RE: Puppen im Wind | 01.04.2020 | 23:01

Danke für den Artikel. "Der Anthropologe Domenico Sabino berichtet von den in Süditalien teils lebendigen Bräuchen" - ich habe diesen Anthropologen gegoogelt und gar nichts gefunden. Können Sie mir vielleicht Titel oder Quellen nennen? Ich wüßte gerne mehr über diese Bräuche. Vielen Dank !

RE: Aufstehen auf Italienisch | 21.11.2018 | 11:04

Beim jahrhunderte alten italienischen Nord-Süd Konflikt geht es um viel mehr als Lokalpatriotismus. Es geht um Unterschiede im Weltbild: den Gegensatz von protestantischer Rationalität und mediterraner Vernunft. Franco Cassano ist schreibt in seinem Buch „Il Pensiero meridiano“ (Der südliche Gedanke, 1996), dass sich im südlichen Mittelmeer seit Jahrhunderten verschiedene Kulturen gegenseitig beeinflussen. Die Kultur des Südens beschreibt er als eine Kultur der Langsamkeit, der Lebensweisheit, der spontanen Solidarität und des kulturellen Kompromisses.

"Da, wo seit Jahrtausenden Ankünfte und Abfahrten miteinander abwechselten, gibt es kein monolithisches, ganzes „Wir“ das vor der Gefahr der Anderen in Schutz genommen werden müsste..“

Das ist eine Kultur, die vor allem der Süden Italiens verteidigen will. Teile des Südens zumindest wehren sich dagegen, ein zweiter Norden zu werden und alles an wirtschaftlichen Massstäben zu messen. Dass der Norden Italiens den Süden gerne als terroni ( Erdfresser ) und africani beschimpft, mag auch zu dieser Ablehnung beitragen. Wer die Stimmenverteilung bei der letzten Wahl in Italien gesehen hat, konnte vielleicht auch die ansonsten unsichtbare Palmengrenze sehen, die den Süden vom Norden trennt.

Ich reise seit fünf Jahren regelmäßig nach Apulien und habe das alles nicht nur aus Büchern, sprich es nicht nur eine schöne Idee von Intellektuellen. Allerdings habe ich zuletzt auch gehört, die Idee des Mediterraneo gerät in Vergessenheit und Salvini, dessen "Lega Nord" sich vor den Wahlen schnell in "lega" umbenannte gewinnt auch im Süden an Terrain.

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