Wiesengrund

"Die Möglichkeit, dass die Welt zu schön werde, ist für mich so arg schrecklich nicht." (Adorno)
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Wiesengrund
RE: "Da muss man auch mal aus`m Fenster pinkeln!" | 20.11.2015 | 04:11

Wow, das klingt nach einem aufregenden Leben und ordentlich Welterfahrung! Nach Pakistan würde ich auch gerne Mal reisen, vielleicht treffe ich Herrn Kolonko dort sogar ...

RE: Vom Verlust von Werten | 26.12.2014 | 23:21

Dass der Kunstmarkt selten etwas mit Kunst zu tun hat und nicht mehr belegt, als die Idiotie derer die daran glauben oder damit beschäftigt sind ihn anzuheizen, ist keine neue Erkenntnis.

Oder ist die Angelegenheit subtiler und der Wert der Bilder ist es aufzuzeigen, wie weit der Warencharakter in ihnen schon fortgeschritten ist?

Insofern finde ich auch Frau Käppelers letzten Satz wenig zitatwürdig. Viel entscheidender wäre der darauf folgende, der hier leider fehlt!

Was wären Kategorien mit denen sich heute noch Kunst von Nichtkunst, guter von schlechter Kunst unterscheiden ließen? Warum kapituliert die Ästhetik vor dieser Herausforderung? Oder gibt es einen Zusammenhang zwischen Readymade und Popart und leichter Konsumierbar- und Käuflichkeit?

RE: Die Schwäche seiner Gegner | 13.08.2014 | 18:46

Warum sollte sich an Erdogans "Durchmarsch" etwas ändern?

RE: Stop it! | 31.05.2014 | 21:20

... stimmt genau, alle Vorstellungen ausverkauft und die letzte war auch schon heute; insofern war mein Hinweis darauf Überfluss - Sorry!

Vielleicht gibt es nochmals eine Neuaufnahme - wäre äußerst wünschenswert. Auch vor dem Hintergrund, da die "Vierte Welt" im Moment vor dem Aus steht - der Senat hat die Anschlussförderung versagt.

Für mehr Leute in den Startlöchern! Allez!

RE: Stop it! | 29.05.2014 | 23:24

... weil passend zum Thema und soeben gesehen und für äußerst gut befunden: "Der Block" - Konzept, Durchführung, Raubzug NKZ (Neues Kreuzberger Zentrum) - als die Stadt anfing Beute zu werden ... in: Vierte Welt
http://www.viertewelt.de/2013_der_block.html

RE: Stop it! | 29.05.2014 | 15:27

... zu den materialen Veränderungen, die Sie mit "Abwanderung der Industrie und Digitalisierung der Gesellschaft" andeuten, wo man vielleicht noch den Anstieg des Selbstständigentums sowie die Tendenz zu Dezentralismus und Regionalität hinzufügen könnte, paart sich auf der anderen Seite mit dem Suchen/Finden/Identifizieren mit Narrativen: Dem Kreativberliner, der Clubgängerin, dem Bewegungsmenschen. Dazwischen Familienrenaissancen oder Common-Co-Working-Experimente.

RE: Stop it! | 28.05.2014 | 20:17

Im Sinne einer selbstbestimmten Gesellschaft ist jedes Stadtmanagement á la Reißbrett zum Scheitern veruteilt!

Lieber Herr Angele, mit Verlaub, ich finde Ihre stadsoziologische Analyse intellektuell etwas schwach auf der Brust. Denn die Erkenntnis, dass die Stadt eine zerrissene Wirklichkeit beherbergt, ist nicht neu.

Schon 1845 schrieb Friedrich Engels in "Die Lage der arbeitenden Klasse in England":

Diese Hunderttausende von allen Klassen und aus allen Ständen, die sich da aneinander vorbeidrängen, sind sie nicht alle Menschen mit denselben Eigenschaften und Fähigkeiten und mit demselben Interesse, glücklich zu werden? Und haben sie nicht alle ihr Glück am Ende doch durch ein und dieselben Mittel und Wege zu erstreben? Und doch rennen sie aneinander vorüber, als ob sie gar nichts gemein, gar nichts miteinander zu tun hätten. [...] Und wenn wir auch wissen, daß diese Isolierung des einzelnen, diese bornierte Selbstsucht überall das Grundprinzip unserer heutigen Gesellschaft ist, so tritt sie doch nirgends so schamlos unverhüllt, so selbstbewußt auf als gerade hier in dem Gewühl der großen Stadt. [...] Daher kommt es denn auch, daß der soziale Krieg, der Krieg Aller gegen Alle, hier offen erklärt ist. Wie Freund Stirner sehen die Leute einander nur für brauchbare Subjekte an; jeder beutet den andern aus, und es kommt dabei heraus, daß der Stärkere den Schwächeren unter die Füße tritt und daß die wenigen Starken, das heißt die Kapitalisten, alles an sich reißen, während den vielen Schwachen, den Armen, kaum das nackte Leben bleibt.

Doch auch bei Engels ist die Stadt nicht nur der Ort des Elends. Mithin ist sie auch der Ort, an dem sich die Emanzipation des Menschen zum bürgerlichen Subjekt vollzieht. Absolut gesetzt, bleibt allerdings auch dieser fromme Wunsch – „Stadtluft macht frei!“ – nur Ideologie. (Die Stadt bleibt der Sitz höchster Arbeitsteilung)

Die Paradoxie, in der sich Citoyen und Bourgeois treffen, ist der modernen Stadt quasi inhärent. Der Großstadtmensch ist Individuum und Masse zugleich. (Vgl. Roger Behrens: Kritische Theorie der Stadt)

Worin also besteht Ihrer Meinung nach der spezifische Charakter des globalisierten Stadtbewohners?

RE: Zeitungsartikel + Filzstift = ein Gedicht? | 14.05.2014 | 22:15

Prima! Die Hinterhofschriftsteller hätten es nicht anders gemacht. Oder sind Sie gar einer von diesen?

RE: Zeitungsartikel + Filzstift = ein Gedicht? | 14.05.2014 | 10:58

... haha, scharf kombiniert. Allerdings ginge sowohl die grafische Darstellung als auch die Wort-Limitation verloren. Außerdem, was sagen Sie dann zu großen Ölgemälden, die im Atelier verbleiben oder zu Theaterproben, die es nicht zur Aufführung schaffen?

RE: Der Anti-Gandhi | 27.04.2014 | 22:31

... dass Sie den (schlechten) Seiten indischer Politik aus Vergangenheit und Gegenwart nichts abgewinnen können, ist angekommen, aber muss man deshalb so undifferenziert werden?

Wer die Realität nur schwarz-weiß erkennen kann und von der ´Hölle` spricht, macht sich der Simplifizierung schuldig! Ähnlich problematisch finde ich die Suggestion, ein starker Mann wie Modi werde die Dinge in Ordnung bringen, weil er über den partikularen Interessen stehe und sich überdies (angeblich) nicht korrumpieren lasse. Als Beweis dafür wird seine gute Performance als Chief Minister von Gujarat angeführt. In der Tat ist die Situation in Indien alles andere als einfach und dass 2/3 der Bevölkerung sowie die Majorität der Frauen von einem menschenwürdigen Leben weit entfernt ist, ein Skandal! Aber wem wollen sie dafür die Schuld zuweisen? Den Ariern, die vor ca. 3000 Jahren auf den indischen Subkontinent migriert sind und Hinduismus und Kastensystem mitgebracht haben? Den Kolonialmächten Portugal, Frankreich, England, die das Land Jahrhunderte ausgebeutet und unterdrückt haben? Den neoliberalen Konzernen, die ihre Wachstumsraten in Indien reproduzieren und sich einen Dreck um Natur und Menschen interessieren? Der indischen Oberschicht, die beim Verteilungsspiel nimmersatt die Hand auf- und die restlichen Sinne zu gehalten hat? Den Dalit- und Adivasi-Gruppen, die teilweise trotz oder gerade wegen vielfältiger Hilfs- und Antidiskriminierungsprogrammen wenig bis keine Motivation verspüren an der aktuellen Gesellschaftsstruktur etwas zu ändern? usw.

Deshalb Vorsicht: Erstens gibt es keine Garantie, dass Modi die ´Leistungen`, die ihm nachgesagt werden, als Premier wiederholen kann - zumal ihm die Kongress geführten Bundesländer sicherlich Kompromisse abverlangen würden. Zweitens seine wirtschaftlichen Erfolge in Gujarat bei näherer Betrachtung und unter gesellschaftlicher Perspektive gar nicht mehr so groß ausfallen; und wenn, dann eben nur für die ökonomisch orientierten TeilnehmerInnen im Land. Die Trickle-Down Theorie hat sich aber spätestens seit Margaret Thatcher als Ideologie erwiesen. Drittens Modis Hindu-Nationalismus – die Times of India spricht von „softem Faschismus“ (http://timesofindia.indiatimes.com/home/opinion/edit-page/Journey-towards-soft-fascism/articleshow/32863642.cms) nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Sozialdarwinismus kannt nicht durch noch mehr Sozialdarwinismus kuriert werden. Genau das aber wäre Modis autoritär gestütztes Wirtschaftsprogramm.

Auch wenn es unbefriedigend klingt. Aber auf die Herausforderungen, vor denen Indien derzeit steht, gibt es keine Ein-Mann-Medizin!