Achtermann

Ich lass' mich belehren. Jedoch: Oft wehre ich mich dagegen.
Achtermann
RE: Nicht aus Gnade | 19.11.2018 | 16:26

>>Meinetwegen auch gerne noch die prinzipielle Teilnahmemöglichkeit am kulturellen Leben. Nur ist es eben auch eine Frage, was von dem, was man sich nun leisten kann, man denn wahrnimmt.<<

Machen wir es konkret: Hauptsächlich muss es darum gehen, für diejenigen, die in steter materieller Unsicherheit leben und damit alles andere als frei sind, mehr soziale Sicherung zu erringen. Wer bei bei potenziellem Verlust des Arbeitsplatzes Angst um seine Wohnungt haben muss, ist gefügig.

Da könnte der Staat viel beitragen, indem der die kulturellen Teilhabemöglichkeiten umsonst anbietet: Schwimmbäder, Museen, öffentlicher Nahverkehr, um einige Beispiele zu nennen. Mit einer kleinen Umverteilung der Steuerpflicht, also etwa der Wiedereinführung der Vermögenssteuer, der Erhöhung der Kapitalertragssteuer, einer Einführung der Umsatzsteuer für den Börsenhandel, wären Finanzierungsmöglichkeiten vorhanden. Mit diesen Punkten könnte sogar eine gewendete SPD hausieren gehen.

RE: Ein Vertreter seiner Klasse | 19.11.2018 | 16:05

Es ist nur ein weiterer Schritt der Vertreter Kapitals, einen der ihren an der Staatsspitze zu installieren. Merkel hat diese Rolle bisher gut ausgefüllt, schließlich kommt man nicht einfach so auf einen Begriff wie "marktkonforme Demokratie". Auf der kulturellen Ebene hat sie einiges vorangebracht, etwa die Ehe für alle. Diese stand den Kapitalinteressen allerdings nicht im Weg. Dafür war ihr der Schutz der Interessen der Autoindustrie heilig. Intensiver hätte dies auch Merz nicht betreiben können. Insofern sehe ich keinen deutlichen Bruch von der Kanzlerin zu ihrem potenziellen Nachfolger. Nun hat die SPD einen Grund, sollte Merz (= 1 Million brutto p.a.) sich mit seiner Kampagne innerhalb der CDU durchsetzen, die Koalition zu verlassen und das jahrelang währende Gedränge um "die Mitte", was immer das sein mag, aufzulösen.

RE: Antizyklisch | 18.11.2018 | 16:05

So viel Falsches habe ich in einem Blog des Freitag noch nie gelesen, und so jemand nennt sich "Systemanalytiker". Wie weiter oben hingewiesen, ist folgender Satz unter Fake zu rubrizieren:

>>...während der Freitag nach wie vor im 10.000der Bereich rumdümpelt.<<

Die IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.) stellt für das 3. Quartal 2018 fest:

Verbreitung: 25.707 Ex., Verkauf: 23.765, Abonnement: 18.189

Damit bricht die gesamte Argumentationskette deines Blogs in sich zusammen. Du bist dir nicht mal zu schade, deine frei erfundenen Aussagen im Nachhinein in dümmlichen Art und Weise zu rechtfertigen:

>>Natürlich setze ich voraus, dass Leser Angaben selbst verifizieren. Eine gute Übung im Fak-News-Zeitalter.<<

Lächerlich, einfach nur lächerlich dein Gebaren.

Weiter schreibst du:

>>Obe es nun 10 Tsd. oder 30 Tsd. sind, ist somit letztlich unerheblich.<<

Das ist erheblich, sogar von zentraler Bedeutung, weil Augstein mal offenbarte, dass der Freitag ab einer verkauften Auflage von 20.000 Ex. ohne Zuschuss laufen könne, sich also selbst trage.

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 14.11.2018 | 18:11

Zum Link:

Bald könnten wir aus der Sicht der Vermögenden den idealen Kanzler bekommen, der als BlackRocker und Inhaber mehrerer Aufsichtsratsposten von sich sagt: "Ich gehöre zu der gehobenen Mittelschicht in Deutschland."

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 14.11.2018 | 09:25

>>Schröders Reformen haben die wirtschaftliche Situation im Land verbessert. Ohne diese Reformen ginge es heute allen schlechter. Alle wären ärmer und die Sozialkassen wären überlastet.<<

Das kann man behaupten. Belege wären angebrachter. Dass durch die Hartz-Reformen der Abbau sozialer Leistungen vorangetrieben wurde, dürfte mit sinnvollen Argumenten kaum bestreitbar sein. Schließlich wurde auf einen Schlag für eine Million Arbeitnehmer die Lohnersatzleistung, die Arbeitslosenhilfe, faktisch abgeschafft und durch eine Fürsorgeleistung ersetzt. Das Hartz-Gesetz für moderne Dienstleistung, das zu Beginn des Jahres 2005 wirksam wurde, hat den Niedriglohnsektor derart ausgeweitet, dass nahezu ein Viertel der Lohnabhängigen davon betroffen sind. Die daraus resultierenden sozialen Folgen sind nicht nur materiell zu messen, sondern auch politisch: sie wirken disziplinierend und angstmachend.

Nicht nur für die Hartz-Bezieher, auch für die Mittelschicht. Die ungleiche Einkommensverteilung, die inzwischen von den bürgerlich akzeptierten Medien nicht mehr bestritten wird, erhöht den Druck auf diese Schicht, von deren Schrumpfung nicht wenige Soziologen überzeugt sind. Dass in dieser Situation die AfD diesen Zulauf erhält, hängt mit dieser wirtschaftlich-psychosozialen Lage zusammen, in der sich viele befinden – oder noch nicht befinden, sie aber befürchten.

Wer sich davon überzeugt zeigt, dass es seit den Hartz-Reformen allen besser ginge, kann die von mir angerissene Problematik unberücksichtigt lassen. Sie wird jedoch eines bewirken: Rechtsradikalismus und Nationalismus werden zunehmen.

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 13.11.2018 | 11:05

>>Wenn die Einkommen steigen, dann steigt auch die 60-Prozent-Schwelle, unter der man als arm gilt.<<

Ein Beispiel greife ich heraus, das deine Welt so einfach macht, obwohl sie so nicht ist. Beachtung finden sollte, dass seit Jahrzehnten die Lohnquote sinkt. Das bedeutet, dass die Gewinne zunehmend an die Kapitaleigner ausgezahlt werden und die abhängig Beschäftigen an Einfluss verlieren, obwohl sie mehr produzieren. Da müsste sich etwa die Frage auftun, weshalb trotz der Geldflutung durch Mario Draghi die Kerninflation (Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie) seit 2008 nicht mehr an die gewünschte Marke von zwei Prozent heranreicht. Die Mietpreiswentwicklung, um ein Beispiel zu nennen, frisst von den vermeintlich steigenden Einkommen mehr weg, denn die Mieten und sonstigen Kosten bleiben ja nicht stehen. Da bekommt die 60-Prozent-Schwelle eine weitere Interpretationsmöglichkeit.

Deine These auf dich angewendet erfährt dann ihre Gültigkeit: "Wir erleben es immer wieder, wie Statistiken selektiv oder übertrieben eingesetzt werden, um politisch Stimmung zu machen."

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 12.11.2018 | 08:45

>>Wirtschaftswachstum, steigende Beschäftigtenzahlen, wachsende Einkommen und sinkene Staatsschulden seit Schröders Hartz-Reformen verlangen ebenfalls nach keiner Alternative!<<

So blau argumentiert nicht mal die FDP. Deshalb ein paar Stichworte zu deiner Propaganda der billigen Art:

- Wirtschaftswachstum vs. Umwelt

- steigende Beschäftigungszahlen vs. Zunahme prekärer Beschäftigung, nahezu statistische Neuausrichtung der Berechnung der Arbeitslosen

- wachsende Einkommen vs. zunehmende Kinderarmut

- sinkende Staatsschulden vs. Schleifen der öffentlichen Insfrastruktur

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 11.11.2018 | 08:29

>>Wagenknecht resp die PdL muß es schaffen, das sehe ich auch so. Aber es ist schon wichtig, daß die Linke sich nicht in die Polarisierung „Links gegen alle anderen“ hineinmanövrieren läßt.<<

Wenn es nach der Frankfurter Rundschau respektive der Berliner Zeitung geht, steht die Bundestagsfraktion der Linken vor der Spaltung: "In der Linksfraktion mehren sich die Anzeichen für einen möglichen Sturz der Vorsitzenden Sahra Wagenknecht."

Da gibt es wohl kaum gemeinsames Schaffen und noch weniger ein gemeinsames Autreten nach außen. Besseres kann den kapitaltreuen Parteien nicht widerfahren: eine linke Partei, die sich entzweit. Den bürgerlichen Publizisten kommt dies zupass, schließlich vernehmen sie Stimmen aus der Fraktion, auch wenn, wie bei PR-Journalismus oft üblich, keine Namen genannt werden:

"Auch wird darauf verwiesen, dass Wagenknecht offenbar darauf hinarbeite, #Aufstehen in eine Partei umzuwandeln." Der Anti-Wagenknecht-Artikel endet mit konkreten Zahlen, die allerdings ohne Belege in die Welt gesetzt werden: "Bei 69 Fraktionsmitgliedern müssten 35 Abgeordnete für eine Abwahl Wagenknechts stimmen. Schätzungen zufolge würden es derzeit 32 oder 33 tatsächlich tun."

Wie kommt so ein Artikel bei den Wähler/innen an? Vermutlich nicht ganz ohne die Wirkung die der Verfasser des Textes beabsichtigte.

RE: (Wagen-)Knecht’sche Politik der Ressentiments | 09.11.2018 | 11:56

An den Autor des Artikels: "...Sie verwechseln hier, wie immer, doch das Format."

Ich gehe davon aus, dass es sich bei diesem Autor um Zweit- oder Drittverwertungen handelt. Außerdem finde ich es lächerlich, dass der Autor in einem Diskussionsforum seinen akademischen Grad vor sich herträgt. Was will er damit bezwecken?

RE: (Wagen-)Knecht’sche Politik der Ressentiments | 09.11.2018 | 11:50

"Gott pfeifel...", schreibt Magda. Da schwingt Bewunderung mit.