AndreasCarl

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RE: Grenzen der Kritik | 03.11.2011 | 10:10

Verkürzte Kritik und liderliche Vergleiche
Die Kritik des Autors an der Kapitalismuskritik lässt sich auf diese Sätze reduzieren: (Zitat aus dem Text)
"Antworten finden sie nicht beim Anprangern von einzelnen Personen oder Gruppen, sondern viel eher bei Karl Marx. Aus seinem immer noch lesenswerten Werk „Das Kapital“ wäre zum Beispiel zu lernen, dass die Verheerungen der Gesellschaft nicht von Regierungen oder Unternehmen geplant werden, sondern sich oft genug unbewusst durchsetzen – hinter dem Rücken der Akteure."

Der wohl schlechteste Beitrag im Freitag seit Jahren ist schnell zusammengefasst:
Die Marktwirtschaft soll der Planwirtschaft weichen und Kapitalismuskritiker, die das nicht sehen haben einen verkürzten Blickwinkel und sind Antisemiten.
Das ist erbärmlich und liderlich zugleich und wird garantiert den wünschenswerten Ansprüchen einer Zeitung wie dem Freitag nicht gerecht.

RE: Ein gutes Leben | 18.10.2009 | 19:53

Dass wir an dem Punkt angelangt sind, an dem wir sind, hat nichts mit den Arbeitszeiten zu tun und auch nichts mit der Art und Weise, wie wir unsere Gesellschaft sozial zusammen halten. Der Wandel auf diesen Gebieten ist offensichtlich. Warum sollten wir ihn nicht gestalten können?
Womit wir nicht umgehen können, weil wir es nicht sehen oder wahrhaben wollen, sind die Mechanismen, die in Wahrheit den Kapitalismus ausmachen. Die Verteilungsmaschinerie des Geldwesen verteilt unbarmherzig von den Habenichtsen zu den Reichen. Die Geschwindigkeit dieser Umverteilung hat im Laufe der Zeit stetig zugenommen und hat jetzt Dimensionen, dass es anfängt weh zu tun. Was nutzen all die hehren Gedanken und Ideen zu Arbeitszeitmodellen und bedingungslosem Grundeinkommen, wenn im Hintergrund ein Automatismus abläuft, der alles was einem Gutes einfällt mit wachsender Geschwindigkeit zunichte macht. Solange der Leistungskuchen, den wir backen, zuerst auf den Tisch des Geldkapitals kommt, damit dieses sich seinen stets größer werdenden Teil davon wegnimmt, können wir mit dem übrig bleibenden Kuchenstück machen was wir wollen. Es wird nicht für eine Verbesserung der Lage reichen.
Die Marktwirtschaft kann sich nur in eine soziale wandeln, wenn sie sich vom Kapitalismus befreit.