Medien (Zeitungen) kaufen, ein Unding für …

Medien als Heft? Exklusiv für den Freitag
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

… finanziell Minderbemittelte.

Ein paar Millionen Menschen sind inzwischen schon nicht mehr in der Lage, sich aktuelle Zeitungen und Zeitschriften zu kaufen, denn dazu reicht es im monatlichen Budget einfach nicht mehr aus.

Der #sozialkill schlägt auch inzwischen bei der Informationsbeschaffung und natürlich damit auch in der Bildung zu. Viele werden nur noch über das Internet erreicht, aber auch hier stehen die Zeichen nicht gut, denn viele Verlage glauben wohl, dass sie vom Zeitungskiosk und den Zeitschriftenläden hin zum Internet zusätzlich Einnahmen generieren können. Nur ist dem nicht so einfach. Ihr Augenmerk richtet sich daher immer mehr auf die unzähligen kostenlosen Blogs im Net. Nur kann man sich in den meisten Fällen dann nicht darauf verlassen, dass sie auch wirklich immer aktuell sind und in ausreichendem Maße die Informationen auch zur Verfügung stellen, die von vielen gesucht werden. Weiterhin kommt natürlich auch hinzu, dass die Nachrichten dann oft auch dazu neigen, tendenziell und tendenziös zu sein. Viele Blogs sind tendenziös, weil nun mal Menschen mit bestimmten Einstellungen sie schreiben. Die etablierten Medien haben sich ja schon vor längerer Zeit davon verabschiedet.

Der FIWUS zum Beispiel nimmt sich da nicht aus und persönlich schätze ich mal, viele andere Blogs wie der Nachrichtenspiegel/Das Nachdenkmagazin ebenso wenig. Manche Blogbetreiber werden durch äußere Einflüsse in die Resignation getrieben. Das Abwürgen von Meinungen und Standpunkten hat ja in Deutschland eine schon unrühmliche Tradition. Hinzu kommt, dass besonders Blogs von den etablierten Medien als unerwünschte Konkurrenz angesehen werden, aber eine Frage stellt sich mir dabei immer: Wie sollen WIR Konkurrenz sein, wo wir den Beruf eines Journalisten noch nicht einmal gelernt haben?

Schreiben bedeutet in erster Linie Hirnschmalz aktivieren. Fast niemand denkt beim Schreiben daran, sich finanziell zu sanieren. Ist wohl erst mal meine ganz persönliche Meinung, ich denke aber, sie wird im großen und ganzen von den Autoren geteilt. Wir leben nicht vom Schreiben und veröffentlichen, wir leben vom nachdenken. Wir haben keine Marktmacht durch die Werbung, die hinter den meisten Verlegern steht. Unsere Plattform ist das Netz.

Jeder Buchstabe, jedes Wort, jeder Satz wird erst einmal im eigenen Hirn hin und her gewälzt, bevor es sich auf dem Bildschirm manifestiert.

Ich persönlich schreibe, weil ich es erst einmal kann. Ich kann Worte und Sätze formulieren, weil ich mir gerade beim Schreiben aus dem Bauch heraus erst dann Gedanken mache, wenn die Sätze auf dem Bildschirm erscheinen, so wie zum Beispiel jetzt bei diesem Beitrag, der aus der Tatsache entstanden ist, dass es ja eigentlich zwei Möglichkeiten gibt, das Magazin “der Freitag” zu lesen, einmal die Online-Ausgabe und einmal das Heft. Beide Ausgaben sind verschieden, dass ist ja auch ok. Aber mir entgehen jetzt Beiträge, von denen ich glaube, dass sie für mich wichtig sind, denn sie stehen nur in der Heftform zur Verfügung und die kann ich mir, wie viele andere Menschen inzwischen auch, finanziell nicht mehr leisten.

Zeitungen und Zeitschriften werden wohl vom Internet immer mehr zurück gedrängt oder gar völlig verdrängt, aber in erster Linie auch, weil sie einfach nicht in der Lage sind, das Geschäft auch richtig einzuschätzen und sich besonders bei ihrer Preispolitik am Verkauf ihrer Hefte orientieren und die Kunden es zu einem großen Teil einfach nicht mitmachen können. Ein Großteil der Leser und Kunden ist nicht bereit, fast den gleichen Preis für eine Onlineausgabe auf den Tisch zu legen, wie für eine Heftausgabe, zumal sie besonders in der Onlineausgabe mit Werbung geradezu ‘zugeschissen’ werden, denn die Onlinewerbung ist nun mal wesentlich penetranter als in den Heften.

Die Zukunft beginnt immer morgen.

07:50 01.05.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

alterknacker

Ich lese. Ich schreibe, hauptsächlich hier im FIWUS (http://freies-in-wort-und-schrift.info/), ich bin wohl jetzt Rentner, aber nicht schweigsam.
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alterknacker

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