Wasserstoff soll vorangebracht werden

Zukunftstechnologie Der Energieträger Wasserstoff, aus Sicht der Wirtschaft ein wichtiges Bauelement, soll durch ein Netzwerk in der Lausitz zum regionalen Aushängeschild werden
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Wasserstoff soll vorangebracht werden
Ein mit Wasserstoff betriebener Bus in Aberdeenshire, England

Foto: MICHAL WACHUCIK/AFP via Getty Images

Die Handelskammer hat am Mittwoch mitgeteilt, dass die Partner des Projektes, unter anderem wissenschaftliche Einrichtungen, Kommunen und Investoren, namentlich der Verein Centrum für Energietechnologie Brandenburg (Cebra), welcher sich an die der BTU Cottbus-Senftenberg ansiedelt, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus sowie das Frauenhofer-Institut in Zittau, dafür vom Bund insgesamt 600 000 Euro erhalten werden. Jens Krause, Sprecher des Netzwerks für die IHK, hat erklärt, dass Wasserstoff für eine CO2-freie Industrie über das Potenzial verfügt, um in der Lausitz zu einem der wichtigsten Aushängeschilder im Bereich der Technologie zu werden.

Bis ins Jahr 2025 will die Bundesregierung die Forschung in Bezug auf den Wasserstoff durch die Herstellung von Elektrolyseuren mit rund 700 Millionen Euro weiter ankurbeln. Die Geräte ermöglichen die Umwandlung von Stoffen, zum Beispiel Wasser, mit Strom, idealerweise Öko-Strom, in Sauer- und Wasserstoff. Gemäß Anja Karliczek, Forschungsministerin des Bundes und Politikerin der CDU, könnte der Bereich zum Jobmotor werden.

Das seit dem Jahr 2019 existente Wasserstoffnetzwerk „Durch2atmen“ begleitet und berät unter anderem regionale Projekte im Bereich Wasserstoff. Dafür stellt das Ministerium des Bundes für Wirtschaft bis Ende Jahr 2023 für jeden Projektpartner 200 000 Euro zur Verfügung. Die Planer der Projekte wollen sich zudem für die berufliche Anpassung und Qualifizierung der Lehrpläne, zum Beispiel bei den Ausbildungsberufen, einsetzen.

In der Zwischenzeit hat das Netzwerk gemäß eigenen Angaben 100 Partner mit mehr als 60 Ideen für Produkte. Bei den Ideen handelt sich unter anderem um den Aufbau von einem flächendeckenden Netz von Tankstellen mit Wasserstoff, den Bau von Speicherkraftwerken sowie die Umstellung von Abfallfahrzeugen und Busen auf den Antrieb mit Wasserstoff. Nach eigenen Angaben des Netzwerks sind Projekte zum Einsatz von grünem Wasserstoff bereits in Bearbeitung. Das Verkehrsunternehmen Cottbusverkehr GmbH ist in Vorbereitung für die Beschaffung von ersten Bussen mit dem Antrieb durch Brennstoffzellen, die erste Inverkehrsetzung ist für das Jahr 2022 geplant.

Die Errichtung einer Anlage, welche Wasserstoff aus erneuerbarem Strom herstellt, wird vom Unternehmen für Energie Leag unterstützt. Thomas Hortinger von der Leag aus dem Bereich Kraftwerke erklärte, dass die mit dem Projekt verbundene Wertschöpfung wenn möglich in der Region bleiben soll. Dies sei betriebswirtschaftlich sinnvoll, da Wasserstoff, welcher lokal erzeugt und gespeichert werde und die Abnahme sowie die Nutzung als Treibstoff keine langen Transportwege benötigen würden.

In Görlitz liegt der Fokus von den Planern für Projekte und Wissenschaftlern auf der gesamten Wertschöpfungskette mit Wasserstoff zur Kopplung der Bereiche Verkehr und Energie. Lösungen und Produkte zur Erzeugung von Wärme und Stromerzeugung werden demnach von Siemens Görlitz geliefert. Wissenschaftler werden weiterhin an der Gewinnung von Energie, der Speicherung sowie der Verwendung von Endprodukten forschen.

01:38 27.03.2021
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Geschrieben von

Alexander S. Klingenberg

Mit einem abgeschlossenen Studium in Sportwissenschaften liegen meine Interessenschwerpunkte in den Bereichen Sport & Gesundheit sowie Politik &Kultur
Alexander S. Klingenberg

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