Achtermann

Ich lass' mich belehren. Jedoch: Oft wehre ich mich dagegen.
Achtermann
RE: Wo sehen Sie sich in 5 Wochen, Frau Nahles? | 22.09.2018 | 12:06

Der Autor schreibt:

>>Wichtig zu wissen ist, dass die SPD die mitgliederstärkste Partei Deutschlands ist. Fast eine halbe Million Genossen und Genossinnen. Knapp 443 Tausend um genau zu sein. So viele hat keine andere Partei in Deutschland. Die CDU befindet sich mit ca. 425 Tausend Mitgliedern aber nicht weit dahinter.<<

Zahlen sind da zum Interpretieren. Nicht falsch ist, dass die SPD die mitgliedsstärkste Partei Deutschlands ist. Jedoch ist die Basis dieser Behauptung fragwürdig, weil die CDU ein kleineres Verbreitungsgebiet hat als die SPD.

Nimmt man die Behauptung Ernst, dass die CDU und die CSU Schwesterparteien sind und addiert geschwisterlich, liegen sie zusammen bei 565 Tausend. Sie sind demnach deutlich breitbrüstiger als die Sozialdemokraten.

RE: Hic Salta | 22.09.2018 | 08:40

Sobald eine Partei parlamentarisch wird, wird sie mit Steuergeldern zugeschüttet, insbesondere dann, wenn sie ergänzend eine Stiftung ins Leben geruft hat, wie dies bei allen Parteien üblich ist. So kommt's, dass die AfD mit staatlichen Finanzmitteln ihren politischen Einfluss ausbauen kann. Das System ist schon bein bißchen pervers. Erika Steinbach, vormals Rechtsaußen der CDU, ist die passende Führungspersönlichkeit für die Desiderius-Erasmus-Stiftung der AfD.

RE: Hic Salta | 21.09.2018 | 16:30

Inzwischen ist bekannt geworden, dass Nahles neu verhandeln will, weil die Dreierrunde der Parteivorsitzenden sich "geirrt" hätte. Das ist die Fortsetzung des Polittheaters "unserer" führenden Repräsentanten auf dem Boden des Grundgesetzes. Sie will sich mit allen Mitteln in ihrem Amt halten. Anders ist diese neue Variante nicht zu erklären, da sie gestern noch den Beschluss verteidigte, einen SPD-Staatssekretär zugunsten eines AfD-Sympathiesanten zu opfern.

RE: Hic Salta | 21.09.2018 | 09:04

Lieber Costa,

hier noch eine Ergänzung. Die SZ schreibt: "

Die Fraktionen im Bundestag bekommen für das Jahr 2018 mehr als 115 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg um gut 30 Prozent. (...) Union und SPD setzten Mitte Juni im parlamentarischen Schnelldurchgang - und gegen den Widerstand der Opposition - deutlich höhere Zuschüsse an die Parteien durch. Künftig bekommen sie insgesamt 190 statt 165 Millionen Euro jährlich, üblich ist eigentlich nur ein Inflationsausgleich."

RE: "Eine/r muss den Bluthund machen!" | 20.09.2018 | 13:28

Andrea Nahles hat in Verantwortung vor der ganzen Welt gehandelt. Das geht aus dem Schreiben hervor, mit dem sie gestern die Genossinnen und Genossen belehrte:

"Europa steht vor einer Zerreißprobe, es droht ein Handelskrieg mit den USA, die Situation um Syrien erfordert unser ganzes diplomatisches Geschick. Deswegen ist für die SPD wichtig, dass wir eine handlungsfähige Bundesregierung behalten."

Will sagen: Hätte sie der Beförderung Maaßens nicht zugestimmt, wäre die die Welt in Stücke gefallen. Da kann man sich bei Andrea nur bedanken.

RE: Gut gebrüllt, liebe Genossen! | 20.09.2018 | 10:04

Wenn der Autor dieses Blogs schreibt: "Es gibt nur einen echten Gewinner: Hans-Georg Maaßen.", dann lässt er die gesellschaftliche Wirkung dieses breit diskutierten Themas außer Acht. Es gibt auch Menschen, die sagen, die CSU hat sich einen AfD-Mann in die Regierung geholt. Einer, der auch an Kabinettssitzungen teilnimmt. Es ist doch nicht verborgen geblieben, dass der künftige Staatssekretär hohe AfD-Vertreter zum persönlichen Gespräch geladen hat. Nicht Kritik, sondern Ratschläge soll er verteilt haben.

RE: Hic Salta | 20.09.2018 | 09:54

Die Wackelei der SPD vor der erneuten Koalition mit der Union, erklärt sich für mich nur noch mit den persönlichen Interessen des Führungspersonals dieser Partei. Trotz aller Warnungen und Selbsteinsichten, die vor der Wahl gegenüber einer GroKo innerhalb der SPD geäußert wurden, drehte man sich ziemlich schnell um 180 Grad, um sich wieder am Regierungsgeschäft beteiligen zu können. Die Urabstimmung zugunsten der Fortsetzung der seitherigen Konstellation wurde in Regionalkonferenzen und einem nicht neutral gehaltenen an alle Mitglieder versandten Beipackzettel demokratisch gelenkt. So schwer dürfte das nicht gewesen sein, da die SPD eine Rentnerpartei ist. 73 Prozent sind älter als 51 Jahre.

Und was treibt das gemeine Mitglied dieser Partei, wenn es nicht nur als Karteileiche rumliegt? Es klebt Plakate, verteilt Kugelschreiber oder Handzettel, geht ab und an mal auf die örtlichen Sitzungen, um zwei oder drei Bier unter Genossen zu trinken. Meistens sind es Genossen, da der Frauenanteil bei 32 Prozent liegt. Wer aus diesem Milieu heraus zum Berufspolitiker aufsteigt, hat meist Jahre in dieser eher tristen Kultur verbracht. Es dürfte nicht so häufig vorkommen, dass ein derart sozialisierter Politiker sein Kreativitätspotenzial konserviert, um es im Parlament rauszulassen. So einen Posten aus politischer Verantwortung aufs Spiel zu setzen, ist nach jahrelanger Ortsvereinskultur nicht jedermanns Sache. Maximal acht Bundestagsjahre sollten deshalb genügen. Diese Regelung könnte der SPD helfen.

RE: Gut gebrüllt, liebe Genossen! | 19.09.2018 | 12:22

>>Es gibt nur einen echten Gewinner: Hans-Georg Maaßen.<<

Das ist falsch! Auf dem Siegerpodest steht die AfD. Der neue Staatssekretär überreicht die Medaille. Die CSU kriegt die Silber. Für die CDU bleibt Bronze. Die Sozialdemokraten kommen nicht in die Medaillenränge. Sie landen weit abgeschlagen im hinteren Feld.

RE: Ziehen Sie den Stecker, Frau Nahles | 19.09.2018 | 11:53

Die SPD-Vorsitzende hat zwar gesagt:

"Herr Maaßen muss gehen, und er wird gehen."

Gemeint hat sie jedoch:

Herr Maaßen muss befördert werden, und er wird befördert."

RE: Verlegerin a. D. | 14.09.2018 | 11:37

Die Causa Laugwitz ist nur die letzte einer langen Reihe von härtesten Auseinandersetzungen, die im Literaturbetrieb immer wieder zu beobachten sind. Da muss nicht nur an die gerichtsnotorischen Auseinandersetzungen, in die Ulla Unseld-Berkéwicz über Jahre hin verwickelt war, hingewiesen werden. In gewisser Weise ist es tröstlich, dass die Intellektuellen in unserem Lande, die jedem Durchschnittsleser sofort einen passenden Bildungskanon aus dem Ärmel schütteln könnten, ihre Konflikte auch nur auf Rechthaber-Niveau bearbeiten können.