So genau wollen wir es nicht wissen

SEXUELLER MISSBRAUCH Mit der Berliner Verwaltungsreform geraten die Einrichtungen für Mädchen mit Gewalterfahrungen unter Druck. Doch es sind nicht nur die Sparmaßnahmen, die professionelle Helfer auf Distanz gehen lassen
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Das Thema "sexueller Missbrauch" ist, so scheint es, kein Tabu mehr. Vom "Missbrauch mit dem Missbrauch" ist in letzter Zeit wenig zu hören und die Anklage sexueller Gewalt ist schon lange nicht mehr nur Sache feministischer Initiativen. Eine Fülle von Ratgebern und Veröffentlichungen beleuchtet das heikle Thema, die Diskussion bezieht heute auch den sexuellen Missbrauch an Jungen mit ein, das Problembewusstsein in Fachkreisen, bei Sozialarbeitern, Therapeuten, Erziehern, ist geschärft.

Eines allerdings passt nicht ins Bild: Die klassischen Zufluchtsorte für Mädchen, die sexuelle Gewalt erfahren haben oder von ihr bedroht sind, kämpfen ums Überleben. Seit rund zwei Jahren gehen bei Berliner Jugendhilfe-Einrichtungen, die sich auf Klienten mit Missbrau