Kommentare von Andre Sokolowski

Andre Sokolowski 12.04.2016 | 18:27

Unsere Kanzlerin hatte es erst durch ihre "Meinungsäußerung" (zu der Satire, die auch sie womöglich nicht kapierte) so weit kommen lassen. Warum konnte sie nicht einfach hierzu schweigen? warum tappte sie in diese Falle?? warum tat sie sodurch ihren ausländischen Majestätskollegen erst ermutigen, dass der sich auf das deutsche Rechtssystem besinnt??? Sie schweigt doch sonst sooft und meistens klug! Nein, unnbegreiflich so etwas.

Andre Sokolowski 22.04.2015 | 12:22

Lieber Martin Eich,

es geht in dem unsäglichen Debattenwust nicht um "Kurator statt Präparator" - es geht um die willentliche Dekonstruktion einer selbst zur Kunst gewordenen (unmusealen!) Einrichtung: Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz hatte/hat ein ungeliftetes und also von profitgierigen Schönheitschirurgen (bisher) unangetastet gelassenes Gesicht, das zwar inzwischen etwas in die Jahre kam, aber noch immer zeitlos-wunderschön zu nennen ist. Zudem fühlt sie sich gottlob sehr schön links an; das allein schon müsste Ihnen als für'n Freitag schreibender Kollege hochsympathisch sein und Ihre insgesamte Position FÜR Castorf und sein Haus bestärken - aber Meinungen sind (wieder gottlob) hierzulande immer noch ganz frei...

Also: Der Renner, der erwiesner Maßen vom Theater (und vom Castorf) keine Ahnung hat, will einen generellen Schnitt, was das Profil der Volksbühne betrifft - als ob ihm dieser "Eingriff" jemals zustünde?! Und dann verlängert er Castorfs Vertrag ganz einfach nicht und schafft damit vollendete Tatsachen. Wäre Castorf jetzt von sich aus und abrupt zurückgetreten (à la "leckt mich alle am Arsch und macht doch, was ihr wollt"), wäre ein administrativer und also stadtkämmerischer Handlungsbedarf vonnöten gewesen - er tat es aber nicht. Also hat Renner ihn de facto gefeuert.

DAS ist der eigentliche Skandal, worum es geht.

Herzliche Grüße

Ihr Andre Sokolowski
Herausgeber und verantw. Redakteur von
KULTURA-EXTRA, das online-magazin
http://www.kultura-extra.de

Andre Sokolowski 24.02.2015 | 12:41

Aus meinem unmaßgeblichen Bauchgefühl schloss ich halt, dass die Initiatoren (mangels einer künstlerischen Grundidee) nicht richtig wussten, wo oder wohin (also an welcher Stelle) sie die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge in die Mozartoper "einbauen" sollten - DAS machte letztendlich dieses Halbherzige (was natürlich unbeabsichtigt war) aus; ja und dagegen lief ich Sturm. Es ging und geht um eine Frage des (künstlerischen) Könnens - nicht des (politischen) Wollens.

Andre Sokolowski 23.02.2015 | 18:58

Ich war nicht glücklich mit der künstlerischen Umsetzung, noch weniger mit der m.E. verunglückten politischen Gesamtaussage (Mozart + syrische Bürgerkriegsflüchtlinge) - ich denke mal, dass hier das "falsche" Stück zum "falschen" Anlass ausgewählt wurde; auch müsste man sich zwingend bei so Initiativprojekten klar darüber sein, wer eigentlich die HAUPTROLLE "bei so was" spielen sollte - ja, ich denke mal: die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge! (Musikalische Nachwuchs-Events mit unverbrauchten "Così"-Stars passten z.B. gut für die Kammeroper Schloss Rheinsberg...)

LG Andre

Andre Sokolowski 20.01.2015 | 10:27

Lieber Costa,

wie ich deiner bosnischen Erinnerung entnehme, muss es wahrhaftig ein unheimliches und erdrückendes Gefühl gewesen sein, so eine Art von Waldschluchtdunkel live (und "außerdeutsch") erlebt zu haben. Webers Oper gilt ja allgemein (auch) als der Inbegriff deutscher Romantik; in der Kunst kannst du das beispielsweise auf den Bildern Caspar David Friedrichs sehen - also so was typisch "Seelisches", "Beseelendes", wofür die Deutschen ja bekannt oder berüchtigt sind, also dass sie "ihr" Waldschluchtdunkel irgendwie dann immer wieder brauchen, um sich "seelisch" zu gesunden oder so... / Ja, kann es sein, dass du dem ganzen unseligen Deutschtum sehr bewusst entflohen warst, als du dich für dein neues (Abenteuer-)Leben "fern von uns" entschlossest?

LG Andre

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