Achtermann

Ich lass' mich belehren. Jedoch: Oft wehre ich mich dagegen.
Achtermann
RE: Politik der Hochmütigen | 03.12.2021 | 09:43

>>Wie kann man bei diesen Zahlen davon überzeugt sein, dass eine allgemeine Impfpflicht sinnvoll und notwendig ist. Hat irgendeine andere Pflichtimpfung zu derartig hohen Fällen von Impfversagen geführt, wie wir sie heute bei den Ü60 wieder sehen können (Geimpfte stellen 48 % der Toten u. 44 % auf ITS)?<<

Das Virus kommt üblicheweise von außen in den Menschen. Je älter die Menschen sind, desto schwächer reagiert ihr Immunsystem. Deshalb kann es sinnvoll sein, eine allgemeine Impflicht einzuführen, damit die Weitergabe des Virus erschwert wird.

Wenn du dich schon über das "Innumeratentum" beklagst, solltest du einbeziehen, dass der Grundwert der Geimpften den Grundwert der Ungeimpften deutlich übersteigt. Zehn Prozent von Hundert ist eben etwas anderes als zehn Prozent von 1.000.

RE: Keine Blase der Gleichgesinnten | 02.12.2021 | 15:24

>>Einen Rauswurf von Palmer würde ich der aktuellen Parteiführung der Grünen sehr übel nehmen. Das wäre extrem dumm.<<

Seit Mitte November läuft das Ausschlussverfahren. In dem 33-seitigen Antrag des Landesvorstandes steht u.a.:

>>Für jemanden, der mit Rassismus kokettiert und Ressentiments schürt, ist bei uns kein Platz. Durch sein Verhalten und sein politisches Agieren hat Boris Palmer bei Bündnis 90/Die Grünen keine politische Heimat mehr.<<

Für die OB-Wahl 2022 gibt es schon eine Bewerberin der Grünen. Per Urwahl soll entschieden werden, wer Kandidat/in der Partei wird. Palmer dürfte keine Chance haben. Sollte er dennoch kandidieren, würde er als Parteimitglied eklatant gegen die Parteistatuten verstoßen und auf jeden Fall rausfliegen.

Aus Sicht der Grünen ist das Verfahren gegen Palmer nicht "extrem dumm", da sie davon auszugehen scheinen, den OB-Sessel wieder besetzen zu können.

RE: Tweets und Talkshows machen noch keine Politik | 30.11.2021 | 14:27

>>Ohne Einwanderung kann dieses Land nicht überleben. (...) Deutschland muß viele MILLIONEN Klimaflüchtlinge aufnehmen!<<

Das ist auch eine Haltung. Der erste Satz ist eine ideologische Behauptung, die von den Vertretern der Industrie propagiert wird, denn diese lieben größere Konkurrenz um Arbeitsplätze. Der zweite Satz ist völlig realitätsuntauglich, da die infrastrukturellen Folgen wie Wohnungs- und Straßenbau aber auch Integrationsmaßnahmen, die unzählige nicht vorhandene Fachleute angehen müssten, unabschätzbar sind.

Um zum Thema zurückzukehren: Die Entwicklung der Grünen seit ihrer Gründung 1980 als sie noch eine Friedenspartei waren und gegen atomare Bewaffnung und für Abrüstung und die Abschaffung der Nato eingetreten sind, macht klar: Sie müssten sich heute alle selbst aus ihrer Partei ausschließen. Denn kaum ein programmatischer Stein ist mehr auf dem anderen geblieben. Sie haben sie einen Koalitionsvertrag unterschrieben, in dem steht, dass deutsche Drohnen bewaffnet werden sollen.

>>Das technische Mittel – die Drohne – ermöglicht politische und militärische Kalküle, die wenn nicht die rechtlichen Grundlagen, so doch das zivilisatorische, also ethisch-moralische Fundament der Gesellschaft tangieren.<< (taz, 2012)

RE: Tweets und Talkshows machen noch keine Politik | 30.11.2021 | 10:11

Hier eine Selbstauskunft aus dem Focus, allerdings von 2015:

Die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, weiß Luxus durchaus zu schätzen. Wagenknecht sagte der „Bild am Sonntag“: „Schöne Reisen machen oder in ein gutes Restaurant gehen ist Lebensqualität. Viel Geld gebe ich für Bücher oder Konzerte aus.“

Maßgeblich für ihre Lebensqualität seien aber vor allem nicht-materielle Dinge: „Der größte Luxus für mich ist freie Zeit – denn die habe ich viel zu wenig. Zeit um zu leben, zu lesen, Fahrrad zu fahren, Zeit, die ich mit Menschen verbringen kann, die ich gern habe. Ich brauche keine teuren Designerklamotten und sonstigen Klimbim.“

RE: Tweets und Talkshows machen noch keine Politik | 30.11.2021 | 10:05

>>Wäre es nicht besser gewesen, sie hätte einer Nachwuchskraft eine Chance gegeben?<<

Vielleicht. Aber sie wurde von ihrem Landesverband auf Platz eins gesetzt. Ich denke, nicht zu bestreiten ist, dass mit ihr an der Spitze mehr Stimmen eingesammelt wurden. Mit einer Nachwuchskraft (meist unbekannt) führend auf der Landesliste, hätte die BT-Fraktion von Anbeginn weniger Sitze.

>>Sie gehört zu den Abgeordneten, die am häufigsten Parlamentssitzungen schwänzt.<<

Sie wohnt im Saarland, hat ihren Wahlkreis in NRW und ihren Arbeitplatz in Berlin. Sie bräuchte wie ihr Abgeordnetenkollege Friedrich Merz einen Privatjet.

RE: Tweets und Talkshows machen noch keine Politik | 30.11.2021 | 09:44

>>Findet sie noch zwei Wagenknechte und verläßt ihre Fraktion, dann verliert diese ihren Fraktionsstatus und das wäre das Ende! Will sie das?<<

Hat Wagenknecht gedroht aus der Partei auszutreten oder gab es in der Partei Anstrengungen sie auszuschließen?

RE: Mit Frauen gegen Frauen | 29.11.2021 | 14:39

Annalena Baerbock nahm am Führungsförderprogramm "Marshall Memorial Fellowship" der US-Stiftung teil. Sie ist Mitglied des "European Council on Foreign Relations" (ECFR), gehört(e) zu den "Young Global Leaders" des Weltwirtschaftsforums (WEF) und steht in Verbindung zum US-nahen Lobbyverein "Atlantik-Brücke".

Dieser gelernte und bestehende Background dürfte ihre außenpolitischen Handlungen bestimmen. Sie hat schon mehrfach gezeigt, dass sie sich von der US-amerikanischen außenpolitischen Ausrichtung wenig bis nicht unterscheidet. Deshalb ist der Einschätzung der Autorin Elisa Nowak zuzustimmen:

>>Die Wahrheit ist jedoch, dass die Bündnisgrünen mit ihren realpolitischen Ambitionen, die sich in der NATO-Treue, der Russlandfeindschaft und der Integration bürgerlich-imperialistischer Strukturen widerspiegeln, streng antifeministisch sind.<<

RE: Ein kapitaler Holzweg | 28.11.2021 | 15:40

>>Man vermehrt nicht nur Geld.<< Schön für dich.

Du solltest dich schon auch fragen, weshalb es dazu kommt. Beispiel: Nahezu immer, wenn ein aktiennotiertes Unternehmen ankündigt, 5.000 oder 10.000 Mitarbeiterinnen zu entlassen, steigt der Kurs der Aktie. Er steigt deshalb, weil die Renditeerwartungen steigen und der Aktienkauf angeschoben wird.

Beispiel von Anfang November:

Unter der Überschrift "FMC streicht 5000 Stellen" schreibt die Tagesschau:

"An der Börse kamen die Pläne gut an: Die Aktien von Fresenius Medical Care legen am Nachmittag rund drei Prozent zu, die Titel der Konzernmutter Fresenius um 2,8 Prozent."

Es gilt die alte Weisheit: Wo Gewinner sind, sind auch Verlierer.

RE: Bloß nicht dichtmachen | 27.11.2021 | 16:15

Katharina Schmitz schreibt:

>>Sollte ein neuer Lockdown unvermeidlich sein, und alles sieht danach aus, sind dann brutale Ausschreitungen zu befürchten, wie in den Niederlanden und in Belgien? Was sag ich meinen Söhnen? Dass die Polizei hart durchgreifen muss? Dass das die Ultima Ratio ist?<<

Ein neuer Lockdown ist unvermeintlich. Gibt es irgend einen guten Grund wegen einer solchen Maßnahme auf die Straße zu gehen, um Fensterscheiben einzuschlagen und Fahrzeuge anzuzünden? Ich kenne keinen. Vielmehr ist zu vermuten, dass die zerstörerischen Handlungen deshalb passieren, weil man zerstören will. Das hat mit Corona eher randständig zu tun.

Es gibt eine vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte wissenschafliche Untersuchung, die der Frage nachging, weshalb man sich nicht impfen lassen möchte. Unterschieden wird zwischen "Existenzleugnern", "Dikatatur-Vermuter", "Skeptikern" und Menschen "Ohne Nähe zu Querdenkern".

Interessant wäre auch, soziologische Milieus herauszuarbeiten, deren Mitglieder nicht bereit sind, sich die Nadel geben zu lassen. So schreibt etwa die Berliner Morgenpost über "Friedrichshain-Kreuzberg: Vorbehalte gegen das Impfen bei arabisch- und türkischstämmigen Menschen" oder "Schwerpunktimpfungen in Kreuzberg: Mobilisierung fehlgeschlagen". Diese Menschen würden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht für Gewalttaten auf die Straße gehen.

RE: Hommage an das Peter-Prinzip | 26.11.2021 | 14:08

Das neue Bündnis will mit der Leitlinie "Mehr Fortschritt wagen" die bundesrepublikanische Bevölkerung regieren.

Das sagt zwar wenig bis ganz wenig aus, ist aber schwer oder eher gar nicht mit Aufrüstung wie die Bewaffnung deutscher Drohnen in einen stringenten Zusammenhang mit Fortschritt zu bringen, außer man nimmt die Position von Bellezisten ein. Das scheint hier vorzuliegen.