Warum nicht einfach Facebook abschalten?

Lösungsansatz bei Wahlen Auch wenn utopisch, würde es dem politischen Frieden guttun.
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Im aktuellen Wahlkampf der USA ist die Rolle von den sozialen Netzwerken ein großes Streitthema. Hierbei ist eine Klärung mehr als überfällig. Der Grund liegt darin, dass diese sozialen Netzwerke für die Politik eine Gefahr darstellen. Eine amerikanische Bewerberin als Präsidentin hat in der letzten Woche eine Anzeige bei Facebook gepostet. Laut dieser Anzeige würde der Gründer von Facebook für eine Wiederwahl von Donald Trump sein. Dies ist eine Lüge und das gibt die Präsidentschaftskandidatin auch im Laufe der Anzeige zu.

Mit dieser Anzeige möchte sie darauf aufmerksam machen, dass es ein Video des jetzigen Präsidenten der USA bei Facebook gegeben hat, in dem die Behauptung enthalten ist, dass ein ehemaliger Vizepräsident eine Milliarde Dollar der ukrainischen Regierung zur Verfügung stellen will. Das soll aber nur unter der Voraussetzung passieren, wenn bisher laufende Ermittlungen gegen den Sohn des Vizepräsidenten eingestellt werden. Aber auch dies beruht nicht der Wahrheit. Es gab in der Folge eine Bitte der Demokraten an Facebook, dass dieses Video nicht in Umlauf gebracht werden soll, welche mit dem Verweis auf die Regeln in Bezug auf Wahlkampagnen abgelehnt worden ist.

In der heutigen Zeit ist die Welt der sozialen Netzwerke (Facebook) weitaus mehr, als ein Portal auf dem Fotos der Nutzer veröffentlicht werden oder man sich mit Freunden unterhalten kann. Besonders in der USA dient dieses Netzwerk als Hilfe um Wählerstimmen für sich zu gewinnen. Es gab eine Umfrage bei der festgestellt worden ist, dass zwanzig Prozent der Amerikaner ihre Informationen über neue Nachrichten durch die sozialen Netzwerke erhalten. Bei denjenigen, die sich im Alter von 18 bis 29 befinden, handelt es sich sogar um 36 Prozent.

Das bedeutet, dass die klassischen Mittel zur Nachrichtenweitergabe, einschließlich Social Ads, immer mehr in den Hintergrund geraten. Es gibt auch eine positive Interpretation sozialer Netzwerke, welche von dem Gründer von Facebook als ein guter Ort für den Austausch von Erfahrungen durch Nutzer mit unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Hintergründen bezeichnet worden ist.

Dem entgegengesetzt gibt es aber auch negative Interpretationen solcher Orte. Hierbei geht es darum, dass Facebook gegen eine Demokratie wirkt und sie somit zerstört. Der Grund für diese Interpretation liegt darin, dass eine Demokratie nur funktionieren kann, wenn ein öffentlicher Raum vorhanden ist. In diesem Raum gibt es Verhandlungen, welche von allgemeinen Interesse sind. Auch für politische Lösungsansätze sind solche Plätze nutzbar. In der Vergangenheit waren solche Orte die Marktplätze, welche für die eben genannten Dinge zuständig waren.

In unserer modernen Welt ist dies eine öffentliche Meinung, die über diverse Medien zugänglich gemacht wird. Aber auch diese Medien sind nicht Optimal in Bezug auf eine ideale Demokratie, weil auch zum Beispiel Zeitungen politische Meinungen haben. Ebenso können hier auch Falschdarstellungen auftreten. Soziale Netzwerke haben aber noch einen weiteren Nachteil. Bei diesen bekommen die meisten Menschen nur solche Informationen mit, die auch ihre eigene Haltung bekräftigen. Demzufolge ist ein politisches Stammesdenken vorhanden, anstatt einer Auseinandersetzung, welche versucht Lösungen zu finden.

Um die bisher genannten Probleme lösen zu können, gibt es die folgenden Möglichkeiten. Zum Einen sollte Facebook für alle geposteten und geteilten Inhalte seiner Nutzer die Verantwortung tragen. Wenn dies der Fall wäre, müsste Facebook wie bei den alten Medien (Zeitung, Fernsehen) mit Strafen rechnen und gleichzeitig Gegendarstellungen schalten. Der Mensch verbringt ein Großteil seiner Zeit im Internet, daher ist es von Vorteil, wenn Facebook temporär im Wahlkampf abgeschaltet wird. Nur so kann die Welt zu einem besseren Ort werden, wie es der Gründer von Facebook möchte.

21:00 21.10.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Alexander S. Klingenberg

Mit einem abgeschlossenen Studium in Sportwissenschaften liegen meine Interessenschwerpunkte in den Bereichen Sport & Gesundheit sowie Politik &Kultur
Alexander S. Klingenberg

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