4711_please

Seit jeher verfolge ich kritisch die Politik und kommentiere meine Analysen seit Jahren in diversen Medien online.
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RE: Linker Antifaschismus | 15.10.2018 | 17:03

Herrje! Als ob das hier eine linksoppositionellen Mehrheit lesen würde. Wir bewegen uns hier doch auf einer link's theoretischen Ebene, die wenn es hochkommt 100 Leute zur Kenntnis nehmen. Die Linke ist nun mal nicht homogen, das zeigt diese von Ihnen genannte "akademische" Diskussion. Ich glaube eben nicht daran, dass Begriffe und Denken des 19. Jahrhunderts, deren angebliche Antipode im 20. und 21. Jahrhundert an sich selbst gescheitert ist (Stalinismus, Chavismus, Kirchnerismus) , eine linksoppositionelle Mehrheit schafft. Vor allem, wenn die Diskussion derartig abflacht, dass manche Linke argumentieren, man brauche dem Chef bloß das Gehalt zu kürzen und schon habe man eine klassenlose Gesellschaft. Das ist eben nicht der Ausgang aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit, um mal links-akademisch zu bleiben :) Ein Nachdenken darüber, welches Bewusstsein es brauchen würde, um eine andere Form der Geldwirtschaft und dadurch eine andere Form des Interessenausgleichs zu erhalten, war meine Intention.

RE: Linker Antifaschismus | 14.10.2018 | 20:02

Wenn Sie mich konkret nach einer von mir geschätzten ökonomischen Utopie fragen, dann wäre das eine Kollektivwirtschaft, in der die Produktionsmittel denjenigen gehören, die damit arbeiten, nennt sich Anarchosyndikalismus. Nun wäre es im gegebenen Kapitalismus durchaus möglich, solche Formen des Arbeitens zu realisieren, und sicherlich gibt es auch den einen oder anderen Betrieb, in dem das praktiziert wird. Allerdings gibt es wenig Unterstützung für ein solch genossenschaftliches Arbeiten, weder von der Linken, noch von Gewerkschaftsseite, noch von sonstigen Institutionen der Zivilgesellschaft. Ich denke also, das Bewußtsein der Menschen ist nicht soweit. Den meisten gefällt eine Ordnung mit klaren Hierarchien, in dem es Chefinnen gibt und wo man halt ohne große Mitsprache und Selbsteigentum macht, was einem gesagt wird. In einer solchen Situation Klassen überwinden zu wollen, halte ich für ermessen, denn erst wenn die Mehrheit das möchte, macht das auch Sinn. Derzeit wollen aber viele Leute eher wieder autoritäre Strukturen und straffe Hierarchien, wie man am Erfolg der Rechten sehen kann. Der Kampf wäre erstmal ein Kampf ums Bewusstsein, doch das realisiert sich nicht in wenigen Jahren, das braucht eher Generationen. Und ob Ihre Denke in diese antitotalitäre und nichtautoritäre Richtung geht, ich habe da Zweifel. Dann realisiert es sich halt nicht.

RE: Linker Antifaschismus | 14.10.2018 | 19:29

Kapitaleinkünfte resultieren aus einer Marktlogik, in der es Zinsen, Mieten, Kredite, Märkte wie Börsen usw. gibt. Nun sind Märkte an sich nicht neu, oder ein Phänomen, das erst seit ein paar hundert Jahren exisistiert, sondern sie existieren seit der Mensch handelt, sie sind also eine anthropologische Bestimmung, bestimmte Marktmechanismen können schon in einer Frühzeit der Menschheit identifiziert werden, sind also älter als die Antike, älter als Staaten, ja sogar älter als Geld. Sie wollen einen Postkapitalismus und verstehen Kapitalismus als marxistischen Begriff des 19. Jahrhunderts. Ich denke, dass Kapitalismus mit den gegebenen Marktfunktionen immer existiert, wenn es eine Geldwirtschaft gibt. Es gibt unterschiedliche Formen des Kapitalismus, z.B. stalinistischer Staatskapitalismus oder Mancherkapitalismus, aber auch ihr Postkapitalismus wird immer noch kapitalistische Züge haben, in dem Sinne, dass es Akummulation von Kapital gibt, dass es Märkte geben wird, dass es eben Geld gibt. Postkapitalismus wäre für mich eine Überwindung der Begrifflichkeit des 19. Jahrhunderts hin zu einer tieferen historischen Betrachtungsweise. Vielleicht kann man so verschiedene Formen von Kapitalismus erkennen und sich neue ausdenken. Postkapitalismus als Überwindung von Klassen in Ihrem Sinne ist kein Postkapitalismus, sondern Staatskapitalismus mit Planwirtschaft und extrem kontrollierten Märkten. Doch es gibt Antagonismen zwischen Markt und Staat, z.B. kann ein Markt auch ohne Staat, ein Staat aber nicht ohne Markt. Auch ein marktkontrolliernder Staatskapitalismus mit Geldwirtschaft, der im übrigen totalitär wäre, bringt Kapitalakkumulation, Ungleichheiten und Klassen hervor, es sind dann eventuell nur andere Menschen, die unten bzw. oben sind. Meiner Meinung nach ist das die Dialektik der Geldwirtschaft, von der ich sprach. Ungleichheit kann man nicht mit Totalitarismus bekämpfen, ich hoffe, es gibt intelligentere Möglichkeiten einer gerechteren Welt.

Ich bin kein Sozialdemokrat und ich weiß nicht, wonach ich Ihrer Meinung nach träumen soll (FFE?). Ich rufe bloß zum Nachdenken auf und möchte gerne dabei das 19. Jahrhundert verlassen, dass die Faschisten ja dauernd als Monstranz vor sich hertragen.

RE: Linker Antifaschismus | 14.10.2018 | 18:59

Die Aufforderung des Nachdenkens wäre für mich glaubwürdiger, wenn sie innerhalb der Bewegung #unteilbar geschähe, als von einer pseudoantitotalitären sektiererisch-dogmatischen Position heraus. Der Beifall von der falschen Seite sollte jedenfalls zum Nachdenken anregen.#aufstehen erscheint mir so eine Querfront-Bewegung, das habe ich ja in meiner Kritik ja bereits erwähnt. Ich halte meine Kritik im übrigen nicht für unverantwortlich, Kritiklosigkeit aus welchen Verantwortungsgründen bitte genau? Ist der Gedanke der verantwortungslosen Kritik nicht an sich totalitär?

RE: Linker Antifaschismus | 14.10.2018 | 18:59

Die Aufforderung des Nachdenkens wäre für mich glaubwürdiger, wenn sie innerhalb der Bewegung #unteilbar geschähe, als von einer pseudoantitotalitären sektiererisch-dogmatischen Position heraus. Der Beifall von der falschen Seite sollte jedenfalls zum Nachdenken anregen.#aufstehen erscheint mir so eine Querfront-Bewegung, das habe ich ja in meiner Kritik ja bereits erwähnt. Ich halte meine Kritik im übrigen nicht für unverantwortlich, Kritiklosigkeit aus welchen Verantwortungsgründen bitte genau? Ist der Gedanke der verantwortungslosen Kritik nicht an sich totalitär?

RE: Destabilisierungsbehörde | 17.09.2018 | 19:55

Von AfD, NPD u. ä. heißt es doch immer wieder die Parteien der BRD wären wie DDR. Wie passt es da, dass sie nun voll hinter der West-STASI stehen? Wie DDR ist das denn? Ich finde den Standpunkt der GRÜNEN derzeit am überzeugensten: abschaffen und neugründen. Habe ich von der LINKE noch nicht so gehört, geschweige von der SPD oder der FDP.

RE: Destabilisierungsbehörde | 17.09.2018 | 19:55

Von AfD, NPD u. ä. heißt es doch immer wieder die Parteien der BRD wären wie DDR. Wie passt es da, dass sie nun voll hinter der West-STASI stehen? Wie DDR ist das denn? Ich finde den Standpunkt der GRÜNEN derzeit am überzeugensten: abschaffen und neugründen. Habe ich von der LINKE noch nicht so gehört, geschweige von der SPD oder der FDP.

RE: Destabilisierungsbehörde | 17.09.2018 | 19:54

Von AfD, NPD u. ä. heißt es doch immer wieder die Parteien der BRD wären wie DDR. Wie passt es da, dass sie nun voll hinter der West-STASI stehen? Wie DDR ist das denn? Ich finde den Standpunkt der GRÜNEN derzeit am überzeugensten: abschaffen und neugründen. Habe ich von der LINKE noch nicht so gehört, geschweige von der SPD oder der FDP.

RE: Destabilisierungsbehörde | 17.09.2018 | 19:54

Von AfD, NPD u. ä. heißt es doch immer wieder die Parteien der BRD wären wie DDR. Wie passt es da, dass sie nun voll hinter der West-STASI stehen? Wie DDR ist das denn? Ich finde den Standpunkt der GRÜNEN derzeit am überzeugensten: abschaffen und neugründen. Habe ich von der LINKE noch nicht so gehört, geschweige von der SPD oder der FDP.

RE: Destabilisierungsbehörde | 17.09.2018 | 19:54

Von AfD, NPD u. ä. heißt es doch immer wieder die Parteien der BRD wären wie DDR. Wie passt es da, dass sie nun voll hinter der West-STASI stehen? Wie DDR ist das denn? Ich finde den Standpunkt der GRÜNEN derzeit am überzeugensten: abschaffen und neugründen. Habe ich von der LINKE noch nicht so gehört, geschweige von der SPD oder der FDP.