Achtermann

Ich lass' mich belehren. Jedoch: Oft wehre ich mich dagegen.
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RE: Süddeutsche verklagt Blogger Uli Gellermann | 16.06.2018 | 13:41

>>Ich bin schon der Meinung, dass der Wunsch und die Lust andere Personen in Öffentlichkeiten zu beleidigen, aus welchen Gründen auch immer, deutlich zugenommen hat und die Menschen die das machen, kein Unrechtsbewusstsein mehr entwickeln. Sie halten das für ihr gutes Recht und kaschieren es mit dem Verweis auf Meinungsfreiheit.<<

Es gibt mehr Menschen als in früheren Zeiten, die die Möglichkeit haben, in der Öffentlichkeit, auch wenn sie noch so klein ist, sich Gehör zu verschaffen. Oft stehen sich zwei Parteien gegenüber, die einer gegensätzlichen sozialen Schicht angehören. Der unbekannte Ohnmächtige, der unter den wirtschaftlichen Bedingungen leidet und der öffentlich geschätzte Privilegierte, dem aufgrund des kapitalistischen Systems täglich Geld und damit Macht zufließen, ohne dass er mehr Arbeitskraft einsetzen müsste. Ich meine, ich kann nachvollziehen, dass es dem Überlebenskämpfer, dessen psychische Robustheit oft nicht die beste ist, es deutlich schwerer hat, die Contenance zu wahren, als derjenige, der mit seinen Rechtsanwälten dem Gesetzeshammer zur Wirkung verhilft. Nicht selten stellen Journalisten die Netz-Communities als eine Art verbale Kloake dar. Ob ein solches Urteil seine Berechtigung hat, kann ich nicht einschätzen.

In diesem hier beschriebenen Fall hätte der Finanzschwächere, der über eine gewisse Wortgewalt und Professionalität verfügt, sich dieses A-Begriffes nicht bedienen müssen. Ohne die verbalen Injurien hätte sein Text eine bessere Wirkung erzielt.

RE: ARTE-Propaganda-Film: Minenräumer von Bengasi | 13.06.2018 | 17:55

Sogar das regierungs- und nato-freundliche Magazin "Der Spiegel" schrieb damals:

"Dass etwas nicht in Ordnung geht, mit diesem Sieg, das zeigt die Geheimniskrämerei, die noch immer aus der befreiten Hauptstadt gemeldet wird. Wie hat der erstaunlich erfolgreiche Vormarsch der Rebellen nach Tripolis funktioniert? Wer hat aus dem wilden Haufen der Aufständischen eine so disziplinierte Profi-Truppe gemacht? Und woher auf einmal die ganzen Waffen und Uniformen aus Beständen westlicher Mächte? Die Nato hält sich bedeckt. Wie und in welchem Umfang die Profi-Militärs den Rebellen bei ihrem Eroberungszug geholfen haben ist kein Thema, zu dem sich die Nato gern beglückwünschen lässt. "

"Arte" ist in letzter Zeit schon mehrmals aufgefallen, Dokumentationen zu zeigen, die von der Nato gescriptet zu sein scheinen.

RE: „Der Nahostkonflikt ist hier“ | 13.06.2018 | 13:31

Da kann man auch noch die Ärzte nennen, die, kaum des Deutschen mächtig, in Krankenhäusern Diagnosen stellen und Therapien anordnen. Das Wichtigste, zumindest oft Wichtigste, können sie nicht: zuhören und reden. Das passt gut in die Apparatemedizin.

RE: „Der Nahostkonflikt ist hier“ | 13.06.2018 | 12:39

>>Die allermeisten LehrerInnen und Profis die mit Migranten arbeiten, sind nicht überfordert und auch die allermeisten Helfer nicht.<<

Ich beziehe mich auf das Interview mit einer Praktikerin, die ihren Arbeitsalltag bewältigen muss. Und: Rosig klingt das nicht. Es ist immer leichter, aus der Ferne zu urteilen, wenn man beruflich mit der Einwanderung nicht tangiert ist und den Druck nicht hat, mit diesem Lehrer-Job, den man sich mal ganz anders vorgestellt hat, sein Leben zu finanzieren.

Der Psychologieprofessor em. Rainer Dollase hat in einem Artikel seine Kolleginnen und Kollegen voll in die Pfanne gehauen, weil sie selbst, fernab des Arbeitsalltags der LehrerInnen Konzepte erarbeiteten und vorschlügen, die zwar der Theorie vom „guten Lehrer“ genügten, jedoch praxisuntauglich seien:

„Neulich war zu hören, dass unsere Lehrkräfte „so schlecht“ seien, dass sie mit den Gewaltausbrüchen egomanischer Schüler und Eltern nicht zurechtkämen. Sie müssten strenger ausgelesen werden – vermutlich aufgrund der Fähigkeit, geschwurbelte Texte aus der Pädagogik im Sinne der Textautoren zu interpretieren. Das ist ein neuer Tiefpunkt wissenschaftlicher Verantwortungslosigkeit – wir sollten lieber testen, ob Lehrerausbildner und Profs in Unis und Seminaren wirklich auch schwierige Unterrichtssituationen aus dem Stand bewältigen können – da fallen viele völlig raus, die ihr Gesicht gerne vor die TV Kamera halten und Klugreden über den guten Unterricht halten.“

Und er widerspricht Ihner Auffassung, dass die Wenigsten überfordert seien, werter Columbus. Er schreibt weiter: „…die Belastung unserer Lehrkräfte durch permanentes Multitasking, permanente Aufmerksamkeit, Konfliktregelung, Motivierung ist mehrfach höher als in irgendeinem Verwaltungsjob. Sie wird von der Öffentlichkeit massiv unterschätzt, obwohl der Aktionsrat Bildung schon 2014 belegt hat, dass nur die Lehrberufe unter massivem Stress leiden – mehr noch als Krankenschwestern und -pfleger.“

Schöngeistiges Reden mit dem linksliberalen Touch der offenen Grenzen kommt bei kaum jemanden an. Es gibt genügend dieser Spezies, die sich so äußern, ihre Kinder jedoch lieber auf eine Walldorf-Schule, Montessori-Schule oder christliche Schule schicken, um in smarter Homogenität ihren Nachwuchs bilden und sozialisieren zu lassen.

RE: „Der Nahostkonflikt ist hier“ | 12.06.2018 | 17:24

Göring-Eckardt 2015: "Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt.“ Durch die Flüchtlinge werde Deutschland religiöser, bunter, vielfältiger und jünger.

Das ist die Reinheit der Lehre, die auch die Mehrheit der Linkspartei vertritt, wie auf dem jüngsten Parteitag zu sehen. Im Arbeitsalltag, geht aus dem Interview hervor, sind die mit diesen Menschen Arbeitenden ziemlich überfordert, weil die entstehenden Probleme imnens sind, sich exponential steigern und die linksliberalen Politiker/innen darauf keine Antwort haben. Sonst könnte ihr erhabenes Menschenbild, das sie sich geschnitzt haben, von der Realität beschädigt werden.

RE: Die Linkspartei in der Sinnkrise | 12.06.2018 | 13:52

Die Genossin Elisa Nowak hat bisher sieben (7) Beiträge eingestellt, aber noch keinen einzigen Kommentar. Sie ist wohl nicht bereit, mit der Klasse der Unterdrückten und in Ketten Liegenden zu diskutieren. Sie ist so sehr Avantgarde, dass das Wohl der Geknechteten nur noch "internationalistisch beantwortet und geklärt werden" kann. Also: Völker, hört die Signale! Hört auf Elisa! Sprengt die Ketten!

RE: Zusammenbruch oder Spaltung? | 12.06.2018 | 10:02

>>Wird das, was Kipping und Riexinger vertreten und als Parteibeschluss durchboxen wollen, zur allein gültigen Richtlinie, dann dürfte der Zug abgefahren sein...<<.

Weshalb stellen sich der Vorstand und die Mehrheit der Delegierten gegen die Gesetze der Mathematik? Als Außenstehender fehlt mir der Einblick in die personellen Beziehungen innerhalb der Berufspolitiker/innen schwer, die wohl mit dem Stimmzettel heimzahlten. Egal welche politische Praxis die Folge ist.

Etwas erschreckend fand ich das Diskussionsverhalten der Delegierten nach Wagenknechts Rede. Da scheint der Begriff Genosse tatsächlich die Steigerung von Feind zu sein.

RE: Werde ich ostalgisch? | 10.06.2018 | 19:18

Die Autorin schreibt: >>Ich kenne einen Mann, der besitzt eine Parkettschleifmaschine. Er brauchte sie nur ein einziges Mal – als er sein Haus baute, vor 15 Jahren. Er hätte sie sich sicher von einem Nachbarn borgen können. Hat er aber nicht, er will ihnen nichts schuldig bleiben. Er kaufte sich also eine eigene, nun gammelt sie in seinem Keller vor sich hin. Er verborgt sie nicht, weil er seinen Nachbarn nicht das Gefühl geben will, ihm etwas zu schulden. Ich muss nicht verraten, dass der Mann aus dem Südwesten kommt. Wir mögen uns nicht besonders.<< Da meldet sich der Handwerker in mir, deren Können in der DDR stets gefragt war, damals vor mehr als einer Generation. Mir ist nie gewahr geworden, dass jemand für seinen Hausbau eine Parkettschleifmaschine brauchte, da üblicherweise altes Parkett abgeschliffen wird, um die Oberfläche von den Kratz- und sonstigen Spuren zu befreien. Außer Berufshandwerkern würde sich keiner der Männer aus dem Südwesten, auch wenn man sie nicht mögen sollte, je eine Parkettschleifmaschine kaufen, gerade weil man sie nur alle zehn bis fünfzehn Jahre braucht. Die Männer aus dem Südwesten, vielleicht auch die Süd-West-Frauen, leihen sich eine solche beim Werkzeugverleih und geben diese nach wenigen Stunden wieder zurück. Ja, da bleibt sich niemand etwas schuldig.

RE: kreuz ist trumpf! | 07.06.2018 | 18:24

Jan Fleischhauer, Spiegel, wenn ich ihn richtig verstanden habe, wohnhaft in oder um München, sagte gestern im Fernsehen, dass die Bayern in Richtung Land den CSU-Erlass zu 80 Prozent goutierten. Ein Kreuz, so sein Tenor, sei dorten alltagsgemein.

Auf die Freitag-Frage: "Haben Sie Aktien?", antworte Fleischhauer: "Bin leider komplett in meiner Immobilie investiert." Ob mit oder ohne Kreuz war nicht Gegenstand des Frage-Antwort-Spiels.