achim
20.03.2017 | 11:44 1

Glücklich und wieder zuhause aus der Türkei

Palmstroem/Folge 117a: Es war ein Experiment, um zu testen, wie weit ein Journalist unbehelligt durch die Türkei kommt. Ohne die Staatsmacht auf den Fersen, aber beschützt von der Bevölkerung.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied achim

Exakt ein Jahr lang, ein langes Jahr lang, war Palmstroem "undercover" in der Türkei. Obwohl Journalist, obwohl investigativ unterwegs, ist ihm zwischen Izmir und Diyarbakır nichts weiter passiert.

Das also geht, wenn wer nur feinfühlig und geschickt genug sich um Dinge kümmert, die ihn - laut Erdoğan - nichts angehen, die aber für den Lauf der Welt von ganz entscheidender Bedeutung sind oder zumindest sein können. Man wird sehen, wer weiß.

Viele Erfahrungen vor Ort hat Palmstroem im Laufe dieses Jahres gemacht und Sachen gesehen und erlebt, die er nicht unbedingt irgendjemand anderem wünscht. Weder an den Hals, noch an die Gurgel.

Allerdings: Der Journalist aus fremdem Land hat überlebt, unversehrt, in öffentlichem Raum, weil von privat beschützt, und das war und ist zunächst einmal die Hauptsache.

Die Türkei, die Palmstroem in diesem Jahr voller politischer Abenteurer, Hasardeure und bisweilen und gerade bis zuletzt ziemlich durchgeknallter Protagonisten und Protektionisten kennen gelernt hat, ist von der Lebenswahrheit der Türken in etwa so weit entfernt wie die Erde vom Mond.

Genau das wird der Journalist jetzt, in den nächsten Wochen und Monaten, aufarbeiten und aufschreiben.

Natürlich nicht an dieser Stelle; dafür reicht der Platz hier nicht. Die entsprechenden Recherchen und Unterlagen dazu befinden sich übrigens an sicherem Ort - nur für den Fall...

Die Prognose, dass Erdoğan die Erstveröffentlichung noch aktuell im Amt erleben darf, kann oder muss, ist in Summe freilich eher schlecht, auch wenn, vielleicht, am türkischen Zahl-Tag Mitte April die Zahlen, die zählen, eine andere Rechnung aufmachen.

Denn sein Volk, weiß Palmstroem, denkt weit im Land und am Ende doch recht anders, als er denkt, dass es denkt.

Gott sei Dank, oder so ähnlich.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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