Drohnen werfen keine Schatten

Nach dem Kino Das Genre des Kriegsfilms kommt mit „Zero Dark Thirty“ von Kathryn Bigelow an ein vorläufiges Ende. Wie jetzt noch Bilder für den "War on Terror" produzieren?
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Drohnen werfen keine Schatten

Foto: Universal Pictures

Das Kino bildet seine eigenen historischen Narrative. Steven Spielberg etwa beschwört gerade mit Lincoln den Geist des alten „Abe“ für Obamas zweite Amtszeit herauf. Nation gespalten, Patt im Parlament, Korruption an der Tagesordnung – aber Spielberg entlässt sein Publikum mit dem Trost, dass Charisma und Pragmatismus das Land wieder auf den rechten Weg führen werden. Erbauungskino für die lädierte Seele.

Der ehrlichere Obama-Film ist Kathryn Bigelows Zero Dark Thirty, in dem der Präsident sogar einen Gastauftritt absolviert (in einem Fernsehinterview). Bigelow exerziert einen politischen Pragmatismus in Reinkultur, ohne das Dilemma der moralischen Verstrickungen noch auflösen zu wollen. Obamas Aussage „Amerika foltert nicht