Andreas Schulz

Der Autor: Jahrgang 1964. Und Freimuth: Ein wahrer Volkswirt, also ein Wirt fürs Volk!
Schreiber 0 Leser 1
Andreas Schulz
RE: Ein Abschied voller Bedauern | 21.11.2014 | 01:15

Wäre dieser Artikel von einer x-beliebigen Autorin der Freitag-Community verfasst, hätte ich ihn in weiten Teilen zustimmend aufgenommen.

Insbesondere die Passage über die postdemokratische Illusion, und dass "in Zeiten der Postdemokratie, wo der Widerspruch zwischen der Idee der Demokratie und einer Politik, die nur noch angebliche Sachzwänge der Finanzmärkte exekutiert, offensichtlich wird" Und dass "dabei auch die Zementierung des Bestehenden eine Parteinahme – und zwar im Sinne der Herrschenden(ist). Denen kann nichts Besseres passieren als eine postpolitische Passivierung der Beherrschten ".

Nun aber ist die Autorin Frau Kipping Co-Vorsitzende der Partei "Die Linke", in der eine kleine, aber mit Machtpositionen überproportional ausgestattete Strömung - ich rede vom "fds" - gerade daran arbeitet, dass "Die Linke" Teil derer wird, die an der "Zementierung des Bestehenden" mitwirkt.

Selbstverständlich hat eine Parteivorsitzende das Recht, sich über andere Parteien so ihre Gedanken zu machen. Doch der Zeitpunkt ist befremdlich, denn gerade jetzt geht in ihrer eigenen Partei jener "fds" zu einem Frontalangriff gegen linke Kräfte in der Partei über, bei dem selbst der "zentristische" Fraktionsvorsitzende nicht geschont wird - nicht geschont werden soll? -.

Das verstörende ist die Wahl der Mittel. Da wird gegen Parteimitglieder die "Antisemitismuskeule" geschwungen, die vielleicht vieles sind, aber eben nicht antisemitisch.

Als Wähler der Partei hätte ich mir zu diesem Zeitpunkt eine klare Positionierung von Frau Kipping gewünscht, statt einen Nekrolog auf eine andere Partei.