das brueckenkarma

füll ich aus, wenn mal keine Krise ist... ;-)
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RE: Den Gutschein einlösen | 19.06.2012 | 20:29

Das Urteil reiht sich ein in eine mittlerweile beachtliche Sammlung von "Klatschen" für die Kanzlerin (erst schwarz-"rot", dann schwarz-gelb). Ich finde es wichtig zu betonen, was diese Urteile aus Karlsruhe wiederholt dokumentieren: Diese Kanzlerin und ihre Koalition setzt sich allen Hinweisen und Mahnungen zum Trotz wiederholt über die Verfassung der Bundesrepublik hinweg. Es scheint Kalkül zu sein, die Verfassungswidrigkeit des Regierungshandelns in Kauf zu nehmen, weil in der Zeitspanne vom Verstoß bis zum höchstrichterlichen Auf-die-Finger-klopfen einfach de facto unumkehrbare Tatsachen geschaffen werden. Ein/e Regierungschef/in, der so etwas wiederholt "passiert" ist m. E. umgehend aus dem Amt zu entfernen, weil ungeniert das Fundament des Staates zerbröselt: das Vertrauen des Souveräns in die Beauftragten! Wenn sich schon der Verfassungsschutz trotz diverser Unfähigkeits-/Unwilligkeitszeugnisse, seinem Auftrag nachzukommen, nicht auflösen lässt, so sollte er die Parteien mit ins Auge fassen, die nach höchstrichterlichem Urteil die Verfassung unterlaufen!

RE: Die Entdeckung der Sprachlosigkeit | 26.05.2012 | 22:00

es mag populistisch sein, aber...:

Europa braucht den Sarrazin nicht!

RE: Merkozys Ende | 06.05.2012 | 19:39

Ahem,

nix gegen den (Print-)Artikel, aber die Grafik ist voll daneben! Da wurde flugs die Zahl der europäischen Staaten im Südosten um 2 erhöht: Durch Teilung von Ungarn in einen Teil westlich und einen Teil östlich der Donau und gleiches auch als neue Abspaltung von Serbien! Bisschen peinlich ist das schon, oder?

Und jetzt, beim genauen Studium der Karte, fällt noch eine scheinbar autonome Republik Rheinland auf. Auch scheint die von Radikalen angestrebte Abspaltung Norditaliens schon vollzogen zu sein. Und wo Luxemburg und Moldawien sein sollten wogen große Binnenmeere?

Ich will ja nicht päpstlicher als irgendwer sein, aber Sorgfalt hatte hier wohl grade Raucherpause oder so!?

RE: Die Täter-Opfer-Umkehr | 24.04.2012 | 00:08

Hallo Alien59,

da brauche ich nicht lange überlegen - kommt gar nicht in Frage! Nur weil es mich nervt, mich wiederholt mit argumentativen Tieffliegern aus der freitags-AutorInnenschaft auseinanderzusetzen, werde ich noch längst nicht vor deren aberwitziger Weltsicht kapitulieren! Es ist die Stunde der klaren Positionierung!
Es gab nie und wird nie einen gerechten oder heiligen Krieg geben - von wem auch immer, für welches Ziel auch immer. Da darf man sich nicht weichquatschen lassen!

RE: Die Täter-Opfer-Umkehr | 22.04.2012 | 23:58

Kommentar und Kommentar-Kommentar

Frau Wetzel und auch dem einen oder anderen Kommentierenden sei mal ein kleines Sätzchen in Erinnerung gerufen "Wer lesen kann ist klar im Vorteil!"

Gemeint ist: G. Grass schrieb im 7. Absatz seines jüngsten Werkes "Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?"

Weder Frau Wetzel noch die Autoren Guez und Klaue (vorige Freitags-Ausgabe) haben auch nur einen Gedanken daran verschwendet - zumindest wird das nicht erkennbar - diesen Satz mal so zu lesen: "Die ATOMMACHT Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?"

Ist es Ihnen, Frau Wetzel, nicht vorstellbar, dass G. Grass diese Betonungsvariante gemeint haben könnte? Dass nicht in erster Linie Israel, sondern der Status als Atommacht Gegenstand der Kritik ist? Und was hieße das für die Statik Ihrer Argumentation?

Kein einziger Mensch ist Atommacht - die Kritik kann sich schon rein logisch nicht gegen Juden, sondern nur gegen ein Staatsgebilde richten!

Fakt ist, dass der Nahe und Mittlere Osten mit der Gesamtheit aller dort lebenden Ethnien das Pulverfass mit der kürzesten Lunte ist. Israel ist in diesem Kontext die einzige bekannte (und nachgewiesene) Atommacht. Dies impliziert jenseits von allen ethnischen Unterscheidbarkeiten ein enormes Sicherheits- und Machtgefälle. Dass die BRD wiederholt Waffentechnik liefert, die diese Asymmetrie noch verschärft - ist dies ein Fakt, den man - in welcher Form auch immer - als schändlich, als profitgeil, als militaristisch, als ahistorisch dumm halten darf?

Es ist trivial und scheinbar dennoch notwendig zu betonen: Jede Atommacht (USA, Russland, Grossbritannien, Frankreich, China, Israel, Pakistan, Indien und Nordkorea) gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden! Nur ist aktuell keine zweite in einer so exponierten Lage und dramatischen Eskalationsstufe wie Israel. Und selbstverständlich würde eine Atommacht Iran ebenfalls den Weltfrieden gefährden.

Und noch etwas: Es gibt einen Anti-Antisemitismus, der sehr wohl Rassismus genannt werden darf! Ich fordere Frau Wetzel auf, als Europäerin in den Gaza-Streifen zu reisen und allen, die sie dort treffen, die Sache mit der Täter-Opfer-Umkehrung zu verklickern! Viel Freude, vor allem bei dem großen Anteil der Unter-20jährigen! Und sollten mal wieder alternde Herren diverser Ethnien der Dummheit Tür und Tor öffnen und einen Krieg beginnen, dann wünsche ich mir, dass Sie, Frau Wetzel, als Lazaretthelferin von einem Kriegsschauplatz zum nächsten tingelt und beim Wundenverbinden, beim Morphiumgeben, beim Witwen- und Waisentrösten immer hübsch die Geschichte von der Täter-Opfer-Umkehr erklären! Wenn Sie dazu nicht bereit sind, schlage ich Ihnen vor, in Zukunft etwas ausgewogener zu argumentieren.

RE: Locker vom Lyrikhocker | 12.04.2012 | 22:41

Danke an Uwe Theel, der als Fachmann bereits ein Urteil abgegeben hat. Als Nicht-Germanist erlaube ich mir, Herrn Klaue - und ihm nur stellvertretend für die freitag-Kulturredaktion - zuzurufen: Schuster, bleibt bei euren Leisten!!! Lasst bitte auch im Kulturbereich nur dann Menschen zu politischen Themen schreiben, wenn diese wenigstens zwei Zoll Tiefgang in der Sache haben!

Zitat Klaue: "Metrisch gebunden und wohltönend, wie bei Mallarmée oder Baudelaire, könnte die Lyrik des Ressentiments nicht verbreitet werden. Die ungebundene Form wird zum angemessenen Ausdrucksmittel der durch keinerlei Takt gemilderten Stimme des Volkes." Selbst wenn Grass Ressentiments verbreitet haben sollte - den Nachweis bleibt Herr Klaue schuldig - ist die oben zitierte eine überaus fragwürdige These. Herr Klaue glaubt wohl nicht im Ernst daran, dass die Feder eines Autors in dem Moment zerbricht, in dem ein Ressentiment in Metrik und Harmonie gesetzt werden soll???

Liebe Kulturredaktion, es ist euer gutes Recht, anderer Meinung als G. Grass zu sein, aber ich muss doch sehr bitten, die Auseinandersetzung mit Ernsthaftigkeit und an Fakten orientiert zu führen. Ich bin jedenfalls kein freitags-Abonnent, um mir den gleichen dünnen Quark (siehe auch O. Guez "Der lange Schatten der Shoah") reinzufahren, den auch Vulgär-Journalisten von Springer und Konsorten verzapfen!

Es steht jedem Weltkriegs-Zeitzeugen zu, ja es ist deren verdammte Pflicht jetzt den Mund zu öffnen! Ich würde mir wünschen, dass G. Grass in einem Chor von Pazifisten stünde, der die einzelnen Stimmen aufsaugt und zu einem großen Ruf mit vielen Nuancen macht: Nie wieder Krieg!

RE: Vergangenheit ohne Ende | 12.04.2012 | 17:59

Ich schließe mich den Vorkommentierenden an! Was für ein dünnes, pseudo-psychologisches Süppchen Herr Guez uns freitags-Lesenden am Tag 8 nach der Veröffentlichung des Grass-Gedichts zumutet ist ja echt kaum auszuhalten! Ähnliches gilt auch für den Artikel "Locker vom Lyrikhocker" von Magnus Klaue.

Steckt vielleicht Neid des jungen Journalisten auf das mediale Echo des greisen Autors dahinter? Jedenfalls ist seine "Ätsch-ich-kann-Israel-auch-kritisieren"-Nummer wirklich kindisch. Und er macht den gleichen Fehler wie Herr Grass: indem er bewusst oder nicht eine genaue Adressierung seiner Kritik unterlässt, spielt er einen Ball, der mit der meistgebrauchten Anti-Populismus-Keule sofort ins Aus gekickt werden kann.

Herr Guez, wir sind uns völlig einig, dass Menschenrechtsverletzungen, zB gegen die Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit etc in sehr vielen Ländern dieser Erde Probleme darstellen, die von Journalisten, Politikern, Künstlern und jedem anderen Demokraten zu kritisieren sind. Aber wie kommen Sie auf so eine absurde Idee, das Lavieren der israelischen Regierung (entgegen der Warnungen aus dem Weißen Haus!) an der Grenze zu einem bewaffneten Konflikt, dem von vielen das Potential zum Dritten Weltkrieg nachgesagt wird, in einen Topf zu schmeißen mit der Medienzensur im Iran???

Es steht jedem Weltkriegs-Zeitzeugen zu, ja es ist deren verdammte Pflicht jetzt den Mund zu öffnen! Ich würde mir wünschen, dass G. Grass in einem Chor von Pazifisten stünde, der die einzelnen Stimmen aufsaugt und zu einem großen Ruf mit vielen Nuancen macht: Nie wieder Krieg!

Merke: in einem Spiel, das nur Verlierer produziert, kommt es darauf an, beizeiten aufzuhören! Das Auge-um-Auge, Zahn-um-Zahn-Prinzip, dem die Regierenden des Nahen und Mittleren Ostens frönen, stammt aus der frühen Eisenzeit. Im Zeitalter der Massenvernichtungswaffen ist es der blanke Irrsinn!

Es ist im Übrigen sehr zu bedauern, dass in dem Getöse der letzten Tage die Kritik von G. Grass an einem zweiten Adressaten völlig untergeht: Glänzende Waffengeschäfte Deutschlands, die von einer zunächst und hoffentlich nur verbalen Eskalation des Konflikts profitieren. Diesem Umstand hat der freitag schon lange nicht mehr so viel Raum zugestanden, wie dem gequirlten Quark von Herrn Guez.

RE: Wie eine Riesenschildkröte | 30.11.2011 | 22:54

Hurra, wollt Ihr die totale Verblödung?
Wie lange wollen eigentlich "Merkozy" und "Dräuble" (Draghi und der Mann, der schon mal als Stasi 2.0 bezeichnet wurde) eigentlich noch die Krisenwirkungen durch konsequente Anwendung der Krisenursachen bekämpfen? Dieses ganze Rumgehebel führt doch offensichtlich zu rein gar nix! Bilden die sich ein, sie wären die besseren Zocker?

Wenn ich das schon höre: "Die Märkte müssen wieder Vertrauen fassen..." - warum sollten sie? Erstens trauen sich die Damen und Herren Spitzenpolitiker selber für keine fünf Pfennig über den Weg und zweitens (und wichtiger): Die Krise funktioniert doch!!! Wie sonst als über eine solche Krise hätte man die räuberische Hand auf das Vermögen ganzer Völker so widerstandslos legen können? Wie hätte man sonst die so lästige Demokratie mit ihren ewigen Untersuchungsausschüssen, ihrer "wirtschaftsfeindlichen" Sozialpolitik und ihren Ansätzen von Korruptionsbekämpfung loswerden können? Also: Krise her, Regierung absägen, "Experten" an die Macht (zufälligerweise gibt es da gewisse biographische Auffälligkeiten: www.independent.co.uk/news/business/analysis-and-features/what-price-the-new-democracy-goldman-sachs-conquers-europe-6264091.html).

RE: Vorbild Deutschland | 26.11.2011 | 17:02

Mir geht es nicht ums Rechthaben, aber sowohl darum, die Dinge klar zu benennen. Selbstbereicherung, Dekadenz, Faulheit, Ignoranz, Korruption - niemand würde bestreiten, dass diese Untugenden wie in allen anderen Ländern so auch in Griechenland zu beobachten sind und dort schwere Schäden anrichten. Ihr Vorhandensein hat aber rein gar nichts mit Griechen an sich oder gar mit Demokratie als Gesellschaftsordnung zu tun. Was - auch mit Blick auf die von Ihnen geschildetren Misstände not tut - ist die Bekämpfung der Untugenden. Das geht aber immer nur im Einzelfall. Ich sehe eine große Gefahr darin, das griechische Volk als ganzes in Sippenhaft zu nehmen.
Und von den sog. "Griechenlandhilfen" kam bis heute wohl nichts bei der Bevölkerung an - insofern zahlen wir - ob mit oder gegen unseren Willen (wurden Sie gefragt?) - für die Besitzstandswahrung der von Ihnen charakterisierten Oligarchie.
Daher rührte mein Widerspruch zu Ihrer These aus dem ersten Kommentar, derzufolge "Griechenland durch ein Tal der Tränen" gehen sollte. Wenn Sie damit meinten: die absolute Mehrheit des gr. Volkes sollte von der korrupten Plutokratie befreit werden - warum haben Sie es dann nicht genauso geschrieben?

RE: Vorbild Deutschland | 23.11.2011 | 22:15

Hallo Zeitleser,

geht es bitte etwas differenzierter? Wer ist "Griechenland", der, die, das durch ein Tal der Tränen muss. Was für Tränen? Darüber, dass im Mutterland der Demokratie ebendieses Gesellschaftsmodell durch einen Finanzputsch abgeschossen wurde?

Wie viel Innovationskraft soll denn bitteschön so eine vergleichsweise kleine Volkswirtschaft wei Griechenland haben, um nicht nur zweistellige Zinszahlungen auf die Staatsschulden abzutragen? Ihre Argumentation erinnert fatal an die Logik, die angesichts von Langzeitarbeitsarbeitslosigkeit immer wieder posaunt wird, ohne dadurch wahrer zu werden: "Wer wirklich will, findet auch Arbeit"

Ich habe eine andere Botschaft aus dem Jenseits:

Joseph Schumpeter: Capitalism, Socialism and Democracy. 1942 Zitat:„Can capitalism survive? No. I do not think it can.“ vgl. wikipedia