Deutsche Bank:

Lug und Betrug Ein Paradebeispiel für den Extremismus der selbsternannten Mitte
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Der Deutschen Bank geht es schlecht. Das Geschäftsmodell und die Strafzahlungen wegen gravierender Marktmanipulationen bringen sie an den Rand des Ruins. Wer vertraut noch der Deutschen Bank?

Gabriel hat es auf den Punkt gebracht, als er meinte, die DB jammere über Verhältnisse, die sie selbst als Geschäftsmodell hätte. Dabei ist seine Kritik noch sehr milde. Sofort springen der DB die CDUler Fuchs und Pfeiffer bei. Auch BASF-Aufsichtsratschef Hambrecht betonte die Wichtigkeit der DB.

Die Politiker und Wirtschaftsbosse tun so, als wäre die DB ein Opfer der höheren Gewalt der Märkte. Dem ist nicht so. Die Deutsche Bank ist führend in der Aushöhlung der freien Marktwirtschaft, eigentlich einem Grundpfeiler der CDU-Ideologie. So hat sie sämtliche Marktparameter manipuliert, von Zinssätzen über Devisen bis hin zu Rohstoffen. Das ist ein ungeheuerlicher Vorwurf. Die Banker sind offensichtlich Gauner, die alle mit ihren Geschäften über den Tisch ziehen, wenn nicht gar total ruinieren. Marktmanipulation bedeutet ein Ende des freien Marktes, denn wie soll ein manipulierter Markt frei sein?

Für diese Taten ist die Deutsche Bank nie durch die EU gemaßregelt worden. Denn eigentlich müssten die Apologeten des freien Marktes sich der Zuchtmeisterrolle annehmen, als Kämpfer für den freien Markt. Doch als Beobachter habe ich den Eindruck: der freie Markt ist gar nicht wichtig. Wichtiger ist die Institution an sich, egal wie entkernt die Kaufmannsehre und die Verantwortung für das Allgemeinwohl ist.

Der Vorwurf der US-Justiz aktuell, dass die Deutsche Bank treibende Kraft im Betrug um Hypothekenpapiere war und damit verantwortlich für eine schwere Finanzkrise und die enorme Verschuldung von Staaten ist, wird mit den Worten begleitet:

„Als deutscher Wirtschaftsminister hat man die Aufgabe, den deutschen Wirtschaftsstandort zu fördern und nicht einzelne Marktteilnehmer schlechtzureden", sagte der CSU-Politiker dem Handelsblatt. Die Äußerungen schadeten dem Wirtschaftsstandort Deutschland, "das ist nicht hinnehmbar.".http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2016-10/deutsche-bank-sigmar-gabriel-john-cryan

Die Staatskrise, ausgelöst durch die Finanzkrise 2007ff, ist offensichtlich nicht ausgestanden. Es ist für die Menschen nicht verständlich, wenn eine private Gesellschaft einen Beinahe-Kollaps auslöst, die Prinzipien der freien Marktwirtschaft wie ein schmieriger Gauner missachtet, ohne irgendwelche innen- oder europapolitischen Konsequenzen.

Da wird nun von Konsolidierung gefaselt, dabei ist doch offensichtlich, dass die Deutsche Bank Kontinuität walten lässt, z.B. in dem sie die Böcke zu Gärtnern macht. Die Verantwortlichen für die Verbrechen der Bank sind nie belangt worden. Warum sollte also in Zukunft eine Bank nicht wieder wertloses Zeug als Goldstandard anbieten? Oder an den ökonomischen Parametern fummeln, um die Kasse zu füllen? Wenn ich die Spieltische in den Casinos kontrollieren könnte und wüßte, selbst wenn es rauskommt bleibt das ergaunerte Geld in meiner Tasche, ich habe persönlich auch keine weiteren Urteile zu fürchten, warum sollte ich es nicht ausnutzen?

Die GroKo sitzt die Staaatskrise einfach aus. Da brauchen sich die Parteien nicht wundern, wenn ihre Wähler eine Alternative wollen. Denn sie sind es, die bei einem Finanzkollaps, bei den Marktmanipulationen am meisten verlieren. Nicht Herr Fuchs, Herr Hambrecht und Herr Pfeiffer, die meinen, der Wirtschaftsstandort wird durch ihre Betrugsverdunkelung gestärkt.

Warum gründet die BASF nicht ihre eigene Bank, wenn sie sie nötig hat? Groß genug dafür ist sie ja. Soll sie doch die DB übernehmen. Statt dessen findet die BASF Marktmanipulationen und Derivategaunerei anscheinend ganz ok. Kann es sein, dass DB und VW nicht die einzigen deutschen Firmen sind, die betrügen? Dass dies ein Phänomen der Deutschland AG ist?

12:24 05.10.2016
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Geschrieben von

4711_please

Seit jeher verfolge ich kritisch die Politik und kommentiere meine Analysen seit Jahren in diversen Medien online.
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