Andreas Heil

Forscher für eine Zukunft, die herbeizusehnen sich wieder lohnt
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RE: Jenseits der Investitionsquote | 15.05.2011 | 14:38

Hier auch noch mal meinen Facebook-Kommentar:

Lieber Herbert Schui, ich denke die These ... "Ein weiterer, dritter Grund gilt nicht nur für die Industrieländer: Ein ernsthafter Umweltschutz verlangt in vielen Bereichen weniger Produktion und damit weniger Investitionen." ... werden wir im Juni in Bielefeld diskutieren müssen. Wie kommt man denn darauf ?

Der restliche Artikel ist aber ein wunderbarer Einstieg in eine komplexe, notwendige und sehr aktuelle Diskussion. Hinsichtlich des Realkapitals würde ich allerdings die Bewertung, die sich indirekt aus den Renditechancen ergibt und diese stark von den gesetzten (und veränderbaren !) Rahmenbedingungen beeinflusst sind, nicht außer acht lassen. Vielleicht hilft es da ein wenig, Schumpeter andersherum zu denken und die kapitalismuskonforme Entwertung von noch produktivem Alt-Realkapital (mit allerdings horrenden Umweltrisiken) wie derzeit möglicherweise mit der bundesrepublikanischen Nuklearstruktur anstehend, als Voraussetzung für einen Entwicklungsschub in einem marktwirtschaftlichen Kontext zu denken. Schumpeter hat den Kausalzusammenhang ja andersrum gesehen, aber hatte er damit wirklich recht ?

Interessant wäre aber tatsächlich auch mal zu durchdenken, ob ein steigender gemischtwirtschaftlicher oder öffentlicher Sektor nicht ebenfalls den Nebeneffekt hat, die relative Rendite im verbleibenden relativ schrumpfenden privatwirtschaftlichen Sektor positiv zu beeinflussen und der alten Marxschen "sinkenden Profitrate" oder Keynes "schleichender Euthanisierung des Rentiers" so entgegenzuwirken, dass die "kapitalistische Klasse" ihre auch notwendige Mitarbeit am Fortschritt nicht einstellt.

RE: Das Ping-Pong-Dilemma | 25.03.2011 | 04:49

Ich habe Ihren ersten Beitrag noch mit wohlwollendem Interesse gelesen, auch wenn ich bei ...

> Dabei gab es schon bereits zu Zeiten des riesigen Manhattan-Projekts eine andere,
> viel sicherere und fast völlig restsubstanzfreie atomare Zerfallsproduktkette
> samt Reaktor, der sogar 1,5 Jahre erfolgreich getestet und eingesetzt wurde.
> ...

... zwar neugiereig wurde, aber auch an eine der sich im Internet-Zeitalter so explosionsartig ausbreitenden Verschwörungstheorien denken mußte, bei denen sich um einen mehr oder weniger großen wahren Kern reichlich anderes anlagert.

Aber diesen Ihren vollmundigen Absatz nun ausgerechnet mit einem Verweis auf die THTR-Technologie der IV. Generation unterfüttern zu wollen, zeugt entweder von reichlich Chuzpe oder ebensoviel Inkompetenz. Und daraus werden dann noch irrationalere Ängste gebacken, irgendwelche Anschlüsse und Wettbewerbe zu verlieren - eine der Hauptantriebsfedern von falscher Politik vieler Jahre.

Der erste kommerzielle THTR steht 30 km Luftlinie von hier, glücklicherweise nach ein paar Monaten Pannenbetrieb Mitte der 80er nur noch ein weiteres Milliardengrab und hat schon für die III. Generation eindrucksvoll die Differenz zwischen Theorie und Praxis belegt, während die KFA Jülich heute noch von den harmlosen Zerfallsreihen Unmengen extrem verstrahlten Matrials vorhält.

Und inhärente Sicherheit - die auch bei den neuen Reaktoren jetzt schon vor allem als Kostenargument durchschlägt - ist eine multifaktorielle Angelegenheit und keine von Dampfblasenkoeffizienten in berechneten Laborkonstellationen. Sobald die mechanische Integrität der beteiligten Materialien nicht mehr gewährleistet ist, einerlei ob durch Zerbröseln, großer Krafteinwirkung von Außen oder Durchschmelzen der komplexen Anordnung aus Moderator, Brennelementen, Kühlmaterial, etc. ist das Modell zusammengebrochen.

Selbst eine Bombenwirkung ist keineswegs vollständig ausgeschlossen, weil der einzige Unterschied zur zivilen Reaktornutzung ist, ob eine lawinenartige Zunahme der Spaltreaktion möglich ist. Da aber jeder Reaktor einen Betriebszustand zunehmender Spaltreaktionen kennen muss und fast immer eine überkritische Gesamtmenge an Spaltmaterial beherbergt, sind sogar meist verschiedene Konstellationen denkbar, in denen genau das auftreten kann.

Sonnige Grüße
Andreas

RE: Kalter Krieg wird präsidiabel | 08.06.2010 | 15:42

Endlich spricht es jemand klar und deutlich aus.

Danke Lutz Herden

Gruß
Andreas Heil