WHO Studienergebniss ist keine Überraschung

Jugendgesundheit Die aktuelle repräsentative WHO Studie rund um das Thema Jugendgesundheit ist durchaus zukunftsweisend, allerdings sind die Ergebnisse der Studie nicht überraschend.
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Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Fachblatt The Lancet Daten veröffentlicht, welche auf einen erheblichen Bewegungsmangel bei Jugendlichen schließen lassen. Die Studiendaten verdeutlichten in sehr auffälliger Weise, dass nur jeder fünfte junge Mensch sich ausreichend gemäß den Empfehlungen der Gesundheitsorganisation bewege. Außerdem seien deutliche und ausgeprägte Differenzen im Bewegungsausmaß zwischen den beiden Geschlechtern auffällig gewesen.

In der Altersgruppe junger Menschen zwischen elf und 17 Jahren bewegen sich nur 20 % mehr als eine Stunde pro Tag. Die Initiatoren der Studie begründen den Mangel an moderater Bewegung hauptsächlich durch die Beschäftigung der Jugendlichen mit digitalen Medien. Während früher Jugendliche zum Spielen und zur sozialen Interaktion sich aktiv bewegen mussten, werden diese Tätigkeiten nun bequem an Handy und Computer ermöglicht. Durch diese ausgeprägte Passivität resultiere dann Bewegungsmangel. Bei der Ernährung wurde der Jugend trotz Fastfoodtrends in der westlichen Welt keine größeren Defizite bescheinigt. Auch der Konsum von Genussmitteln wie Alkohol und Tabak bzw. der neueste Trend der E-Zigaretten weisen keine gefährlichen Trends auf. Das ist sicherlich auch Aufklärungskampagnen und dem aktuellen Verbot von jugendorientierten Influencern für E-Zigaretten zu verdanken. Hierauf wies Leanne Riley, eine der Co-Autorinnen der Studie, in The Lancet hin.

WHO-Empfehlungen berücksichtigen Die Daten und Empfehlungen der WHO sind eindeutig. Danach sollten sich Jugendliche im Alter von fünf bis 17 Jahren mindestens eine Stunde pro Tag bewegen; bei Kleinkindern wird die Empfehlung sogar auf drei Stunden pro Tag erweitert. Außerdem verdeutlichte die WHO, dass Bewegung über die empfohlene Zeit pro Tag hinaus gesundheitsförderlich sei. Auch für Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren werden Empfehlungen ausgesprochen: Diese sollten sich mindestens 150 Minuten pro Woche in einfacher Art und Weise bewegen. Alternativ könnten auch mindestens 75 Minuten Sport in der Woche getrieben werden, um einen gesundheitsfördernden Effekt zu erzielen.

Auch deutsche Jugendliche bewegen sich zu wenig. Auffällig sei, dass insbesondere auch deutsche Jugendliche an Bewegungsmangel leiden. Knapp 80 % Prozent männlicher und fast 88 % weiblicher Jugendlicher wiesen 2016 eine zu geringe körperliche Aktivität auf. Besorgniserregend sei, dass diese Zahlen sich in Deutschland seit dem Jahr 2001 nahezu nicht verändert haben. Somit sei kein positiver Trend zu verzeichnen. Die Zahlen aus Deutschland ähneln sehr den weltweit zu beobachtenden Differenzen bei der Bewegung zwischen Jungen und Mädchen. Global leiden knapp 78 % Prozent der Jungen und fast 85 % der Mädchen an zu wenig aktiver, gesundheitsfördernder Bewegung. Insbesondere in Irland (17 Prozentpunkte Differenz) und den Vereinigten Staaten von Amerika (16,5 Prozentpunkte Differenz) zeigten sich die größten Unterschiede. Der Anteil an Kindern mit zu wenig Bewegung war in Südkorea am höchsten, in Bangladesch jedoch am niedrigsten.

Studienautorin Riley von der WHO erklärte dies mit auffälligen interkulturellen Unterschieden. In manchen Ländern sei es insbesondere bei Mädchen nicht üblich, diese zu gesunder Bewegung zu animieren, hieß es in der WHO-Studie. Leider sei es in manchen Regionen auch ein erheblicher Sicherheitsaspekt, wie viel sich Jugendliche bewegen könnten und dürften. Manchmal sei es schlicht einfach zu gefährlich für Jugendliche, draußen zu sein, sich aktiv zu bewegen und zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Schule zu gelangen, betonte die Wissenschaftlerin Riley.

Ziele der WHO

Die WHO hatte als Ziel definiert, den Anteil von Jugendlichen mit deutlich zu wenig Bewegung bis zum Jahr 2030 zu senken. Die aktuellen Daten legten jedoch bedauerlicherweise nahe, dass dieses Ziel wohl nicht eingehalten werden könne, wenn sich der Trend von zu wenig Bewegung bei Jugendlichen weiter fortsetzte.

01:34 24.11.2019
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Geschrieben von

Alexander S. Klingenberg

Mit einem abgeschlossenen Studium in Sportwissenschaften liegen meine Interessenschwerpunkte in den Bereichen Sport & Gesundheit sowie Politik &Kultur
Alexander S. Klingenberg

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