Ostukraine Menschenrechts-Lage Teil 3

Ukraine Krise Im Kriegsgeschehen in der Ostukraine ist oft von Menschenrechtsverletzungen die Rede, anhand einzelner Fälle sollen die Auswirkungen auf die Menschen verdeutlicht werden.
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Die Stadt Lugansk im östlichsten Teil der Ukraine nahe der Grenze zu Russland ist aktuell wieder in den Schlagzeilen, da sich die Kämpfe zwischen den pro-russischen Milizen und der ukrainischen Armee auf die Gebiete um Lugansk und Donezk reduziert haben. Lugansk befindet sich seit April unter der Kontrolle der pro-russischen Kräfte.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtete bereits Ende Mai von der Lage der Menschen dort, nachdem sie viele Befragungen der Einwohner in Lugansk durchgeführt hatte. Hierbei stellte sich heraus, dass viele Bürger von den pro-russischen Milizen entführt, bedroht und geschlagen wurden.

Die 55-jährige Alexandra Shevchenko, Rektorin einer örtlichen Schule, wurde am 14. Mai von Bewaffneten in ihrer Schule vor den Augen der Schüler und Lehrer entführt und dann von den pro-russischen Milizen verhört. Aufgrund ihrer bekannten pro-ukrainischen Haltung beschimpfte und bedrohte man sie als „Verräterin“ und „Feindin Russlands“. Nach Stunden wurde sie freigelassen.

Der 40-Jährige Alexei Beda wurde zusammen mit seiner Freundin von Bewaffneten in das Hauptquartier der Milizen entführt, da er als Unterstützer des Maidan galt. Er wurde gefesselt, um seinen Hals legten die Bewaffneten einen Strick und zogen ihn nackt aus. Dann wurde er zusammengeschlagen. Später wurde er verhört, wobei ihm angedroht wurde, ihm ein Bein abzuschießen. Seine Freundin wurde während dessen in einem anderen Raum verhört. Ihr wurde erklärt, ihr Freund Alexei sei bereits von den Milizen getötet worden, ihr selbst würde es nicht anders ergehen. Beide wurden am nächsten Tag freigelassen.

Am 10. Mai wurde Mykhailo Logvinenko in Lugansk entführt, nachdem er pro-ukrainische Poster in der Stadt aufgehängt hatte. Die pro-russischen Milizen fesselten und schlugen ihn. Ein Video, das die Misshandlungen dokumentiert, veröffentlichten sie anschließend, um das Opfer weiter zu demütigen.

Am 29. April wurde der Lugansker Rechtsanwalt Igor Chudovsky von vier bewaffneten Milizen vor seiner Kanzlei überfallen, die Bewaffneten zwangen ihn, zur örtlichen Polizeistation zu fahren, wo er die Polizisten zur Übergabe der Wache an die pro-russischen Milizen bewegen sollte. Als der Anwalt sich weigerte, schossen ihm die Milizen in den Rücken. Er überlebte nur mit Glück, eine Kugel hatte das Herz nur knapp verfehlt.

Quellen:

http://www.hrw.org/news/2014/05/23/ukraine-anti-kiev-forces-running-amok

http://khpg.org/en/index.php?id=1400150190

http://www.sueddeutsche.de/politik/konflikt-in-der-ukraine-schreckensherrschaft-in-der-volksrepublik-donezk-1.1957136

00:01 12.08.2014
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Geschrieben von

A. Müller

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