Lauf, John! Lauf!

Literatur Steffen Kopetzkys „Propaganda“ ist ein wilder Ritt durchs 20. Jahrhundert – Bukowski, Nazis, Kennedy und Vietcong inklusive
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 40/2019
Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt
Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt

Foto: Lambert/Archive Photos/Getty Images

Im Jahre 1971 verschwindet der Held aus Steffen Kopetzkys neuem Roman Propaganda aus der Welt. John Glueck aus Amerika, Enkel eines kölschen Großvaters, Sohn einer „deitschen“ Mutter aus Pennsylvania, der mit Ernest Hemingway, JD Salinger und Charles Bukowski soff, mit JFK parlierte, die für die US-Army verlustreichste Schlacht im Zweiten Weltkrieg miterlebte, in Vietnam ein Opfer der chemischen US-Waffen wurde und schließlich die US-Regierung anklagt – dieser John Glueck steigt am Ende von Propaganda am New Yorker Flughafen in ein Flugzeug und fliegt davon. Sein Reiseziel bleibt ebenso ungenannt wie seine neue Identität, mit der ihn ein General des Pentagon ausgestattet hat. Ist es ein Zufall, dass im selben Jahr, da John Glueck verschwindet, der