Was J.Meese mit A.Kiefer verbindet.

Jonathan Meese ‘Art is difficult, it’s not entertainment’
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Erinnert sei in diesem Zusammenhang an Anselm Kiefer und seinen tiefschürfenden, selbstreflexiven Umgang mit der Vergangenheit unter dem Motto: ‘Art is difficult, it’s not entertainment’.

“Besetzungen” nannte Kiefer seine Aktionen, bei denen er sich mit jenem Gruß und einer alten Wehrmachtsuniform, in die Landschaft Frankreichs und Italien stellte und fotografieren ließ.

Im Anschluss an diese Reise entstanden im Atelier Bilder, die ihn in dieser Pose zeigen.

2008 wurde die Reihe “Heroische Sinnbilder”, so nannte er diesen Zyklus, zum ersten Mal in Deutschland gezeigt. Bis dahin lagen die Bilder in einer Tabuzone, wahrscheinlich verstaubten sie im Atelier des Künstlers. Wiederholt kam es, nach Veröffentlichung der „Reise“-Fotografien, zu Auseinandersetzungen um die Person Kiefers, die in der Schlagzeile einer Kunstzeitschrift, Anfang der 90er gipfelte: “Ist Anselm Kiefer ein Neonazi?“

Alles wurde 1000mal durchgekaut, bearbeitet und endlich zu den Akten gelegt.

Der Kunstbegriff von Kiefer und Meese ist grundverschieden. Beide sind zu verschiedene Akteure der gegenwärtigen Kunstlandschaft und mit einer jeweiligen ästhetischen Autonomie ausgestattet.

Warum also wird im Fall Jonathan Meese ein absoluter Maßstab angelegt und darüber hinaus, eine Beziehung zum trostlosen Bushido-Spektakel aufgebaut, um ohne Umschweife, das Hauptaugenmerk auf ein möglicherweise ausgeklügeltes Marketing der Meese-Aktion zu legen?

21:53 21.07.2013
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50°23'0.38"N 8°19'17.65"E Lieblingszitat: Was habt Ihr heute so gekauft?
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