Andreas Kemper
10.04.2013 | 10:36 121

AfD gegen "Multikulti-Umerziehung"

Rechtspopulismus Vier Tage vor dem Gründungsparteitag benutzt die Alternative für Deutschland Neonazi-Jargon: "Klassische Bildung statt Mulitkulti-Umerziehung"

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Andreas Kemper

AfD gegen "Multikulti-Umerziehung"

Screenshot: Alternative für Deutschland auf Facebook

Die Alternative für Deutschland sieht sich seit Wochen diffamiert. Ständig würde versucht, sie in die "rechte Ecke zu drängen". Dabei begegnet sie den etlichen Beispielen für rechtspopulistische Aussagen mit etlichen Ausflüchten. Mal seien es Missverständnisse, mal seien 15jährige die Schuldigen, dann wiederum wird die Junge Freiheit für konservativ erklärt, keineswegs aber für rechtspopulistisch, oder es wird darauf verwiesen, dass jede neue Partei extremistische Trittbrettfahrer habe.

Die Forderung "Klassische Bildung statt Multikulti-Umerziehung" findet sich seit einigen Minuten auf der offiziellen Facebook-Seite der Alternative für Deutschland. "Multikulti-Umerziehung" ist kein rechtspopulistischer Begriff, sondern Neonazi-Jargon, wie eine Google-Suche offenbart. Er kommt selten vor und Google verweist hauptsächlich auf die Jungen Nationaldemokraten und den Ring Nationaler Frauen.

Weitere Infos: http://andreaskemper.wordpress.com/2013/04/10/afd-ist-gegen-multikulti-umerziehung/

Nachtrag:

Nachdem innerhalb von dreieinhalb Stunden das Bild mit dem Slogan 300 mal geteilt (weiterverlinkt) und 600 mal mit einem Like-Button "gefällt mir" versehen wurde, ist ein neues Bild zusätzlich eingestellt worden. Diesmal mit dem Slogan: Bildung statt Ideologie. Wie sagte einer der Kommentatoren? "Passt auch."

Noch ein Nachtrag:

Die NPD teilte gestern über ihren Bundespressesprecher mit:

"NPD über die „Alternative für Deutschland“: Wichtige Eisbrecher- und Türöffner-Funktion für die nationaldemokratische Euro- und EU-Kritik"

Das passt es doch sehr gut, wenn die AFD einen Tag später die Slogans von der NPD übernimmt.

Noch ein dritter Nachtrag:

Ein AfD-Mitglied, welches sachlich den obigen Slogan kritisierte, wurde vom AfD-Admin für alle weiteren Beiträge gesperrt, nachdem zuvor seine Kommentare gelöscht wurden. Es hat nun einen offenen Brief an alle AfD-Mitglieder verfasst, in dem es unter anderem heißt:

"Infolge der zahlreichen Mitgliederproteste und der nachweislich rechtsradikalen Aussage des Slogans entschloss ich mich, einen Beschlussantrag für den Bundesparteitag zu formulieren, durch den sich die Partei von jeglichen rechtsextremen Äußerungen distanziert. Dies ist eindeutig konform mit den Grundsätzen unserer Partei.

Nachdem ich diesen Antrag an die Antragskommission für den Parteitag gesandt hatte und anschließend auf der betreffenden Facebook-Seite auf diesen neuen Antrag aufmerksam machte, wurden von der Administration ohne Angabe jeglicher Gründe gegen 13 Uhr alle meine Beiträge gelöscht und meine Beitrag- und Kommentarfunktionen deaktiviert. Somit wurde nicht nur mein demokratisches Mitbestimmungs- und Diskussionsrecht beschnitten, sondern mir wurde zudem die Möglichkeit genommen, auf positive wie negative Anmerkungen anderer Forumsteilnehmer zu reagieren. Ein derartiges Vorgehen ist aus meiner Sicht untragbar!

Deshalb fordere ich den Vorstand auf, meine vollen Teilnahmerechte an der betreffenden Facebookseite umgehend wiederherzustellen."

Und noch ein Nachtrag:

Die Partei in Gründung teilt mit, dass sie beim Gründungsparteitag auf einen Livestream verzichten wird. Die Begründung:

Liebe Freunde und Unterstützer,

der Vorstand hat sich entschlossen, auf den live stream zu verzichten. Und zwar, um um die Mitglieder zu schützen. Wir alle haben ja in den letzten Wochen die Erfahrung gemacht, dass unsere Worte falsch zitiert, aus dem Zusammenhang gerissen und absichtlich fehlinterpretiert wurden - um uns zu schaden. Wir MÜSSEN unsere Mitglieder vor so etwas schützen. Nicht zuletzt deshalb, weil wir alle Neulinge sind und im Privatleben und unseren Berufen stehen. Sicher habt ihr Verständnis dafür!

"https://www.facebook.com/alternativefuer.de?fref=ts"

Nachtrag: NPD wird aktiv

Die NPD Berlin mobilisiert zum Gründungsparteitag der Alternative für Deutschland und wird dort eine "Mahnwache" abhalten.

"Der NPD-Landesverband Berlin nimmt die Gründung der "AfD" am kommenden Sonntag zum Anlaß, im Rahmen einer Kundgebung vor dem Hotel InterConti, in dem die Gründungsveranstaltung der "AfD" stattfinden soll, auf die Ziele der wahren Anti-Euro-Partei NPD aufmerksam zu machen.

Die Mahnwache wird ab 12.00 Uhr vor dem "Hotel InterConti" in der Budapester Straße in Berlin stattfinden."

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (121)

Andreas Kemper 10.04.2013 | 12:09

Hi Popkontext,

was hast du denn schlimmes geschrieben auf deren Kommentarseite, dass es sofort gelöscht wurde? Also das hier ist jedenfalls stehen geblieben:

" der lehrer ist aufgeschmissen weil er sich nicht um die "normalen" kinder kümmern kann. entweder fördert man "normale" und begabte kinder und muss die anderen halt zurücklassen, oder man kümmert sich um die "zurückgebliebenen" und die anderen verdummen. was wollen wir???? [...] diese verkackte politik der grünen und sonstigen parteien macht aus unseren schülern dumme und aggressive schüler. die wenigen mit ausländischem hintergrund, die tatsächlich sich angepasst haben, oder anpassen wollen, die gehen auch den weg durch das dreigliedrige schulsystem und schaffen es auch auf die gymnasien. alle andere behindern nur das weiterkommen und sollen gefälligst die anderen nicht drücken."

Carsten Neumann 10.04.2013 | 12:43

Die AfD ist als Partei noch gar nicht gegründet (das soll erst am 14.04.13 in Berlin erfolgen), folglich gibt es auch noch keine Beschlüsse und offizielle Programme. Auf FB wird lediglich diskutiert - und zwar durchaus kontrovers, gerade was den "Multukulti"-Slogan angeht. Es ist völlig offen, ob dieser Slogan als Programmatik von der AfD übernommen wird. Bei fast 8.000 Mitgliedern bzw. Mitgliedschaftsinteressenten haben 350 likes nicht viel zu sagen, zumal viele Leser auf FB gar keine Mitglieder von FB sind. Fairerweise sollte man erst einmal abwarten, welche Standpunkte von der AfD tatsächlich beschlossen werden.

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Ehemaliger Nutzer 10.04.2013 | 12:46

An A. Kemper un Popkontext: Wissen Sie eigentlich, wie "blöd" es für (begabte) Kinder ist, wenn sie sich an der Schule langweilen müssen? Dies kann sogar zu psychischen Störungen führen. Ich wohne in einem Viertel, in dem in Grundschulen etwa 1/4 der Kinder kein vernünftiges Deutsch beherrscht. Diejenigen, die es können, fühlen sich ausgebremst. Meine Nachbarin aus Weißrussland schüttelt immer nur den Kopf, wenn ihre Tochter sich aufgrund der Schwächen ihrer Mitschüler langweilt, denn ihre Familie hat sich dahinter geklemmt und Integration als ein Geben und Nehmen verstanden. Ich kenne Grünenwähler und mehrere Lehrer, die, sobald sie Kinder haben, aus ihren heißgeliebten "Multikulti-Vierteln" wegzeihen, sobald sie Kinder haben. Es scheint also doch ein Problem zu geben: diejenigen, die es sich leisten können, in der Regel der klassische Grünenwähler, ziehen weg oder karren ihre Kinder auf Privatschulen. Ein wenig kann ich das sogar verstehen, denn wenn ich Kinder hätte, würde ich nicht wollen, dass sie sich langweilen oder als Streber verspottet werden. Ich kenne auch noch einen Berufsschul-Deutschlehrer, der seit Jahren nervlich krank ist, weil seit Jahren nur noch ganz unangenehme ungebildete junge Männer Drucker oder Maler-/Lackierer ihm das Leben zur Hölle machen. Viele Meister aus klassischen Handwerksberufen klagen über Azubimangel, weil sie nicht den nächstbesten "Deppen", der noch nichtmal Hauptschulabschluss hat, nehmen wollen. Wissen Sie um diese Probleme nicht oder wollen sie diese nicht ansporechen?

Popkontext 10.04.2013 | 12:50

Fast 500 Likes in wenigen Stunden sind auch proportional sehr viel. Und diejenigen, die den Slogan gutheißen in den Kommentaren oder lediglich ein Imageproblem sehen sind in der deutlichen Mehrheit - das kann doch jeder einfach nachlesen. In der Tat gibt es einige, die das auch unmöglich finden - und sich von der AfD abwenden. Und Sie sagen doch nicht, dass der AfD so ein Hippie-Verein ist, dass man jemand die offizielle Facebook-Seite machen läßt, hinter dem man nicht steht.

Popkontext 10.04.2013 | 12:58

Aha - die Lösung ist "Multikulti-Umerziehung" abschaffen und wieder "klassische Bildung" einführen? Ich hielt Sie bisher für intelligent.

Und googlen sie mal nach "Multikulti-Umerziehung", auf was für Seiten sie da (ausschließlich) kommen. Ich würde empfehlen, ein Eimerchen daneben zu stellen - außer sie gehören zu jenen, die auch die "Nürnberger Gesetze wieder einführen" wollen, wegen "Rassenschande" und "ekeliger dunker Haut", auf die die "guten Deutschen Mädels" durch die Hirnwäsche stehen.

Chewbacca 10.04.2013 | 12:58

Angenommen Sie haben mit Ihren Behauptungen die AfD betreffend recht (ich finde die Formulierung auch nicht sehr toll), was ist dann damit erreicht? Eine meinetwegen populistische Forderung bzw Argumentation "Gegen Multikulti-Bildung" wird ja nicht dadurch entkräftet, dass dies auch jemand anderes fordert. Danach dürften Die Grünen, Die Linken bzw. alle Parteien im Bundestag nichts mehr sagen. Man sollte sich mit den Pros und Cons auseinandersetzen. Das wäre doch das richtige Gegenmittel für von Ihnen betitelte "Rechte".

Popkontext 10.04.2013 | 13:18

Da haben sie irgendwo den Punkt des Artikelserfehlt, weshalb ich Sie dann vielleicht wiederum falsch verstanden habe: Es geht darum, dass die AfD sich finsterster rechtsextremistischer Terminologie bedient und zudem rechtpopulistischer Themen.

Hier ist nicht die bunte Tüte eröffnet, allgemein über alternative Bildungskonzepte oder das "Genderparadox" zu diskutieren, jedenfalls nicht meinerseits.

Carsten Neumann 10.04.2013 | 13:19

@ Popkontext

Sie wissen doch gar nicht, von wem die likes kommen. Mein Eindruck ist, dass die kritischen und ablehnenden Stellungnahmen im Kommentarbereich überwiegen. Wer den Slogan ablehnt, wendet sich keineswegs gleichzeitig von der AfD ab.Er versucht vielmehr, auf die Programmdiskussion Einfluss zu nehmen. Es handelt sich, wie gesagt, um eine reine Diskussion über nicht beschlossene Programmaussagen. Auf der FB-Seite werden gerade viele programmatische Vorschläge unterbreitet, die nicht von den "Seitenmachern" initiiert sind.

Chewbacca 10.04.2013 | 13:20

Oder um die Argumentationslogik zu illustrieren, die zugrunde liegt:

Rechtsextreme hassen Großkonzerne.

Die Linke, Die Grünen, Andreas Kemper, der Familienunternehmer Schneider und der bayrischer Almbauer Hammerl hassen Großkonzerne.

_________________________________________________

Die Linke, Die Grünen, Andreas Kemper, Familienunternehmer Schneider und bayrischer Almbauer Hammerl sind Rechtsextreme.

Carsten Neumann 10.04.2013 | 13:24

@ Popkonzert

Vielleicht lesen Sie einmal den eben auf FB veröffentlichten Antrag von Norbert Kleinwächter an den Bundesparteitag:

"

Der Bundesparteitag möge beschließen:

Die Partei Alternative für Deutschland distanziert sich entschieden und vollumfänglich von dem am 10. April 2013 gegen 10:00 Uhr publizierten Eintrag „Noch 4 Tage bis zum Gründungsparteitag: Klassische Bildung statt Multikulti-Umerziehung“ auf dem offiziellen Facebook-Auftritt der Partei.

Der Bundesparteitag erklärt ferner den von derselben Redaktion gegen 11:20 Uhr veröffentlichten Rechtfertigungsversuch für unzureichend (...)"

Vorschlag: Treten Sie doch einfach auch bei der AfD ein, um die programmatische Diskussion mitbeeinflussen zu können.

Carsten Neumann 10.04.2013 | 13:28

Ergänzung:

"

Der Bundesparteitag stellt fest:

Die Partei spricht sich entschieden gegen Rechtsextremismus, Ausländerhass und nationalistischen Populismus aus und stellt fest, dass entsprechende Äußerungen der Parteiverantwortlichen zu keiner Zeit der Willensbildung in der Partei entsprechen.

Der Bundesparteitag fordert den Verantwortlichen bzw. die Verantwortliche dazu auf, Konsequenzen aus diesem parteischädigenden Verhalten zu ziehen und mit sofortiger Wirkung von seinem bzw. ihrem Amt bzw. seiner oder ihrer Funktion in der Partei zurückzutreten."

Maddin Espunkt 10.04.2013 | 13:31

Wurde auch nach kritischen Aussagen gesperrt. Definitiv keine Alternative, sondern nur neuer brauner Sondermüll. Besser hätte die NPD den Slogan nicht formulieren können, man darf gespannt sein, wie sich Herr Lucke da wieder rausreden will. Aber schön zu sehen in den Kommentaren, dass viele bisherige Anhänger, egal wie gross die Krise auch ist, nicht von solchen Bauernfängern einlullen lassen..!

Andreas Kemper 10.04.2013 | 13:41

Die AfD tritt für eine familienorientierte Bildungspolitik ein. Versuchen Sie mal, das jetzt mit "Klassische Bildung statt Multitkulti-Umerziehung" zusammen zu bringen.

Die Aufgabe der Schule soll es dann noch weniger sein, Bildungsunterschiede auszugleichen. Es gilt dann nur noch das Recht des Stärkeren. Die Kinder, die in den "richtigen" Familien geboren wurden, haben dann Glück gehabt.

Nicht, dass es in unserem Schulsystem irgendwie gerecht zuginge... Die AfD will aber die schon bestehende soziale Selektion noch mal mehr verschärfen.

gregory 10.04.2013 | 13:45

Wenn millionen von Menschen den sozio-ökonomischen Anschluß zu den Übrigen verlieren, ist der logische Schluß nicht diesen den Rücken zu kehren. Es mag eine bestimmte Art sein damit umzugehen, doch das Problem wird nicht geringer.

Anzumerken ist auch, dass Bildung ein Statussymbol ist, ein, wie man so schön sagt, Distinktionsmerkmal eines gewissen sozialen Mileus.

Naja, Aemilian soll nunmal nicht mit Schantall Kontakt haben, denn sie könnte von schlechten Einfluß sein, denn gewusst ist, dass die Zukunft eine des harten Wettbewerbs sein wird.

ed2murrow 10.04.2013 | 13:50

Damit kein Zweifel an der Urheberschaft aufkommt:

Das Impressum der betreffenden FB-Präsenz lautet

Partei

Die Alternative

Frankfurter Landstraße 153 – 155

61231 Bad Nauheim

Kontaktinformationen

Telefon:

Telefax:

Internet: www.alternativefuer.de

E-Mail: geschaeftsstelle@alternativefuer.de

Weitere Angaben

Geschäftsführer: Prof. Dr. Bernd Lucke

Inhaltlich verantwortlich: Dr. Frauke Petry

Lt. Denic-whois ist Domaininhaber von alternativefuer.de Prof. Dr. Bernd Lucke. Gleiches gilt für wa2013.de, auf die von alternativfuer.de aus verlinkt wird.

Die „inhaltlich Verantwortliche“, Dr. Frauke Petry, wird in einem Eintrag bei Wikipedia vorgestellt.

Andreas Kemper 10.04.2013 | 13:52

Bei den meisten Kommentator_innen ist sehr wohl nach zu vollziehen, woher sie kommen und wie sie zur AfD stehen.

Insbesondere aber ist der Admin der offiziellen AfD-Facebookseite zur AfD zu rechnen. Oder hat die AfD trotz der wochenlangen Kritik an rechtspopulistischen Äußerungen nicht darüber nachgedacht, wen sie zum Sprachrohr ihrer offiziellen Facebook-Seite macht?

Die Facebook-Seite scheint das zentrale Medium der AfD neben der offiziellen Homepage zu sein.

Popkontext 10.04.2013 | 14:16

Nicht von den Seitenmachern initiiert??? So ein billiger Versuch sich rauszureden - natürlich wurde das vom offiziellen Admin der offiziellen Facebookseite gepostet - falls Zweifel aufkommen ´habe ich einen Screenshot gemacht, keine Sorge.

Die Likes kommen natürlich von AfD-freundlichen Leuten - die Kritiker werden ja sofort gesperrt. Und die Leute können im Zweifel lesen, solange es online ist. Da brauchen Sie (und auch ich ) nichts erzählen.

Andreas Kemper 10.04.2013 | 14:21

Seine Meinung postet man unter dem eigenen Namen, nicht im Namen einer (zu gründenden) Partei.

Ich weiß nicht, welche Strategie hinter dem Posting steckt. Vielleicht hat da jemand einfach nur nicht nachgedacht und einfach mal so seine Privatmeinung gepostet. Kann sein, halte ich aber nicht für wahrscheinlich.

Wahrscheinlicher sind die folgenden beiden Möglichkeiten:

a) Kurz vor dem Gründungsparteitag soll noch mal so richtig in braunen Gewässern gefischt werden. Lucke und Petry werden es dann schon ausbügeln. Strategie: Arbeitsteilung

b) Kurz vor dem Gründungsparteitag stellt der zuständige Admin eine Machtfrage. Er hält sich für stark genug, den Kurs für den Parteitag vor zu geben. Strategie: Klare Kante gegen liberale Tendenzen in der Partei

Chewbacca 10.04.2013 | 14:22

Nein, dies war vllt. (oh nein) sogar nichts rechtsradikales von den Rechtsradikalen, sondern einfach eine zu tiefst demokratische Einladung zu einer Debatte (von Angesicht zu Angesicht), in der Argumente ausgetauscht werden, ein Für und Wider, ein Abwägen, ein Nichtpauschalieren, Verständnis für das Argument eines anderen, auch wenn es einem persönlich nicht passt...ganz im Sinne einer deliberativen, partizipatorischen Demokratie. Da wird dann sogar miteinander geredet, nicht nur über den anderen.

Andreas Kemper 10.04.2013 | 15:10

Kommentar der AfD-Redaktion:

"Liebe AfD - Freunde,
nach der heftiger Diskussion am Tageszähler (und auch in der Redaktion) stimmen wir denjenigen zu, welche die arge Zuspitzung im Tagesmotto kritisiert haben.
Das Motto war überzogen und konnte mißverstanden werden, und wurde es leider auch."

Das Motto wurde missverstanden? Mal wieder? Wie soll denn das Motto "richtig" zu verstehen sein? Werden die über sechshundert Facebook-User, die ihren Gefallen zum Ausdruck brachten, nun darüber informiert, dass sie etwas missverstanden haben?

Chewbacca 10.04.2013 | 15:46

Ich wollte Ihnen nichts unterstellen! Meine Güte...ich dachte, Sie seien von einem User zur Diskussion bei der AfD eingeladen worden(wo Sie gleich mit der Austrockung des brauenn Sumpfen drohen) , aber nehmen Sie meinetewegen Andreas Kemper gleich mit. Was heißt "wie Ihnen? Ich bin ganz und garnicht für die AfD, schon garnicht für einen Slogan a la "Multikulitumerziehung". Ich behaupte nicht, ich finde den Artikel von Herrn Kemper noch in Ordnung. Ist ja seine Meinung. Nur wird es dann bei seinen Büchern schon kritischer...da wird dann die Wissenschaft in Geiselhaft genommen.

Carsten Neumann 10.04.2013 | 16:55

Also, Herr Kremper,

nun machen Sie mal nicht so ein Gewese um ein zugegebenermaßen missglücktes Motto, das nicht der Mehrheitslinie der AfD-Mitglieder entsprach und mittlerweile korrigiert wurde. "Bildung statt Ideologie" - wer kann denn etwas dagegen haben, dass - u.a. - rechtsextremistische Ideologie an Schulen nichts zu suchen hat?

Herr Hübner hat nach eigenem Bekunden einen Aufnahmeantrag bei der AfD gestellt, über den erst noch entschieden werden muss.

Und Sarrazin ist immer noch SPD-Mitglied und will es wohl auch bleiben.

ed2murrow 10.04.2013 | 17:11

Hallo Andreas,

das Photo ist nach wie vor abrufbar, siehe https://www.facebook.com/alternativefuer.de/photos_stream , nur wurde das Motto für den heutigen Tag verändert und insoweit die Chronik ergänzt. Womit das Ganze noch ein Gran härter ausfällt - denn nun haben wir es endgültig mit einer schriftlichen Lüge zu tun. Wer sich als Partei in Gründung mit dem Thema Bildung befaßt, um es zu besetzen, handelt bereits ideologisch; zumal das nun ausgetauschte "Multikulti-Umerziehung" die Art der Besetzung in eine bestimmte Richtung suggerierte.

Magda 10.04.2013 | 17:28

Meine Güte, da ist ja was los. Wenn man kürzlich die Sendung auf Phoenix gesehen hat mit Olaf Henkel und diesem Mißfelder, da wurde schon klar, dass diese Alternative für ...Schrums bums den rechten Rand abfischt. Vielleicht tritt Mißfelder ja auch noch um. Der hatte die ganzen Fertigteile mit der Katastrophe vom Mindestlohn und all so ein neoliberalen Quark. Da entwickelt sich eine gute Freunschaft.

IronCandy 10.04.2013 | 19:28

"""Rechtspopulismus Vier Tage vor dem Gründungsparteitag benutzt die Alternative für Deutschland Neonazi-Jargon: "Klassische Bildung statt Mulitkulti-Umerziehung""""

Habt ihr noch alle Tassen im Schrank?

Sicher ist so eine Formulierung nicht selten in diesem Spektrum gebraucht aber Sie wird sowohl von Linken als auch Konservativen wie Horst Seehofer verwendet.

Multikulti ist eben das genaue Gegenteil von Integration und solche wird mehrheitlich von linken wie rechten Parteien angestrebt.

Es ist geradezu unverschämt aufgrund dieser Einzelposition eine Organisation ins rechtsradikale Milieu abzuschieben.

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Ehemaliger Nutzer 10.04.2013 | 19:31

Nun hat unser Freund Andreas Kemper in vorbildlicher Weise seine Funktion als "Blockwart der political corectness" erfüllt und die AfD auf Grund eines fb Eintrages noch vor ihrer Gründung als " rechtsspopulistisch", wenn nicht gar "rechtsradikal" entlarvt. Die von ihm so eingeschätzte Äusserung sei deswegen so beanstandenswert, weil irgendwelche Neonaziorganisationen einen gleichen oder ähnlichen Satz rausgehauen hätten. Dafür sollten Frau Roth, Herr Mayzek und die Gleichschaltungsbehörde von ARD/ZDF ihm den die "Kampf gegen Rechts Spange mit sibernen Krummschwertern am Bande" verleihen.

Zugleich wäre dies ein Ansporn, weitere gefährliche Reechtsradikale in den Reihen der AfD zu ermitteln:

Adolf Hitler soll die Berge und Hunde geliebt haben. Demnach stehen alle Bayernurlauber- eigentlich auch so klar, oder ? - und Hundebesitzer - jedenfalls von Schäferhunden - unter Generalverdacht- das gilt nicht für Halter und Halterinnen von Bulldoggen, die nach Meinung von AH Plutokratenköter waren-, dem "braunen Sumpf" entstiegen zu sein.

Unterstützung im" unerschütterlichen Kampf bis zum letzten Krummsäbel" finden diese edlen Kämpfer gegen das namenlose rechte Grauen in den "fest geschlossen Reihen" der Antifa, die schon seit langem mit ihren Schildern " Deutsche, kauft nicht bei Nazis" vor den Thor Steinar Läden stehen und ihr ganzes ALG II für den Endkampf zur Verfügung stellen. Nach 8 st. Wache ziehen sie dann unter Hinterlassung volkszorngerechtfertigter Verwüstungen und Verprügelung entgegenkommender Polizeibeamter zur Großkundgebung von DGB und evangelischer Kirche, um sich ihren verdienten "Dialogdöner" überreichen zu lassen.

Guten Appetit!

ed2murrow 10.04.2013 | 22:50

ironcandy spielt z.B. auf sowas an: http://www.dw.de/ende-der-umerziehungslager/a-16513114

Schulen, die Ganztagessysteme implementieren, werden häufig in dem betreffenden Kreisen als staatliche Anstalten bezeichnet, wo Kinder dem Staat ausgeliefert seien, statt bei ihren Eltern sein zu können und dort indoktriniert würden. Was ironcandy hier vollzieht, sind Assoziationen im Gedankengut, das ebenda zirkuliert. Konsequent ist daher der neue Sinnspruch, der den heutigen ersetzt hat: „Bildung statt Ideologie“.

Von wegen Alternative für Deutschland .. das Ding sollte sich Salto Rückwärts nennen.

Benarchist 11.04.2013 | 02:02

Oh je! Hier sollten sich der Autor und ein Teil der Kommentatoren mal an ihre linkspopulistische Nase fassen!

Mit Sicherheit ist der Slogan "Klassische Bildung statt Multikulti-Umerziehung" nicht glücklich gewählt. Nach meinem Verständnis kann dieser jedoch durchaus vielschichtig interpretiert werden. Er impliziert gleichermaßen, dass keinem Kulurkreis das Verständnis eines anderen aufgezwungen werden soll. Wenn deutsche Richter entscheiden, dass die Vergewaltigung einer 13-jährigen durch einen muslimischen Mitbürger weniger strafwürdig sei, weil das in diesem Kulturkreis "nun mal so üblich" sei, kommen durchaus Fragen in mir auf. Und ich habe grundsätzlich nichts gegen fremde Kulturen!

Im übrigen kann ich "Flegelspatz" nur zustimmen! Die Scheinheiligkeit der ach so toleranten Eltern, die dann doch nicht wollen, dass ihre Kinder eine KiTa oder Schule besuchen, in der deutsche Kinder die Minderheit darstellen, verabscheue ich. Ich bin selbst Vater und Dozent. Drei meiner Geschwister arbeiten als Erziererinnen bzw. als Lehrer. Es ist wirklich ein großes Problem, wenn sprachliche und auch kulturelle Unterschiede aufeinander treffen! Es fängt damit an, dass muslimisch erzogene Kinder in der KiTa kein Fleisch essen. Klingt nebensächlich, muss aber bewältigt werden. Die Sprachbarierre ist die nächste Herausforderung. Insofern war die Idee, einen Sprachkurs für Einwanderer zu verlangen, nicht die schlechteste. Im Irak bekommt man ein gesiegeltes und gestempeltes Zertifikat vom Goehte-Institut für ein paar Dollar...

So könnte ich locker weiter argumentieren.

Fakt ist und bleibt, dass sich die in diesem Blog mehrheitlich vertretenen Linkspopulisten in keiner Weise einer offenen Diskussion stellen, sondern sich (gerade in dem hier in Rede stehenden Beitrag) wie kleine Hyänen auf Andersdenkende stürzen, wobei sie teilweise ihre sicherlich gute Bildung und Erziehung vergessen.

Andreas Kemper 11.04.2013 | 10:48

Nach einer Intervention von Bernd Lucke wurde das Posting entfernt. Mit dem Beitritt von Wolfgang Hübner tritt nun aber das nächste Problem ins Haus.

Es ist nicht so wie bei den Piraten oder den Grünen, die am Anfang der Parteigründung immer wieder mit einzelnen rechtsextremen Mitgliedern/ Positionen Probleme hatten. Das Posting und die vielen Zustimmungen zeigen, dass die Alternative für Deutschland sich zum großen, wenn nicht gar größtem Teil aus rechtspopulistischen Mitgliedern zusammensetzt.

Vathia 11.04.2013 | 10:58

Die "Alternative" für Deutschland ist gar keine.

Auf der Homepage versprechen sie frischen Wind, doch die Liste ihrer Gründer spricht schon ein anderes Bild.

Fast alles Proffessoren, Banker, Vorstände, aktiv wie a.d., dazwischen ein paar Normalos gestreut, fast alles (gefühlt ergraute) Männer. Das ist genauso ein "Change" Versprechen, wie das von Obama damals. We can...nur was? Der Wirtschaft noch tiefer die Stiefel küssen?

Nichts Neues also.

Die Diskussion hier empfinde ich jedoch als widerlich, vor allem die hysterischen Töne. Der Autor versucht mit vorauseilemden Gehorsam, das Reizwort "Multi-Kulti" gepaar mit Bildung als Indikator für Rechtsextremismus zu nehmen "oh Gott, es sind Nazis, ich wußte es, das sollten mehr Leute erfahren!!". Geifer tropft.

Schnell auf den Zug aus guten Gefühlen aufspringen: niemand wird in unserem Land diskriminiert! jeder kann es schaffen! wir sind jetzt gefälligst lieb zueinander !! Abends wird am besten noch mit selektierten Speichelleckern bei Maischberger nachgetreten, und mit dem Islamismus-Lobbyisten Mazyek und Co gelästert. Echt jetzt Leute? Was für Demokraten seid ihr, die direkt sowas ausmerzen möchten (jaja der Begriff ist in euren Albträumen bekannt nicht wahr)

Wie gesagt, es sind meist ältere deutsche Spießer in der Partei, also was soll die Aufregung? Es wird keine Skinheads Demos für AFD geben, und es wird auch keine Pr0grome geben, wenn die AFD ihre 5% erhalten wird. Angie wird weiter regieren, vielleicht mit den satt gefressenen Pärchen Trittin und Roth, oder der Konzern-Laudator Peer.

josse 11.04.2013 | 13:13

Andreas Kemper

hat das Googlen dem eigenen Denken vorgezogen.

Die Firma Google ersetzt heutzutage die Märchenfigur des "Doktor Allwissend" der Gebrüder Grimm.

Naive glauben dem allwissenden Google.

Nur hat weder die NPD noch die in Vorwehen befindliche AfD ein Patent auf bestimmte Begriffe.

Es kommt immer noch darauf an, wie man ein Wort verwendet, um feststellen zu können, welches Geistes Kind der Sprecher vielleicht sein könnte.

Andreas Kemper 11.04.2013 | 14:04

Ich glaube nicht, dass muslimisch erzogene Kinder in Kitas generell kein Fleisch essen dürfen.

Als Vegetarierer begrüße ich es, wenn weniger Fleisch gegessen wird. Und was Weniger-Fleisch-Essen mit "Mulitkulti-Umerziehung" zu tun hat, erschließt sich mir auch nicht wirklich.

Fakt ist einfach, dass "Multikulti-Umerziehung" eine feststehende Phrase ist, die von der NPD und ihren Organisationen benutzt wird. Die Voraussetzung dafür, diese Phrase zu kennen, besteht darin, sich im Umfeld dieser Szene zu bewegen - und sei auch nur im Internet.

Andreas Kemper 11.04.2013 | 14:13

Hallo Josse,

leider steht die NPD-Parole der AfD in keinem Text, aus dem heraus diese Phrase interpreteiert werden kann. Die einzige Möglichkeit einer Interpretation dieser Phrase besteht darin, sie so zu interpretieren, wie sonst auch verwendet wird. Dafür sind Suchmaschinen sinnvoll. Bing wird da nichts anderes zutage fördern als Google.

Dennoch gab es über 800 "Likes" und über dreihundert Weiterverlinkungen. Ich denke, die Leute wissen, wie sie den Satz zu verstehen haben.

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Ehemaliger Nutzer 11.04.2013 | 17:30

Auf mich wirkt Ihre Antwort gestellt naiv bzw. absichtlich verdreht, damit Sie von der eigentlichen Aussage ablenken können. Erstens gehen Sie von sich als Vegetarier aus. Sowas ist m.E. immer unklug, denn es geht ja um andere Leute und nicht um Sie als Person. Zweitens geben Sie an, etwas nicht genau zu wissen und interpretieren dann weiter von Ihrer persönlichen Sicht als Vegetarier. Wenn man etwas nicht weiß, sollte man dieses nicht als Diskussionsgrundlage benutzen, denn weit her geholte Interpretationen sind nicht nur durchschaubar, sondern für alle Beteilligten auch mühsam. Drittens sind Sie es, der die Diskussion auf eine andere Linie lenkt, indem er auf einmal aus vegetarischer Sicht so tut, als würden die Kinder in den KiTas aufgrund zu hohem Fleischkonsum ungesund ernährt. Es geht aber darum, dass Extrawürste, egal ob aus Rind oder Soja, einen höheren Verwaltungsaufwand bedeuten würde, also mehr Umstände für alle. Vor diesem Hintergrund wollen dann immer mehr Leute Extrawürste, weil alle immer auf ihren Rechten pochen. Theoretisch ist alles immer so schön einfach, aber praktisch sollen dann die anderen mal machen, die "weltfremden" Konstrukte der tollen Denker dann gefälligst in Taten umsetzen. Nach diesem Prinzip funktionieren übrigens auch diese verlogenen Eltern, die "Multi-Kulturelles" gaaaanz toll finden, so lange ihre eigenen Kinder nicht die Schulbank mit Multikultikids drücken müssen und solange sie sich abends schön in ihre gepflegte Altbauwohnung im Kreativenviertel zurück zehen können. Zu 100% "multikulti" sollen bitteschön die anderen (mit weniger Geld) leben, man selbst gönnt sich lieber jedes halbe Jahr mal was "Multikulturelles" vom Inder und "Döner komplett", aber bitte ohne Pestizide und Konservierungsstoffe. Ihre Einwände zu dem Jargon "Multikulti-Umerziehung" teile ich. Nur bin ich der Meinung, dass durch Verdrängung und Tabuisierung von bestehenden Problem,en Lösungen noch schwieriger zu erarbeiten sind. Jeder weiß, dass Verdrängung zu pulsierenden Eiterbeulen an anderer Stelle führt, siehe rechtpopulistische Konstrukte. Wer bestehende Missstände nicht anspricht (beispielsweise aus Furcht, bestimmte Gruppen zu diskriminieren), läuft Gefahr, dass alles noch schlimmer wird - das ist ein ganz einfacher Mechanismus. Genau deshalb finden solche "Parteien" dann Zulauf. Klassische Radikalisierungsmeschanismen sind das.

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Ehemaliger Nutzer 11.04.2013 | 17:53

Danke für Ihre logisch-lustige Antwort. Sie haben sicher sehr viele Kichererbsen gegessen. Aber mal im Ernst: Jaja, machen Sie sich nur lustig über mich und legen Sie mir etwas in den Mund, das ich nie gesagt habe. Wenn das Ihre Strategien sind andere zu überzeugen, dann hoffe ich, dass noch mehr Leute hier lesen und ein paar dabei sind, die diese "Rhetorik" hinterfragen.

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Ehemaliger Nutzer 11.04.2013 | 17:58

Und ja: Japaner sind ganz wild auf deutsche Stereotype. Dazu zählen insbesondere bayerisches Essen und Getränke, die sie nicht vertragen, da sie sonst sehr viel Eiweiß - zwar nicht in Form von Hülsenfrüchten wie Kichererbsen - zu sich nehmen und bestimmte biochemische Vorgänge bei der Verdauung nicht funktionieren. Meine Großmutter verträgt gar keine Milchprodukte.

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Ehemaliger Nutzer 11.04.2013 | 19:20

Die AfD entwickelt sich immer weiter Neurechts. Jetzt will auch noch der Freie Wähler Rechtsaußen Hübner mitmischen. Unliebsamen Mitgliedern, sogar Kandidaten für als stellv. Parteisprecher, werden dagegen auf der FB-Seite gesperrt, während extrem rechte Postings geduldet werden. Veranwortlich ist Dr. Frauke Petry. Sie ist die inhaltlich Verantwortliche für die FB-Seite:

http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/04/11/afd-parteitag-im-schatten-des-rechtsextremismus/

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Ehemaliger Nutzer 11.04.2013 | 20:09

Nein, Kemper-San, das habe ich nicht, denn ich pflege Inhalte, die ich als direkt (zum Thema) anmeckerbar einschätze, auch ebenso zu kommentieren. Sie haben hier indirekte Tofobröckchen hingeworfen, also lese ich sie auf und präsentiere ihnen mein Rezept. Es ging mir hier in zweiter Linie um die Extrawürste, die bestimmte Kulturen einfordern und in erster Linie um die Auswirkungen, dann nämlich "jeder" eine Extrawurst begründen kann. ( Dazu ein ähnliches Beispiel, das ich vor ein paar Tagen benutzte in Bezug auf die Homosexuellen-Ehe. Ich bin dafür, weil ich es gerecht finde, doch ich sehe auch den "Rattenschwanz" an Forderungen, die andere benachteilligte Gruppen dann [zu recht!] begründen würden. Ich habe Bisexuelle gewählt und das Problem, dass diese Leute, wenn sie dieselben Rechte forderten wie Homosexuelle, dann zwei Personen heiraten würden. Nur wie würde dieses Recht/Bedürfnis, das ich übrigens vollkommen nachvollziehen kann, in der Praxis aussehen? Und wie vertretbar wäre dies? Es wäre ja sowas Äh liches wie "Vielehe". Das meine ich mit "Extra-Ei-Weiß-Wurst" in Form von z.B. Soja.) Wie können nicht einer Gruppe etwas verweigern, das wir der anderen anerkennen, denn die Argumentationslogik ist dieselbe. Ebenso könnte ich argumentieren, asiatische Kinder integrieren sich (nachgewiesen! aufgrund der Disziplin?) schneller als Kinder anderer Gruppen, daher sollten alle Milchprodukte derSpeisepläne deutscher KiTan entfernt werden und die Kids nur so richtig gesund mit frischem (rohen) Fisch, Seetang und Tofu ernährt werden, damit sie nicht alles wieder auskotzen. Also, warum wird nicht auf asiatische Kinder Rücksicht genommen?

Andreas Kemper 12.04.2013 | 02:51

Die AfD hatte um neue Slogans gebeten und hat vorhin eine Auswahl der eingegangenen Slogans vorgestellt. Hierzu gehörten solche Sprüche wie "Volksfreiheit statt Bankendiktatur". Diesen "missverständlichen" Slogan würde ich vorsichtshalber allgemeiner formulieren: "Schaffendes Kapital statt raffendes Kapital". In den Kommentaren wurden weitere Vorschläge genannt: "Die letzte Schlacht um Deutschland hat begonnen!" Kann natürlich sein, dass der Kommentar von einem böswilligen Linksradikalen dort platziert wurde, um der AfD Rechtsextremismus unter zu schieben. Allerdings stellt sich die Frage, warum solche Sätze im moderierten Forum nicht gelöscht werden. Kritische Beiträge werden sofort gelöscht.

Andreas Kemper 12.04.2013 | 15:07

Die Partei "verzichtet" während ihres Gründungsparteitages auf ein Livestream. Begründung: Sie müssen ihre Mitglieder vor der Öffentlichkeit schützen.

"Liebe Freunde und Unterstützer,
der Vorstand hat sich entschlossen, auf den live stream zu verzichten. Und zwar, um um die Mitglieder zu schützen. Wir alle haben ja in den letzten Wochen die Erfahrung gemacht, dass unsere Worte falsch zitiert, aus dem Zusammenhang gerissen und absichtlich fehlinterpretiert wurden - um uns zu schaden. Wir MÜSSEN unsere Mitglieder vor so etwas schützen. Nicht zuletzt deshalb, weil wir alle Neulinge sind und im Privatleben und unseren Berufen stehen. Sicher habt ihr Verständnis dafür!"

ed2murrow 12.04.2013 | 15:46

Die Neulinge der Piraten und des MoVimento5Stelle haben die Übertragung zum Prinzip erkoren. Das ist vor allem eines: mühsam, weil man damit im Mittelpunkt steht - auch der Kritik, die bisweilen im Häme umschlägt. Dies aber als "Schutzbedürfnis" umzumünzen ist derart frech, dass es einem den Atem verschlägt:

Eine Partei, die sich dem poltischen Wettbewerb und irgendwann dem Votum der Bevölkerung stellen wird, MUSS sich vor der Öffentlichkeit schützen?

Wir haben immer schon gewußt, dass Politik schmutzig sein kann. Nun kennen wir schon vorab einen Stecken, an dem der Dreck meterdick klebt.

Andreas Kemper 12.04.2013 | 19:33

Die NPD Berlin mobilisiert zum Gründungsparteitag der Alternative für Deutschland und wird dort eine "Mahnwache" abhalten.

"Der NPD-Landesverband Berlin nimmt die Gründung der "AfD" am kommenden Sonntag zum Anlaß, im Rahmen einer Kundgebung vor dem Hotel InterConti, in dem die Gründungsveranstaltung der "AfD" stattfinden soll, auf die Ziele der wahren Anti-Euro-Partei NPD aufmerksam zu machen.

Die Mahnwache wird ab 12.00 Uhr vor dem "Hotel InterConti" in der Budapester Straße in Berlin stattfinden."

Carsten Neumann 12.04.2013 | 23:01

Der oben erwähnte Antrag von Norbert Kleinwächter wurde hier im Kommentarbereich nach seiner Veröffentlichung auszugsweise von mir gepostet (s.o., 10.04.13, 13:24 und 13:28). Mit der Löschung dieses Antrags von der FB-Seite bin ich nicht einverstanden; ich gehe aber davon aus, dass dieses Vorgehen vom Bundesparteitag missbilligt werden wird.

Was die großspurigen Sprüche von NPD-Funktionären betrifft:

Diese Partei ist pleite und befindet sich in einem rapiden Zerfallsprozess. Ernst nehmen kann man diese Partei nicht mehr, ihre Versuche, von der Bekanntheit der AfD zu profitieren, werden erfolglos bleiben.

By the way: Die NPD ist dermaßen von vom Verfassungsschutz gesteuerten V-Leuten durchsetzt, dass daran der letzte Verbotsantrag vor dem BVerfG scheiterte. Es ist durch aus vorstellbar, wenn nicht sogar naheliegend, dass einige V-Leute von ihren Vorgesetzten beim VS die Anweisung bekommen haben, die AfD zu diskreditieren.

Andreas Kemper 12.04.2013 | 23:59

"Es ist durch aus vorstellbar, wenn nicht sogar naheliegend, dass einige V-Leute von ihren Vorgesetzten beim VS die Anweisung bekommen haben, die AfD zu diskreditieren."

Aha. Das soll jetzt die Ausrede dafür sein, dass der NPD-Spruch noch immer in den Fotos der AfD-Seite enthalten ist, dass er noch immer auf der offiziellen WA2013 zu finden ist, dass er noch immer auf der offiziellen AfD-NRW-Seite zu finden ist? Während kritische Beiträge von Mitgliedern sofort gelöscht und die Kritiker gesperrt wurden?

Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder hat Lucke die Partei gar nicht mehr im Griff oder er will gar nicht, dass rechtspopulistische Beiträge umfassend gelöscht werden - oder beides. Aber erzählen sie mir bitte nichts von VS-Unterwanderung.

Pickelhaube 13.04.2013 | 10:24

Mein lieber Andreas Kemper, Sie haben hier leider nicht über die AfD geschrieben, wie sie tatsächlich ist, sondern wie Sie sie sich vorstellen.

Vielleicht sollten Sie mal einen Blick auf Parteiprogramm und Kandidaten werfen. Beides finden Sie online.

Die AfD mobilisiert Nichtwähler. Sie tritt ein für Volksabstimmungen a la Schweiz. Sie ist für Angela Merkel heute schon gefährlicher, als es ein Peer Steinbrück je sein wird. Die AfD war überfällig.

Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte, ich bin auf dem Weg nach Berlin. Morgen ist Gründungsparteitag ..

Andreas Kemper 13.04.2013 | 11:12

Ich habe das zu provisorische Parteiprogramm ebenso gelesen wie die Vorentwürfe, die Diskussionen und die Umformulierungen.

Weitere Steuersenkung für die Reichen

Weitere Verschärfung der Einwanderungsmöglichkeiten insbesondere für Arme

Noch stärkere Selektion in den Schulen nach familiärer Herkunft

Ich finde es bitter, dass viele AfD-Anhänger_innen nicht wissen, welche Positionen Lucke, Henkel und co. wirktlich vertreten. Sie stehen für einen noch massiveren Sozialabbau. Lucke schreibt seit Jahren Aufrufe, in denen er von der Regierung weitere Einschnitte ins Soziale Netz fordert und vor Lohnerhöhungen warnt.

Die AfD vertritt in erster Linie die Interessen von Mulitmillionären wie August von Finck, Reinhold Würth, Thomas Hoyer und Theobald Müller. Viele von diesen Millionären leben in der Schweiz, weil sie keine Steuern zahlen wollen. Bei Würth gibt es keinen Betriebsrat. Diese Multimillionäre fühlen sich von Merkel und Schäuble nicht mehr genügend unterstützt. Deshalb gibt es die AfD.

barshai 13.04.2013 | 11:40

(...) Habt ihr noch alle Tassen im Schrank? (...) Es ist geradezu unverschämt aufgrund dieser Einzelposition eine Organisation ins rechtsradikale Milieu abzuschieben ...

Doch, doch die Tassen sind ganz offensichtlich - bei Andreas Kemper und anderen, die genau hinsehen und zuhören, wenn "Die neue Rechte" sich artikuliert - noch vollständig im Schrank.

Danke @Andreas Kemper für die von Ihnen sehr sachlich und überzeugend geführte Diskussion in diesem Thread (ach übrigens @Flegelspatz und ähnliche "Forenboys" versuchen regelmäßig Stimmung gegen Linke, Homosexuelle u.a. "Feinde der extremen Rechten" zu machen, am besten ignorieren - "Dont feed the troll").

Hier gibts einen Beitrag der gestrigen Kulturzeit-Sendung auf 3sat, als Video (sofern es funktioniert):

http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=35870

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 11:08

§ 185 Beleidigung: Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. § 187 Verleumdung: Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

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Ehemaliger Nutzer 17.04.2013 | 00:06

Also die Afd hat sich nach einem Satz benannt, den die Thatcher einmal geprägt hat?!

Ne, das ist aber wirklich eine Perfidie geradezu!

Zum Glück gibt es da Leute wie Sie, die das erkannt haben und öffentlich anprangern!

So könnte es uns gerade noch gelingen, nicht Thatcherisiert zu werden und womöglich noch unsere Marine nach irgendwelchen Inseln mit Schafen drauf loszuschicken!

Fro 17.04.2013 | 02:30

Tja, die Linke ist einfach zu schlaff, ihr bleibt nur noch: mit dem dicken Zeigefinger auf die Rechtsextremen zu zeigen... – was soweit ok ist - aber der eigentliche traurige Skandal ist doch der, dass die Linken – besser: die ECHTEN sozialen ökologischen (Schlau-)Demokraten – bisher nicht in der Lage waren, eine echte Alternative (die ALLEN Menschen nützt) für Deutschland, Europa und die Welt zu formulieren...

Popkontext 18.04.2013 | 23:12

Formulieren schon - aber sie ist halt schwieriger an die Massen zu bringen, weil sie dann doch zu komplex ist und auch ein Denken über den Gartenzaun erfordert. Da treffen leider Sarrazins engherzige Hetzthesen zu Muslims und die nicht ganz so krassen, aber auch das gleiche Angstpublikum bedienenden zum Euro mehr die Volksseele . oder eben der AfD. Euro weg, alles wird wieder deutsch und alles wird gut.

nimzowisch 20.04.2013 | 18:48

Ja, schon Wahnsinn diese vielen "Rechten" in dieser Partei. Schaut man sich mal die HP der AfD an, so erinnert diese jedoch eher an ein Professorenverzeichnis einer deutschen Uni. (und sogar an eine recht gute)

Herr Kemper phantasiert mal wieder die rechte Gefahr herbei. Hat er bei den Männerrechtlern auch schon erfolglos versucht. Aber zugegeben: Wenn man extrem links steht, ist alles in Sichtweite rechts...