Massiver Protest gegen Monsanto-Gentechnik

Lissabon, Portugal Demonstrieren auch in Lissabon gegen den multinationalen Gentechnikkonzern Monsanto und für lokalen, kontrollierten, biologischen Lebensmittelanbau
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Weltweite Proteste gegen Gentechnikkonzern Monsanto auch in Lissabon.

Der Kampf um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen vereinigt Menschen vielfältiger sozialer Gruppen, Altersgrenzen und Interessen. Zum Rhythmus von Samba-Trommeln wurden Sprechgesänge angestimmt, Flyer verteilt und Schilder in Kameras gehalten. Tausende Monsanto Gegner gingen dieses Wochenende weltweit auf die Straße, in Lissabon waren es geschätzt wohl an die Hundert. Die Stimmung war positiv und energiegeladen, kreative Banner und Verkleidungen veranschaulichten die Sorgen der Bürger.

"In meinem Garten befehle ich"

Der umstrittene Saatgut-Großkonzern hat das Monopol von gentechnisch veränderten Samen inne, welche sich auf traditionelle Weise nicht vermehren lassen und daher jede Saison neu gekauft werden müssen. Monsanto kontrolliert so den weltweiten Markt. Die Produkte, welche dabei verwendet werden, Herbizide und Petizide, am bekanntesten davon das Präparat Roundabout auf Basis von Glyphosat, sind wie wissenschaftlich seit langen bestätigt wurde, hochgradig krebserregend, dennoch werden sie von den Konzernen verwendet und sind später auf Verpackungen von Lebensmitteln nicht kennzeichnungspflichtig. Diese Produkte töten jegliches Leben, außer solches das mittels Gentechnik künstlich widerstandsfähig gemacht wurde und zerstört auf diesem Wege die Böden über Jahre.

Im Zuge der Demonstrationen wurde auch das Transatlantik Freihandelsabkommen TTIP verurteilt, welche juristisch den Weg für diese und ähnliche Großkonzerne ebnen und lokale Autonomie erschweren.

In Lissabon versammelte sich die Masse auf dem Largo Camões und marschierte dann durch die Baixa zum Praça de Comercio, der Zug endete in Rossio. Wo mehrere Polizisten vorsorglich den Eingang von Fastfood Lokal McDonalds blockierten um zu verhindern, dass auch den Klienten auf dessen Vorplatz Infobroschüren ausgehändigt wurden. Die Aktionen lösten sich friedlich auf.

Die Industrie, das heißt die großen Agro-konzerne in Kooperation mit Supermarktketten machen nachhaltige Landwirtschaft unmöglich, durch ihre Machtposition im Sinne von Patenten und finanziellen Mittel unterdrücken sie mittels Preispolitik jeglichen Versuch einer Alternative.

"Widerstand ist fruchtbar"

Auch auf die Folgen dieser Geschehnisse wurde aufmerksam gemacht, etwa das Bienensterben, die Kriminalisierung traditioneller Landwirtschaft und Handel, oder der Rückgang von pflanzlicher Artenvielfalt und Verschmutzung von Gewässern. Es wird zum eigenen Anbau und Samenaustausch in noch so kleinem Maße angeregt!

02:41 25.05.2015
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Geschrieben von

amadora

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