Werkzeuge der Gewalt?

Schlagen, Gewalt Sie reden mal wieder von Folter, weltweit, aber die Folter, die Gewalt im häuslichen Umfeld wird nur in Ausnahmefällen erwähnt in den Medien.
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Wer sich jetzt fragt, warum gerade jetzt dieser Beitrag, dem/der sei gesagt, es wird eigentlich viel zu wenig darüber berichtet. Und wenn, dann mit reißerischen Schlagzeilen von Vorkommnissen, welche doch meist nur Einzelschicksale sind. Schon der letzte Tatort aus Köln hat dies aber mehr als nur widerlegt. Die hier gezeigten Jugendlichen haben in ihrer Entwicklung einen wichtigen Bereich glatt übersprungen und sind von Grund auf mehr als nur böse. Diese Kids könnten glatt von meinem Stiefvater gezeugt sein.

Ich selbst werde in diesem Jahr 67 Jahre alt und doch ist nichts vergessen. Heute kann ich wohl ausführlich darüber schreiben, aber ich habe schon zu Beginn des Beitrags immer wieder das Gefühl der Schläge auf meiner Haut. Dass ich überhaupt darüber schreibe, hat mit einem Artikel im SPON zu tun, der mir ganz merkwürdige Anzeichen aufzeigt. Was soll diese Psychoscheiße eigentlich bewirken? Welche Absicht steht dahinter, dass dieses Thema gerade jetzt aufs Tableau gehoben wird? Wir Betroffenen sollen uns mit unseren Peinigern aussöhnen? Damit wird keine Wut jemals abgestellt. Ich persönlich nenne es eher “Küchenpsychologie”.

Besonders eklig finde ich, dass wohl die gesamte etablierte Presse auf diesen ekelhaften Scheiß rein fällt, so als käme von ganz weit oben in der politischen Hierarchie die Anweisung, jetzt schnellstens dafür zu sorgen, dass weiterhin Ruhe im Land herrscht. Wäre ja nicht das erste Mal, dass sich die Machthaber in der sogenannten Pressefreiheit breit machen und die sogenannte freie Presse muckt nicht mal auf, denn die finanziellen Anreize sind nun einmal enorm, da die meisten Menschen sowieso käuflich sind.

Die Schläge kommen in schneller Folge. Ist auch kein Wunder; der Gegenstand, mit dem auf meine Geschwister und/oder mich ein geschlagen wird, ist eine “neunschwänzige Katze”, wie sie auch auf Schiffen vor langer Zeit zum Einsatz kamen, wenn Matrosen für Verfehlungen bestraft wurden.

Jeder Schlag zielt auf den gesamten Körper, aber es treffen diese Schläge immer nur die größeren Flächen. Wenn ich an diese Zeit der Quälereien zurück denke heute, dann stellt sich mir dabei auch immer die Frage, woher diese Lust an der Qual durch unseren ‘Vater’ kommt. Wurde er in seiner Kindheit und Jugend auch so misshandelt? Woher hat er eigentlich diese Idee zu diesem Gegenstand? Ein Holzhandgriff von einer Kehrschaufel, daran mit Nägeln befestigt die Lederriemen. Ein relativ einfaches Werkzeug, um unendliche Schmerzen zu erzeugen. Ein Werkzeug des Sadismus. Schon ein einzelner Schlag durch diese Art einer Peitsche genügt, um über Stunden die Schmerzen nicht mehr los zu werden. Die Riemen veranlassen die Haut, welche getroffen wird, genau an diesen Stellen regelrecht auf zu quellen. Manchmal platzen solche Striemen auch auf, die Haut zerreißt regelrecht. Und hinzu kommt noch; der Schlagende kann seine eigenen Hände schonen.

Schlagen in jeglicher Form war und ist schon immer eine Form der menschlichen Bestrafung. Jeder Schlag, egal wie erzeugt, bringt Schmerzen. Die Gegenstände zum Schlagen mögen wohl die unterschiedlichsten Formen haben, die Schmerzen sind nicht unterschiedlich, sondern immer gleich groß, nämlich mehr als qualvoll. Die Schmerzen klingen auch nicht sofort ab, sie halten sich mindestens tagelang.

Die menschliche Haut ist durchzogen von äußerst empfindlichen und feinfühligen Nervenenden, welche bei jedem Schlag mit verletzt werden. Sie können sich aber nicht eine dickere Haut zu legen, wie es zum Beispiel die Füße und Hände durch eine Art Hornschicht machen. Man kann sich also keine ‘dickere Haut’ zu legen, wie es oft ganz allgemein für einen Zustand beschrieben wird, wenn man sich einen Schutzwall zulegen will. Nur Flucht hilft, wegkommen aus der Reichweite dieses Instruments. Ist als Kind fast unmöglich, der Erwachsene ist einfach schneller und besser koordiniert.

Der Mensch ist ein wahres Genie im Ausdenken und Erfinden von Gegenständen, welche Schmerzen verursachen, aber nicht jeder Mensch ist in der Lage, dies auch aus zu führen.

Schlagen und Schmerzen zufügen ist eine Art der Machtausübung. Man muss noch nicht einmal stärker sein als Ausführender. Dass zum Beispiel die Folter immer noch angewandt wird in jeglicher Form, ist eigentlich bezeichnend und wird es auch weiterhin bleiben. Auch wenn noch so viele ‘schöne Reden dagegen’ geschwungen werden.

Der nächste Absatz ist ein Gastbeitrag, der zu dem hier Gesagten (Geschriebenen) wie der Arsch auf den Eimer passt:

Der Kampf um den Krieg

Veröffentlicht am 13. Mai 2014 von kranich05

Der Kampf darum, dass alles richtig vorbereitet ist und im passenden Augenblick losgeht, ist ein langwieriges Geschäft. Früher war es vielleicht etwas einfacher. Da haben die Dichter stolze Recken besungen (Generationen berauschten sich an des Homer Gesängen.), und die dummen Jungs eiferten, es schon bald nachzumachen; erinnert an die Nachwuchsarbeit im Fuβball.

Die industrialisierten Kriege seit hundert Jahren verbreiten Schrecken anderen Kalibers. Danach wissen Hinz und Kunz: “Nie wieder Krieg!” Und pathetisch Gestimmte rufen: “Diese Hand soll abfallen, wenn sie jemals wieder…”.

Krieg ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Willst Du Kapitalismus machen, brauchst Du nur paar arme Hansel, die gegen Lohn für Dich malochen. Das läuft fast von allein, jedenfalls für den Tüchtigen.

Bei Krieg geht es um viel mehr. Arme Hansel brauchst Du zwar auch, aber mit Malochen ist es nicht getan. Sie sollen Kopf und Kragen riskieren, und den Lohn willst Du auch noch sparen (zumindest, soweit er über Kriegsgräberfürsorge hinaus geht). Und trotzdem, die armen Schweine im Schützengraben sind das kleinere Problem. Was Du brauchst, ist nicht mehr und nicht weniger als das ganze Volk!

Das ist die Probe aufs Exempel Deiner Herrschaftsqualität! All die klugen Geister, die Ehrgeizigen, die Feinsinnigen, die schwammigen oder lederhäutigen alten Männer, die zarten Jungfrauen, die Models, die Nerds und die Mütter, ja vor allem die kinderreichen Mütter, alle die müssen es wollen.

Wie Du das erreichst ist Dein Geheimnis, und der Blogger-Opa wird es nicht lüften. Doch so viel sei verraten: Richte Deine Aufmerksamkeit auf die sog. Friedensbewegung. Es sind Bürger. Du bist Bürger. Sie öffnen ihre Herzen zum Ruf: “Ich wünsche, wünsche, wünsche nichts heftiger als den Frieden.” Du stellst Dich daneben und rufst: “In Frieden und Freiheit, unsere Herzen vereint!” oder so ähnlich. Und das jeden Montag. Das genügt.

Andere Friedensbewegte sind weniger emotional-naiv. Sie wollen zwar Frieden aber doch auch Freiheit und Gerechtigkeit und Demokratie, auch weniger Rüstungsexport. Ihr spart Euch die Straßenproteste, macht einen Workshop, Streitgespräche, Events (mit Schnittchen kommt gut). Bald einigt Ihr Euch auf einen Einsatz für die Menschenrechte.

Es gibt auch harte Friedenskämpfer. Ich meine die Parteien der Linken, früher gehörten auch die Sozialdemokraten dazu. Hier, so will es scheinen, hast Du die “Friedensfestung des Volkes” vor Dir. Doch verzage nicht. Kriegstreiberwissen aus dem Grundkurs: Noch nie hat eine Linke einen Krieg verhindert. Entweder die Partei ist groß, dann kaufst Du die passenden Leute. Oder sie ist klein und unbestechlich, dann erprobe an ihr Dein Kriegshandwerk – in friedlicher Zeit, und bestenfalls hast Du doppelten Gewinn. Du machst sie fertig und übst Dich gleichsam in einen “fliegenden Start” hinein. (Glaube daran, dass Du die Nazis übertreffen kannst.)

Sauer ist das Handwerk des Kriegstreibens, leider der Dank nicht immer gewiss.

Quelle

Auch hier geht es um Gewalt, diesmal sogar so weit, dass es den Tod mit ein bezieht.

Ich bin heute mit dem Gedanken aufgewacht, dass es in unserer christlichen Lehre immer wieder den Teil gibt, wo vom Sohn Gottes die Rede ist, wie sanftmütig er war und was er am Schluss alles ertragen hat müssen. Ich für meinen Teil glaube sowieso nicht an irgend einen Gott oder gar überhaupt an Götter, denn sie sind für mich nur die Fußabtreter von Menschen, die sich in ihrem Machtgehabe so etwas ausgedacht haben und wir Ohnmächtigen sollen dies dann als Placebo schlucken, wenn es uns mal wieder besonders mies geht.

Dieser Sohn Gottes war ja ein Mensch, auch mit all seinen Emotionen. Ganz besonders kamen die zum Tragen, als er die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel vertrieb. Dass waren ehrliche und mehr als nur menschliche Emotionen. Er schrie nicht nur rum in seinem Zorn, er hob die Hand, welche eine Art Peitsche hielt und ließ sie auf die Verderbten nieder sausen. (Das heute diese Art der Sünder, denkt man dabei an die letzte Finanzkrise, von den sogenannten christlichen und konservativen Parteien regelrecht umsorgt werden, ist eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte.) Jesus vertrieb also mit Schlägen und Fußtritten dieses Pack. Er nahm es bewusst in Kauf, Gewalt anzuwenden, denn sonst hätten sie ihr Tun so niemals als Sünde verstanden. Und da es Menschen wie Jesus heute nicht mehr gibt, so sind auch die Handlungen der Sünder heute nicht anders als vor über 2000 Jahren. Und noch etwas; Jesus hätte auch heute kein anderes Schicksal zu erwarten.

Dieser Planet mit seinen sogenannten Werten, ob sie geschrieben stehen oder nicht, ist auf Gewalt aufgebaut, da wir mit Ideologien quasi ‘zugepflastert’ sind und nie weiter denken als bis zu unserem eigenen Ich. Die Maxime lautet ganz schlicht und einfach: “Willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein”.

opablog
18:33 14.05.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

alterknacker

Ich lese. Ich schreibe, hauptsächlich hier im FIWUS (http://freies-in-wort-und-schrift.info/), ich bin wohl jetzt Rentner, aber nicht schweigsam.
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alterknacker

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