Sommer und Urlaub??? 2012 im Wahnsinn?

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Dieser Beitrag bekommt schon langsam einen Ewigkeitsfaktor. Und über das Wetter wird auch nicht schwadroniert. Angefangen hat es vor 13 Tagen, morgen beginnen die olympischen Spiele in London und ich habe auch nicht jeden Tag daran gesessen, um zu schreiben. Natürlich haben wir auch das sogenannte Sommerloch und die sogenannten Nachrichten fließen nicht in der gewohnten Form, aber das sollte für einen Schreiber keine billige Ausrede sein. Meine einzige und wirkliche Entschuldigung lautet ganz einfach: Gegen Ende eines Monats falle ich regelmäßig in ein emotionales Loch, weil ich ständig rechnen muss mit dem Geld, was mir noch zum Leben bleibt.

Dieses ständige kalkulieren lähmt meine Gehirnzellen erheblich. Mein Schlafbedürfnis steigt fast krankhaft an. Ist ja auch eine Art Flucht, denn wenn ich schlafe, kann ich träumen und somit aus einer beschissenen Realität aussteigen. Dabei sind sogar Albträume mit einkalkuliert. Aber auch lesen ist ja eine Art Ausstieg, besonders bei anderen Blogs und natürlich auch bei Google+. Ist für mich einfach übersichtlicher als sozusagen ähnliche Seiten.

Wir alle werden wohl fast schon stündlich mit irgendwelchen Krisenbeiträgen quasi ‘zugeschissen’, aber nur wenig gehaltvolles versorgt uns mit wirklich Neuem.

Die jetzige Krise ist eine Euro-Krise; Staatsschulden- und Bankenkrise sind lediglich Symptome dafür. Solange sich diese Erkenntnis nicht durchsetzt, wird in der Europa-Politik weiter der Wahnsinn herrschen. Um ihm ein Ende zu machen, muss man zwischen kurz- und langfristigen Rettungsmaßnahmen unterscheiden. Bisher hat die Politik kurzfristig agiert; hat die Insolvenz Griechenlands geleugnet und versucht, Staaten zu retten, indem man sie mit Geld zuwirft.

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Besonders beliebt bei mir: Kommentare in etablierten Medienbeiträgen.

Eigentlich läuft ja bei mir den ganzen Tag die Glotze. Nachrichten sind wohl mein ‘Lebenselixier’ und so ganz ohne ‘Ansprache’ kann man mit der Zeit wahrscheinlich schon verrückt werden. Schwierig wird es nur, wenn sich Nachrichten eigentlich ohne neue Erkenntnisse nur noch wiederholen. Die Politik macht ja Urlaub.

Jetzt habe ich auf Radioempfang im TV-Gerät umgeschaltet. Fragt sich nur, ob ich dies heute auf Dauer durchhalte. Im Moment laufen zum 50. Bühnenjubiläum Stones-Hits, die sind erträglich. Gerne würde ich auch unsere Leser an dieser Musik teilhaben lassen, aber die entsprechenden YouTube-Videos sind von dieser beschissenen Gema gesperrt. Außer den Stones spuken mir die Moody Blues seit Tagen ständig im Kopf rum. Ich weiß, krasse Gegensätze, aber so bin ich ja auch selbst.

Musik war für mich immer schon ein Mix aus Mainstream und Avantgarde. Wer kennt heute noch das Album “White Noise – An Electric Storm”? Ich habe es vor knapp 2 Jahren wieder entdeckt im Net und mir auch sofort runtergeladen (Huch – ich schon wieder als Raub-Mord-Kopierer). Das Album hat jetzt ganz locker 40 Jahre auf dem Buckel, aber auch heute noch entdecke ich darauf Töne, welche sich nicht mit einem ‘versauten Ohr’ im Normalzustand erfassen lassen. Es gibt viele solcher Alben aus einer Zeit, als Musik noch nicht auf dem Computer zusammen gestöpselt wurde. Einer der typischsten Vertreter dieses Nicht-Rock war Jon Lord, der jetzt auf Wolke 7 seine Klangvariationen ausleben kann.

Jetzt wird es auch gleich wieder Leser geben, welche mir gerne an den Kopf schmeißen würden, ich hätte kein Recht, mich zu beklagen, ich würde ja von unserem Staat gestützt und hätte keine Forderungen zu stellen, sondern nur einfach zu funktionieren. Drauf geschissen. Die sogenannten ‘kleinen Freuden’ des Alltags sind für mich genau so Menschenrecht wie viele andere Dinge auch, welche für Otto Normalo einfach normal und alltäglich sind und er noch nicht mal darüber nachdenkt. Er nimmt sie einfach als gegeben hin. So wie die Politik es ja auch tut. Denkt man bei den Politikern über konsequentes Handeln nach, braucht man sich nur an ihr Verhalten der letzten Wochen bei den Abstimmungen zu ESFS und ESM zu erinnern.

Es geht nicht um die Rettung der Verfassung, nicht um die Rettung der Mehrheit vor der Minderheit der Bänkster, es geht um die Rettung der SPD. Bei den nächsten Wahlen. Gebändigt werden soll der Abwärts-Trend der SPD. Mit einem Rettungsschirm aus radikalen Phrasen.

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Ein schnelles und sogenanntes ‘sozialverträgliches Ableben’ kommt für mich einfach nicht in Frage. LEBEN ist auch Grundrecht. Heute zum Beispiel habe ich nichts mehr an Nahrungsmittel im Haus. Auch kein Geld mehr, aber noch ein wenig auf der Bank. Da heißt es also anziehen, rechtzeitig den Bus erwischen und ab in die Stadt. Noch ist nicht Monatsende, also muss ich knallhart kalkulieren. Jetzt sitze ich mal nach langer Zeit wieder im McDonalds in Passau, am Ludwigsplatz. Wenig los auf der Straße. Der Autoverkehr ist stärker als die Fußgänger. Immer wieder jedoch bin ich aufs Neue begeistert vom guten Aussehen der boarischen Madel, dies genau hat mir in den acht Jahren im Saarland wirklich gefehlt. Diese Oberflächlichkeiten schmeicheln wohl meinem Ästhetiksinn, können aber die Ungerechtigkeiten im Alltagskampf niemals auch nur ankratzen.

Beiträge wie der nachfolgende bestärken mich immer wieder in dieser Meinung:

Das Phänomen der „erschöpften Familie“, die sich fatalistisch in der Armut eingerichtet habe, nehme in Deutschland immer mehr zu, konstatierte Lutz. Was besonders dramatische Folgen für die Kinder habe. „Sie kennen gar nichts Anderes.“ Und so sei die Basis für die in den Boulevardmedien gern vorgeführten „Sozialhilfe-Dynastien“ gelegt. Zudem seien Eltern oft so überfordert, dass sie ihre Kinder als Belastung empfänden und ihnen im Gegensatz zu Mittelschichts-Eltern in der Schule weder selbst helfen noch mit teurer Nachhilfe unter die Arme greifen könnten.

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Wenn der Vater, arbeitend in der Computerbranche, nicht genug verdient, was ich so gar nicht verstehe, dann ist schon im Grundsatz am System allgemein etwas mehr als faul. Und genau hier muss mehr als nur didaktisch und verbal gekämpft werden. Und wieder muss ich dabei direkt auf das Ausland verweisen, weil der Deutsche seinen Arsch einfach nicht in Bewegung bekommt.

Die Realität flüstert die ganze Zeit: “Du willst mal wieder Urlaub haben”. Natürlich ist es nicht besonders angenehm, immer nur an einen Platz ‘gefesselt’ zu sein, den man auch nicht mal besonders mag. Die Realität sagt aber auch, dass ich mir dies wohl niemals mehr leisten kann. Dieses Wissen ist nicht besonders aufmunternd. Aber es ist keine vollkommene Unzufriedenheit, es sind die kleinen Sehnsüchte, welche mich in einen immer wiederkehrenden Down- und Frustzustand versetzen. Ich vermisse die Zeit in Italien. Meine Grundbedürfnisse sind fast auf Null ‘geschraubt’.

Zu aller erst mal die Phantasie einschalten. Mehr als ein Jahr jetzt in der Danziger Str. 18 in Passau ‘zuhause’. Urlaub kann ja auch im Kopf stattfinden. Als Rentner ist man ja Dauerurlauber. Zimmertemperatur übrigens 27,1 Grad. Ich persönlich brauche solche Temperaturen, die Blutdrucksenkenden Medikamente machen sie nötig.

Urlaubsländer wie Spanien oder Italien kommen für mich sowieso nicht mehr in Frage, auch wenn ich besonders Italien vermisse. Meine besonderen Lieblingsplätze sind Städte wie Ferrara, Bologna und Ravenna in der Emilia Romagna. In den letzten Jahren, inklusive 2001 das letzte Mal, waren diese Plätze jeweils im Sommer ‘gebucht’ mit Wohnsitz an der Adria, in Lido degli Estensi. Aber damals war ich noch verheiratet und verdiente eigentlich eine gute Stange Geld. Meine Frau ebenso. Und wir hatten ein Auto. Wir waren dadurch nie die Pauschal-Touristen. Unsere ‘Beweglichkeit’ erstreckte sich während der Urlaubszeit von Mailand bis nach Florenz. Dies sind jetzt alles Erinnerungen, welche ich trotz allem niemals vermissen will und werde. Aber ich schwafele schon wieder. Das können gute Erinnerungen schon mal auslösen.

Heute habe ich die Möglichkeit, mit meinem Laptop in Urlaub zu fahren, auch wenn ich mich dann nur sporadisch ins Internet einloggen würde, wegen der Kosten im Ausland. Aber immerhin könnte ich an jedem Platz in Ruhe schreiben. Alles nur Träume. Wenn ich nicht gerade über ein Zipfelchen Glück stolpere, werde ich dies alles in diesem Leben nicht mehr genießen können. Aber bitte jetzt kein Mitleid aufkommen lassen, anderen Menschen geht es wesentlich schlechter als mir persönlich.

Dieser Beitrag wurde am 26.07.2012 im FIWUS veröffentlicht.

15:17 03.09.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

alterknacker

Ich lese. Ich schreibe, hauptsächlich hier im FIWUS (http://freies-in-wort-und-schrift.info/), ich bin wohl jetzt Rentner, aber nicht schweigsam.
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alterknacker

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