Andine Müller

Gestalterin und Forscherin
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Andine Müller
RE: Schiefe Optik | 07.04.2018 | 21:52

An dieser Stelle vielen Dank an den Freitag, das Thema als Kommentar auf der Seite eins und hier in der Community unter meinem Profil zu veröffentlichen.

Ein Kommentar verkürzt natürlich bewusst aufgrund seines Formates. Interessierte können die genauen Zahlen der Stichproben deshalb wie im Text angegeben unter wir-sind-journalisten.de einsehen und nachvollziehen.

Dass Vielfalt ein journalistischer Grundsatz im Qualitätsjournalismus ist, ist Konsens. Den Aspekt nur aus textlicher Perspektive zu begreifen, greift jedoch zu kurz, da Medien immer auch visuell kommunizieren. Selbst in einem Abstand von drei Jahren variieren die bloßen Zahlen der Darstellung von Männern, Frauen und beiden kaum, wie bei verschiedenen Ausgaben zu erwarten wäre. Die Zahlen sagen natürlich nichts über die Qualität, oder die Größe der Bilder aus – auch nichts darüber, ob auf den Bildern auf denen beide Geschlechter vertreten sind, eines überwiegt.

Auf der Webseite wir-sind-journalisten.de sind einige Stichproben von 2014 und 2017 auch visuell aufbereitet, die dadurch einen Eindruck für die Größe und die Art der Darstellung der Bilder einzelner Ausgaben geben können.

Die im Kommentar angegebenen Zahlen geben lediglich Häufigkeiten wieder. Der Durchschnitt ist absichtlich zwischen verschiedenen Zeitungen errechnet worden, um sich nicht auf einzelne Medien zu konzentrieren, sondern ein übergreifendes Phänomen abzubilden. Einzelne Medien an den Pranger zu stellen hilft niemandem in einer Auseinandersetzung mit verschiedenen Möglichkeiten Qualitätsjournalismus zu stärken.

Die verwendeten Frauenbilder qualitativ zu untersuchen wäre sicher sehr spannend, aber eine eigene Arbeit, die sich hauptsächlich mit Vielfalt beschäftigt.

In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit Qualitätsjournalismus insgesamt, der durch ganzheitliches Design gestärkt werden soll. Vielfalt ist hier nur ein kleiner, jedoch wichtiger Aspekt.

Deshalb stellt sich weiterhin die Frage, ob Frauen in einigen Medien (unterbewusst?) ein geringerer Nachrichtenwert beigemessen wird.

...zur Bildzeitung: Da der genrebedingte Zugang zu Frauen im Boulevard ein anderer ist als im Qualitätsjournalismus, könnte man sich sicher bei Interesse qualitativ mit den Abbildungen auseinandersetzen. (Überrascht hat mich eher, dass bei der Bild nicht deutlich mehr Frauen abgebildet wurden. Der Sport dominiert auch hier in seinen männlichen Abbildungen, wie in einigen anderen Zeitungen auch.)