Urbanisierung der Angst

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Seit langer Zeit streiten sich Akademiker/innen über die Gründe von städtischen Aufwertungsprozessen (Gentrification) und die Motive der Zuziehenden. Demografische Veränderungen, neue Arbeitsbeziehungen und andere Lebensstile standen lange Zeit auf der Top-Ten der Erklärungsversuche. Im Züricher Tages-Anzeiger wird ein weitere Grund benannt: die Angst der Reichen vor Aufständen.

Am Randes eines Artikels über den Management-Beratungs-Guru Fredmund Malik (“Dieser Mann kann tote Firmen wieder zum Leben erwecken”) wird eine erstaunliche Nebenbemerkung vom Lunch des Business Club Zürich wiedergegeben:

Über dem Dessert sagte mein Tischnachbar plötzlich: «Was meine besten Kunden an der Finanzkrise wirklich fürchten, sind die Aufstände.» – «Aufstände? Das ist nicht Ihr Ernst», sagte ich. «Doch», sagte er. «Sie würden sich wundern, wie viele reiche Leute sich kleine Zweitwohnungen in Mittelklassquartieren gekauft haben. Damit sie dort untertauchen können, wenn die Villenviertel brennen.»

02:32 31.05.2009
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Geschrieben von

Andrej Holm

Ostberliner | Sozialwissenschaftler | aktiv in verschiedenen Stadtteil- und Mieterinitiativen
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