Anna

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RE: Geht der Streit weiter? | 01.08.2013 | 11:36

"Es gib keine empirischen Hinweise auf die Nützlichkeit der von Ihnen vorgeschlagenen Operationen."

Was die Entfernung von Brustdrüsengewebe angeht, ist das nicht ganz richtig. Es ist belegt, dass die Entfernung von der Brustdrüse bei Frauen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, enorm senkt (auf 0 geht nicht, weil immer ein minimaler Rest bleibt). Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass dies bei Männern anders ist.

Für das präventive Potential einer Labioplastik bei Mädchen gibt es keine Studien (und ich persönlich wie auch wohl die meisten meiner Mitmenschen hoffen, dass dies auch so bleibt).

Aber warum wird in diese Richtung nicht geforscht?

Was meinen Sie?

RE: Geht der Streit weiter? | 31.07.2013 | 10:46

Warum schneiden Amerikaner ihren männlichen Säuglingen eigentlich nicht auch noch die Brustdrüsen heraus, wenn sie die Kinder schon eh auf den Beschneidungsschalen fixiert haben? Schließlich erkranken Jahr für Jahr ebensoviele (intakte) Männer an Brustkrebs wie am Peniskarzinom!

Und warum gibt es keine einzige Studie über die möglichen präventiven Vorteile einer Labioplastik bei weiblichen Säuglingen, so in Hinblick auf Vulvainfektionen und -karzinom??? Mag die AAP vielleicht keine Mädchen?

Nein, es geht nicht um Gesundheit, sondern darum, eine Tradition irgendwie wissenschaftlich zu unterfüttern.

Niemand hat etwas dagegen, wenn sich Erwachsene aus präventiven oder sonstigen Motiven irgendwelche Körperteile amputieren lassen.

Gegnern der Zwangsbeschneidung von Minderjährigen geht es um Selbstbestimmung und Freiheit des Individuums - ein ganz uramerikanisches Motiv!

RE: Geht der Streit weiter? | 30.07.2013 | 11:37

"Wahrscheinlich geht der Streit weiter."

Ja, hoffentlich.

Und ich hoffe, dass es darauf hinausläuft, dass alle Kinder vor medizinisch unnötigen reduktiven Genitaloperationen geschützt werden, und nicht demnächst auch Eltern von Töchtern ihr Kind mit einer Labioplastik hübscher/gottgefälliger/hygienischer/gruppenkonformer operieren lassen dürfen.

RE: Die beschnittene Debatte | 14.12.2012 | 18:46

"das Fremde, das erst einmal Angst und Abwehr hervorruft“

Ich, seit Jahrzehnten in christlich-muslimischer Ehe mit Kindern, habe eine Idee, wie wir diese lästige Angst und Abwehr überwinden könnten:

Wir sollten bei den Kleinen anfangen: Schon im Kindergarten müsste man jetzt regelmäßig Filme von Beschneidungszeremonien zeigen. Vielleicht sollte auch der Spielearztkoffer um Beschneidungsutensilien ergänzt werden, damit die Jüngsten sich im Rollenspiel ganz behutsam an diese Prozedur gewöhnen. Später als Erwachsene werden sie dieses Ritual dann als bereichernd in ihrer ganzen spirituellen Tiefe genießen können, statt sich allzu sehr mit Sorge und Mitgefühl für die Neugeborenen plagen zu müssen.

Da erschließen wir unseren Kindern spirituelle Erfahrungen, von denen die meisten von uns (mich selbst zugegebenermaßen eingeschlossen), engstirnig und intolerant wie wir in unserem Lebenswandel so sind, doch nur träumen können!