waren, haben eine Aufklärung verunmöglicht. All diese Beamten, die uns hier belogen haben sind einzelne Beamte, die als Polizisten in diesem Land nichts zu suchen haben.“

Hier eine Chronologie der Ereignisse.


Meine vorherigen Beiträge zum Thema:

Die Polizei als Brandstifter?

Todesfall Oury Jalloh - Der dritte Mann

Oury Jalloh - Brand durch Fremdverschulden


13:54 18.08.2016
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30sec

Europa ist eine Komfortzone ... Der Zusammenbruch gehört nicht der Zukuft an, er hat schon angefangen." Peter Høeg, Der Susan-Effekt
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