Achtermann

Ich lass' mich belehren. Jedoch: Oft wehre ich mich dagegen.
Achtermann
RE: Lehrstück Leningraz | 25.10.2021 | 19:42

Die FDP hat im ersten Vereinbarungspapier die neoliberalen Pflöcke gesetzt: Schuldenbremse bleibt, keine Neuverschuldung, keine Steuererhöhungen für die Reichen und Superreichen, Einstieg in die aktienbasierte Rente. Und dann noch das Aperçu kein generelles Tempolimit. Gesamtziel: den Staat handlungsarm machen, damit das Privatkapital öffentliche Bereiche übernehmen kann.

Wenn am Verhandlungstisch Leute gesessen hätten, die linkes Denken durchdrungen hätten, hätte dies den Grünen und Sozialdemokraten auffallen müssen. Man merkt: Linksliberale sind in Wirklichkeit Neoliberale.

RE: Lehrstück Leningraz | 24.10.2021 | 16:36

>>Wer auch immer in der Steiermark auf dem Ticket der Kommunisten gewählt wird, hat zwei Drittel seiner Bezüge abzugeben – und das nicht für die Parteikasse, sondern als Spende für soziale Zwecke.<<

Diese Maßnahme ist natürlich sehr vertrauensbildend. Bartsch und Konsorten wirken weder kumpelhaft noch den Menschen zugewandt. Eine gewisse Arroganz schimmert immer wieder durch.

Ihr Monatsgehalt beträgt 10.000 Euro. Zusätzlich zu ihrer Diät erhalten Bundestagsabgeordnete einschließlich der Linken eine steuerfreie Aufwandspauschale von derzeit 4560 Euro monatlich. Sie soll die Kosten, die durch das Bundestagsmandat zusätzlich anfallen, abdecken. Darunter fallen zum Beispiel eine mögliche Zweitwohnung in Berlin sowie die Miete und Einrichtung für ein Büro im eigenen Wahlkreis. Die Mitarbeiter/innen der Abgeordneten müssen davon nicht bezahlt werden. Hinzu kommt eine Bahncard 100, die auch privat nutzbar ist.

Mit diesen Zuwendungen müsste man doch gut zurecht kommen. Wenn jeder Abgeornete der Linken zwei Drittel seines Einkommens für konkrete soziale Zwecke abgäbe, würde das Ansehen und die Akzeptanz sicherlich wachsen. Aber ein deutscher Sozialist ist noch lange kein österreichischer Kommunist.

RE: „Unser Geld“, das gibt es nicht | 24.10.2021 | 15:55

>>Anstatt mich willkommen zu heißen, "Schön dass man aus der Filterblase ausbricht und die Gegenseite anhört" oder sonstiges - NEIN,...>Ich würde mich an deiner Stelle nicht so exponieren: Du versus die Freitagsfilterblase. Ich sehe die Diskussionen hier ziemlich heterogen. Du bist auch nur jemand unter den anderen, wie jeder hier.

RE: „Unser Geld“, das gibt es nicht | 24.10.2021 | 09:56

>>Das ein x eins sollten Sie aber schon beherrschen, oder gar fuer den Arbeitsmarkt sprachkenntliche Zertifikate hervorzaubern...<<

Ich nix kapito. Das großgeschriebene "Sie" deutet auf eine direkte Anrede an mich. Aber weshalb sollte ich das Einmaleins nicht beherrschen, wenn ich den Chef der Arbeitsagentur zitiere, der diese Forderung von den 400.000 Arbeitsimmigranten per anno, die Dt. brauche, aufgestellt hat.

RE: „Unser Geld“, das gibt es nicht | 23.10.2021 | 18:08

>>Dem Sklavenhalter geht es um die Erhaltung der Arbeitskraft seiner Sklaven, Dafür ist eine gewisse Mindestversorgung der Sklaven erforderlich. Bei einem Überangebot an Sklaven wird das vernachlässigt, denn man kann ja billigen Ersatz bekommen.<<

Anscheinend steuert die deutsche Wirtschaft auf ein Unterangebot zu. Damit die Löhne deshalb nicht steigen müssen, wurde der BA-Chef angepiekst darauf aufmerksam zu machen.

Dazu berichtete die Tagesschau im August:

>>Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, hat vor einem massiven Arbeitskräftemangel in Deutschland gewarnt. "Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr."<<

Sie würden den Kapitaleignern sicherlich Nutzen bringen, während die gemeine Steuerzahlerin für Sprach- und Integrationskurse etc. aufkommen müsste. Durch die Verstärkung der Wohnungknappheit hätten die Immobilienkonzerne vermehrte Druckmöglichkeiten in der Hand, die Mieteinnahmen zu steigern. Master and Slave bleiben stets Merkmal des Kapitalismus.

RE: „Unser Geld“, das gibt es nicht | 23.10.2021 | 10:36

>>Die Staaten und Zentralbanken drucken Geld wie bekloppt...<<

So genau ist das nicht. Da laufen nicht immer die Druckmaschinen. Es genügt auch, in einer Excel-Tabelle die Zahlen einzutragen.

RE: Das Recht am geschriebenen Wort | 21.10.2021 | 10:19

Die Autor/innen haben mit ihrer Initiative viele Leserinnen und Leser enttäuscht, weil sie die Leistungen der Bibliotheken schmälern und damit ihre Existenzberechtigung - trotz rhetorischer Pirouetten - in Frage stellen. Das deutsche Bibliothekswesen wird von der Politik seit Jahren stiefmütterlich behandelt. Die Personalausstattung, die Budgets für Bestandserweiterungen, die bauliche Ausstattung, um nur einige Punkte zu nennen, sind nur ein Bruchteil der Gelder, die etwa in den skandinavischen Ländern für die Bibliotheken ausgegeben werden. Lesen hat dort einen weitaus höheren Stellenwert als in Deutschland, dem Industrieland mit einem sehr hohen Anteil an funktionalen Analphabeten.

Gäbe es keine Bibliotheken, gäbe es weniger Menschen, die von ihrem schriftstellerischen Beruf leben könnten, denn die mehr als 8.000 öffentlichen Bibliotheken erwerben die Bücher meist in mehreren Exemplaren für ihren Bestand.

Der Bibliotheksverband weist zurecht darauf hin, dass "zum Schutz des Buchmarktes wie bei gedruckten Büchern gilt: 'eine Kopie, ein Ausleiher'. Das stellt sicher, dass ein E-Book zeitgleich nur von einer einzigen Person gelesen werden kann. Alle anderen Nutzer*innen können sich auf eine Warteliste setzen lassen."

Das schriftstellerische Arbeiten steht sowieso durch die Buchpreisbindung, die 1888 schon eingeführt wurde, unter einem staatlichen Schutzschirm. Die Produkte dieser Tätigkeit sind der freien Preisbildung entzogen. Das gilt auch für E-Books. 2016 wurde auch für sie die Preisbindung eingeführt. Das verschweigen die aufrufenden Autor/innen.

Deshalb ist der Vergleich des Artikelverfassers mit dem Musikmarkt völlig fehl am Platze. Er bringt ein Scheinargument hervor, indem er ein Produkt, das der freien Preisbildung unterliegt, mit einem solchen vergleicht, das staatlichen Schutz genießt.

Unter den jetzigen Bedingungen muss gelten was bisher galt. Die Bibliotheken zahlen die Lizenzgebühren für die E-Books in bisheriger Höhe, sonst droht bei deren schlechter Kassenlage ein deutlicher Leistungsrückgang. Es gibt in der Politik wenig Rückhalt für das Bibliothekswesen. Wenn die Zahl der Ausleihungen sinkt, könnte manche Politikerin, wie in der Vergangenheit schon geschehen, auf die Idee verfallen, den kommunalen Haushalt mit diesem Posten nicht mehr zu belasten. Damit wäre weder den Leser/innen noch den Autor/innen geholfen.

RE: Krimi mit offenem Ende | 20.10.2021 | 14:54

Ein interessanter Wiki-Eintrag über Julia Stoschek, deren Familie als Kriegsgewinnler reich wurde und sie selbst davon heute als Milliardärin noch profitiert und in die Lage versetzt wurde, die deutsche Kunstszene deutlich zu beeinflussen. Wer nicht am Schraubstock seine Brötchen verdienen muss, sondern als Milliardärskind geboren wird, hat eben die Muse, Kunst zu sammeln und sich in der Szene zu tummeln. Dass dort auch Döpfner und andere im Geld Schwimmende auftauchen, ist kein Zufall.

RE: Unternehmen für den Postkapitalismus | 19.10.2021 | 18:10

>>Obwohl die Grünen immer wo es möglich war koaliert und dann fast nur "Kröten geschluckt" haben, sind sie stärker geworden, nicht schwächer.<<

Darin sehe ich eine Überhöhung und Exkulpation der Grünen, die es in BaWü in der Hand gehabt hätten, die Kapitalistenpartei CDU vom Sockel zu stoßen und in der Opposition siechen zu lassen. Stattdessen wurde mit der Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition die Kariere von Schäubles Schwiegersohn Thomas Strobl in Szene gesetzt. Er kann weiterhin als CDU-Landesvorsitzender und stellvertretender Ministerpräsident das Wahlvolk grüßen. Sonst wäre er und andere weg vom Fenster.