Vermögen, Parasiten

schwerer Befall biologische Analogien zur Gesellschaft
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Toxoplasmose ist der Befall mit einem Einzeller. Seine Endform ist im Katzendarm, wo er sich sexuell vermehrt. Ausgeschieden gelangt er in Zwischenwirte, unter anderem in Mäuse und Ratten. Dort wandert er ins Gehirn und baut die Angst der Nager vor Katzen ab. Nach einigen Wochen lassen die sich widerstandslos fangen und fressen. Rund ein Drittel der Menschen sind ebenfalls davon befallen. Statistischen Untersuchungen zufolge steigert er das Risiko einer Verkehrsunfalls.

Bei der „Wipfelkrankheit“ befällt ein Virus die Raupen mancher Nachtfalter. Der Erreger lotst die Raupe an die Spitze des Baumes und vermehrt sich, bis sie komplett gefüllt ist mit Viruspartikeln. Dabei beginnt die Raupe zu fressen, bis sie platzt. Die Erreger rieseln herunter und befallen neue Wirte.

Diese Schmarotzer verändern das Verhalten ihrer Wirte, um sich zu vermehren.

Betrachten wir die Wirkung eines Milliardenvermögens. Seinem Einfluß unterliegen entweder der Besitzer selber oder von ihm bestellte Verwalter. Ihr Verhalten wird manipuliert: die Infizierten kennen nur noch das Ziel, ihren Parasiten um jeden Preis zu vermehren.

Entweder sie agieren selber unter enormen Zeitaufwand und persönlichem Einsatz, obwohl sie schon so reich sind, daß der Zuverdienst keinen Vorteil mehr bringt. Weit effektiver und gefährlicher ist jedoch deren Anlagerung an die Entscheidungszentren: die sogenannte Lobby. Bezahlte Agenten manipulieren erfolgreich die Entscheidungen der Politik, um Nährboden für den Schmarotzer zu schaffen und zu pflegen.

Die Auswirkungen sind beträchtlich und enom bedrohlich. Die Lebensgrundlage auf diesem Planeten wird durch die wirtschaftlichen Aktionen immer mehr geschwächt und gefährdet. Ressourcen werden unwiederbringlich verbraucht, Tiere und Pflanzen ausgerottet, das Klima kippt. Große Teile der Menschheit leben in grausamer Armut unter unwürdigen Bedingungen, während sich der Parasit rasant ausbreiten. Einem Bericht einer schweizerischen Bank zufolge beträgt das Vermögen derzeit 320 Billionen Dollar, das zehnfache des Weltbruttosozialproduktes. Die Steigerung dieser Vermögen hat keine wirtschaftliche Sinn mehr. Wozu soll Geld gut sein, wenn man sich nichts dafür kaufen kann, weil es so viele Güter nicht gibt ?

Spricht man mit einem Infizierten über wirtschaftliche Themen, zeigt sich der Einfluss des Parasiten besonders stark. Der Befallene lügt dauernd und grundsätzlich. Das muß richtig verstanden werden. Er vertritt immer nur Thesen, die die Vermehrung des Schmarotzers begünstigen. Egal welche Sätze und Aussagen genau fallen, in Wirklichkeit kann man sie alle durch: „Ich will Geld. Ich will mehr Geld. Ich will so viel Geld wie möglich so schnell wie möglich. Der Rest der Menschheit ist mir egal, kann vor die Hunde gehen, interessiert mich nicht. Ich will Geld....“ ersetzen.

Aber es geht noch tiefer. Er lügt schon, sobald er überhaupt ein Gespräch vortäuscht. Er will nicht sprechen, er will nur Geld. Wäre es für den Parasiten, von Vorteil, zu handeln: in Südamerika Gewerkschaftler ermorden lassen, verlogene Zeitungsanzeigen plazieren, Occupy-Aktivisten kriminalisiern, würde der Wirt das Gespräch verweigern und handeln, bzw handeln lassen. Sobald er also spricht, heißt das eigentlich: ich weiß augenblicklich keinen effizienteren Weg, mein Geld zu vermehren, also sondere ich Laute ab.

Dabei treten zwischenmenschliche Beimischungen auf. Stimmführung, Gestik und Mimik sind aber kein eigener Wert, sondern dem Ziel unterworfen. Ist der Infizierte der Meinung, freundlich Belehrung sei zur Geldvermehrung optimal, zeigt er dieses Verhalten. Glaubt er, aggressiveres Auftreten sei effektiver, wendet er das an.

Das vegetative Nervensystem wirkt auch mit. Grundätzlich zeigt sich bei bewußter oder unbewußter Manipulation Nervosität, der Blutdruck steigt, Adrenalin wird ausgeschüttet. Mit fortschreitender Übung stellt sich Routine ein, die Lügen und Manipulationen werden mit ruhiger Überzeugung vorgetragen. Das bedeutet natürlich nicht, daß es einen speziellen Geldzustand gibt, sondern nur, daß sich der gesamte Mensch mit allen evolutionären Strukturen seines Nervnsystems in den Dienst des Parasiten stellt.

Er lügt also vollständig: wie er steht, oder sitzt, wie er einen ansieht, Luft holt, Laute absondert, sich bewegt, schon durch die Tatsache, daß er anwesend und sichtbar ist: er steht, sitzt, lautet, schnauft, schaut und läßt sich schauen für keinen Grund außer Geldvermehrung.

Man muß sich in solchen Fällen also immer klar sein, daß man es nicht mit einem Menschen zu tun hat: es ist ein Vermögen, das sich vermehren möchte.

Besoders markantes Beipiel ist der Selbsmord des Milliardärs Merckle im Jahre 2009. Nach schweren Spekulationsverlusten setzte er seinem Leben ein Ende. Mindestens 95% der Menschen weltweit wären vor Freude an die Decke gesprungen, würden sie sich in seiner Lage befinden: er verfügte immer noch über ein Millionenvermögen.

Das zeigt, daß den Inifizierten mit Vernunft und Argumenten nicht beizukommen ist. In der Regel töten sie aber andere Menschen, wie der Papst Franziskus I. richtig erkannte. Ihren Artgenossen auf Kosten des Parasiten ein erträgliches Leben zu ermöglichen kommt überhaupt nicht in Frage.

Kritiker beteuern, man könne doch diesen Vermögen weder Wille noch Absicht zuordnen. Das gilt aber für die biologischen Schmarotzer genauso. Ein Einzeller, und ein Virus noch weniger, besitzt kein Nervensystem, das für psychische und geistige Reaktionen notwendig ist. Sie funktionieren nach physikalisch-chemischen Gesetzen. Und sie steuern das Verhalten der Wirtemit einfachen materiellen Stoffen. Die Wirte sind aber sehr komplexe Systeme: Mäuse und Ratten haben ähnliche Funktionen wie wir. Deshalb ist die Aussage "man hat es nicht mit einem Menschen, sondern mit einem Vermögen zu tun, das sich vermehren möchte" durchaus korrekt: durch die Kontrolle wirkt der physikalische Mechanimsus mit psychischen Qualitäten.

Wenn, dann liegt der Unterschied daran, daß die biologischen Parasiten auch ohne ihre Wirte leben und Eigendynamik zeigen, währen die Vermögen nur in unseren Geist existieren. Das ändert aber nichts an der analogen Wirkung auf unseren Geist, und zwar auch sehr materiell.

12:28 18.03.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

alalue

In einer Demokratie darf jeder so blöd sein wie er kann
alalue

Kommentare 44

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