Medienevolution

Medien Für die frühen Menschen war die Vermittlung von Inhalten - der wesentliche Zweck von Medien - eine direkte Tätigkeit.
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Für die frühen Menschen war die Vermittlung von Inhalten - der wesentliche Zweck von Medien - eine direkte Tätigkeit. Wenn man nicht nahe genug war, um jemanden sprechen oder musizieren zu hören oder ein Gemälde sehen zu können, lernte man nichts. Später ermöglichte die Vermittlung über Schrift die Kommunikation von Informationen und anderen Inhalten. Heute kommuniziert das Internet Inhalte sofort und weltweit.
Wenn ein neues Medium auftaucht, ersetzt es nicht einfach die vorherigen, sondern nimmt Aspekte seiner Vorgänger auf und verändert sie.
Die Schriftsprache erschien erstmals vor mindestens 6.000 Jahren. Die frühesten Beispiele gehen auf die längst untergegangene Harappan-Zivilisation im heutigen Pakistan zurück. Zu den frühen Texten gehört auch die Legende von König Gilgamesch, die in Keilschrift auf Tontafeln in der alten sumerischen Sprache geschrieben wurde.

Moderne Medien

Massenmedien spielen seit den 1920er Jahren, als Radio, Film und Grammophon populär wurden, weltweit eine zentrale Rolle. Heute dominieren diese Kommunikationsmittel das zeitgenössische Leben und entwickeln sich unter dem Einfluss von drei Hauptfaktoren: Politik, Wirtschaft und Technologie. Mitte der 1960er Jahre revolutionierte der kanadische Wissenschaftler Marshall McLuhan mit seinem Buch "Understanding Media" das Denken über Massenmedien. Sein Hauptgedanke war, dass das Medium die Botschaft ist; das heißt, die Methode der Kommunikation ersetzt die Information, die sie vermittelt. Das Medium überwiegt den Inhalt, weil es "das Ausmaß und die Form menschlicher Assoziationen und Handlungen formt und kontrolliert", so McLuhan in The Gutenberg Galaxy, wo er das Konzept des "globalen Dorfes" einführte. Wenn man bedenkt, wie das Internet die Welt verbunden und geschrumpft hat, war er bemerkenswert vorausschauend.
Medien sind jetzt zeitlos und grenzenlos, und ihre Verbreitungskosten sind nahe Null. Neue Medien mögen ältere Medien verdrängen, aber die früheren Formen verschwinden nicht. Vielmehr entwickeln sie sich weiter, um sich neuen Wahrnehmungen und Märkten anzupassen. In der Vergangenheit haben die Produzenten, Verteiler und Förderer älterer Medien die Ankunft neuerer Medienformen zutiefst verärgert. Zur Veranschaulichung: Im Jahr 1974 beschrieb Jack Valenti, ehemaliger Präsident der Motion Picture Association of America, das Kabelfernsehen als "riesigen Parasiten auf dem Markt". Digitale Medienangebote kombinieren nun "Ton, Bild, Text und Video" in sich ständig weiterentwickelnden Formen.

Medien der Zukunft

Die digitale Technologie ermöglicht neue Kommunikationsformen, die die Gesellschaft weiter prägen werden. Zu den Fortschritten gehört die Verschmelzung verschiedener Medienkanäle auf verschiedenen "bildschirmbasierten Geräten", die Bücher, Zeitungen, Radio und Fernsehen anbieten und damit die Ökonomie älterer Medienunternehmen obsolet machen. Menschen, die auf Medieninhalte zugreifen, sind nicht nur Leser, Zuschauer oder Zuhörer; sie sind Multimedia-Konsumenten.
Medien sind sowohl ein Spiegel als auch ein Fenster. Sie spiegeln die Ereignisse um uns herum wider und können auch eine wichtige Kraft für den sozialen Wandel sein.
Es gibt drei bemerkenswerte Entwicklungen:
1. In Zukunft werden die Menschen auf Medieninformationen über Bildschirme zugreifen: Amalgame aus Computern und Fernsehern, Smartphones oder Tablets. Die Nutzer werden ihre Informationen über Sprache und Berührung steuern, nicht über Tastaturen.
2. Die Menschen werden zunehmend ihre eigenen Inhalte erstellen.
3. Da es keine Größenbeschränkungen für digitale Informationen gibt, werden Mediennutzer immer mehr zu Kuratoren, die Daten sammeln, kategorisieren und in eine nutzbare Form bringen oder etwas Neues daraus schaffen.

Die Agora

Der antike griechische Philosoph Aristoteles glaubte, dass in einer idealen Gesellschaft die Bürger direkt auf der Agora, einem offenen Versammlungsplatz, kommunizieren könnten. Die Entwicklung der Medien - "Papyrus, Pergament und Papier" - führte dazu, dass mehr Menschen miteinander und mit populären Informationen in Verbindung treten konnten. Postdienste erweiterten die Gesellschaft weiter. Der Telegraf, das Radio und das Fernsehen bedeuteten Inklusion im großen Stil. Heute ist das Internet Aristoteles' Agora im weltweiten Maßstab.
In der Zukunft werden die Menschen noch stärker zu selektiven digitalen Informationskonsumenten. Das Internet wird zu einer Umgebung für die Verteilung von Inhalten werden, anstatt zu einem Zentrum für die Erstellung von Inhalten. Dennoch werden die Menschen, die überzeugende digitale Inhalte erstellen, florieren. Die alten Medien wie Postdienste, traditionelle Rundfunkanstalten, Zeitungen und Zeitschriften werden nicht mehr dominieren. Diese dynamische Entwicklung findet bereits statt. Zum Beispiel machen Online-Musikdienste Funktürme überflüssig. Die E-Mail ist dabei, die Post auszulöschen. In ähnlicher Weise werden zukünftige digitale Entwicklungen die Medien radikal verändern. Und wie die Geschichte zeigt, wird sich auch die Gesellschaft durch die neuen Medien in den kommenden Jahren verändern. Die Zivilisation wird sich dynamisch weiterentwickeln, und die Menschen auf der Welt werden noch stärker miteinander verbunden sein.
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Dirk de Pol

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