Hansreiner

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RE: Verzerrtes Bild linker Gewalt | 09.05.2014 | 08:49

Den vom Innenministerium angegebenen Zahlen misstraue ich zutiefst. Mein persönlicher Eindruck ist, dass auch in Gerichtsverfahren rechte und linke Gewalt sehr unterschiedlich beurteilt wird. Linke "Gewalt" ist oft eine Lappalie wie nicht schnell genug auf polizeilichen Befehl einen Platz verlassen zu haben. Daraus wird dann ein "Verbrechen" konstruiert, der Knüppel geschwungen und Anzeige erstattet.

Wenn ein Neonazi einen "ausländisch aussehenden" Menschen brutal zusammenschlägt und schwer verletzt, kommt der Täter oft mit einer symbolischen Strafe davon; eine Gefängnisstrafe ist die absolute Ausnahme, eine politische Motivation der Straftat wird ausgeblendet.

Dies ist ein rein persönlicher Eindruck, der sich allerdings im Laufe der Jahre bei mir verdichtet hat.

Genau das thematisiert der Artikel. Was wiegt schwerer: eine Verletzung des Versammlungrechts von Linken oder schwere Körperverletzung von Neonazis? Das Zerschlagen einer Scheibe oder das Zertrümmern einer Schädeldecke? Gerichtsurteile solcher Fälle, Aktionen der Polizei und die Prioritäten der Geheimdienste scheinen diese Frage zu beantworten.