Facebook und der Datenschutz

Verbraucherschutz Europa macht es Datenkraken wie Facebook schwerer und das ist auch gut so. Ich bin sogar davon überzeugt, dass Datenskandale das Ende von Facebook besiegeln könnten.
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Der Skandal um den Datenmissbrauch von Facebook-Profilen im Jahr 2018 hat gezeigt, dass unsere Daten längst nicht so sicher sind, wie die sozialen Medien uns gerne glauben lassen wollen. Der Kampf gegen schmutzige Geschäfte mit User-Daten hat begonnen und ist noch lange nicht beendet.

Es war der bislang größte Datenskandal in der Geschichte von Facebook, der 2018 ans Tageslicht kam: Die Firma Cambridge Analytica nutzte die Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern, um damit Wahlkampf für US-Präsident Donald Trump zu machen. Dafür wertete das Unternehmen, das mit dem Slogan „Daten treiben alles an, was wir tun“ wirbt, Facebook-Profile der User aus. Es stand die Frage im Raum, wie Cambridge Analytica an die Daten gekommen ist. Wurde Facebook gehackt oder hat das soziale Netzwerk die Daten von mehreren Millionen Nutzern verkauft? Diese Frage ist bis heute nicht geklärt, bietet aber genügend Stoff für einen Horror-Film. Viele Nutzer fragen sich deshalb auch heute noch, wie es wirklich um die Sicherheit in den Social Media bestellt ist.

Wie das Internet uns fesselt

Wie bei allen Technologien ist es auch beim Internet: Wenn die falschen Leute sie ein die Finger bekommen, kann dies schreckliche Auswirkungen haben. Eigentlich sind Social Media eine gute Sache. Menschen aus der ganzen Welt können zusammenfinden, sich gegenseitig austauschen und sogar miteinander spielen Doch leider werden sie auch dazu benutzt, Gerüchte und Lügen zu verbreiten, Demokratien zu destabilisieren und Hass zu schüren. Dies geht teilweise so weit, dass beispielsweise Politiker auch im realen Leben tätlich angegriffen und sogar ermordet werden. Dagegen muss schnellstmöglich etwas unternommen werden

China ist ein Beispiel dafür, wie ein totalitärer Staat dank Social Media seine Bürger beobachtet. Sie bekommen Pluspunkte für positives Verhalten und Negativpunkte, wenn sie etwas tun, was dem Staat missfällt.

Eigentlich soll das Internet eine freie Plattform sein, die das Leben erleichtert, die Menschen umfassend informiert und die Demokratisierung des Wissens vorantreibt. Doch die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass totalitäre Systeme und populistisches Gedankengut das Internet zu einer tickenden Zeitbombe machen können. Und es beginnt uns zu fesseln. Wir legen unsere Persönlichkeit in die Hände von Facebook, Google & Co, für die wir nichts anderes sind als ein Datensatz, über den sie nach Belieben verfügen können. Für welchen Zweck sie genutzt werden, liegt nicht mehr in unserer Hand.

Facebook läuft Gefahr, sich abzuschaffen

Einige Experten sehen die Daten von Nutzern als Währung der Zukunft Je mehr Daten ein Internet-Portal sammelt, umso erfolgreicher ist es. Das mag im Konsumbereich noch in Ordnung sein, doch sobald es politisch wird, sollten die Alarmglocken läuten. In den sozialen Netzwerken werden Gerüchte und Fake News verbreitet, ohne dass der Nutzer es merkt. Oft handelt es sich um gesteuerte Google Ads Kampagnen, um die Leser zu beeinflussen. So bekommt jeder, der Kritik an Wladimir Putin übt, zahlreiche Kommentare, die ihn verteidigen.

Medienberichten zufolge sollen in Italien rechtsradikale Gruppen systematisch Gerüchte und Fake News verbreiten. Meinung und Fakten verschwimmen in den sozialen Netzwerken so sehr, dass es selbst für die Betreiber der Portale selbst immer schwieriger wird, dies zu kontrollieren.

Facebook muss endlich den Kampf gegen den politischen Missbrauch ernsthaft annehmen und die Daten seiner Nutzer besser schützen, sonst schafft sich das größte soziale Netzwerk selbst ab.

08:19 24.01.2020
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Alexander S. Klingenberg

Mit einem abgeschlossenen Studium in Sportwissenschaften liegen meine Interessenschwerpunkte in den Bereichen Sport & Gesundheit sowie Politik &Kultur
Alexander S. Klingenberg

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