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A Little Yes and a Big No. George Grosz
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RE: Wulffs Demokratie | 06.01.2012 | 04:07

"Ob Wulff bleibt oder nicht, ist eine nachrangige Frage,..."

Caro Matto, no, no, no! Das ist es nicht.

RE: Wulffs Demokratie | 06.01.2012 | 03:54

Danke für die weiterführende Anmerkung zur Wulffsnatur. ja, er ist auch ein Emporkömmling, der gelernt hat. A campy guy.
Dank auch für den Verweis auf "Gas-Gerd" Schröder. Ein treffender Vergleich. Sowieso hinterfragt in dieser Nation niemand mehr die Machenschaften von Schröder, der nicht nur eine Partei (genauso wie Oskar) in den Ruin geführt hat, sondern die Ära der Suprematie der Performation über die Policy eingeläutet hat.

Und ich sehe es genauso wie Sie, dass die Hinterbänkler eine große Rolle spielen und die Seilschaften.

Der Fall Wulff stellt auch die Frage nach der direkten Partizipation des Volkes an einer Wahl des Bundespräsidenten.

Und: Mich würde im Zusammenhang mit Verstrickungen noch interessieren: Was hatte Gerhard Schröder beim Pressetermin bei Karstadt zu suchen, als das Unternehmen verkündete, dass Berggruen den Konzern rettet? Kam Schröder nur zum Sekttrinken vorbei oder wollte er seine Berluti- Schuhe ausführen? Achtung: Auch die nobelsten Treter lösen sich einmal in Nichts auf! Das geschieht exemplarisch in Christian Krachts Roman "1979", in dem ein reicher Junge aus guten Hause den Boden unter den Füßen verliert. Wo wir wieder bei Karl-Theodor sind.

RE: Wulffs Demokratie | 05.01.2012 | 17:05

Ein prägnanter, erhellender Artikel.
Doch möchte ich anmerken, dass Wulff nicht in irritierender Dummheit agiert hat, sondern ein gerissenes Hündchen ist. In dem ARD/ZDF- Interview zeigte Wulff deutlich Karl-Theodor- Qualitäten. Wulff rückte von sich selbst ab und sprach immerzu von "man". Als ob es ein anderer gewesen sei, der gerne telefoniert und Kredite abschließt. Wulff ist ein Blender und gehört zu dem neuen Typus Politiker (oder generell gesprochen Mensch), der wie modernes Autodesign funktioniert: Glatt, auf den ersten Blick schön rund (meint pseudooffen und pseudozugänglich), klobig und platzeinnehmend. Da ein Modell aber dem anderen gleicht und man einen Porsche SUV nicht mehr von einem Audi unterscheiden kann, fehlt Charakter (ich sage hier auch mal im ursprünglichen Sinne Charisma). Und vor allen Dingen eine ethische Haltung.
Ich denke oft auch an Horst Köhler, den man abservierte, weil er kein Konformist war. Wulff ist ein gerissener im Schafspelz.

Zum Interview: Schausten und ihr ARD- Kollege haben zu seicht gefragt, waren nicht präzise genug, haben nicht nachgehakt. Warum stellten sie nicht die auf der Hand liegende Frage: Herr Wulff, wollen Sie nicht auch deshalb im Amt bleiben, weil Sie an Ihre Pension denken?
Und so, wie es auch schon der Artikelschreiber formulierte, sind auch die Medien verstrickt. Dass ein Interview so abgekartet wie ein Schaukampf verlaufen kann, finde ich unglaublich!
Zumal es sich um öffentlich-rechtliche Sender handelt. Da geht es um Verantwortung. Hatten sie etwa angst, unangenehme Fragen zu stellen, weil man es sich dann mit der polit. Elite verscherzt? No transparency auch hier!
Ich vermute, dass ARD und ZDF vorher die Fragen zusenden mussten, dass Wulff (wie es auch an anderen Stellen anklang) genug Zeit zur Vorbereitung hatte. Vielleicht gab es sogar Absprachen, die es verboten haben, spontane Fragen im Gespräch stellen zu dürfen. Und dann am Ende: der SWR- Kommentator in der ARD (im Rahmen der schlaffen Tagesthemen), der Wulff verbal wieder fest ins Amt gefaselt hat. Die Tagesthemen waren reine Zuhilfe für Wulff.
Die Akte Wulff ist beschämend für die Demokratie, für die Politik und auch für die ARD und das ZDF!

RE: Zum Abschied von Christa Wolf | 14.12.2011 | 16:14

Liebe Frau Baureithel,
Ihr Artikel würde mich sehr interessieren. Ist er schon hier erschienen oder in einem anderen Medium, oder bin ich gerade zu deppert, ihn zu finden?

Ich möchte Ihnen, wenn ich darf, noch das literarische Sachbuch meiner Freundin und Kollegin Anne Siegel ans Herz legen: "Frauen, Fische, Fjorde", Bucher Verlag. Siegel machte über 300 deutsche Frauen ausfindig, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Island auswanderten. 6 von Ihnen, die noch leben, hat sie besucht und erzählt deren spannende Geschichte, die auch über den Krieg und die Zeit danach für uns Deutsche aufschlussreich ist. Beste Grüße

RE: Zum Abschied von Christa Wolf | 14.12.2011 | 15:41

Ein sehr schöner Artikel, und, liebe Magda: Für die ARD und das ZDF (die Buchstaben stehen ja nun laut Moderator und Koch Steffen Hensler für "Zentrum Der Freude"; es fehlt nur noch der Nachsatz "Kochen macht frei"; da sehen Sie- wie neu die Uhren in Deutschland ticken und für Geschichte steht auch Christa Wolf, der man keine gesonderte Anerkennung geben will und auf die Berichterstattung zur Beerdigung verzichtet. Dort sprach ja auch Grass, den man ähnlich beschimpfte und verhöhnte) zählt nur noch die Quote, und das bei einem öffentlich- rechtlichen Sender, der tausende von Euro für eine Sendeminute einer Talksendung ausgibt...è una storia troppo lunga- eine zu lange Geschichte.
Ich möchte hier am Ende Giuseppe Ungaretti auszugsweise zitieren, den die wunderbare Schriftstellerin Sabine Gruber als Vorwort zu ihrem Roman "Stillbach- oder die Sehnsucht", C. H. Beck, verwendet hat. Der Roman arbeitet Geschichte auf, und das Zitat passt auch zu Christa Wolf und dem Andenken an sie. Und es ist kein Zufall, dass Ingeborg Bachmann das Gedicht übersetzte:

Cessate d`uccidere i morti...
lieta dove non passa l`uomo.

Hört auf, die Toten zu töten
Schreit nicht mehr, schreit nicht,
wenn ihr sie noch hören wollt...
Sie haben das unmerkbare Flüstern
Sie machen nicht mehr Lärm
als das Wachsen des Grases
Froh, wo kein Mensch geht.

RE: Guttenberg, di Lorenzo oben, Redakteure unten | 01.12.2011 | 10:34

eine sehr interessante Information bezüglich des Forums von "Zeit online". Das Problem für den Leser ist es ja, daß er solche "Maßnahmen", zu denen auch Entscheide über Artikel gehören, gar nicht auf dem Schirm hat. Warum bestimmte Artikel verfasst, andere wieder nicht gedruckt werden, kann der normale Leser, der im Glaube ist, ein seriöses, unabhängiges Blatt zu lesen, nicht nachvollziehen.

RE: Guttenberg, di Lorenzo oben, Redakteure unten | 30.11.2011 | 18:32

Il Principe
Vorab: Ich finde es nicht gut, jemandem seine Herkunft vorzuwerfen. So tat es auch ein WDR- Kommentator, als der Skandal um zu Guttenberg aufflog. In dieser journalistischen Tragödie- dies ist es für mich, keine Realsatire- ist das "Hinten und Vorne ZU" völlig irrelevant.
Es gibt mehrere Journalisten, die gut, güter, am guttenbergsten mit Politikern können, sie auch nach Hause einladen und sogar spezielle Stühle für sie reservieren.
Giovanni di Lorenzo hat sich och ranjepirscht. Der ZEIT- Mann hat sich nach HM, den rauchenden Colts einer in ihrem Ursprung nicht mehr existierenden Volkspartei, auch noch den Schwiegermamma- Lookalike- Ich wollte das alles gar nicht-ich bin dann mal (kurz) weg- Politblender KTzG einverleibt, (zum Glück raucht er nicht, ob sich aber das journalistische Gesundheitsrisiko verringert, sei dahin gestellt). GdL klebt daran, verdient womöglich daran. Ist im wahrsten Sinne des Wortes Meinungsmacher UND Rehabilitationshelfer.
Schlimme ZEITen sind das. Und ich bin davon überzeugt, dass Guttenberg für das Buch ein Honorar bekommt, von öffentlichen Terminen (Lesungen etc.) einmal abgesehen. Worauf die beiden Jungs wohl geachtet haben: Dass es kein Verlag von Holtzbrinck ist, der das Buch herausbringt. Zu Herder (schön katholisch) gehört die theologische Fachzeitschrift "Stimmen der ZEIT". Wie klingen die Worte der beiden Interlokutoren di Lorenzo und zu Guttenberg im Vorabdruck des Buchs? klebrig.
Jetzt am Ende denke ich, daß es doch keine Tragödie sein kann, da der Held Guttenberg den politischen Tod bereits überwunden hat und die verwundbare Stelle am Rücken längst verheilt ist. Vielleicht ist die Affaire eine "Opera Buffa".

RE: "Der schlitzohrige Jude" | 26.11.2011 | 15:51

ebenso wie janno, hege auch ich zweifel daran, ob dieser text der verteidigung berggruens zuträglich und überhaupt notwendig ist. außerdem benötigt herr b. (wie es so im kommentar heißt, ungeschickt gleichgesetzt mit der ja kritisierten frau s.) keine verteidigung, er hat viel zur kultur deutschlands beigetragen. außerdem ist der kunstsammler verstorben, kann zu allem nichts mehr sagen. punkt.
wenn die autorin des kommentars nichts von stein hält und den inhalt des buches als quatsch ansieht, dann wäre es besser, dummheit zu ignorieren und nichts dazu zu sagen.
ich finde den kommentar überflüssig, wirr und emotional aufgeladen. und verstehe ich dies richtig: die kommentatorin hat das betreffende buch selbst gar nicht gelesen?

und, mal butter bei die fische: der kommentar scheint fatalerweise im noch nicht entmythisierten sprachduktus der aufgeladenen debatte auf dem niveau eines Johannes b. kerner ("autobahn dürfen sie nicht sagen") stecken geblieben zu sein: angesichts der deportationen sollte die verfasserin des kommentars demnach auch den ungeschickten begriff des "reisens auf einem ticket" besser vermeiden.

RE: Mal ganz unter uns | 28.10.2011 | 23:18

besorgte und in panik geratene akademikereltern sollten ihren Kindern zuerst einmal ihre fahrradhelme abnehmen, damit die kinder ihren Kopf besser zu allen Seiten drehen können, um sich in unserer gesellschaft richtig umschauen und orientieren zu können. diese helme verkörpern für mich das Symbol für Lebensfurcht. kiezflucht ist für i-dötzchen oder für schüler weiterführender schulformen genauso wenig eine lösung, finde ich. reality bites. buonanotte.

RE: Max möchte mir dir befreundet sein | 28.10.2011 | 21:33

Das Problem bei Facebook ist ja, dass man da nicht raus kann, die Maschen des Netzes sind zu dick,man verfängt sich,bei meinem austritt fragte mich das gesichtsbuch, ob ich wirklich alle, aber auch alle freunde verlieren möchte. nachdem ich einwilligte, von nun an alleine durch die welt zu internetten, packte mich das system am schlawittchen: Du kannst immer gerne zu uns zurück, musst dich nur wieder einloggen. spooky.