alwin

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RE: System aus den Fugen | 26.02.2011 | 17:33

Ein sehr guter Artikel mit bester Darstellung der Lage. Für den Westen, besonders die EU, ergeben sich aus dieser Situation Veränderungen mit langer Reichweite und heftigem Ausschlag. Diese arabischen Länder hingen lange am Tropf des Westens. Sie werden sich eigene Territorien in wirtschaftlicher Hinsicht aufbauen. Unternehmen werden gegründet, die bisher von den Machthabern zu Gunsten des Westen unterdrückt (z.B. Auto) wurden und es werden Menschen eingestellt, die bisher fast am Hungertuch hingen weil sie keinen Job fanden. Das Ganze bedeutet für den Westen weniger Absatz in diese Länder, weniger billige Arbeitskräfte aus diesen Ländern, höhere Öl - und Energiekosten und damit steigende Preise. Ich habe mit einigen Tunesiern hier in der Schweiz gesprochen - alle sagten, wenn sich die Lage bessert gehen sie nach Tunesien zurück - dort mit einem Job oder einer Selbständigkeit zu leben wäre immer ihr Traum gewesen, aber wegen des Diktators und dessen Unterstützung aus dem Westen unmöglich. Politiker die hier gegen Ausländer wettern haben aber immer auch die Diktatoren in solchen Ländern unterstützt. Es scheint so, dass ihnen die günstigen Arbeitskräfte auch willkommen waren, obwohl sie das nie zugeben würden. Langfristig gehen Menschen gern in ihre Heimat zurück, wenn sie ehrliche Aussichten auf ein freies, demokratisches Leben mit beruflichen Chance haben. Im Moment ist erst einmal eine Flucht von vielen nach Europa zu erwarten, so bald sich aber die Lage in diesen Ländern bessert, werden sie zurück gehen. Europa und die USA, besser deren Bürger, zahlen jetzt den Preis den Bush (jr./sr.) und Konsorten für Oel und den Israelischen Frieden ausgehandelt haben. Die Vorteile des günstigen Oel und die Gewinne aus Waffenlieferungen sind in die Taschen weniger geflossen - die Kosten nun zahlt jeder einzelne Bürger, ob reich oder arm.