BRONZE BY GOLD uraufgeführt

Tanz im August 2015 MOUVOIR/Stephanie Thiersch performten mit dem Asasello-Quartett und DJ Elephant Power
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Das Aufsehenerregende (und Aufhorchende!) der gestern Abend stattgefunden habenden Uraufführung Bronze by Gold - erklärt mir spaßenshalber wer den Sinn des komplizierten Titels? - war und ist das "Zusammentreffen" von Tanz und Musik in Gestalt von MOUVOIR / Stephanie Thiersch [Namen der TänzerInnen s.u.] und dem phänomenalen Asasello-Quartett sowie dem DJ Elephant Power.

"Im Schatten rasender Bewegung und akustischer Überforderung treten allzu bekannte Gesten und Körper in Erscheinung und verlieren sich erneut auf der Suche nach dem Auge des Hurrikans. (...) Ausgangsmaterial für Bronze by Goldsind Beethovens Große Fuge, die Anfang des 19. Jahrhunderts als zu laut, zu wild, zu komplex, schlicht als 'zu viel' galt, Márton Illés' Torso V, das mit Energieanhäufungen und Entladungen spielt, und Raga φ von Hikari Kiyama, der, von Noise, Trance und Death Metal inspiriert, einen elektronisch verstärkten und verzerrten multiperspektivischen Klangraum kreiert."
(Quelle: tanzimaugust.de)

Physische Erweckungsschübe und Verzückungsgesten - immer wieder zu zig zeitlupigen "Standbildern" sich nach und nach entwickelnd/kulminierend - prägen das doch eigentlich sehr unverbindliche Gesamterscheinungsmerkmal dieser überambitionierten anderthalbstündigen (und zum Schluss hin überhaupt nicht enden wollenden) Performance.

Zwei Wägelchen - und auf dem einen finden sich alle Gerätschaften Nicolas Baudoux' (des DJ's), der zwei, drei Blöcke dieses Abends musikalisch zu erbringen hat, und auf dem anderen kommen die MusikerInnen des Asasello-Quartetts (Rostislav Kozhevnikov, Barbara Kuster, Teemu Myöhänen und Justyna Śliwa), die besagten Beethoven sowie Werke von Illés, Kijama zu spielen haben, zum Sitzen oder Stehen - werden unterschiedlich fortbewegt...

Gemeinsam mit den TänzerInnen wird Stephanie Thiersch's Choreografie professionell und unter Einbeziehung jener tänzerischen "Laien" (= Musiker) erbracht.

Manchmal sieht es wie auf 'nem Themenwagen von der Loveparade (als die noch existierte) aus. Ekstatisierter Frohsinn, eruptive Ausrastungen; nichts wie Zittern oder Zappeln.

Leute werden hochgehoben.

Sind sie gut bzw. sind sie böse aufeinander?

Zum Finale schönes großes Ringelreien, Stimmung wie bei einer Gartenparty. Alle sind sie plötzlich hippst gelaunt - wie das nur so schnell kam bzw. "umschlug"...

Endlich Freifühlen, ja, endlich Berghain!

Aber was war die Geschichte?


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Bronze by Gold von MOUVOIR / Stephanie Thiersch | Foto (C) Martin Rottenkolber

[Erstveröffentlichung von Andre Sokolowski am 23.08.2015 auf KULTURA-EXTRA]

BRONZE BY GOLD (Radialsystem V, 22.08.2015)
Choreografie/Regie: Stephanie Thiersch
Asasello-Quartett:
Rostislav Kozhevnikov (1. Violine)
Barbara Kuster (2. Violine)
Teemu Myöhänen (Cello)
Justyna Śliwa (Viola)
Tanz/Kreation: Matteo Ceccarelli, Marika Gangemi, Annamari Keskinen, Moo Kim, Colas Lucot, Chang Ik Oh und Camille Revol
Elektronische Musik: Dj Elephant Power
Dramaturgie: Guy Cools
Choreografisch-musikalische Beratung: Juan Kruz Díaz de Garaio Esnaola
Choreografische Assistenz: Viviana Escalé, Valentí Rocamora i Torà
Regieassistenz: Liesa Harzer
Fotografie: Martin Rottenkolber
Kostüm: Fabien Almakiewicz
Bühne: Jasper Diekamp
Lichtdesign: Nico de Rooij
Outside Ear: Aleksandra Gryka
Technische Leitung: Fabian Bleisch
Ton: Maximilian Johannson
Produktionsleitung: Karolin Henze
Eine Produktion von MOUVOIR/Stephanie Thiersch in Zusammenarbeit mit dem Asasello-Quartett
TANZ IM AUGUST 2015

01:25 23.08.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Andre Sokolowski

Andre Sokolowski ist Herausgeber und verantwortlicher Redakteur von KULTURA-EXTRA, das online-magazin
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Andre Sokolowski

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